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.33. -2^0
HARVARD
COLLEGE
LIBRARY
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J)IE
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DI ARABISCHEN
VON
SIEGMUISTD FRAE^KEL/
Eine Ton „het ProTlneiaal Utreehtseh GencotMliap tu Knnsten
en TTetenschappen" gekrönte ProiMehrlfU
LEIDEN. — E. J. BRILL.
188G.
SEINEM HOCHVEREHRTEN LEHRER
BCemi iProfessor Theodor Nöldeke
ZUM 2 MÄRZ 1886
ALS ZEICHEN DAUERNDER DANKBARKEIT UND TREUE
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32.33. Äo
1 1
HARVARD UNIVERSITY
LIBRARY
MAY 2 5 1987
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-f
VORREDE.
Die Ausscheidung aller fremden Bestandtbeile aus dem
arabischen Lexicon ist vom sprachlichen wie vom histori-
schen Standpunkte aus gleich wünschenswerth. In der
vorliegenden Arbeit habe ich einen Theil dieser wichtigen
Aufgabe durch den Nachweis der aramäischen Fremdlinge
im Arabischen zu lösen versucht. Unter Arabisch ist dabei
hier im Wesentlichen die klassische Sprache verstanden,
soweit sie im letzten Ende durch Gauhari lexicalisch bear-
beitet worden ist.
Im Allgemeinen habe ich nur solche Worter berücksich-
tigt, die mir aus der Litteratur bekannt waren; nur ver-
einzelt sind auch andere , nur in secundären Quellen erhaltene
Fremdwörter behandelt. — Die Belege sollten womöglich
typisch sein , unter Anderem auch in ihrer Zahl die relative
Häufigkeit eines Wortes in der Litteratur darstellen. Doch
ist dieser Grundsatz auch wohl verlassen, weil mir bei
manchen Wörtern die Erkenntniss ihres fremden Ursprun-
ges erst nach Abschluss meiner Sammlungen gekommen ist.
Von den aramäischen Dialecten ist das Jüdisch- Aramäische
in ausgedehnter Weise herangezogen ; aber auch das Syrische
IV VüRRKDE.
ist nicht vernachllissigt worden, wiewohl ich hier bei Wei-
tem geringere eigene Sammlungen zur Verfugung hatte.
Ich bin gelegentlich über die Grenzen meines speciellen
Themas hinausgegangen, habe auch manchmal ein uner-
kanntes iranisches Fremdwort im Arabischen oder ein
griechisches im Aramäischen erklärt und hoffe, dass man
das nicht missbilligen mrd. Auch dass ich ziemlich oft
die Begriifsentwicklung in den echt arabischen Wurzeln
genau behandelt habe, wird man, da auf diesem Gebiete
noch manches zu thun ist, wohl augemesseu finden.
Was die Art der Darstellung angeht, so hätte ich nach
dem Muster der ersten von den Gesammelten Abhandlun-
gen von P. de Lagarde wohl die alphabetische Anord-
nung wählen können. Wenn ich es nicht that, so liegt
dies wesentlich daran , dass ich die damit uothwendig ver-
bundene Eintönigkeit vermeiden wollte. Ich habe also
eine sachliche Eintheilung gewählt und dadurch die Mög-
lichkeit gewonnen , jedem Kapitel eine bald längere , bald
kürzere Einleitung vorangehen zu lassen. In diesen Ein-
leitungen , die im Allgemeinen das culturhistorische Ma-
terial behandeln, wollte ich nicht durchaus Neues geben;
aber ich hoife, dass auch über den engen Kreis der
strengen Arabisten hinaus ein Orientalist darin gelegent-
lich etwas Brauchbares, das nicht unmittelbar am Wege
lag, finden wird.
Die Einleitung zum Ganzen ist nach Abschluss der gan-
zen Arbeit geschrieben ; stillschweigend ind darin manche
Irrthümer der Abhandlung corrigiert.
Ich habe mich eifrig bemüht, meine Vorgänger stets
getreulich zu nennen, häutig auch da, wo ich eine Erklä-
rung selbständig gefunden hatte, und bitte um Verzeihung ,
wenn ich es, was bei dem vielfach zerstreuten Materiale
wohl passieren kann , gelegentlich unterla.sseu haben sollte.
VORREDK. V
Die Indices , denke ich , werden allen billigen Anforderun-
gen Genüge leisten ; sie sollten eher zu viel als zu wenig geben.
Man wird in diesem Buche dem Namen Theodor Nöl-
deke wohl au tausend Mal begegnen, al)er ilas erschöpft
bei Weitem nicht, wils ich dieseiu meinem hochverehrten
Lehrer zu danken habe. Von ihm habe ich ilie erste An-
regung zu diesen Studieu empfangen, von ihm gelernt,
dass der wahre Philologe an Wörtern und Sachen gleiches
Interesse nehmen muss, ihm verdanke ich die Kenntuiss
iler Methode, uach «ler ich gearbeitet habe. L'ud als ich
nicht mehr zu seinen Füssen sitzen durfte, da hat er in
einem jahrelangen uuunterbrocheuen Briefwechsel diesem
Buche, das er werden sah, stets den wärmsten Autheil ge-
widmet; jeden wichtigen Fund durfte ich ihm mittheileu
und mich seiner Zustimmung freuen, wie ich umgekehrt
durch seine Kritik so manches mal vor Fehltritten bewahrt
worden bin. Aber ich verdauke ihm auch eine grosse Zahl
positiver wichtiger Mittheiluugeu — so stammen meine sy-
rischen Belege meist von ihm — und gewiss habe ich noch
manchmal vergessen seinen Namen anzuführen und mir
irrthümlich etwas zugeschrieben , was ich aus seinem Munde
gehört habe. — Möchte nun wenigstens dieses Buch auch
würdig sein , seinen Namen an der Spitze zu tragen !
Vei-pflichtet fühle ich mich femer Ignazio Guidi , dessen
Schriften und brieflichen Mittheilungen ich manche werth-
volle Kenntuiss verdanke. — Auch den officiellen Gutachten
über meine Arbeit, namentlich dem de Goeje*s, habe ich
manche L^ ichtigung entnehmen können.
Herr Professor Praetorius hat die Druckbogen gelesen und
war so freundlich , mich auf manche Irrthümer aufmerksam
zu machen ; einen Theil seiner Correcturen habe ich in die
Nachtrüge aufgenommen.
/
VI VORREDE.
Diese Nachtrüge and Berieb tigangen bitte ich dringend
nicht übersehen za wollen.
Zum Schlüsse sage ich dem Directorium der Provinciaal
Utrechtsch Geuootschap sowie der Firma E. J. Brill für
die schöne Austattung, die sie die^m Bache gegeben ha-
ben , meinen herzlichsten Dank.
•
SIEGMÜND FRAENKEL.
I ]Nr ja: -A. L T.
Von:o(lo Seih! v.
lüuloittiuu' „ IX.
TnuLicriptioii „ xvii.
ll;ui:i uiul Hol* , l.
>^p<:iM\ „ •»'>.
KliMtluni; uiul Se'liiniic!vL:c'u'«'Ji>l;nuU' „ ii"*.
TliicTc , 'JS.
Aokrrhnu uml Pllauzrurricii „ H.'*.
.Mim^ndiou „ 1 wl.
X.inion des Wriucs »iml «Icr WoinicdiUbC „ lö k
llaiulri »lul Verkehr „ 1 7.'5.
♦ Scjiiiuilirt und Seeverkehr „ '2U*J.
>% Krieirswrscii „ 2.'i2. *
Schreibkuust „ 211.
llaiidwcrko und Künste , 27}o
o.
Christlicher Cultns „ 20(i.
Staatsvorw.iltuug „ 27S.
Naciitnigo und ßcrichtiguui^cn „ 2SS.
ludiccs :
I. Arabisch „ 295.
n. Araniäi^l) „ 3115.
III. Hcbniiseli „ 321.
IV. Äthiopisch „ :;23.
V. l»crsiseli , :»2 1».
VI. liiieehiseh 325.
tt
EINLEITUNG.
Vou allen senütischcii Sprachen ist die arabische in je-
dem Betrachte die reichste; sie ist es in formaler und ma-
terialer Beziehung, sie hat die reichste innere Entwickelung
und den reichsten Worterschatz. Der Letztere namentlich
hat stets das Staunen aller eiTegt , die dieser »Sprache näher
traten. Thatsächlich aber beruht die Fülle des arabischen
Lexicons auf mancherlei secundiiren ilomenten.
Zu diesen gehören in erster Linie die sorgfaltigen und
genauen Sammlungen des arabischen Sprachgutes, die ur-
sprünglich als Hülfsmittel für die Eoranexegese angelegt
und verwendet, später um ihrer selbst willen erhalten und
mit den Mitteln einer gesunden Kritik foii;gesetzt wurden.
Ihren Höhepunkt hat diese mit Ualil ^) beginnende , in den
vortrefflichen Einzelsanmilungen des al-Asma^i -) und Ibn-
as-Sikkit ^) fortgesetzte Litteratur in den zusammenfassen-
den Werken der Ibn Doreid (Gamharat-al-luga *) und
1) Fliigol G^amm. SchnUn der Araber p. 37, 30.
2) Ediert bt daTon das ^^üi wU^ durch D. H. Müller iu Sit-
zangsber. der Kais. Akad. der Wistteoscli. zu Wien. Phil. Iiist. Kl. Bd. S3;
Tql. auch Flüi^cl Cataloi^ I. '.Vl\.
:>) V^l. Cataloqus Coilic. oricntal. bibl. Aead. Lugiluuo-LJ»it:iv. tom. 1,
p.Gl.
\) Cod. Lui;d. :i21, v-l tom. l. p. Ci.
Kitüb-al-istikäk) un.l Oaubari {as-Siliili). Solche daa j^C-
sammte SpracUi^iit bebaoildude Arbeiteu besitzen wir von
keini-T aiutcrcr semitischen Sprache.
Kill 7.wi?itcs ist , itas^ die kleiiicQ St.iiutiieiiiheiten . ia
welube die Araber stets verfielen, die Ausbildung und Er-
haltung speciidler 3pracbeii^entbüm!ichlieit.-u selir bugiin-
stiijteu. Auch codi iuspiltiTer Zeit wurde tlurch <las Jlu-:riT
de:« Koran bilch>tens die Cranimatik :ill<ri-iui;iii ,i,'i'mo>]..'It:
die eiii7.eluen ."^iriunue uIht erhirltm -^itii die iliueii i'iiieii-
tliiimüclien W.lner und W.'uduM-ru.
[leiohe B.-icril!^.- zur Fillle -les urahiselien Ll^sI^jous •/K-\.t
cudlith das uiiiibiiissij,' von verichiedeueii rreiten her 7.11 deu
Arabern einst rümundc Irenide Sjiraclii^ut. Dies erbinrilL'u
schon die ambisi-hen .Spracii^e lehrten und selbst cei^enüber
der duginatischen Schwierigkeit, das-* Alhili den Knrfin
^ s nennt, scheuten sie sich nicht auch tu dem Buche
Allahs Fremdwurter anzuerkeniu'n.
Was nun ilio Quellen ihrer KeiiutuLste auf diesem Ge-
biete anlangt, so ist gewUs niancties Fremdwort ziifillig
von ihnen erkannt ivtinlen. Die Perser z. B., die die ara-
bische Spt'.'Lciie untersuchten, konnten in manchen arabi-
schen Lehnwörtern, die nur wenig verändert waren, leicht
die Originale iiiier Mtitter.spraehe erkennen. Gei-iuger war
scbou die Ausbeute an aramriischem Sprachgute, aber auch
davon ist durch Erkundigungen bei Syrern und von solchen
Gelehrten, die eine oberflächliche Keiintntss den JiXabatlii-
sclien" hatten, ein nicht unerhebliches Material zu.sammen-
gebracht worden.
Man hatte auch schon einige Anmerkungen in Bezug
auf die Lautverschiebung zwUcheu arabischen und aramäi-
schen Wi'jrti.'rn ;_'emacht; so berichtet sdiou al-A>ma'i, da.sa
die Xabatiier ia tür arah. Ji picciieii und bcniilzt dies
EINLEITUNG. XI
richtig zur Erklärung eines Lehnwortes ^). Konnten nun
so mancherlei 3Iissgritfe nicht ausbleiben, imlem öfters auf
Grund entfernter Liiut.'iliulicbkeit Iileutität constaticrt wurde -),
echt arabische Wörter angezweifelt wurden^), so darf es
auf der anderen Seite uicbt Wuuder uehmen, dass eine
grosse Masse des fremden Sprachgutes den arabischen Ge-
lehrten verborgen blieb. Aiierkenueu aber müssen wir un-
bedingt , dass sie einen methodisch richtigen Grundsatz er-
kannt und für diese Untersuchungen angewendet haben.
Sie schöpften Verdacht gegen Wörter, die ilmen keine
Etvmoloirie und Ableitunt^ im Anibisclien zu haben scliie-
nen ; von einem solchen Worte sagten sie: JloI äJ ly^
aujoül -i Auch auf andere Keuuzeichen der Lehnwörter
haben sie schon aufmerksam iremacht, so das Vorhanden-
sein sonst incompatibler Laute *), Abweichungen von der
sonst üblichen Vocalisiemng u. a.; vereinzelt mögen auch
sachliche Momente sie geleitet haben. Ein schönes Zeug-
niss dessen , was von den alten Sprachgelehrten auf diesem
Gebiete geleistet worden ist, bietet der Mu^arrab des Ga-
wuliki ^) , dessen Hauptautoritaten nicht über das 4. Jahrh.
der Hegra hinabgehen. Gawäliki selbst scheint nur wenig
zu den Sammlungen Früherer beigetragen zu haben , im
Gegentheil findet sich manches von dem , was ilie illteren
Autoritäten bieten , in seinem Werke nicht vor •).
Wenn wir nun heute die Versuclie der alten Araber mit
den Mitteln moderner Sprachwissenschaft fortsetzen wollen,
so ist diese Aufgabe, was das aramäische Sprachgut an-
1) Muarrab 117.
2) Ihn Kotciba Mu'arrab 21 s. ▼. *LäjV^
3) z. ß. J^ Mu'arrab 03.
1) Mu'arrab 7, S.
3) Ed. Sachaa. Leipzig 1867.
0) V^l. 2. B. Juküt s. V. oK
XII
£i:f LEITUNG.
langt, einigermaassen dadurch erschwert, dass sich die
lautlicheu Kennzeichen der fremden Herkunft nicht überall
nachweisen lassen , da ja das Arabische und Aramäische
zum Theile ganz denselben Lautbestand haben. Glücklicher-
weise haben wir nun in dem Lautyerschiebungsgesetze für
die Zischlaute und Dentale einen meist sicheren Anhalt,
um die Echtheit eines Wortes zu prüfen. Das Lautver-
scbiebungsgcsetz ist zwar schon mehrmals zum Gegenstände
besonderer Darstellungen gemacht worden ^) , es wird aber
nicht überflüssig sein, es hier für die für unsere Unter-
suchung in Betracht kommenden Gruppen mit einigen neuen
Beispielen zu belegen.
. arab. \^
hebr. 57
aram. J. r\
•
• •
••
• • •
•
*
Loj^ ann
. arab. ^^
hebr, 2^
oram. ^ Q^
\LlM
JOA
{S^y^
1^ «nsf
i ) Phüippi Z D M G. XXXm. p. 20 ff. und ausfuhrlich Hommel Zieei
JaffdiHMchriften p. 30 ff.
2) Xöldeke Mand. Gramm. 101.
3) Das Wort ist von der auch im Aramiiisclicn crhaltcnon Wurzel
VCW nlüscn" i^nz zu trennen und darnach Oeson. Hwb. IX. SOS s. v.
PO ^
TVW zu verbessern. Pcs. hat Num. 0, 3 thatsiichlich IjU^-ilfür mitffi^
A •
•1) Nicht nr.chr biblisch erhalten, riber v^l. Arüch s. v, "yfffy
3) Gomciubani iLcr lk)i;riffdes ,, Lostlassens" wie bei dem folinindeu Worte.
EiSLEmmo.
]
III.
arab. ^ß
hebr. iT
aram. ^ (D t^)
^7^
IX^
•
m-jf
•
Dit:*
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L^
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IV.
arab. 6
hebr. ?
aram. ? 1
jijö-
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arab. ,^0
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(jL*
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..ai.
VI.
arab. ib
hebr. X
aram. »4 U
zin
_ _. ^ * . . .^i"*^
1) Aus dem Grundbogriffo des Bratens crgiebt sieh die Bedeutung:
„Fottdunat".
2) Der Gniudbei^rifT: ,,sieh sehnend noch Jemandem ausschauen" ist
im Arabiiichcu iu dcu weiteren: „Jemandem sein Leid kbgcn" überge-
gangen.
3) Vgl. XöKlcke ZDM(;. XXXVIII. p. 532.
4) Vgl. Xoldrke Z D M (i. XXXII. p. MXJ.
5) fW^ ist im A. T. nicht erhalten aber in der Mi^'nah; Tgl. IjOW
0) Der ail'.;cmtMU(' Boi^riif des Muthmoasseus, Argwöhnens ist im
Aramäischen zu „ciftTu" verstärkt worden.
XIV EINLEITUNG.
arab. fäxcr aram. U'^^i^
Über die durch Dissimilatiouen bewirkten Abweichungen
von diesen Regeln vgl. Hommel a. a. 0. 41.
Ausserdem kommen aber auch durch Assimilation sowohl
bei den Zischlauten und Dentalen als auch bei den übri-
gen Lauten Abwoiclumgen von der üblichen Lautvertretung
vor. Ausscheiden allerdini'.s müssen wir die ix^^l^ixentlich
auch als vermeiutliclie Ausualinien betrachteten aram. Lehu-
wörtcrim Hebräischen, so [>l2 = ^^vJtii: (daneb<»n echt jyV);
Tuh = Ji^ (li-^*H; TJ2 = Jhj (neben T:;:) ; -31: =
OJlks u. a. Solche Ausnahmen aber scheinen vorzuliegen
in 7-n ^ Jö^ ; "^"p = jjüj ; ^n = Jj; im Aramäischen
]:.2^h] zu op6; tic^=gj,^ (j?r:).
Bei den übrigen Lauten n3DJ?lH=^=-^; B^3> = jüd. ar.
yay; iaM»)=t:ya = -^'-^ ;Jj=Uj:= jüd. 23 ; Uw.=
?jrri; j.:2Ä.s z= jüd. ar. D3p.
Nicht immer können wir die Gründe solcher Abweichun-
gen ermitteln ; die Ausnahmen muss man bei aller Achtung
vor der Strenge der Lautgesetze doch anerkennen.
Diejenigen Wörter nun, die den ihnen nach dem Laut-
verscliiebungsgesetz zukommenden Lautbestand haben , wer-
den wir zumeist als echt anerkennen; Abweichungen von
diesem Gesetze, Übereinstimmungen mit der «aramäischen
Lautverschiebung bilden ein mchtiges Verdachtsmoment
gegen die Echtheit.
Neben dem Lautbestande kann auch die Yocalisation
eines Wortes Verdacht gegen seine Echtheit erregen , wenn
dieselbe in arabischen Bildungen ungewöhnlich , im Aramäi-
schen aber verbreitet ist. Solche Bildungen sind: JiLi
(ausnahmlos in Lehnwörtern); J.^Li. unter der aber auch
EINLKITUNO. XY
ziemlich viele echt arabische Worter Torkommen, so ^«jL&
P.Iamasa 583; .^LSt Sj^Lä (Gauh.), 5^^3U Ibu Dor. KU-
al'fötih. 169 paenult.; &i«xK iniuh.; die Nomina propria
J%jLo, ^3«j>^^w u.a. ^); A>V^Li (aber vgl. die zweifellos
echteu aUilj, «Lki&U und das ilhuliche *b«jly; filr ge-
wisse Fülle auch JUii, das ursprünglich aber in echten
Bildungen sehr verbreitet ist (vgl. z. B. Div. Hud. 77, 10,
11, 12, 14: 70, 3, 4).
Verdachtsmomente bilden ferner die Schwankungen der
Sprache in Brzug auf dit? Vocalisation. Bei Lehnwörtern
sind sie häutig, und stellen ilie verscliiedenen Versuche dar ,
den nie ganz adäquaten V^ocal einer fremden Sprache zu
bestimmen.
Auch das Schwanken der Sprache hinsichtlich des Ge-
schlechts ist verdächtig, wiewohl dies auch bei echten
Wörtern vorkommt.
Auch die äussere Pluralbildung masc. gen. muss als Ver-
dachtsmoment angesehen werden. Die Sprache scheint in
Fremdwörtern, die sich viel von der Analogie der sonstigen
Sprachformen entfernten, nicht mehr die Kraft zu inneren
Umbildungen besessen zu haben. Doch finden sich bekannt-
lich die äusseren Pluralbildungen auch in vielen echten
Wörtern, wie umgekehrt doch manche Lehnwörter den
inneren Plural bilden *).
Ein wichtiger Verdachtsgrund ist natürlich stets der
llangel einer Ableitung für ein Wort. Bei dem reich ent-
wickelten arabischen Lexicon ist ein solcher Mangel in der
That ganz anders aufzufassen, als bei hebräischen oder
1) Für die ursprüngliclio Echtheit dieser Bildung zcogt vor Allem die
jcmcaischo Dialoctlorm ^^«^W«
2) V^l. D. II. Müller ,.L*ol)cr dca Clubrauch de» äusseren Plural" (Acten
des LcidcQcr (Jonijrcs'iCb Ikl. II).
aramilischen Wörtern, die aus dem hebr. oder aramuischea
Sprachschatze keine Ableitung haben. Doch ist auch wohl
denkbar, dass das Arabische aus einer früheren Sprachpe-
riode sicli echte Wörter bewahrt hat , die keine deutliche
Ableitung haben. So sind auch denominative Verba durchaus
nicht immer Zeichen fremder Herkunft , vcjl. vJJLä zu ^JLi
und die von Namen dt*r Kürpertheile gebiUleten Denomi-
nativa.
Mit Vorsicht kann auch das Fehlen eines Wortes im
Äthiopischen als Artrinueut ltcj^ou die Eciitheit verwendet
werden. Dieser Mangel /(/;/// audeuten , dass das betreuende
Wort den vereinigten Südsemi. en noch gefehlt hat. Dofh
ist dies Argument natürlicli durchaus nicht striugent. da
ja das Äthiopische jeue Wörter verloren haben kann
oder sie zufällig in der auf uns gekommenen äthiopischen
Litteratur fehlen können.
Auch das Zusammenstimmen des xirabischen mit dem
Aramäischen im Gegensatz zum Hebräischen mit Bezuccauf
den Consonantismus kann einen Verdachtsgrund abgeben.
Verdächtig ist ferner eine gewisse einseitige Ausbildung
einer Wurzel im Arabischen. Da hier sonst ein ziemlich
lebhafter Bedeutungwandel vor sich geht, so fällt dem ge-
genüber z. B. bei der Wurzel ^v* sofort auf , dass sie auf
eine einzige Bedeutung beschränkt geblieben ist.
Das wichtigste und entscheidendste aller Momente ist aber
das sachliche. Wenn nach allen natürlichen und histori-
schen Voraussetzungen die Eutlehnunif einer Sache als
sicher oder wahrscheinlich angeuonmien werden kann , wird
man zumeist auch die des Namens zugeben müssen, auch
wenn formale Verdacht^grüude fehlen. Zumeist aber glückt
es wohl , zu dem sachlichen Momente eiuige sprachliche
Verdachtsgründe hiozuzutÜLCen. Exact ist der Beweis der
Entlehnung erl>raclit. wenn sich sprachliche und sachliche
TEAHSCttlPTION. XVH
MoDiente decken , zum Beispiel , wenn wir zu den sprach-
liehen Verdachtsi^ninden gegen die Echtheit der Worter
für »Hühner** und »Giiuse** die Worte Stnibo's Lil). XV.
p. 708 : cpvex rs txvtux t/^v ;^;^>iiv xjs) iA*xT:p/5a;y hiu-
zuiügen können.
T K A X S C R [ V T 1 N.
Die für die Transcriptiou der aramilischen Lehnwörter
geltenden Principieu werden wir am Sichersten aus der
Umschrift der Nomina propria ableiten können. Die fol-
gende Zusammenstellung enthält die Falle, in denen das
Arabische und Aramäische nicht ganz genau zusammen-
gehen.
Lang Ji tritt ein : 1) für aramäisches 6, ü: Liau^f ^)=2-i*Ai^;
A/ä ; theilweise in Bildungen , in welchen das aramäische 6
mit ä wechselt wie ^U»^ = ^S^"* i Nöldeke Jland. Gramm.
21 Anm. 2. »).
2) für aramäisches e in dem häufigen L für *2; ^;L»
= r^'i^ (aber auch ^^) ; ^jliöpL? = 1X3.
3) filr aramäisches!, bei welchem dann ein Übergang in
§ anzunehmen ist in ^»«JblJ^I aus ^-'^^^ -^ J^
1) Wo nichts Anderes bemerkt ist, sind ilio Xanicn stets aus Jaküt
geschöpft.
■2) D.izu vt^'I. umirekclirt die Truuseriptioudesj^riocli.rt m. ruliirrh ^ imjiUI.
Arain. z.U. l)0-^pO.N tVir »/•r//'Ao///.v ; oi für xz Huirmauu Liltcr. CVu-
tralhi. Ib^'i. p :;-M.
- V .♦
1
XVIIl TEANSCRIPnoy.
Lang i für e (griech. i) ia xxXx/oJ 'Apfisvlx Ullf?);
[Griech. ij wird durch i ausgedrückt jikjJ?!, Lu«üyüLof
Lu«ul5«J; vs,)*vu B'ijpjT:;; ebenso griech. xt lat. ae in »LJbt
-:lt'/iV! (Capitoliua)].
Die Transcriptiou der einzelnen Consonanten ist nicht
immer consequent; wenn auch zumeist zwischen den aspi-
rierten und harten Mutis unterscliiedeu wird, so ist dies
doch nicht immer der Fall.
Aramäisches B wird regelmiissiix« ob biirt oder weich,
durch v^ wiederixetccbcu. Nur selir vereiuzelt findet sich
die Transcriptiou durch . z.B. in Uio> ^t =) ^^'"m Jfik.
I. 048 (Xüldeke J/i/;/J. Gramm. 49; und ljJ^£=Nm3y
ZfiJ^/zos (danebeu aber auch b'lAi); f .L»-uJü ä LjO) l^s^^* "''^'"
natürlich immer nur, wo die weiche Aussprache im Ara-
mäischen stattfand.
Aramäisches G hat im xVrabischen mehrfache Transcrip-
tionen erfahren. Im Allj?emeiueu c^ilt für hartes G arab.
C; für weiches c- Beispiele : 11^ Lj ^^1J ^2 ; I>**ä.Ij Ij-ä^-^^
»ßrückenhausen"; Ijk:^ L SH^ *3 »Glückshaus" (jm^a^ =
.ja^j PSm. 21 (A?^as^); für weiches: |^2=lr^; ^^
S3^21 »trocken" (vgl. 3:3); Lüü = »S**:: M » Graben". Plur.
*2S::Bäb. Buthr. lOS^ig; J^iT Nn::v (targ. »Bach"); [aber
IjLi^ = li^^ (=nniO)»Abhang"]. Vgl. iLu^ÜLil 0^3;.^-
yo'Ax\ \kui.Klk«s \lxy^y^7tx] ^j^>jr,JgL h.<git 7zpxT-/\y6^ Jak. IL
865; jj*,^LüLo [JLxy'j>i7yii ] ^,, U ... ;>t Augustus JaTcübi
(Houtsma) L 164; ji.^'.-»^l \\vÄ$;i7c;Ä.- : ji.^ULi ny-
dxyipxq (Cod. Lugd. 1692); vgl. Freudenthal Fragmente des
1) Ob dies oiao Uinbüdunq aus nrspriioirlichcm ypj (mi>--iusch ; vgl.
\Vruch) ist, ist mir nicht <^auz sicher. Diu Vcnraiulluug ilos radicaloii
y in SC wäre nach den i;eluiuftou Beispielen bei NöUlokc Mund. Gramm.
5S. Aum. 2 nicht aulTiUlig.
TRANSCRIPTION. XIX
Alexander Aphrodisias (Abhandl. der Berl. Ak. der Wia-
sensch.) Sep. Abdr. p. 115; kJli 3^3 Jalvübil. 17; ^«^L»
il"*»u* Jalvubi I. 19. Danebeu aber kommt die Trauscri-
bierunij eines weichen G ilurch — vor : Lu^a^^Ut ; Jl^J (JS")
in der Bedeutung gewiss ideutwcli mit dem vorhin erwähn-
ten Jui: ^;^b p:-^ (n*2); ^y^.
Xur vereiuzelt fiiulet sicli tiir liartes G ein uJ* ^^^ i»
1^'^^ (wie natürlich die echte Schreibunuf für ajo'%5^ -lAk.
IV. '272. trotzdem Jak. selbst so schrieb) = a'^H: ; iU. JC^
= |i^?w^,i; Low Jmm. rfkunnu,. 208: öLT (.Lfkuln I.
21), 5) = i:. r^3Lr Jak. II. 090 = -j^?). Vielleicht
auch JCjLj = *i2 *- Ij>;^v-^y'5 ^i^^^l^l^ke, wenn nicht =
'ra '3; vgl.r,^ und Jl;=: UiJ. [va^jC5 = A-.i^-^ vorltV].
Ebenso tritt nur in seltenen Füllen lür hartes G ein ^j; ein:
^JOüfb^ni *3 »Hürdenhaus"; vgl. 1"0 H'^D, (?«r/am (und
zur Bedeutung Guiili La letU'vn di Simrone etc. p. 12 Anm. 0)
ebenso KjoL STTÜ ^2: ^^J^'L X*nj. Von drei verschie-
denen Aussprachen des G wissen auch die Syrer (vgl.
Hoftmann ZDMG. XXXII. 746 Anm.), und die letzte wird
auch daraus ersichtlich, dass der NabatUer in einem ihm
in den Mund gelegten Verse JLii für Jf^ spricht (Mu'^arr. 07).
Aramilisches D wird, wenn hart, durch j, wenn weich,
durch 6 transcribiert. Hartes D ij^b X*15 ^2; LMo Jak.
II. 536 = U?? ; j.^^1 JäJs. U. 525 = X01"^^ (als Ortsname
N!:m und Snann im Talmud öfters); ^O^Lo = ^*?r^ ?
äjLJj^sx^ = ^njs.
• •• •
Weiches D: LJo\ Edessa; K43^b ]^r^ ^-^a Hoifmann
Murti/reractea p. 208; auJjif = (S^pil^) ^) =li-i,S; t6^
1) Fn der jüdischen Traubcription ist noch ein Rest des urspniügUchcu
enthalten, wjihrcud dio syr. arab. die spätoro Aussprache AaoixiÄ vor-
aii:>MJizt, doch linde t ^ich in »Icr Xibba aach schon 'p'l^.
XX TKANSCRIPTIOM.
JaT«. I. 29 ; »^IJüU^ ib. 37 ; 0*^*^ ib. 38 ; ^f joul ib.;
[aber die Namen *nu^*3>* könuten natürlich nur durch
c£^t> r ^j -r und ^1 JuLjliX (ib. vielleicht sogar mit Tesdid)
wiedergeijeben werden ; das 6 in Houtsma's Ausgabe ist in
O zu verbessern]. Doch kommt gelegentlich auch 6 vor,
wo im Aramäischen keine Aspiration stattfand, vgl. auu* J^CU0
Aramäisches K wird wenn hart durch ^ff, wenn weich
meist durch ^ transcribiert.
C
Hart: vJ^vOCLo Jak. I. 14 ^?li-' ''; ^5"= Nn32 ;
^j Jak. II. G67 = ..-^1 CXiT) ; ^jJi^ Jak. IL 067 z=-riiÄ
Bacchus. Weich: j^^=n^D; üLs.^ S*DnD; so auch
speciell zur Trauscription des griech. z ^^ ^•^4Xaä =
A:-'>5;5r ; jj,,jeVAJ (^ JLo) = (.a^zpiv) t^?;^:; Jak. U. 863, 14
^ J^^Üa-<.l (Dozy) = TT:/%ir ; JoLäa^ = ^?9^?-
Aramäisches -sl H wird durch vs^ und vi» transcribiert ,
die ziemlich genau hartes und aspiriertes aramäisches T
reflectieren. Beispiele für vk^ : UJUä = 1^—^^ (vgl. v v3);
üu^= *NnDir. (vgl. D'T.n Ty?); Ly^ (^i>) =
Uä^j = *lA**j-s (vgl. nmp in der Mesäinschrift und die
talmudische Nisba rxmp Sanhedrin92a3,):L;ikS ^XnSmp
(Abschnitt? vgl. IT:); IjüJä = IAäL^ PSm.; verdoppeltes
vv
T ^==^Aie.
Beispiele iOx^-. ÜLu* U ^T\T^ »3 »Quellhausen" (vgl.
Dry Pbilippi Z D M G. XXXII. 65 und l^aßxyii Isid.
Charac. (Müller) 248 , 5 = i^f^ ^>-f^) 5 '-^'r^ ^^i^
»die äussere"; ULLä. »Garten" Sru3; ü^wo IwOj 1 r'-j'r?
üy^j »Gräber' (vgl. (msnn) nnap); LiJ. U^^c^» Grube"
TRANSCEIPTION. XXI
(vgl. 3l3); Üif iyjS) und Ujj fyiT) = l-^«^l Noldeke
Elohim-El Sep. Abdr. IG Auni. 2; ül^^io^ » DurclibrucU"? zur
Wui-zel STi (vgl. r".3); Ülou» Ui^-l^ 3>IIülileu";LUJjui=
Ul^Jilji PSm. (Xisb:i zu ii'-ils).
Aramäische:* *j^ ST wird entweder durch ji oder durch
y^ ti:au.'5cribiert. Bei der Transcription durch ^j^ sclieinen
meist volksetymologische Anlehnungen vorzuliegen.
ji ersclieint in: jvLio^.f >c1-ä-.^s|; Lä.^Ü X-J'^H^D
nv^>rin-;/./r ; -»iLi •c-.^-a (vgl. Si/.5;;z): U-i Ula wolil » Fels-
Spitze" (v^'JDn rj* I Sam. 14,4); Uo^^l (^O/ = U-^i-'»
UiU = *llsiJ^ »die Glätterin"? (vgl. l-^ d. GS, 14;
5]Xw? *3 talm.); ,JLui = '^•'w talm. (Der Mannesname
^^JLuÄ = talmud.X^'^S» = jLiU = ^lN*-^^^^ ^yu^ zu lli^?
I^Lci^ = mn-J*y ; v^axü-i = U-uaA. :»Fels" (vgl. y^p) ; [ge-
lehrt jjijui^- = -J^^SriAn] — ^^ für --*. in L^s.L = STJ^3 ^3;
P*1lC^ ^3. (Auch zu ^j^^^tJ nud^?^l^^ ist wohl ursprüng-
lich ein n*3 oder HHp zu ergänzen , wie bei den übrigen
pluralischen Städtenamen); jjLmuo |Xw* ^3; jL^kJu*,= r^^-^'
AramiUsches -m n wird durch — und . transcribiert ,
C C
ohne dass bestimmte Regeln über die Wahl der Transcrip-
tion zu geben wären.
in ii-MH-vL Xn'^Dn ^3 (vgl talm. X^DnQ Xno) »Haus
der Zuflucht" (vgl. nDTO); ^j^^^ = p13n ; ^jcl^=^
pn ; Uaä. = N2'n talm.; ü^ (oO) = U^; lisu^ ^O =
U^ ; -UaJLs. (o»>) = l^-J-» (Sr :n; 'Vh'^in för ^«m »mein
Begnadeter"); ^J^ = ^^s.«* »Wäscher"; vgl. D*/i1.
^ in jLJ«^L^I wohl \^\\m (mit Umbilduni' des ä zu ü
ZXn TUANSCUIPTIOX.
wegen des Nasals); L^b = SlOn '3 ; U.^lj=XnTI '3 ;
(vgl. n^an); ^^^ UtSn {nixixx Isid. Charac. (Müller)
p. 216); ^^Lb. = 1131-1 ; ^jjJu^J^ > Scherben" p3Dn; iJ.iSü
z=}Lü »Thal".
Für araniiüsches ^-^ 2 (v) tritt gele;ientlicli w ^in : Lu^
C;.:2/3/ä = Jak. I. 402, 5; ^^.,,^1 "ECsr:: ^'i:^^] ; ^^jua^
= ^^^.:i-. fJÜUJ ^^r 2: V); umgekehrt ^J^,Ja'küln(lIouts.
ma) 1.20,5 (aber :]7 ult. ,jJL))> p"?'!'.
Aramäisches '^ * winl , wenn es einen kurzen Vocalhat.
in Elif verwau<ielt : ^^J^' (mit Vocalnssimilation der zweiten
Silbe an die er>te pH* , J^Jc-..; La.:,! (LöD5f) = =^i^
(«'»hon im Aramäischen eincfetreten bei . '^mn»] = , jL^ui,! ;
- w
An Einzelheiten ist noch zu bemerken :
Wechsel zwischen ^ und H : ,.vUs^,*^ = S331*in : ^JU:^
=z ^m talm. Besfdi 25^10 ^-^ ^^^^^ S^y^ i-*^r*»;
Assimilationen: ^J aus ^JUJ : ,j^* aus ^^yjjLk3 '4Gtvoßicy;
lucjJ^ aus ilopsuestia (vgl. ital. cassa franz. cöiW aus
capsa) ; T nach N zu D 5 Jü-^lwbl TcxTst^ovvrx , Jo^l ,
iwjüü Jak. II. 864 , 2 '). Erweichung von ^^ zu ^ in
imtJLT-L"^ = UIäJü^ä.. Verhärtung von su , xu za eto (ef) ;
air {aj^ ?^^m%?f\ aus (a)£üx57/ä; durch Vermittelung von
Ewripus wird aus Eupf^rsc zuletzt Earipns (vgL den Wandel von
W und 6 in den germanischen Dialecten Weinhold Alleman'
nische Grammatik § 216; Mittelhochd. Grammat. (2 A.) § 224
nach freundlicher Mittheilung des Verf.) und daraus ^y»,U^Ä..
Anders erklärt diesen Übergang Hotfmann J/ier<^rerp. 161.
1) Vgl. (Icuscibou L'cbcrgaiig dopi)elt iu *p^3TX Äwirfvr<x»f (daucbcn
HAUS UND HOF.
Von allen semitischea Stämmen sind die Araber dem
alten Nomadenleben ^) am längsten — zum grossen Theile
noch bis auf unsere Zeit — treu geblieben. Als Wanderer
und Zeltbewohner treten sie uns zu der Zeit, wo Aramuer
und Hebräer bereits zu festen Ansiedelungen gelangt waren ,
in der Bibel entgegen. Eine ismaelitische Earayane be-
g^net uns Gen. 37 , 25 ; Zeltbewohner ') werden sie Jud.
8, 11 genannt, wie auch r/;. 83, 7; I Ghron. 5, 10 Zelte
ihre Wohnungen bilden. Und wie das Zeichen der trost-
losesten Öde Babels ist, dass nicht einmal ein Araber
dort seine Zelte wird aufschlagen wollen (Jes. 13, 20), so
gilt als Symbol des messianischen Zeitalters , dass auch Eedar
nun in Städten (D^TTfn = . -o^) wohnen wird (Jes. 42 , 11),
nicht mehr in Zelten (Cant. 1, 5; \p, 120, 5).
1) SiD charakUristUchet NoaMdenwort der Ursemiten ist iTV^T (dftroa
denominatir n*Cn(n) « ^h " l^Cl l^^^T. Das Hebräische könnte hier den
onpruBgliehen Anlaut bewahrt haben, während ihn das Aramäische and
Arabische den folgenden weichen Dentale assimilierten (wie in «^^1). Denkbar
wäre aber auch, dass im Hebräischen eine spätere Anlehnung tn die sonst
rerbreitete Wunel ^^, C^'?) vorliegt, so dass die ursprünglichere Form rnt
(ohne Jod) wäre. Feminin, von "TY, dss zu o|; stimmt, wie ^3 zu «li; *\1 zu )L>.
2; CrSn?^ •30U^ schon vom Parg. richtig ab 'HJ^V gefasst.
Dieselbe Schilderung trifiFt noch Jahrhunderte spüier auf
sie zu. Bei Strabo (p. 777) sind sie Wanderhirten , die auf
Eameelen kUmpfen und reisen; Scenitae heissen sie nach
Plinius VI, 143 nach ihren Zelten aus Haaren (ciliciis
= ^tt), die sie aufstellen , wo es ihnen beliebt. Von den
Hütten der Araber spricht die ]Ii^nah OholOth 18, 10
neben anderen nicht zu festem Wohnsitze aufgestellten
Gebäuden. Sie bleiben, wie die Glosse bemerkt, nicht an
einem Orte , sondern wandern von einem Platze zum anderen.
Wieder nach Jahrhunderten entwirft uns Ammiauus Mar-
cellinus XIV, 4 dasselbe Bild von ihnen. — Auch die
arabische Tradition stimmt mit jenen Nachrichten uberein.
Der Erzähler bei Tabari I. 749, 16 lässt die Tanüb sich
ansiedeln in Zelten und Hütten, ^ Sua^'SL JlkJI ^
.4X^1 \sjykj ijj^^x* So wohnen auch die Tanüh in Kin-
nasrin zuerst in Haarzelten. Jaküt II. 185, 18. Auch um
^lra behalten sie ihre alte Lebensweise bei. Ein Drittel
sind Tanüh , Leute , die in Hütten und Haarzelten wohnen ,
während die ^bäd in ^ira wohnten und dort Häuser gebaut
hatten. Nöldeke, Sassaniden 24. — Die Bauten der Araber
sind ol«^ oder &ax^I bemerkt Gauhari s. t. Uj; o%Ub
aus Leder, L^ aus Wolle oder Haaren. — Der Araber
gründete kein Haus , wenn er heirathete , sondern (Ibn Doreid
Gamhara Cod. Lugd. im ss^rijüuM^I wL) es wurde für
ihn und seine Frau ein neues Zelt gebaut ^).
Charakteristisch hierfür ist auch , dass das Wort , das der
Araber für Familie braucht , Jjcf (zu hebr. 7ni^) xirsprünglich
1) ^» .ikJi J^i^ L^ J^ ül *i1yAa ^/ ^ ^JJm3
dtZQ Tgl. man Ammian. Marcell. XIV, 4, 4 »hasUm et tabemaetUtm, offert
niarito**.
»Zelt*' bedeutet. Für »wohnen** ist im Arabischen das
häufigste Wort jCi, das eigentlich »herabsteigen" (vom
Thiere) bedeutet Durch dieseu Ausdruck ist im Gegen-
satze zu dem im Hebrilischen üblichsten Worte |2U^;
das im Arabischen noch in der Bedeutung ^ruhig, still
sein** erhalten ist, der Gegensatz sesshafter und nomadi-
scher Lebensweise gekennzeichnet \ Es ist daher durchaus
augemessen, wenn X^^^^'i ^^ ^^r <)ben citierten Stelle von
den Nomaden t^yi'y^ und von den ^Ibriditeu , die feste
Wohnsitze hatten, ^o^JJCmu sagt. Noch in der späteren
Zeit, als man das Leben in Hilusern bereits kenneu ge-
lernt hatte, werden Ausdrücke, die den Zelten entlehnt
sind, gebraucht: Jjuu v^lxbl ^jjs _r'^^ {}S Kamil 339, 8.
Wie alle Einrichtungen einer vorgeschritteneren Cultur,
so lernten die Wüstenaraber auch die festen Ansiedelungen,
Bauten von Häusern und Höfen , wie die Spuren der Sprache
noch deutlich zeigen , von den benachbarten Aramäern ken-
nen. Aus den am Rande der Wüste liegenden Städten Bostra
und Damaskus sind die Keime der Kultur in die Wüste ge-
tragen worden. Sichere Kunde von der Einwanderung eines
1) Dagegen haben allerdingi du Aramäische and Arabische daa »Einkehren**
(and daraus sich entwickelnde »Wohnen)** mit identischen Aosdrückcn be-
zeichnet. «3*^ iin Arabischen «einkehren, wohnen** urspr. »lösen/* nimlieh
das Sattelzeng des Thieres and ebenso aramäisch ]^,Mt das verbreiteste Wort
für «wohnen** ursprünglich auch «lösen.** Vgl. Gen. 24, 32. Beide Sprachen Abertra-
gen gleichmässig aach den Grandbegriff des Losens auf «Erlaoben**; daher jüd. aram.
^*\C^ Ij.^ and arab. J^^ »das Erlanbte,** (hebr. ^). Im Gegensatze daza
steht (»«^i Grundbed. «abschliessen, einschlieaaen**, welche noch inCPn.Fischer-
netz** erhalten ist. Die Bed. • absehneiden** (wie ^£2) wird der Warzel mit
Unrecht in Gesen. Hdwb. IX. p. 201 rindictert, da dies arabisch |»j:> ist,(woza
▼ielleicht jüd. O'^H -Graben** 'Arilch Um III gehört) «durehreissen . durch-
schneiden.** Vgl. namentlich r^^'«
caltivierten nordsemitischen Stammes in Arabien haben wir
nur eiumal; nach der Zerstörung des Tempels flüchtet ein
Theil der Juden sich in die Wüste. In der arabischen Tra-
dition 3pie<]^elt sich diese Thatsache ganz richtig wieder, nur
mit dem einen Irrthume, dass an die Stelle des römischen
Feldherm ^Jäj >r\jPVJ tritt. Zur Zeit Muhammeds und
auch früher wohnen sie in befestigten Pliltzen und Bulben.
Dass dies sonst in Arabien etwas Ungewöhnliches war,
mag man z. B. aus der weitläufigen Art ersehen, in der
A^^su bei Jaküt I. 96, 4, tf. die Burg in Teima beschreibt,
und gewiss nicht zufiillig heisst es bei Amrk. 40 , 7 : ^j^l
V3^^ vS'^r^' ij^Hy^^- ^ entspricht daher durchaus den
natürlichen Verhältnissen , wenn die arabische Tradition die
Ka^ba zuerst durch einen koptischen Zimmermann bauen lasst
Tabari I. 1135, 11. Auch dass das Holz eines gestran-
deten Schiffes zum Baue verwendet wird (ib. Z. 10), lässt
r if mangelnde Fertigkeit im Bearbeiten des Holzes oder
auf Mangel an Bauholz schliessen. So ist denn auch in
der ersten Zeit des Islam die Baukunst unter den Arabern
nur sehr dürftig entwickelt; daher müssen beim ersten
Aufbaue der Ka^ba persische und römische Arbeiter be-
schäftigt werden (Agäni HI. 85,3), und einen Reflex dieser
Verhältnisse finden wir auch darin, dass die arabische
Tradition Ardasir römische Baukünstler berufen lässt '^^oh.
I. 827, 3.
Zunächst führen eine ganze Reihe der zu Bauten benutz-
ten Materialien aramäische Namen. Da ist zuerst als fremder
Herkunft verdächtig &llj und 1(1J, »der Ziegelstein" zu
nennen (^%Ii davon denominatiy gebildet) jüd. ar. KH^^S /
,0 m
syr. )Aa^, gewiss Ton der »Weisse" benannt (soauch]Ar^
2U ny3!l yj4^)' Was mich an der Echtheit von äJlJ zwei-
feln lässt , ist die verschiedene Vocalisationsmöglichkeit ,
die sich bei diesem Worte zeigt. Echt arabische Worter
uraltester Herkunft pflegeu derartigen Wandel nicht zn
zeigen. Auch ist Sjui in alten Gedichten kaum anzutreffen.
Es fehlt auch im Äthiopischen. Auch verdient wohl Er-
wiigung, dass Lehm zu Ziegeln in Arabien nicht so häufig
ist, um allgemeines Baumaterial zu sein. Anders war es
bekanntlich in Babylon (Gen. 11, 3; Ovid Metamorph. Lib.
IV. 58). Aber zum Bau der ersten Moschee werden schon
Ziegeln gebraucht Belad. 6, 9.
Ebenfalls von den Aramaeru den Arabern zugeführt ist
1^1 , ;«^l 9 dessen verschiedene Yocalisatiousmoglichkeiten
zugleich mit dem Maugel einer Ableitung, der unarabi-
sehen Form und demPlur. ^«w^l Mu arrab 16, 7 auf fremde
Herkunft hinweisen. Es soll schon im Assyrischen vor-
kommen; vgl. Guidi Delhi sede. p. 16. Die Araber selbst
halten es für ein persisches Lehnwort; vei*gl. schon Gauh.
8. V. In Wirklichkeit aber ist yj^\ auch im Persischen ein
aramäisches Lehnwort , und dass die Araber es von *den
Persem übernommen haben sollten, ist nach sonstigen
Analogieen nicht wahrscheinlich. Es findet sich schon bei
Nabiga 7, 16; Div. Hufj. 66, 10; Agäni XVL 43, 3, wo
eine Hütte aus Rohrgeflecht einem Hause, das aus Oyps
und Ziegeln gebaut ist, gegenübergestellt wird. —
Deutlich fremd und als Fremdwort schon von den Ara-
bern erkannt ist JuyJ? (so in den Lezx ; in Wahrheit) Jua Ji
Nabiga 7 , 16; Tar. 4, 22; Mu'arr. 116, 14 Plur. Tab. L
852, 7. (davon denominativ jualS Nab. 7 , 31 ; 'Antara. 21,
36) = Kspxfuiij übernommen durch Vermittelung von
N"l^np lr-«^i-s- ^S^' Sachau zum Mu^arrab 52. Die
Form mit langem i der zweiten Silbe ist durch die Accen-
tuation des griechischen Originals xipxßiiiov schon in
Jen aramäischen Dialekten hervorgerufen worden, in denen
aber gewiss ^armida gesprochen wurde; das Arabische
machte hieraus kirmid. Vgl. Guidi Alcune osservazioni etc.
[Sep. Abdr.] p. 3. Anm. 6. Wahrscheiulich ist dos ? auch
im Aramaischeu, weil in einem Fremdworte, nicht aspiriert
jjewesen, da man sonst (XjuoJ» erwarten würde, ijawrdiki
giebt u. a. eine ganz genaue Transcription des griechi-
schen Originals in i^Juyoo p. 116, S. iXjuoJ» soll spä-
ter die allgemeinere Bedeutung > Anstrich" haben und
daher Juäli deuorainat. »anstreichen" kommen, Mu^arrab
115, ult. Die wirkliche Eutwickeluug lilsst sich aber aus
Mu'arr. 116, 10 — 12 begreifen. Man nannte Juy>yS speciell
die Ziegeln , die zum Auslegen der Cistemen gebraucht wur-
den , und daher heisst dann 4X^0 »belegen" spilter auch
von dünneren Schichten , so dass Jaküt IV. 68 , 20
lu^ gesetzt wird '). — Eine andere Form dieses Wortes
könnte an manchen Stellen \jCj-^^ • scheinen; die Araber
(Ihn Doreid Kit-al-üt 247, 15) erklären es als »Grube";
es ist aber (vgl. Div. Hurt. 90, 9) vielleicht echt, kaum =
X^pxßoc. — Am Ende ist aber \y9ys^ Addad (ed. Houtsma)
p. 233. »eine mit Gyps ausgelegte Cisterne" damit zucom-
binieren *).
Von den Namen der Tünche scheint mir aramäischen Ur-
1) (Xy ist JftkAt II. ISO, 4 der VencUoM des Thon&Mes.
2) Jj^ Htm. 323; NIbiga UI; 5,23 inrd wohl echt sein (tyr.^^ Catt.
p. 720? Prof. Nöld. (brieflich) hält das Wort tür rerdächtig; er keoot et
Dar als »Fröhlichkeit**); es wird aber nicht direct den Ziegelstein bezeichnen,
•ondern überhaupt einen breiten Stein. Daneben ist aneh jL^LJLo Bekri
171, 3. a. f.; Tar. Mu*ail. 64. gebraucht. ~ In der Wüste sind die Häoser
auch jetzt noch zum Theile ohne Ziegeln und andere Steine hergestellt: In
Hadda, einem Orte ron mehreren Hundert Einwohnern, ist. wie Kob. Smith
berichtet, (A jonrney in thc liejaz III. The Mecca road) die Moschee das ein-
zige erträgliche Gebäude, «the dwellinzs being mainly round huts of palme
branches woven orer a frame of poles.'*
r
Sprungs fiLuM Gauh. s. ▼. aa^; Adddd p. 63, 3. Die
Wurzel hat im Arabischen eine audere Bedeutung , und ill„
ist denominativ von eLu^»» Im Aramäischen dagegen ist das
Wort sehr gebräuchlich; XJIH i^^^lff »der oben auf dem
Fasse klebende Lehm" Sabb. 66\ 24; in den Targümim
(und der Pesifa (S a h, Gast. 900) die Uebersetzung von
hebr. nVJ; ijLlLa Ibn Doreid Kit-aU^tik. 121, 9.
cLLm ist von (fauhari durch _.%Lo wiedergegeben, das aus
pers. * sdrnk np. ^%\,^ entstanden ist. Neben «%Lm findet
sich im Persisclien noch «jL^ , uud dieser Form könnte
(^•^Lä (davon denom. \jf -'^) Mu^^arrab 94, 11 u. 98, 4
entsprechen. Dann würde auch aramäisch p*Tu^ „tünchen"
Besah 32»» , 9 a. f. u. ö. (vgl. 'Arüch s. v. p^S^ T.) auf
dieses persische Wort zurückgehen. Allerdings ist diese
Wurzel ebenda auch in der Bedeutung »gleiten'* sehr ver-
breitet (worüber zu vgl. 'Arüch s. v. p^;^ II), und von
einer Wurzel mit dieser Orundbedeutung ist die Ablei-
tung eines Namens der »Tünche" durchaus angemessen.
Vgl* ü /O zu JaJLo, ULot »glatt." Aber ich möchte mich
V T
doch ungern entschliessen , das Zusammentreffen mit den
persischen Wörtern für zufallig zu halten. Beachtenswerth
ist auch, dass Hai Gäön (^Arüch s. v. pi^^ III) bemerkt:
Die Tünche heisst aramäisch p^CTD. In alter Zeit wird
allerdings pers. ^ lieber durch Y . umschrieben ^).
1) ]A^^ ^^^ V- 9^3 «Schaale des Granatapfelt** ist wohl falsch and
nach Low Ar. Fß». 363 in j ^ \'% ^ ^ zu verbessern. [Mit p*0 .rotbfilrben'*
ist dies Wort im *ArAch s. r. TTW III. irrthumlich lusammengesteüt worden;
dies ist fremd; echt aber ist • '»^ •schminken.** Gast. 617 « arab. \iJi^
•rothe Farbe**, auch Anemone, mit deren Farbe das Blut verglichen wird.
Ibn Doreid KU-ai-iUil. 122. 1. 2. Tar. 5, 40. Daraus ergiebt sich mit
Xothwcndigkeit, Jass die auch noch Ges. Hdwb. IX. s. v. T)9 wiederholte
Zusammenstellung dieser Wumel mit JÜ» falsch ist, abgesehen davon dass
sie ohnehin gegen die Lautverschiebiingsregel verstösst.
8
Dagegen wird man sich schwerer entschliessen wollen ^
Juum Bekri 54, paenult. mit den in der alten Litteratur
häufigen Denomin. oL& und (Xx^ Tar. 4, 22; Nubiga 7^
16; 15, 14; Agani IV. 50, 12. a. f ; Kamil 92, 17; 549,
3,4; Divan Hud. 66, 10; Bekri 171, 3. a. f.; 291, 12;
Uauh. s. T. i|«jy ; id. s. v. yx:^ , das überdies durch die Laut-
verschiebung geschützt scheint, mit Guidi Dellu seile p. 16.
als aramrdschen Elindringling ius Arabische anzusehen. Auch
die mit dem hebräischen l^uT, nicht aber mit dem ara-
• ■'''..
maischen \rt^ übereinstimmende Yocalisation dieses Wortes
scheint für seine Echtheit zu sprechen , wogegen das Fehlen
desselben im Äthiopischen nichts verschlägt. Ist Guidi
im Rechte, so hat man volksetymologische Anlehnung an
die Wurzel 5L^ anzunehmen.
Zweifelhaft kann auch ^^xlo ,, Tünche*' sein (Gauh. s. t.
^jjJo; ^amäsa 712, 14). Es kann ursemitisch oder aus tiTl2
Dan. 2, 41; U^ PSm. 1462 entlehnt sein. Bedenklich
aber für die Echtheit des Wortes ist das denominative
Verbum »jmo, das allerdings von den Puristen verworfen
wird (Gauhari s. v.), aber gewiss gebrauchlich gewesen ist.
Aus ^jjL^ konnte sich auch ev. die erste Form ^\Jo
(^amasa 323) als denominative Bildung entwickelt haben.
Schon frühe ist auch der Name des Kalkes luJjT aus
dem Griechischen durch Vermittelung des Aramäischen zu
den Arabern gedrungen. Schon ^Adi ihn Zeid hat es. (Gauh.
s. V. fj»JS); davon das Verbum ^jmJj Qam. 323. ^j^XS^;
- ff •
es ist aus ;tiA<f durch Vermittelung des aramäischen f ^\^
(im Jüd. aram. nicht vorhanden) entlehnt, wobei die Trans-
scription des £ durch semitisches Sin immerhin bemerkens-
werth bleibt. (Vgl. Lagarde in den Nachrichten der Gott.
Ges. der Wissenschaften, (1882 N<>. 13 p. 410), wo span.
X = seh ^).
Noch ein anderer Name des Kalkes ^Ia^ (belegt mit
einem Verse al-Ahtals bei Cfauh. s. v.) v^ (vgl- Dozy s. v. mit
vielen Belegen) ist aramäischer Herkunft. £r kommt von
'Vi schon Dan. 5 , 3 ; häufig im Jiid. aram. ; (im Syri-
sehen fehlend, aber im Palästinischen erhalten; Tgl. PSm.
710). Man zieht es zur Wurzel «L^ »aufkochen, auf-
wallen /' wo/u wohl auch "nj „autreizen" gehört. *). Wie
weit hier noch eiu Zusammenhang mit pers. JJ^Yorliegt,
möchte ich nicht entscheiden.
Auf griech.-röm. Ursprung geht der in mehrfachen For-
men {Jn-^ , JcJ zu den Arabern gewanderte jjGyps" ')
zurück. Hier war wieder die Schwierigkeit, wie bei Ai«Ai$
einen Doppelconsouanten zu umschreiben; sie wurde durch
Assimilation umgangen , vgl. Guidi Della sede p. 16. Dazu
kann man schon hebr. *^;ff aus *£^1C7 vergleichen, wel-
•• • •
ches lehrt, dass die Assimilation nicht nur bei emphati-
schen Lauten vor sich gehen kann, {jas^ kenne ich nur
aus Adddd 73, 12. (Nach Ibn as-Sikldt ist Jq^ vorzu-
ziehen; vgl. Gauharis Commentator am Rand der Büläker
Ausg. L p. 502, wie regelmässig von den alten Lexicogra-
phen bei den Fremdwörtern diejenigen Formen gemissbil-
ligt werden, die den Originalen näher stehen, weil sie
1) So ist auch bei der ähnlichen ConionantenTerbindnng rx io ^x'^l»
eingetreten in mOH od. mo, wonach Ltxy Nhbr. Wtb. III. -478 la berichtigen.
2) Hebr. TJ. IJ Jet. 27, 9 ist aramäisches Lehnwort. Ein syrisches j)^!»
das in Gesen. Hwb. IX. 156 damit zusammengestellt wird, existiert in dieser
Bedeutung nicht
3) Blau rermutket ZDMG. XXV. 542 semitische Abstammung für y;^««.
Das ebenda ron ihm angeführte (j*«^a ^ itt wohl erst eine ziemlich späte Ent-
lehnung ^tuyu^o^, M> dasi es für die semitische Wurzel nichts beweisen kann.
10
sich eben Ton der arabischen Analogie entfernen). Die
Form SLÄ9 ist ausser durch Uaubari uoch durch die Traditiou
beglaubigt ; vgl. I.Iamäsa 400 , 4 SuIaJI JJLo »Loaj uod Bekri
747, 11 1^ ^ *,^ -;^ ,5? j^aaJ! üflu-iaAj ^ ^ *JJf J^^ ^l.
Der Wechsel zwischen uud ^ fiudet sich auch sonst
noch bei Wörtern, die dem Aramäischen entlehnt sind; vgl.
z. B. öoT^ = oul5. Im Jüd. aram. ist D1D£)^3 (so ist
zunächst wohl überall zu schreiben, während D*D3*3 daraus
corrumpiert sein wird; n^D£)*3 aber ist eine leichte Semitisie-
ruug des Fremdwortes nach der Analogie von n^Din, neben
welchem es Kelim 10 , 2 vorkommt) ziemlich häufig; im Syri-
schen scheint i^^r^s^ mit Nebenformen auf die gelehrte Lit-
teratur beschränkt. Im Jüd. wird sosfar ein Verbum deuomin.
D£)3 Kel. 10 , 5 davon gebildet , was für die Volksthümlichkeit
•• •
des Wortes spricht. — Ob pers. ^j VuUers 11. 950 etwas
damit zu thun hat, kann ich nicht entscheiden. Wenn es
aus ^'S entstanden ist, so wäre ein Zusammenhang un-
möglich. Dass ^j etwa aus Jcs^ übernommen sein sollte ,
ist schon lautlich nicht unbedenklich, wenn auch pers _
durch aram. T^ transscribiert wird; auch ist Jcj^ kein sehr
gebräuchliches Wort, ^juma:^ ist natürlich ein gelehrtes
Lehnwort aus ^oss^ — )^ PSm. 766 ist wohl Entleh-
nung aus ^^ oder Jo^.
^lit Recht hat Guidi (1. 1. p. 1 6) auch ioX^ (Gauh. s. v.
iaJLo „der Mörtel , der zwischen zwei Reihen des Baues ge-
legt wird, um dadurch die Wand zusammenzuhalten'*) in
diesen Kreis gezogen. Es hat im Arabischen keine Ab-
leitung (die Verben sind denominativ) , ist aber im Hebrä-
ischen und Aramäischen in altem Gebrauche. Die arabische
Vocalisation stimmt übrigens genau zur aramäischen l^^Ll^i
11
(wozu auch jüdisch itU/OH gehört '); wahrend man bei
einem echt arabischen Worte entsprechend U /O eher * laJLo
erwarten möchte. Ich habe leider keinen Beleg aus alter
Zeit für das Wort; vgl. aber Gloss. geogr. 356.
Von den Theilen eines Hauses haben eine ganze Reihe
fremde Namen. Zuullchst scheint das Wort für »Grundlage,
Fundament" J.[ (Konin Sur. 9, 109, llö) Kamil 707. 8 19.
welches allerdings aramilischera ^Cw*^^t entspricht, also im
Rahmen der Lautverschiebung bleibt, doch dem Aramäi-
schen entnommen. Ki erscheint mir für ein echt arabisches
Wort zu schlecht entwickelt, und auch die denominutive
Bildung jljll macht mich bedenklich , ebenso die verschie-
dene Yocalisationsmöglichkeit. (Man halte daneben z. B.
Jl woneben kein J| oder Jf vorkommt ^). Auch wird das
Wort in alten Geilichten kaum anzutreffen sein. Nichts
hat mit diesem Worte zu thun «jumI (schon bei Näbiga 21 ,
21: Kam. 707, 10) »Säule". Es ist aber gewiss erst über-
nommen, da es im Arabischen durchaus keine Ableitung
hat , aus jüd. ^^n'tr^< = l^^l, mand. «n*S?K, welche schon
Nöldeke Mand. Gramm. 113 mit dem arabischen Worte zu-
sammengestellt hat. Für fremd möchte ich auch &j%Lm«
»Säule" (Gauh. g'%LU..J) halten , entlehnt aus ttnni7 (aram.
Übers, von JID p). Im Arabischen ist es ohne Ableitung. —
Eine Bildung derselben Art, gjj\ »Winkel*' ist wohl auch
erst entlehnt aus ]A^c1 , MH^IT. Mit einiger Sicherheit aber
erklüre ich &jj »Balken" »Raa'* Dozy II. 341 für ent-
1) Aoiter den Belegen *ArAchf rgl. auch H(Li Gädn zu OholAih 6» 4 s. t.
A3'ryO, der du Wort alt aranuuKh (vgl. Low. Jr. PfU p. 9. Ann. 1)
bezeichnet.
2) Auf J (ohne solche Nebenformen) kann ich mich nicht berufen, weil,
hier das U durch den Labial gehalten wurde.
12
m »
lehnt aus lA-i-s Gast. 824, PSm. 1200 s.v. Ucr-. Im
Arabischen hat es durchaus keine Ableitung.
hierher geboren noch einige Wörter, die „Wand," oder
»Reihe Steine" bezeichnen. oL^ Eamil 712. 6. »eine Reihe
Steine in der Wand oder auf dem Dache'* dürfte als tech-
nisches Wort aus dem Aramäischen X£)D (also K£)D zu
T T
lesen) Baba Butbra 5^, 5 stammen (X33 bei ^Arüch, wahrend
unsere Agg. K£)w haben).
^<2D mrd durch TSll erkllirt, ein Wort, das ich nicht
mit Gesen. Hwb. IX p. 521 von einer Wurzel "dbo
= ^^jj ableiten möchte , da eine Wurzel "dbo nicht exis-
tiert und Lautwandel von ^' zu {^ kaum vorkommt. Es
wird sachlich von Maimonides zu Kelim 20. 5. genau er-
läutert; über X^at:^>t vgl. Fleischer zu Levy Nhbr. Wb.
m. 716. — ']312 (Oholöth 6, 1 in übertragener Bedeutung ,
von Hai Gaön durch e^y2^>t = yÄjOJJ erklärt) nun führt
uns auf ein anderes Wort derselben Bedeutung im Ara-
bischen , das aus einer Nebenform *n310 entstanden
sein dürfte, nämlich (^^Jl« (belegt Gauh. s.v. dUo). Im
Arabischen hat es keine rechte Ableitung , (die Wurzel «^J
bedeutet „glatt machen*' auch „stampfen") während die
Verwandlung des 3 in |* nicht beispiellos bei Fremdwör-
tem im Arabischen ist. Auch dürfte die Bildung JUiÄj
für diese Bedeutungskategorie sonst nicht oft vorkommen.
Insofern^ aber nicht absolut ist also die in Gesen. Hwb.
1. 1. gegebene Zusammenstellung des aramäischen und ara-
bischen Wortes möglich.
"TSni wird im ^Arüch durch D13n erklärt; auch dies
Wort hat sich im Arabischen in einer deutlich ara-
mäischen, wohl auch nur in Ländern ursprünglich ara-
mäischer Zunge gebrauchten Form imy^\t> Gl. geogr. 237, 7,
in der es schon von de Goeje richtig erkannt ist, und in
13
einer noch anerkannten Form {jaiö J^^® Reihe Steine
in der Wand oder Mauer mit Ausnahme der untersten,'*
erhalten; beide durch Vermittelung von DlO^"^ Uclcc?
ZDM6. XXVII. 618, 19 aus griech. iofAO? entstanden.
Die unterste Reihe hcisst nach Gauh. {jasi^% ; dies Wort
wird ▼on<len Arabern (Mu^^arr. p. 72) für fremd erklart, gewiss
mit gutem Grunde; denn es scheint mit der echt arabischen
Wurzel ^JGJS^. Ilam, 143. 11; Karail 495. 16; Div. Hu.J.
90, 27; Tab. III. 806, 19 nichts zu thun zu haben. Der
Urspning des Wortes ist mir unbekannt; es mochte aber
kaum aramäischer Herkuuft sein. — Persischen Ursprungs ist
wohl ioLLi# (vulgär JbLju*) i vielleicht mit dem N. propr.
^LLm Nöldeke Sassaniden 134 , A. 3. identisch.
Uebernommeu scheint ferner ^jji£^) „eine Wand, die
zwischen zwei Wänden des Winterhauses nicht in des gan-
zen Hofes Höhe aufgeführt und dann überdeckt wird ; dies
geschieht in kalten Gegenden. (S(>%LJI O^LJI ^) Es ist
aber nicht völlig identisch mit XO^^, das nur als „Reihe"
überliefert ist.
Entlehnt sind im Arabischen auch die Worte für Fen-
ster. Sjpr Sp^ Agani XY. 164, 5. a. f. aus aram. nn^D l^^^^^*
Hier ist schon die doppelte Yocalisationsmöglichkeit ver-
dachtig*). Ein anderes, persisches Wort ist in zwei For-
men üv.^ und yjAy (zur Wurzel röz »Tag" »hell'^Sskr.
ruk) in das Arabische gedrungen. Auch der Name des
Gitterfensters vj% \vird aus mSJST (vgl. Arüch s. v. sr^ H)
übernommen sein. Auch heute haben in Arabien die Häuser
1) OAah. 1. T. u-^jÄ.
2) Die Grundbedeutung ist .Loch'" ryl. hebr. p^n zur Wi. SSr « J^.Loeh*'
itt wohl auch J^^'> Aguni IV. 48, 8, während ^Lm« sich durch die LAat«
Verschiebung gegen hebr. "ptf als echt ausweist.
14
keine Fenster. Lady Anna Blunt (Pelerinage au Nedjed in
Tour du monde 1882. I. p. 22: »C*est en Arabie que Tex-
pression »aveugler la porte de q.q.** doit etre inventee;
car il nV a pas de fenetres dans les maisons ordinaires** ^).
Dem altarabischea Zelte maugelten die Thüren, und so
kommt es , dass auch mehrere Namen der Thür übernommen
sind.
Das älteste und üblichste Wort ist sjL, übernommen
aus {<33f das in jüdischen Texten ungemein beliebt ist,
T T
wahrend es im Syrischen nur sehr selten vorkommt. G.
Hottmann hat es sehr einleuchtend aus* X333 :»Loch*' zur
T T :
Wurzel 333 »höhlen" erklart. Es ist schon frühe zu den
Arabern gewandert: T^r. Mu'all. 18; 17, 10; Diyan Leb.
144 , 4 ; Zuheir 9 , 27. (Nfibi^^a 4 , 3. in übertragener Be-
deutung, was immer auf längeren Gebrauch hindeutet.)
Natürlich ist auch der Gebrauch des Wortes für > Abschnitt''
»Kapitel" (wofür keine Belege nöthig) aus dem Aramäi-
schen entlehnt. Das älteste Beispiel im Aramäischen dürfte
wohl die Benennung der talmudischen Tractate Bäbd Kammdj
Me^fd und Bdthrd sein *).
1) Ein griechischer Name für «Fenster'* ist in *s Aramäische gewandert
Für 1^^ «V^l bei PSm. 240 ist nämlich geiriss richtiger du Ton ihm Ter-
worfene iLfiCfiJLfi) zn schreiben. Denn dies stimmt in Form und Bedentnng
genau zn jüd. KOlfi'iC. Dies ist z. B Kidddin Sl». 16. v. u. ^sicher: »Fenster^
)I01B'X3 K-vrO IBl 4 der Mood (Agg. Klinj; ich lese mit *Ariich) fiel durchs
Fenster**. Es ist aber kein Seiten « sondern ein Oberlicht » Fenster. Die Bedeu-
tung «Treppe**, die man dem Worte hat leihen wollen , ist — falsch — errathen,
wie auch die Zusammenstellung mit KOlfl, die sich in den jäd. Glossen und
bei Levy Nhbr. Wtb. I. 137 findet, durchaus abzuweisen ist. Es entspricht
einem griech.*'/fi^f««. Ton dem sich (in gleicher Bedeutung) Pesikta (ed.
Buber) 86^ 11 der Flural KOOlfi'K s* ii^fxatr» findet Hiemach erübrigeo
sieh die ron Lerj L 1. vorgeschlagenen Änderungen.
2) Die hebräischen Uebersetzer des Mittelalters geben ein solches v^Aj
regelmässig durch "^VJ^ wieder, woraus dann in den lateinischen üeber-
Setzungen jedesmal »porta** wird.
15
Noch ein anderes Woft für »Thür" ist aramäischen
Ursprungs, ä^ti ^). Es ist nicht üblich und wird nur aus
dem ^adit überliefert, wo Muhammed sagt: »diese meine
Kanzel wird in einem der Thore des Paradieses stehen/*
Schon Freytag hat li^^^ {<>/*nn dazu verglichen ; die Thore
des Paradieses aber sind aus der jüdischen Eschatologie in
die muhammedanische Tradition gekommen. In aramäischer
Gegend finden wir \y^ äo Juküt I. 837 (in \y^j2 zu-
sammengezogen). Es ^rird von Jaküt richtig als »Thor der
Venus" gedeutet.
Bei dem ilaugel an Thüren ist es sehr verständlich,
dass auch die Namen der Schlösser und Schlüssel vielfach
entlehnt sind. So lässt der arabische Erzähler bei '^ah. I.
671, 10 Nebukadnezar ausziehen gegen die Araber, »deren
Häuser keine Schlösser und keine Thüren haben** u^^t
V'^l "i^ j%4-jMJ J^\ ^ ^jjJJf. (In Wirklichkeit aUer-
dings ist diese Phrase nur eine Uebersetzung aus Jer. 49 , 31,
wo es von den Arabern heisst: »keine Thüren und keine
Riegel haben sie** )^ nn3 üb^ Q^rhl {<*?). — Dem Be-
• • * •
dninen ist in der That das geschlossene Thor lästig. (Jä)plt
n. 192, (durch Druckfehler 196), 3).
Schon in alter Zeit muss zu den Arabern das griechi-
sche Wort OuJLsl gewandert sein, aus xXiTia durch Ver-
mittelung von K1^7pX 0| jS^ und li^of) entstanden,
wenn es auch in der alten Litteratur selbst zu fehlen
scheint; denn wir finden frühe schon davon abgeleitet
SikA0 1 jJÜU mit der Redensart s JuJL&o &f ^( (▼gl- Dozy
8. V. JJU und Acldäd 50, 13). Es ist aber auch denkbar,
1) Dies ist lehoD Uutlich deatlich , <U hebr. |^ « aranL ^ im Anbitchen v:^
Terlanjrt. Üi» ächte 11^ entsprechende Wort ist ^. Schon die Artber(Mu^r.
40) haben es als fremd erkannt.
16
dass schon im Aramuischen sich neben ^^*7pX eine yolks-
massige Semitisierung dieses Wortes durch Pnifigierung des
M herausgebildet hat und dass diese dann in das Arabi-
sche übergegangen ist. Bei einem fremden Werkzeugnamen
ist eine solche Analogiebildung sehr begreiflich und vnx
begegnen ihr auch sonst noch. So sind z. B. zwei gleich gut
überlieferte Namen des Hammers i^HätlS und NHäTnO.
[Daneben besteht eine echt arabische Wurzel jJU »drehen**
(dann » umgeben** cX I aj sich umgürten), davon 'ic!^ und o^
= svr. Ir— s Die technische Bedeutuuij, die dies Wort für
den rr*^ hatte, beweist schon seine Echtheit, und die Be-
deutuugsilhnlichkeit darf nicht verleiten, etwa die ganze,
dem Hebräischen fehlende Wurzel für entlehnt zu halten]. ')
Dagegen sind die Bedeutungen von jJLi »anvertrauen**
u. s. w. wohl alle aus 4XjJL5l »Schlüssel*' erst denominativ
abgeleitet.
Den n'*?pX werden Sanhedrin 110«, 14 a. f. ^^3lp (so
lies nach ^Aruch; unsere Agg. haben ^S/p) gegenüber-
gestellt. Auch dies Wort ist, zunächst gewiss aus dem
Aramäischen, (auch syr. jl^cj- ZDMG. XXVII. 623,
O 9
4 a. f.) ins Arabische als Jlä» (vgl. Hai zu Kelim 11,4 als
Erklärung von S"ll2D1*7p = jcAäDö-tpov »arab. ^Slp") über-
gegangen; davon werden denominativ J^, J^ajI u. s. w.
gebildet Die Wurzel kommt auch in einer echt arabischen
Bedeutung vor, JLa» »trocken sein,** vgl. 73p (jüd. aram.)
»zusammenlegen** (von der Pflanze, die sich faltet und
zusammenlegt , wenn sie trocken wird); daher ist wohl auch
1) 6«iix Ton dieser Wanel zn trennen and nor mit ithiop. Zalada
XU combinieren scheint «AÜ .Wasser sammeln" und (Alä^ (rom Meere) »ver-
lenken;" «AÜ •Regen'" »ein Wasseri^etass'* athiop. makiaä.
17
JlaS »umwenden" (verto) abzuleiten, so auch }' ,n X '): wie
weit dagej^en ]\ ^ ^ Job 11, 6. wirklich mit Recht von
Gast, durch »Thesaurus" wiedergegeben worden ist, weiss
ich nicht. Dies könnte auch zu *73p ') »zusammennehmen/*
auch »sammeln" gehören. Aus dieser Bedeutung entwickelt
sich vielleicht die Bedeutung »drehen", daher dann J^'
»ein Kettchen" Dozv IL 384, wozu man vd. ^\rüch s. v.
Sap V. ^3ip (catenaccio) m^'^ph fnip ^31^ pvT^a.
Doch möchte ich über die Echtheit der beiden Wörter ("der
Plural niv3ip tallt sehr auf) nichts Sicheres sagen, jl ^ ■^'
»caupona** Gast. 818 ist natürlich xx:ry:?,s; und .^ >' ^mm
ib. ist N/xsVöA/^. — ^31p. das im Talmud als Erklärung
von n /X == xJt genannt wird '), ist selbst persischer Her-
kunft = JLtjS^'
Aus dem Griechischen in*s Aramäische und von da in's
Arabische übergegangen ist ad;^A0; = Üss^ PSm. 2035,
im Targumischen noch mit der griechischen Endung N^D/ilOI
Levy TWB II. 7.
Denselben Weg hat das Wort ^j*#j£o »Riegel" gemacht.
(Hai zu Kelim 11, 2 als Erklärung von ^JJ »arab. D^^HO"
1. D'in'S); es ist eine Bildung von ^upto^ ^ das als D^n
in*s Jüd. aram. gedrungen ist nnd von da auch zeitig in's
Arabische gewandert sein muss , da imCLi schon eine abfi^e-
leitete Form ist*). Nach 'Arüch sind fD^IH »Balken," mit
denen man die Einenge der Laden in der Nacht verschliesst."
Ganz so wird auch i^CAa Ton Gauh. erklärt. (Die Trans-
scription von i durch ^ verdient übrigens bemerkt zu werden.)
1) Gast. SlS «complezio brachii, sinas**.
2) ""Arüch s. r. ^sp I.
3) CArüch s r. ^flp IV.
1) Doch vgl. «las ob«!n über J^Ju Bemerkte.
18
^LsxS bcileutet uach Uauh. s. t. ^^u »das Holz, auf
welchem sich die Basis der Thür (v^LJl Jlä.%) dreht."
Es ist also die Uuter.schwelle. Dieselbe Erklilruug, gewiss
Gauh. eatlehat, giebt Jukut IV. 751, 17 (mit demselben
Belege; die LA. wLJI für »Ul ist zu verwerfeu). Damit
stimmt auch Ibu Doreid bei Jaküt 1. 1. übereiu. Nach Ibn
al-A'nibi ist ^jU^ü ideutisch mit pers. Jü•^4> (vgl.
Dozy I. 438) = JajKj, das als »Riegel" gilt In der That
mag dies auch die ursprüugliehe Bedeutung des Wortes
sein, und insofern kann man es zu lij > Riegel" stellen.
Die Bedeutung »üntersch welle'' muss sich später daraus
entwickelt haben , denn auch bei v^L^k3 (Jüküt 1. 1.) zeigt
sich derselbe Übergang. Durch njj werden wie die Er-
lauter ungen *^Arüclis zeigen (Levy Nhbr. Wtb. III. 338
giebt keine rechte Vorstellung davon) zwei Arten Riegel be-
zeichnet, der Querriegel = n^l3 und, „ein Pflock, der hinter
der Thür in das Loch der ünterschwelle eingesteckt ist."
In dieser letzteren Bedeutung ist vom Targüm nlpSn I
Kön. 7, 50 gefasst, da es durch S^D7J101 wiedergegeben
wird. Es ist also für das Loch das, was darin steckt, ein-
gesetzt, nnsn ist auch mit 'Arüch s. v. nS III für nnSjn
unserer Agg. zu lesen Kelim 11, 2, von Hai selbst durch
»eine Art kleiner eiserner Becher, in denen sich die Thür-
angel dreht," erklärt. = talm. Nnp3>^.
Ein bestimmter Verschluss, ohne Schlüssel zu offnen,
führt den Namen Si\J^\ daneben kommt gut beglaubigt
(Gauh. s. V. cjJO auch ^yi'^ vor. Nun wäre es möglich
anzunehmen, dass die Analogie von ^^ÜJLo diese letztere
Form hervorgerufen hat; aber auch ^^^ hat im Arabi-
schen keine Ableitung (Wurzel ^\ bed. »gleiten, schlüpfen").
Man würde also um des Wechsels zwischen , s und ^ willen
19
am ehesten noch persischea Ursprung annelimea. Doch
wird >i)Jjj9 VuU. II. 1168 wohl eher noch Entlehnunjj
aus dem Ambischeu sein, und die Grundform von ^^^jj»
ist vielleicht im Aramäischen zu suchen, wo j7**2 »Gabel"
vielleicht auch die Bedeutunij »gabel förmiges Schloss" ge-
habt hat.
[Dass gerade ilie Schlosser in Vorderasien nach griechi-
schem Muster angefertigt wurden, ersieht mau auch aus
der Erklärung PSm. 17 i<». s. v. j ^' ^ \^*) i^J^» ""*^
dies lehrt auch die ITebernahiui» des Wortes 'D^j^lT Hai
zu Kelim 11,2. = ;a?AtJtwa/5y. Diis Wort habeich als ^ii^H-s^
auch in Hofim. Bar Ali gelesen, kann es aber nun nicht
wieder auffinden '].
Wie die Thür, so ist auch die Schwelle mehrfach mit
Aremden Namen bezeichnet. So ist siclier äiJlJf (zur Bil-
dung vgl. Jaküt I. 200 , 10 If., wo es schon als fremd in
Anspruch genommen wird) »die Schwelle*' kein echt
arabisches Wort. Da es im Arabischen ganz ohne Ablei-
tung ist, so ist es gewiss aus l^Äis^l übernommen. Die
Verdoppelung des o trat ein, um das arabische Aussehen
der Form zu wahren; ea wäre anch sonst Rf^jCwt möglich
gewesen. Merkwürdigerweise stimmt die übernommene ara-
bische Form hier mit der syrischen — > nicht der jüdischen —
SSlpDX Sabb. 6« 5, 7. a. f. u. ö. *) übereiu. Es ist kaum
gut möglich, einen ursprünglichen Zusammenhang dieser
Form mit SlIpC^O jüd. aram. }<£jpS^ »Schwelle" abzuweisen;
1) HTQV ,Rieger g:ehört zu "OV wie fV)! zu TTO ,quer Uufcn." —
Noch unerkanat ist )]^ .Uiesel*' PSm. VK)S. Sp. 1 ; 2016, Sp. 2 zweifellos
entlehnt aui fidviaAoe (das nicht nmgekehrt aus dem Semitischen in's Grieeh.
gewandert sein wird. Vgl übrigens A. Müller in Bezzenbcrgcr Beitrüge Bd. I
[). 201. X® 41). Die Erklärungen zeigen, dass es spcciell für den von oben nach
unten lautenden Riegel gilt.
2) Lcvy TWB. I. 50.
20
bedenklich bleibt aber immer, dass dann für das Syrische
ausser dem Wechsel von Ü und ^^ noch der von p und
D eingetreten ist. (Dagegen hat s«^«^. vgl. Dozy I. 663 ^)
mit dieser speciellen Bedeutung nichts zu thun, sondern
gehört zu der echten Wurzel \JiS^ '^ült, Mu^all 24. »tafeln,
decken" = 2]pü^). Die jüdische Form SJJlpDS ist vielleicht «)
durch die Analogie von 2ip£^*3 veranlasst worden. — Wenn
man das Sjr. und Jüd. aram. nicht ganz ausser Betracht
lassen will, so ist als Grundbedeutung von ^py im Hebr.
»anschlagen, einschlagen*' anzusetzen; darnach ist die
Schwelle das, woran die Thüre anschlägt, oder das Ein-
geschlagene. Vgl. in ganz derselben Weise gebildet oL^jü
»üntersch welle*' (Ibn Hisam 653, 10 sq. Nöld.) zur
Wurzel v»i^ü=:^23 , schlagen." Zu dieser Wurzel ge-
hört auch gewiss 13*i^ (so zu lesen für 13'JM Nehem. 7, 3,
PSUS Zabim 3, 2 (nach Hais Erklärung »sie drücken die
Thür, um sie zu schliessen)" und 213X »Riegel" »Schloss"
das schon im ^Arüch zu ^Q'*y gestellt wird. Vgl. auch
p^U »schlagen" und »schliessen."
Von Namen einzelner Theile des Hauses sind femer als
fremd zu nennen zunächst das längst erkannte ^.iiliidas
durch Vermittelung von jjs^Vi^, \^l2^p aber auch direct
aus KoiTuv entstanden sein kann , da Grauhari es dem Dia-
lecte Aegyptens zuschreibt.
Durch aramäische Vermittelung aber ist wohl JuJL^ aus
iukxiii{o}f) entstanden.
Ganz sicher übernommen aber ist aus dem Aramäischen
&xJLft »Speisegemach" Adddd 77, paenult. Dies Wort
giebt schon in seiner Form zu Bedenken gegen seine Echt-
1) Aguni IV. 4S, 12.
2) Am urspriinglichem mdOOSC'
21
heit Veranlassung. Zunächst hat es doppelte Yocalisations-
muglichkeit ; dann ist aber auch die Form ganz unarabisch.
Mau ervrartete arabisch nur &ULc ; so kommt es denn auch,
dass die Lexica es unter ^IL^, zu welcher Wurzel es that-
sachlich gebort, und unter JlDi womit es nichts zu thun
hat, aufführen. Auch wissen die Araber augenscheinlich
über die Ableitung selbst nicht recht Bescheid. Man Tgl.
die verschiedeneu bei Gauh. s. t. ^IL^ aufgeführten Möglich-
keiteu. Es ist entstanden aus U i S , und dies Wort erklart
auch das Tesdid im Arabischen, da das L im Syrischen,
um den 7ocal des ersten Iladicals zu halten, verdoppelt
werden musste. Das echt arabische Wort dafür ist &il^
und unser Wort ein specifisch mekkanischer Ausdruck. Ibn
Doreid Kit-aUHtik, p. 35.
Noch nicht genügend erklärt ist der Ursprung von &AkAMuOf
aLlk^to^ T^^* I- 363, 17. (Burton Reise nach Medina und
Mekka, Deutsche Bearb. von Andree p. 155. MastcAa,
denselben Namen führt eine Art ägyptischer Qräber ^) Dazu
stellen sich zunächst JA ** //n Josua Stjlites ed. Wright
p. 23, ult. 2), und jüd. ar. K3mDa, »n'31t2DO Levy Nhbr.
Wtb. III. 165, welches letztere auch nur »Bank** »Estrade*'
nicht, wie Levy will, »Matratze** bedeuten kann. Der Be-
deutung nach scheint damit durchaus identisch KIIUDK»
J<3I2VX. Das ist von miüDJ< = ^TeÄ Säulenhalle (wovon
n^l^lüDS gebildet wird) durchaus zu trennen; denn nach
^Aruch ist es: ,ein etwa eine Elle breiter und 4 — 5 Hand-
breiten hoher Platz, auf den man die Waaren hinlegt;
dergleichen richtet man vor allen Luden ein. Dasselbe be-
1) Den U inweif hierauf rerdanke ieh Herrn Dr. Piettchintnn.
2) Das für unprüngliches ^^ erklärt sich nach Nöldeke M^mä. Ormwtm.
p. 45; das 2 für £ nach p. 4S. Ebenso irird ^^ISSi^ £li> ^i Lagarde
Praetermissa 20. \'\ ans KLßa^.
22
deutet VC2D UQ^l 5<t2*3*np {ypißxrovy und manchmal richtet
man es auch zu einem Sitze für Menschen her.** Es ist
klar, dass ein solcher Bau seinen Namen nicht gut von
vrtßiz :> Streu" womit man S3I2aS etc. hat zusammen stellen
wollen, herleiten kann. Ich vermuthe, dass uns in VC2S
die Grundform der Wortes erhalten ist; dies scheint sich
mir zu pers. Jü.ÜLm und vj»Li*m Vull. IL 222 zu stellen.
Daraus ist ihinn zunächst mit Vorschla«; des X, um den
Doppelconsonanteii im Anlaute zu vermeiden, miüDS ge-
worden. Die Formen mit anlautendem .1/ aber sind nach
dem oben p. 16 «gesagten zu erklären.
Aus dem aramäischen X?n3X übernommen ist -^jol ,
worin Dozy II. 252 eine Corruptel des gr. ^u^opo; ver-
nuithet hat. Ich halte diese Vermuthung grade um des
aramäischen Wortes für sehr unwahrscheinlich : im Ara-
mäische u wäre eine derartige Verstümmelung ziemlich bei-
spiellos, und abgesehen davon ist auch die Uebereinstim-
mung der Bedeutungen nur schwer einzusehen. Alle Zeichen
deuten aber darauf hin, dass XTHSS (das ^Arüch s. v.
XnSI/ genau definiert wini; »es sind Q^tPlp, Bretter,
auf die die Balken des Gebälkes gelegt werden*' ; nach einer
anderen Erklärung: »Umzäunungen, die an der Mauer-
wand angebracht werden, um sie zu verbreitem**) ein ur-
sprünglich persisches Wort ist. Der syrische Ausdruck
hierfür ist ]1:^^ vgl. PSm. 1205.
•
Nicht ganz sicher ist mir, ob das Wort, das die Be-
duinen für *j-i| brauchen (Kämil 502, 2), yJiSio wirklich
zu den Bedeutungen: »überhängende Bergspitze'* und dgl.
gehört. Man könnte vielleicht einen Zusammenhang mit
y^Jh^ »träufeln** annehmen und v.iJLb als »Traufe** erklären.
Eine ähnliche Umstellung ist bei j IC^\ in der That er-
folgt. Die eine Bedeutung »träufeln** entspricht hebr. aram.
23
^£23 f '^ } ^' ^^^ andere »bescbmutzea*' gehurt natürlich zu
513t3 0>\ y woraus y^iOJs »beschmutzen" selbst , (vgl. Dozy's
Beleg) erst wieiler übernoniraen sein wird. v^JcLi v^iaLti
sind wohl jemenische Dialeetformen hierfür, denn auch dos
Äthiopische hat nataba.
Ein yielleicht auch aramäisches Fremdwort vermuthe ich
in -^^^ »die Thourinne, die vom Dache aus zur Enle
geleitet wird/' ohne dass es mir geglückt ist, das betref-
fende Wort zu ermitteln.
Seiner Form nach zeigt aramilisehe Entlehnung &£«jü
und daneben kiJb (Gauh. ^fjjt h^ ^ w^') vgl. auch
Dozy s. V. = Cloakenrohr." Allerdings sind die Belege,
die PSm. 539 für |av ^V^ giebt, nicht direct beweisend,
da es die von ihm citierten Schriftsteller grade umgekehrt
dem Arabischen können entlehnt haben; indessen die Ent-
lehnung aus dem Aramäischen ist doch äusserst wahr-
scheinlich.
Noch einige andere Namen für derartige Wasserleitungen
sind aramäischer Herkunft. Zunächst y,^j^ und iwvaj Ihn
Dor. Kit.^l-iitiJf. 44, 9; 147, 5. a. f., das genau jüd.
aramäischem 2'*2 (»hohle Röhre" dann aber auch nach
der Erklärung von ^Arüch »Kloake**) entspricht. Im Syri-
schen ist eine etwas veränderte Form ) ^*^-*0^ PSm. 462 ^),
woneben allerdings P.Sm. 516 auch lHo^ )^^^ anführt.
Schon G. Hoffmann hat (Lit. Centrbl. 1882 , 321) ausgespro-
chen , dass diese Worte ursprünglich zur Wurzel 331 (woher
Vr^*'' syr. l^zs] *) (t313X ') gehören. Was es dagegen mit
N^313 syr. f^^**^ »Tiegel," in den Talmudstellen »eine
1) Kaum spätlat. »boia* so Peries Etffm. Situi. p. 62.
2) Dies tibersctrt iT^tII nuch zur Wurzel 7^ durchbohren.
:i) llui erkUrt allcniiii'^« ^u Kclim 2, 3 3UK. sonst 'Rohr/' als .Tiegel*'
(P'O).
24
bestimmte durchlöcherte Art eines Hegels , zum Backen be-
nutzt,** für eine Bewandniss hat, mochte ich nicht sagen.
Die talm. Laa. stehen nicht ganz fest. Unsere Agg. lesen
an zwei Stellen für ArQchs N'313 Pesuhim 30'' und Sabb.
29 a S^rUt an der dritten Stelle N*312. Durch das Smsche
scheint allerdings X'2^3 gesichert; ein etymologischer Zu-
sammenhang mit dem eben bezeichneten Worte ist indessen
nicht ganz sicher.
Wahrscheinlich durch aramiiische Vermittel ung ins Ara-
bische gewandert, ist ein Wort, das die Formen: vjI)!«
witjuaf v^v>%l. xjv>%t /ei<4t. Ich zweifle zunächst nicht danin ,
dass v^^i^ju^ eine Dialect- und Vulgärform für v.^Kw9 ist,
die erst aus dem Arabischen ins Persische wanderte, nicht
umgekehrt, wie die Araber annehmen. Denn persisch müsste
die Form, wenn überhaupt möglich, i^ v^| lauten. Später
indessen verlor sich für die arabischen Grammatiker und
Lexicographen , die aus Persien stammten , das Bewusstsein
der ursprünglichen Form, und man hielt die ins Persische
gewanderte und vielleicht erst im persischen Munde so
umgestaltete und von da in*s Arabische zurückgewanderte
Dialectform für die ursprüngliche, und dann kann ein ge-
borener Perser, Grauhäri , der sonst so treffliche , bemerken
v^fvwo ist nun das deutliche Aequivalent unserer ara-
mäischen Form 3na*). Die Formen äjjJ Mu^arr. 71,
ult. und wJjt ') sind diabetische Wandlungen, wie wir
1) Vielleicht ist tnch in Persien aus V';j^ um einer nicht einmal formal
zu rechtfertigenden Volksetymologie willen, V^*^ gemacht worden.
2) l^^^ PSm. 22*21 ist wohl erst ans dem Arabischen entlehnt;
eine echt aramäische Form scheint mir aber j,A^ii^ Opusc. Nestor, ed. Iloff-
mann 109, 0; 127. 9.
3) Ihn Dor. Gamkarü Cod. Lugd sagt: Uo j^^. ^! äUftU JUü^
25
sie zwischen Formen mit anlautendem und K auch sonst
im Aramäischen treffen, so dass man auf eiu aramäisches
Oriijinal •snsnSO schliessen darf, das in anderer, an
anderer Stelle zu besprechender Bedeutung, gerade auch
im Wechsel mit Nn3*'^3» wirklich vorkommt. — Als
Nebenform Ton v^lswo findet sich mit einer bei R und
einem Zischlaute sehr erklärlichen Umstellung v^Kwa. Daher
ist wahrscheinlich v^^ erst secuudiir gebildet. Mit ,.£i,•^ PSm.
1152 hat es nichts zu thun. Zerhis Pliuius VI, 118? [aus
Xiilß entstellt. Nüld.] Eudlich küunteu sogar noch v^^ u. ii.
vielleicht hierher gezogen werden, wenn dies nicht durch
äthiop. aanib gehalten würde.
Genügend ausführlich behandelt findet sich noch ein
anderes Wort für Wasserleitung Jt^r * schon bei Dozy II.
344, der es richtig mit ca^tellum identificiert. Aramäisch 7l2Dp
^irüch s. V. 7t2Dp I wnd wohl auch ) A > >^^ Elia bei
Lagarde Praeterm. 22, 84; Gast. 814 bildeten die Ver-
mittelung. — ^yÄ« Dozy I. 189 ist entlehnt aus jj^- PSm.
692.
Zweifellos übernommen ist auch %IÄ|. »Dach.** Yer-
dächtig ist schon , dass es von Gauh. als dem syrischen und
higäzischen Dialecte angehürig bezeichnet wird. Es giebt
ferner eine Nebenform «La^I; die Bildung ist durchaus
unarabisch und endlich hat es auch im Arabischen keine
Ableitung. Das Original ist Ij'^X jjJr (vielleicht zur Wur-
zel "njK »häufen** »schichten'*).
N X.5^^ U ^yi ^^ v^^< tLiy Et fehlt in dieser Bcdeatoog aach
bei Dozj; ich ÜDde es aber bei H&i zu KeUm 31. l s. ?. On«U tU Erklimag
von 113; .im Anbischcn 3nT8C" «■ s^^^'.
1) Der Wechsel des Zujin mit arab. J ist bei einem Lehnworte gat denk-
bar. Vielleicht sprach man ursprünglich *^j»
26
Wie in den Terwandten Sprachen so hat auch im
Arabischen der Ofen mehrere fremde Namen; ein einhei-
mischer ist überhaupt nicht entwickelt. Bei ^yjj (schon
in einem angeblichen Verse Warakas AgTini III. 16,7, der
aber vielleicht unecht ist) concurrieren das Animrdsche
und das Persische tanitra gleich massig. Vermuthlich ist
aber wie auch sonst vielfach das Wort zunfichst von Ara-
mslern zu den Arabern gekommen; diese Aramiler haben
es, wie die Hebräer, natürlich von den Persern empfangen.
Die persische Form tanura ward im Aramäischen, um den
kunsen Aufaogsvocal zu hulteu, in \Sz1j, X*n3n niit Ver-
T
doppeluug verwandelt. — Vielleicht hat denselben Ursprung
auch das sonst im Semitischen ziemlich einsam dastehende
pnX (bibl. aram.) jjc-I)» woraus ^-jf (wofür vulgär ^^|
gesagt wurde , vgl. Gauh. s. v.) sicher übernommen ist. Es
wird von Gauh. für jj.^ erklärt, ündet sich also nicht
in der classischen Sprache. (Als etton auch in die äthiopische
Bibel aus dem Aramäischen gewandert, Dillmann 763). Dass
gerade Persien den Semiten Namen für den Ofen gelie-
fert hat, darf bei den Anbetern des heiligen Feuers nicht
Wunder nehmen.
Ein dritter Name des Ofens ist den Arabern von Westen ,
wieder durch Aramäer vermittelt zugekommen, nämlich
^4.5 »Ofen der Badestube,*' das schon bei Dozy IL 407
richtig zu }i ^' * ^ KXfjtivo^ (auch jüd. |*Dp) gestellt wird.
Einige Schwierigkeit verursacht ^jyli' (Kümil 345 , 4 , wo
verschiedene Etymologieen gegeben werden). Es ist natür-
lich zweifellos aus 8^1133 Be?. 21^ 1. 22 übernommen , welches
im^Arüch s. v. pD II richtig als »Kohlenpfanne" erklärt
und schon richtig mit arab. p;X3 = ijjjl^ zusammenge-
stellt wird. Aber die Herkunft des aramäischen Wortes
bleibt dunkel : an griech. xxvouv ist wohl nicht gut zu denken
27
weil dies in dieser Bedeutung kaum nachgewiesen und über-
dies schon in der Form ^^^^p in*s Aramilische gewandert ist.
Zur Wurzel ^i^ wie mir Prof. G. Hotimanu brietfich an-
deutete, möchte ich es nur sehr ungern ziehen. Es ist
yielleicht auch wieder persischer Herkunft. Schon die
Araber (Mu^arnib 111) kennen den fremden Ursprung
lies Wortes . .li »Backofen", das schon Sachau zum Mu*arr.
40 richtig mit Verraitteluug von *3-|13 jj^ü aus fumus
^:jpusi erklärt hat.
Wir kommen nun zu einigeu fnMiiden Xamt*n für >0e-
biluile." Sprenger hat (Leb. Muhammeds I. p. 108) .i^sAj
für ein von Muhammed überuommeues aramäisches Wort
erklärt. Das Wort hat auch auf mich früher den Eindruck
gemacht Indessen es giebt eine Anzahl vormuhammeda-
nischer Stellen, in denen es vorkommt (Amrulk. 40, 7;
A'sa bei Tab. I. 774, 2; 852, 6; Ham. 3(58; Bekri 175,
3 ; Agani II. 39 , 4), und hiervon abgesehen scheint auch
die Bedeutung eine viel zu allgemeine, der Gebrauch im
Aramäischen aber gar nicht so ausgedehnt Wenn es eine
bestimmte Art des Gebäudes bezeichnete, würde man eine
Entlehnung eher annehmen können. Einige andere Worte
dieser Art aber sind wirklich übernommen, so das sehr
alte ^Jj »Pallast" ^Alk. 13, 26; 5amasa 712, das zu
aram. U ^] HY^S^^ und alttestam. T*1SX schon von den
alten und neuen Lezicographen gestellt wird. Nur darf man
aber nicht, wie noch in der IX Aufl. von Gesen. Handwb.
s. V. jnSS geschieht, diese Worter etwa mit Berufung auf arab.
• r V -
^iXi für semitisch erklären. Denn ^jj i^t eben, wie
schon der Vers ^Alkamas zeigt, übernommen. Die Quelle
ist das Persische; vgl. Nöldeke in ZDMG. Bd. XXIX.
p. 433.
28
In der Sj%Lm4^ ^^^ Dozy IL 432 schon richtig »caesa-
rea," ^xxivx^iix'^ erkannt.
Zu den fremden Architekturworten gehört auch -A »Gal-
lerie, Halle** Bekri 62, 9: 291, 12 ins Arabische gewiss au3
dem aramäischen ^ i ] (wenn auch die meisten Beispiele bei
PSm. 204. späteren Schriftstellern angehören, so ist JoL Eph.
doch immer ein unverdächtiger Zeuge) übergegangen. Aber
auch im Aramäischen hat ilies Wort keine Ableitung und
es ist dorthin gewiss aus pers. mZ* (^Vullers II. 293), über
dessen etvraoloinscheu Zusiimmemiiint' ich allerdiui's nicht
Bescheid weiss, übergegangen.
In sehr früher Zeit ist in's Arabische ein, wie es den
Anschein hat, ganz arabisches Wort gewandert: iXX^i
das Nöldeke mit vollem Rechte ingeniös mit Palatium^
TT xxirioy zusammengebracht hat. Man vgl. namentlich
(diesen Verweis verdanke ich auch Prof. Nöld.) Jäküt s. v.
JuLj. Wenn wir uns vergegenwärtigen , wie auch »place** und
unser »Platz** [dann z. B. » Wohnplatz**] auf das römische
platea zurückgehen, so verliert es viel an Auffälligkeit , das ,
wie es scheint, uralte und entwickelte Wort dem Arabischen
abzusprechen. Vgl. übrigens die Form S^ Bekri 158 =
'!rxxd7t{cv). Der Uebergang des harten Dentals in den weichen
ist der vorangehenden Liquida zuzuschreiben, oder er beruht
auf Anähnlichung an eine echte Wurzel jJb.
Noch ein anderes Wort , das dem ursprünglichen T^A«r/oy
pt2 /S syr. ^ ^V^ besser entspricht, io^ Mu^arr. 16, 7 ;
Tor. 5,21 ; Bekri 522, 7 a. f. war von mir unabhängig von Dozy
in: De vocabulia etc. p. 6 ifxXxtigv gleichgesetzt worden.
Ob JoSL ein Platz in Medinah Bekri 159, 1; 175, 13, 14
hierher oder zu dem an einer anderen Stelle zu bespre-
chenden platea Tkxrelx gehört, ist nicht ganz sicher.
Natürlich ist ioXj »pflastern** davon erst denominativ;
29
dagegen ist syr. 1*^,1^ ^) zu [373 ^ zu stellea. (Hierher
wird gewöhnlich anch von den alten Lexicographen noch
7mU73 (^Irüch) gezogen ; diese Schreibung aber mit w
beweist deutlich, dass wir es hier nicht mit einem sonst
überhaupt nicht nachweisbaren ^xxkxTxpizv zu thun haben,
sondern dass in dieser Form nichts Anderes vorliegt, als
eine durch pü^3 vielleicht beeinäusste, im Übrigen aber
auch rein durch d:is Princip der Dissimilation zu erklärende
Umformung des Wortes praetorium Tpxtrxpis'j , das jedes
lateinische Lexicon schon in der Bedeutung »fürstliches
Gebjiude" keuut; vgl. ebenso n^»73 = ^•'•'•et/aW/w ^); "^p3^3
= Kffißtxxptc'j^); } '^ ' ' PSra. 1405 = 'jy jTj^ » umgekehrt
im Syrischen {flii^s ') für zxXxizxpiov ; Holländisch ta/ereel
.*• 9
aus tabidarium), Ueber das hierher gehurige <^*oly^ , das sich
auch im Maudiilschen findet , und dessen persischen Ursprung
vgl. schon Nöldeke Mand. Gramm, p. XXXI. Es findet
sich schon Div. Lebid 121, 11. — ^JL^ Dozy I. 219,
hat schon de Goeje Gl. geogr. 208 zu syr. pv^ gestellt.
Natürlich ist aber die arabische Form nicht direct aus JLa^,
sondern aus dervon diesem Worte gebildeten,in unseren Lexicis
noch fehlenden Diminutivform auf )iJ^<}*)i ^Va^ entstanden.
Wir haben noch einige Wörter zu erwähnen, die sehr
einfache, auf dem Felde errichtete Hütten bezeichnen und
fremder Herkunft zu sein scheinen. Da ist zunächst zu
nennen ^.j »eine kleine Hütte**; es könnte identisch sein
iiüt l^^s^, als dessen Aequivalent es schon B6. bei PSm.
1) PSm. 533; ich halte diese Form für die artprünglichere gegenüher
P ^ ^ PSm. 612, da sie durch das Jüd. armm. gesichert ist.
2) Vgl. Lery TWB. I, 9G; es trird ron Arbeiten in Haotrelief gebnneht.
3> Schon Mossatiia bei ^Arüch.
4) Perles Eiymol. S(iid. p. 6. Anm.
5) «Arüch 8. T. nn^p IL
6) Nöldeke Syr. Grammatik ) 131.
30
1819 nennt. Die Unterdrückung des R und seine Erset-
zung durch einen langen Vocal wfire nicht beispiellos;
wir haben sie auch in s\«^Lj, v'r^ ^^^^^ anderwärts.
Auch wurde durchaus uicht stören, dass Uäiis*'i1=3 ^^J^noch
einmal in technischer Bedeutung zu den Arabern gewandert
ist. Naher aber liegt doch, es mit jiid. ^213 Mruch s. v.
X23 III. »Hohlen" > Hütten*' zusammenzubringen. (Die
Gleichung ^^ =s ^ ist bei Lehnwörtern öfters anzutretten ;
Guidi AUiine ostfcrraziinii ecc. p. 4). [Pers. ^^ u. .^^.
Vgl. Gl. Geogr. 338. Th. Xüld.] — Unklarer H.«rkuuit,
aber durch äthiop. haimat (Dillm. 010) als echt erwiesen
ist HiJL^. — Einsam steht auch ^'j^^\ als JjLjuJI ^1^«
(Gauh. s. r.) zu nD^ijn misn. Girtin 3,3 zu stellen.
SPEISE.
Der naturgemäss zu erwartende Gegensatz zwischen der
vorwiegend vegetabilischen Nahrung der sesshaften Nord-
semiten und der vorwiegend animalischen Eost der noma-
dischen Araber lässt sich schon an einem Worte ganz anschau-
lich darstellen. Während on^ = |'^^v ^ KOHi (Levy
Nhbr. Wtb. HI, 349) ursprünglich »Brod" und dann erst
allgemein »Speise** bedeuten (die in Gesenius* Hwb. IX.
424 befolgte Anordnung ist also gradezu umzukehren)
heisst arabisch i%ÄJ stets nur »Fleisch.** Über die Be-
deutung der Wurzel |^^J, aus der sich diese beiden Ent-
wickelungen ergeben , vgl. vor Allem Guidi Della sede 33.
Derselbe verweist ferner darauf, dass die meisten arabischen
Wörter die »schneiden,'* heissen, auch »essen* bedeuten und
31
zieht daraus mit Recht einea Schluss auf aniaialische Nahrung
der Araber. Dass sich die Araber in der That vorwiegend you
Fleisch aiihrteii , wird uus auch durch die B«.»richte der Alteu
bestiiti'j^t. Die Nabataeer lebten , sagt .\gatharchides (Geogr.
graeci minor, ed. Müller p. 178,25) mit der Xjihruug von ihren
Heerden zufrieden; die Wx'jt^^ifAs-jsU nähren sich von der
Jagd auf wilde Thiere mit deren Fleische (ib. p. 1180,25).
Nach Aelius Gallus l>erichtet Plinius von den nomadischen
Arabern (VI, lOl», ilass sie sich von Milch und Fleisch
nähren, und damit stimmt auch Ammianus Marcelliuus XIV,
4, G überein. Der Letztere macht /.um ersten Male darauf
aufmerksam , dass sie Getreide nicht kennen. Arabien
konnte es auch nicht liefern. (Kremer Kultui^esch. I. 55;
in dem dort p. 51 publicierteu Documente ist charakte-
ristischer Weise von Getreide gar keine Hede; Sprenger
Leben und Lehre Muhammeds I. 150). Ein klassisches
Zeugniss dafür giebt Tabari I. 1090, 7. Vom Einführen
von Getreide nach ^Omän berichtet der Periplus mar. erytr.
32. Vgl. auch — diesen Hinweis verdanke ich Prof.
Nöldeke — Vita Sjmeonis Stylitae (Martyr. II. 345, 1):
die Araber, die nicht einmal wissen , was Brod ist , son-
dern sich nur vom Fleische der Thiere nähren. Hierin hat
sich auch noch in unserer Zeit, da die Lebensbedingungen
der Nomaden wesentlich dieselben geblieben sind, nicht
viel geändert. Rob. Smith (A journey in the Hejaz IV)
erzählt: They (die Beduinen) have a particular contempt
for vegetables and membcrs of a tiibe who have settled
down to agricultural life are stigmatiaed by their nomad
brethren as Khodar »eaters of green things*'. Eine hand-
schriftliche Bemerkung des Verfassers fügt hinzu; They
^y : wo^l 0^V I caunot explain this grammatically but
am sure of the moaning. Auch heute ist das Gewöhn-
lichste, für einen Gast ein Schaaf zu schlachten ^ während
32
Abraham Genesis 18, 6 zuerst Kochen aus feinem Mehle
backen Ifisst.
So erklärt es sich, dass nach der Meinung der alten
Araber Weizen fett macht (Div. Hud. 21, 22), in ihrem
Sinne natürlich ein Fehler. ^) Daher ist yjj\ v^LJ eine
Speise vornehmer Leute. Ihn Doreid Kit-al-üitik, 90, 3;
(vgl. Exod. IG, 31.) Jaküt II. 284, 1.
Im Arabischen sind nun, den sachlichen Verhältnissen
entsprechend, mehrpre Namen des feinen Mehles entlehnt.
Zu nennen ist zuerst Jul^a*,. übernomraeu aus ) *^^y X*l^2Di
welches selbst aus 7i!ziizXtc stammt. (Die Aspiration des
D ist wie gewöhnlich durch das arabische D^'d wie<lerzu-
geben versucht). Aus dem Griech. auch ins Äthiopische
aufgenommen mit Assimilation des M an den Dental. Dill-
mann 373. Das Wort ist auch (jedenfalls durch das Per-
sische) bis in's Sanskrit gewandert (samitä) — Ein anderer
Name des feinen Mehls ist ^SyiL (Gl. geogr. p. 220 ; schon
Tar. Muall. 92; Jaküt IL 354, 2, 7; Nabiga Append.
58, p. 177, 5 a. f . Vgl. auch die hübsche Geschichte Beläd.
342), das die Araber verschiedenartig ableiten, das aber
natürlich nichts anderes sein kann, als ]^^ jüd. "^^Vn
»weiss*)." Die Wurzel ist in der Bedeutung »weiss sein"
wohl arabisch; aber einige Bedeutungen, die die Araber
für ^^ angeben, scheinen erfunden. Dass das Wort im
Arabischen fremd ist, beweist die ganz ungewöhnliche
Bildung. — Diesen beiden fremden Ausdrücken kann ich
— • -»
noch einen dritten hinzufügen. dLo^j (schon bei A^
1) Sehr auffällig ist anter solchen Verhältnissen , daat ^»Ijl^ für Weizen
oder allgemein Getreide gilt. (Ihn Doreid Kit-al-t.Uik. 291,10). Das mag eine
jemenische Entlehnung sein; im Aethiopischen ist die Warzel gnt aasgebildet.
2) Dom i^yj^ and ^\^*** nicht ganz identisch sind , beweist Gittln 56», 33.
33
Jä^üt I. 96, 7 und Jaküt III. 497, 13) nach 6aubari »feines
Mehr* ist gewiss identisch mit )-&*«£ {-^ PSm.784; Opnsc. Nestor.
97, 12, das Nüldeke (brieflich) weiter mit persischem ft^o^VuI-
lers IL 985 zusammen stellt. (Manduisch i<3SX^II Sidr. Rabb.
I 227, 13Th. Nöld.). Dieselbe Lautveriindening, Dental für
Palatal vor einer Liquida, findet sich in jüd. 0^^317*1 für
D^p2 w3 = y>^M77aKOf4,itov , ein Wort , das bekanntlich die
wunderlichsten Yeriinderungen sich hat gefallen lassen müs-
sen ; vgl. Nüldeke MamL Gramm, XXX. Ahnlicben Laut«
wandel zeigt l.b},ißG; für ZxAi/o^^ Sophocles, Glossary
Byzant. p. 509; namentlich aber vgl. Fick in Bezzenberger ,
lieitr. zur Kunde der indog. Spr. VIIL 203.
[Noch ein anderes Fremdwort gilt im Syrischen für jenes
feine Mehl ^s-JJc-sMu '^ast. 711 (1. .rl^Js-sili) = tAä-
xoZvTxc. Echt arabisch ist ^3jJi>f das in Syrien dem
Ulj:ei$ir dargebracht wird. Jaküt I, 340, 19].
Die in den alten Gedichten nicht häufige Wurzel t.^p\k
(^jjuäL Div. HulI. 93, 40; Aguni XX, 140, 15) wird durch
äthiop. t^hn Dillm. 1217 als echt gesichert. Die ganz
aramäische Bildung ^^Lb = U^^ (Gl. geogr. 287) ist
wohl zunächst in aramäischer Gegend aufgenommen wor-
den, wenn sie sich auch von da in die anderen Dialecte
▼erbreitet hat ').
Wo es an Getreide mangelt, ist auch eine verhältnissmässig
geringe üebung des Backens zu erwarten. Guidi hat schon
mit Recht (1. 1.) angemerkt, dass ^u^ ^^Q Lehnwort aus
1) Das Wort, welches ron alter Zeit für Mühle im Gebraach war, ittL>j,
die tinfiaebe aos iwei Steinen bettehende Handmühl«, für deren Ursprung-
Uchkeit auch die alte Redensart i^^^^ C^^ 'der Mahlstein dreht sich'*
f&r »die Zeit ändert sich** zeugt. Im Arabischen wird es im SinsoUr ge*
braucht, wie auch das andere alte Wort im^^ gegenüber o«n^ ^^^ Ü*MÜ'
(Auch I ^^« Nöldeke Stft. Gramm. ( 79 A kann rielleicht als ursprünglicher
Dual anfgetaist werden).
.1
34
dem Aramüischea 1; ^'rm ist. Dafür kann man als klassi-
sche Zeugnisse Ibn Hisum 136, 7 und Agani XIX. 95 , 7 a. f.
anführen.
Drei Xameu für Brod sind den Arabern aus aramäischem
Sprachkreise zugekommen. Zunächst ist zu nennen Ijlsxa ^)j
von dem schon Gauhari l)eroerkt: IjJ«^ &lbL jJ«^ ist
in den meisten solchen Fallen direct ^Sji gleichzusetzen :
so ist auch dies mit der arab. Wurzel ^1ä ganz unverein-
bare Wort erst aus aram. SHülJ/* übernommen. Im Syrischen
fehlend, aber im Jüd. aram. erhalten . Lew, TWB. s.v.
Ein anderer Name für einen in Asche gebackenen Teig
ist jj**wCwb, woneben auch ■■.■^~ ^ U vorkommt. Dass das
Wort uuarabisch ist. ist schon durch diesen Wechsel uml
den Mangel einer Ableitung deutlich, und in v'^** That ha-
ben das Syrische sowohl wie das Jüd. aram. das Original
erhalten: IriLsi-i und jüd. D'S'l^. Das jüdische Wort
findet sich im Talmud selbst nicht mehr, wohl aber noch
in einer jedesfalls aus gfiönilischer Zeit herrührenden Er-
klärung im ^Aruch s. v. DDH U. Es heisst dort zu San-
hedrin 14» = Kethuböth 17* f^DDIÜO N^l f^DalDQ N^
(mit Yarr.) »ein Kuchen, den man vom Teige genommen
hat u. so backt, wie er ist, kugelförmig, ohne dass man ihn
glatt und eben gemacht hat, wird 0*^31^12 genannt."
Ohne in eine Discussion über die Richtigkeit der Erklä-
rung des talmudischen Wortes einzugehen, ist der Ge-
danke, als könne dies D^^S'l^bS erst aus dem Arabischen
(das U fällt allerdings auf) eingedrungen sein . abzuweisen ,
weil in solchen Fällen ein ^«^32^^ fVj^^S oder n'^CS
(ri^ir**U3) nie fehlt. Abgesehen davon aber haben wir das
Syrische als deutlichen Beweis, dass das Wort im Aramä-
1) Vgl. tlen Beleg bei (raub. s. v. jj^'-
35
ischea üblich war. Die Ableitung ist indessen auch da
nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Ich denke aber, dass
iJj A^c l und arab. y«««^ uns den Schh'issel zu diesem
Worte geben. Es gehört nfimlich zur Wurzel ^IsJ »ver-
bergen** und ist eine Bildung auf l-^c , die allerdiugs sonst
im Syrischen diminutive Bedeutung hat. Nöldeke Si/r, Gramm.
§ 133. So ist auch Uthiop. dafent ^) von der Wurzel
dafaua »verbergen*' zur Bezeichnung desselben Ausdrucks
gebildet -).
Entlehnt Ist drittens j^ »A_t ff (bei (.iauh. aus dem Hadit
belegt ; Jak. II. 247, 13) »Laib Brod**. Es hat im Arabischen
keine Ableitung; das Yerbum und die übrigen unter dieser
Wu'- wi aufgeführten Wörter sind alle erst secundär davon
gebildet. Eine gute Ableitung aber hat es im Aramäischen ,
wo es zur Wurzel >cJi^ »drücken, pressen*' = arab. jJLb
(hebr. ri10T:fc?) gehört; es ist die »plattgedrückte Masse*',
wie fjLxl^x zur Wurzel f4.xy »kneten**. Vgl. Curtius Grundz.
s. V. Es findet sich sowohl im Syrischen l^^t^ ^^ l , als auch
im Jüd. aramäischen X^ /^12 , wie auch im Mandaischen, Nöl-
deke Jfand. Gr, 105, 9. a. f. — Über ^|=l|-»-id aus dem
selbst ägyptischen (Parthey Vocab. 551 ) xö-Jipx vgl. Gl. Geogr.
177. — Aber viJjiS^ wird wohl zunächst aus aram. 8D>3
('Arüch s. V.) U.1^^ (PSm. 1790) entlehnt sein. — Nachdem
diese Entlehnungen nachgewiesen, muss ich aber für die
Echtheit von ijCyj eintreten. Die gegentheilige Annahme
wird schon dadurch widerlegt , dass das entsprechende ara-
mäische Wort sein ursprüngliches p schon in 3 verwan-
1) DiUmaon 1133.
2) Die Transcription unteres Wortes durch «f^S^^A^j Opusc. Nestor. 85, 21
beruht wohl nur auf ciucin Versehen. — Das an <ler oben ritierten Stelle im
ArAch genannte 'OIO'^O, welches als aramäisch bezeichnet wird «Knäuel Wolle**
ist rrföfxßoQ.
36
delt hat und zwar gleichmassig in den jüd. Dialecten und
im Syrischen. Aramäisch entspricht nlimlich l^«^i^ , XnV^lj
während noch das Misnahhebrilisch das alte p aufweist;
Kelim 8, 6 Tip. Dies Wort ist also dem hebriiischcu
Sprachschatze einzuverleiben; nur zuHlllig fehlt es dem
A. T. Die Annahme Haupts (N G G W. 1383. p. 95 Anm. 4).
^^ (Rumils) sei aus dem Aramäischen aufgenommen , ist
durchaus unmotiviert. Wenn es diese Bedeutung wirklich
hat , so liegt hier derselbe Bedeutungsübergaug vor wie bei
--. ^ '
Is , ^- ^y . i^\^ uud vielen anderen. — Ein anderes deutlich
echtes Wort ist &ixfr> (auch v.^^% ist erlaubt; Gawäliki,
Morgenl. Forsch. 148)=^:^^^ jüd. aram. Xn3n für Xna^jn.
— Echt ist auch wU. = p^pl ^).
Aramäisch sind auch einige Namen von Gerichten. Längst
erkannt ist die Identität von tjc^fj^ Tab. III, 896, 17 mit
|y i n ü ; vgl. De Sacy zu Abdallatif, 107; Lagarde Ges. Abh. 13;
Low Ar. Pßanz. 124. Es ist aber nirgends deutlich aus-
gesprochen, dass ^JCLtJ^ im Arabischen Fremdwort ist,
Dass dies wirklich so ist, lehrt am besten die Eämil 479,
13 erhaltene Notiz über den ersten, der das Habis essen
lehrt.
Ein anderes noch nicht erkanntes Fremdwort, das wohl
nicht durch aramäische Vermittelung in's Arabische gewan-
dert ist, ist v^Luö Kämil 88, 14; 89, 6; ib. 12; Ibn Dor.
Kit^al'iMly. 280 , 6. a. f. Den Hauptbestandtheil dieser
Speise bildete Senf und so ist es gewiss zu vtvivi »sina-
pis'* zu stellen. An einen Zufall der Wortähnlichkeit
1) I^C^M PSm. 1244 ist enUtanden aas ^\2\Z^'^ (zur Wurzel j>'
•hdM sein" jüd. Tm) jiiJ JO-^H; aber rmn Kclim 11. 3 i>t nicht, wie
Hui andeutet, webender Achnlichkcit mit einem solchen Kuchen benannt, son.
dero gehört zur Wurzel "^n .Jurchlöchem".
37
ist hier wohl kaum zu denken, um so mehr, als auch der
Senf in Arabien wahrscheinlich nicht von alters her be-
kannt war. — Zu den aramäischen Wörtern gehört aber
Äj^ol, welches aus ^^1 (PSm. 134) jikl. fn:2X übernom-
men ist.
^.yuo soll nach der üblichen Annahme (Stern Koptische
Grammatik 6) aus dem Koptischen in*s Arabische gewan-
dert sein, doch kommt hier ebenso gut auch das Ara-
mäische (^Vrilch s. V. nv VI) in Betracht.
Sieher aber ist *Ll^u^, das im Arabischen keine Ableitunir
hat, entlehnt aus ninV nach ^Arüch: kleine eingesalzene
Fische. Es wird neben TS genannt Nedärim 6, 4. üeber
die verschiedenen Schreibungen des arabischen Wortes vgl.
tiawäliki, Morgenl. Forsch. 155, 4 a. f.
Julj »Gewürz" ist zweifellos aramäisches Lehnwort. Be-
weise dafür sind die unarabische Form J^Li , das denomi-
native Verbum JJj und der Mangel einer Ableitung. Es
ist übernommen aus /ZH Low Ar. Pflanz. 370. — ^lol
(Gawuiiki, Morgenl. Forsch. 129) ist zunächst wohl aus
"IT^S aufgenommen. Ueber dieses Lagarde Semitica 36.
^^ytjS' »einlegen" von Früchten (Dozy II. 439) ist ent-
lehnt aus ^33 (^Arüch, »ital. composta") ^a c^ PSm.
1674, 6. jjaaaJ^ ^Alk. 1, 4 wird als eine Art Datteln er-
klärt. Ist es etwa I ^^m »eingemacht"?
^Lo (mit den Nebenformen JoIaj UaTs i>l Ulis bei
Gauh; auch mit Auflösung der Verdoppelung b^^^f Gloss.
geogr. 320) erregt schon durch seine zahlreichen Spiel-
forraen und die ganz unarabische Form unseren Verdacht.
Ich denke nicht zu irren, wenn ich dies Wort zunächat
zu W-«^— Opusc. Nestor. 112,3; U^z^ Gast. 818, 6:
nach BB s^ii^Ut Laxa.!! stelle. Aber auch dies syrische
38
Wort ist deutlich fremden Ursprungs , und man mochte es
zunächst gewiss ganz gern zu üuui^ Vull. ü. 794 und
nöuu3 Vull. II. 712 stellen. Aber die letztere Form ist
schon durch ihr ^ als arabische Bildung deutlich und die
erstere fTdlt durch ihr B gegenüber dem syr. ^ auf. Hat
[jU^y im Persischen eine Ableitung , so fallen natürlich
diese Einwriude. {kotttxI sind auch speciell Kuchen aus
Sesam (und Weizen) wie itiil. aibata bei Dozy II, 302 s. v.
Von Fleischspinseu weiss ich als aramfiischen Ursprungs
nur tSjUu (Aicaui Gl, 10 Dozy) zu nennen, das schon
Roediger in seinem auf der Strassburger Bibliothek befind-
lichen Exemplare der Agaui (ed. Koseg.) mit »lucanica*'
zusammengestellt hat. Zu bemerken ist hier wieder die
eigenthümliche Uebereinstimmung des Arabischen mit dem
PaKlstinischeu , das auch schon mit demselben Wechsel der
Liquidae 5<p3p13 (Levy, Nhbr. Wtb. III. 440) zeigt.
KLEIDUNG UND SCHMUCKGEGENSTANDE.
Wer über die Kleidung der Araber sich unterrichten will ,
findet noch immer an Dozy's berühmtem Buche einen
sicheren Führer. Ich verweise also auch für die ältere Zeit,
(nur JaTcübi (Houtsma) II. 97 , 98 seien kurz erwähnt), auf
die Einleitung, die Dozy seinem Buche vorausschickt. Nur
zwei sehr alte Nachrichten über arabische Kleidung will ich
hier anführen. Im Talmud Mo^ed Kät. 24^ 34 wird uns die
Art, wie die Araber sich den Kopf verhüllen (zum Schutze
gegen den Wüsteustaub), beschrieben, ebenso wird in der
39
MisDuh schon (Sabb. 6, 6) yod der Art gesprochen, wie die
Araberinnen sich verhüllen.
Ich handle zunächst von den Stoßen, die zu den Ara-
bern eingeführt wurden , deren Namen also in ihrer Sprache
nothwendig fremd sein müssen. Schon in alter Zeit fin-
den, wir die Seide den Arabern bekannt «^^ (Aüani
XVIII. 154, 14). Rs scheint kaum, «lass mau dies Wort
aus dem Arabischen wird ableiten ilürfeu. Die Wurzel«
die sieh «la in die zwei Bedeutuugeu :>liei.ss sein" (hebr.
7T\T\) luid :>edel, vornehm ?;oiu'* jüd. ar. IHH :>frei sein'*
^^iPiU* »frei machen"; ebenso syr. V^^ (vgl. Payne Smith
1350)) spaltet, scheint damit nichts zu thun zu haben.
Dass etwa o^ i" der Bedeutung »vornehm** dann auf
den edlen StoÖ* xzt* h^^x^^ übertragen worden wäre, ist
schon deshalb zweifelhaft, weil sich von der Bedeutung
»vornehm" bei «^«^ nichts erhalten hat; andererseits wird
der Gebrauch der Seide bei den Arabern nicht so verbrei-
tet gewesen sein, dass sie als der »vornehme Stofi'*
schlechthin bezeichnet werden konnte. — Da das Wort
weder im Persischen, noch auch im Aramäischen irgend
welche Analogieen hat, so wäre es möglich, seinen Ur-
sprung in dem Lande zu suchen , aus dem vermuthlich schon
in alter Zeit die Seide zu den Arabern gebracht wurde, in
China. Ich muss es aber den Kennern dieser Sprache über-
lassen, das chinesische Aequivalent unseres (im Äthiopischen
nur als Fremdwort vorhandenen) *) Wortes aufzusuchen.
1) Darnach ist die Anführung in Gesen. lldwb. IX. 254 a. t. *'1tn za berich-
tigen. 31 an könnte daran denken, unser Wort mit dem genannten hebr. Worte
zusammenzustrllra; aber von der BciieutuDg .Treiu** ist in der Wurxel ^>
nichts erhalten. Uebcr uralte Handelsbeziehungen der Chinesen mit den Lün*
dem des Westens vgl. Schumann iu: Jahrbuch des Botanischen Gartens vB«rUa>
111. p. 120.
40
Aas aramäischem Kreise drang ein anderer Name f&r
9
die Seide in's Arabische ein ^j^J^o (schon frühe, beiAmml]^.
Mu^ll. 10; Hamäsa 265 , 8; 556 ; Agani XVIH. 154 , 14; V.
116, 2, welches, wie langst erkannt ist, aus ^jmJJl«
Nahhas zur Mu^all. des Amrulk. V. 10 , ed. Frenkel) umge-
stellt ist. Dies ist =syr.lÄ^'-fclo jüd. ar. S»D3t2^, welche
aus griech. ßirx^x entstanden sind. Ob sich die Umbil-
dung im Arabischen yielleicht durch einen halb beabsich-
tigten Anklang an i^J;:^^ vollzog?
Wiederum aramäisch ist ein dritter Name für »seidenes
Gewand" itJLj, schon Näbiga 7, 11 (Buhari ed. Krehl,
489 , 14. Th. N.). Es wt unzweifelhaft identisch mit Uh^
Cast. 940 u. Cureton, Spicileg. Syr. 13, 21; U^U Ezech.
27, 16 : Assem. Bibl. Or. 1. 186. Not.; Mandäisch K^S"1SC^
Nöldeke Mand. Gramm. 17, Anm. 6; Targümisch riKTS^
Esther 5, 1 in der Miänäh Kiläjim 9, 2 ^^TVS pn^wH.
Talraudisch Megilläh 27b (unten); Kethuböth \Z\\ Besah 23*3;
andere Stellen geben ^Irüch s.v. und Levy TWB. II. 477.
Über das chinesische Original vgl. Richthofen China I. 443.
Anm. 2 ^). (Das eben genannte *] 73 identificiere ich mit
i^S oder iSdf Vullers 11. 820 u. 868 ; vgl. auch aüuJCJlS'
eine Art Seidenzeug und Yull. II. 1247. s. v. Ji^icuo)
itCxAM ist schon in der Form unarabisch; dass wir nicht
itCxÄ haben, lässt schliessen, dass es schon in alter Zeit
Aufnahme fand. Es ist dann wohl mit Anlehnung an yj^
»Streifen" (wJJo) arabisiert worden. Die älteste Yocalisierung
wird aber nicht f t a^ gewesen sein; man sprach gewiss
nur ifwuM. Die grammatische Schultradition hat es später
1) Gewiss tber ist die semitische Transscription des Wortes geoaoer ent-
sprechend , als die griechische , die vielleicht erst durch semitische Vermittelung
ging.
41
erst in die Analogie der Form ^!kiJk einbezogen. Natürlich
ist mit diesem Worte auch äthiopisch j^iräj (Dillmann
263) identisch, das Dillmann halb zweifelnd damit zusam-
menstellt. Es ist auch für das Äthiopische Lehnwort; den
Anlaut hat es im Gegensatz zum Arabischen genau so be-
wahrt , wie ihn die aramilischen Bibel Übersetzer sprachen.
Schon von Frejtag erkannt ist die Identität des Wortes
^JL Jaküt II. 505 ult. mit pers. sLl (altere Form aa-
rak]) *) ebenso die Identität von -.LuJ (Agani IV. 17,
1; 66,11) mit pers. dib^tgt syr. «-^^s^?.
Dunkel aber ist noch die Herkunft von ^S] Nfib 1, 27.
Eamil 498 , 3 nach Gauh. = \ ^} \ belegt in je einem Verse
von ^Adi ihn Zeid und A^su. Augenscheinlich hat es mit
der arabischen Wurzel ^0\ » so weit von ihr die Rede
sein kann, nichts zu thun. (Ji4>%l »Schlafsucht'' zu
nOT^in ? N wegen D). Auch ^4>tt »Saffran" ^O; »anordnen".
^i>% »Armelende" scheinen mir nicht echt arabisch , wenn
ich auch ihre Originale nicht nachweisen kann — , pahmxn
Lagarde Gea. Abh. 225, 26 ist gewiss nur das Aequiva-
lent von dem in das Arabische als ^jjuU übergegangenen
Noch nicht vollständig klar ist der Ursprung von ^<
Gauh. s. V.; Mu^arrab p. 79, 10. Es gilt für verwandt
mit vtviuv. Dies selbst gilt aber als ägyptisch (Parthey
Vocabular. 572). Vermutlich gehen beide Worte (wie 2^2^)
auf dasselbe ägyptische Wort zurück, das man als schena
{schentx^ erkannt hat.
Der persische Ursprung von -^ ist bekannt; vgl. Gl.
f
1) Nttürlich «rird dadurch auch die tod de Guignet (bei Richthofen Chi
1. 443 Anm. 3) logenomnifne Vcrwandichaft dieses Wortes mit Alp»^ Jes.
19, 9 unmöglieh.
42
geogr. 224. Dagegen ist ^ = tilra. X?p (Low Ar. Pßanz.
92). Damit ist (]cewiss auch „jj Juküt IV. 209 identisch.
Ob aber auch kxtx: kxttx^ lul. Poll. Z. 63? — . o bedeutet
ursprünglich wohl Byssus, dann überhaupt »prächtiges Ge-
wand". Tabari I. 704, 9; Kuinil 699, 17. Es geht wohl
eher auf ein persisches, als auf ein Aramäisches Original
zurück , da die Araraiier es als 1^13 u. s. w. aufweisen.
Persischen Ursprungs ist wohl auch ^j«jIj Opusc. Arab.
ed. Wright 6,2: Mu'arrab 70 s.v. ^JjJL: aber an eine
Zusammensetzung aus yj -*- ^^ also » byssusfarbig*' ist
wohl kaum zu denken.
Von geringeren Kleiderstotfen ist zunächst als aramä-
isch zu nennen ^j\Jf Amrulk. 48, 46; Div. Hnd. 116,
14; Jfiküt II. 505, 17: IbnHisam6l3, 17; Bekri 635 ult.
Gauh. s. V. ^^jS ^). Das Wort ist sicher übernommen aus
aramäisch PAx (Low. Ar, Pjl. 232), da in Arabien die
Leinpflanze nicht heimisch ist und überdies auch die Form
des Wortes schon Verdacht einflösst. Schon die Araber
wussten, dass das Wort fremd ist, Mu^arrab 133, 4 a. f .
r U s »Baumwolle" (bei Gauh. schon mit einem Verse
Lebids belegt), aUks im ^adit Jäkat TV. 125, 14 und
davon gebildet xi^o^ . (das Original zu coton u. s. w. Diez ,
Et. Wb. IV Aufl. 111) ist auch für das Arabische erst Fremd-
wort. Koptisch kontion Parthey Vocabnlarium 68? i-'.-
Opusc. Nest. 95 , 2 ?
Eine echt aramäische Zusammensetzuni:^ hat schon Flei-
scher zu Mu^arrab 137 (vgl. auch Mu^arrab 79, 8) in
1) \n tlieser Stolle steht durrh Veräztr.m,: -y^ für q"^ ; gerade bei
.Viik findet *ieh «miic solche Verkiirzun.; norh öfters. Vgl. Gauh. s. v. 3?» ^°
qjxJLj für ^JwJ-J steht.
*j.-.
43
(.£w0 (mit yerschiedeDerVocalisatiousmogliclikeit)=]^^ jl
»Schaafwolle** erkannt^).
Hier verdienen noch einige von den Arabern und auch
manchen Neueren verkannte Wörter ervvuhnt zu werden ,
Adjectiva, die von Nominibus propriis gebildet sind, von
den arabischen Lexicographcu aber meist als Appellativa
2
gefasst werden. So ist ^y^^ gewiss nichts anderes, als
eine Xisba des persischen Namens >«jLm (arabisiert ««jL«) ,
hei><st also eigentlich nur »Saborstotl" -;. Die Araber wissen
nur zu sageu, dass es ein teiut.'r «lünner Stotl* ist, was sie
aus dem Verse (3as\ ^<^L»fcM lyt^ ü^^^^ (Gauh. s. v.
yA^) »und einem Leben sauft wie die Berührung des
;^oL»#" schliessen konnten. TaVilibi 116,5 a.f. (ed. de Joug)
leitet das Wort von der Stadt Nisabür ab, mit Unrecht , wie
ich glaube. Denn wenn auch in späterer Zeit Gewänder
aus Nisabür und Herat (äJ.^^d) nach Arabien kamen, so
ist doch nicht gut anzunehmen, dass zur Zeit des Amrulfy.
der Verkehr mit dieser Stadt schon so geblüht haben sollte ,
dass sie einem nicht sehr seltenen Stoffe den Namen gegeben
haben könnte. Schon Amrulk. aber gebraucht das Wort 36 ,
13 und ein anderer alter Dichter bei Ibn Dor. Kit-al-iötik.
70, 13; Jälj:üt IL 39, 14. Dazu tritt als zweites Moment,
dass Benennungen der Stoffe nach den persischen Gross-
königen auch sonst üblich sind — ein Punkt, auf welchen
1) Die Kleider der alten Araber iraren aas Kameel ^ oder Haasen i- Haaren
getrcbt. Das ^^L«m« ist auch jetzt noch aus ß^ i e. the fine hair o( the
hump of a young camel llobertson-Smith Joumej 11. — ^1j U) ,» J JukAt I.
584.6; Edict. nioclct X V 1 , 27 ; D'33-«C nD:P D'^Oi "<0^ .Nlenachuth 39b
paenalt.
2) In der That sa'^t auch Ibn Dor. in der Gamhara: , ^^i <^>^m>»JLs t^«
sj^J^ I^Jb L^jH^ 1^*^ O^ » C ' i ^ ^ (3**^ ;y^ anders aber Kit-
aUistik. 70.3.
44
mich Herr Prof. Nuldeke aufmerksam machte, der daf[ir
*%t .:^ (Mu^arr. 60) und ^, ^ r< anführte. Hierzu kann
ich selbst noch ^JCJLa T^raf. ilu^all. 3 fügen, wozu man
5ariri Durra (ed. Thorbecke) 94 unten vergleichen kann.
Einen fremden Stotf bezeichnet auch ^\\s t schon Zuh.
3 , 20 und Lebid bei Gauh. s. v, ^^\y ; JaTcübi (Houtsraa)
II. 95 , 2. Der Ursprung des Wortes ist den Arabern (und
auch den neueren Lexicographen) unbekannt. Es ist aber
nichts anderes, als ein mit der alten persischen Xisbaen-
dung gebildetes Adjectivum von dem Namen ^r, das als
rdzik angesetzt werden kann, da es in dieser Form auch
in das Syrische übergegangen ist, ).a2^]S (noch mit dem
langen persischen i) Assemani Bibl. Or. I. 392 (III. I. 347.
Nold.). Dieselbe alte Nisbaendung ist erb alten in l^^ldj.^.
und &ÄoLa.. in Uä->^ Gast. 578, mandäisch X^^ID^i^D
Nöldeke Mand. Gr. 141 und — noch unerkannt — talm.
nspDpD ^). Im spiiteren Arabisch wird aus den älteren
Formen ^,U (Mu'arrab 73, 10; Ta'älibi(de Jong) 111. 11)
und ^wSXmm* Nach Gauh. hat man unter ^'sk weisse
Stoffe zu verstehen. Auch heisst ein Wein Issl; [und es
giebt auch ein "lisK i^i> Fragmenta historicorum ed. de
Goeje I. 74. Th. Nöld.]. — Hierher gehören noch ^J^"^ Kä-
mil 35, 16 zu ^o=:'3£31 Targ. Jeru^. Num. 34, 11;
^iOv)f IL Macc 4, 33 und äirikit Amrulk. 4,6; noch
zu erklären aber bleibt »Ukjoo Jäküt I. 545 , 19.
Um nun zu den Namen der einzelnen Kleidungsstücke
selbst überzugehen , so ist alt und längst bekannt die Ent-
lehnung von [jQ^ Amrulk. 40, 27; A'sa bei Bekri 779,
9; ^amasa 380, 1; Di van Hud. 95,17; 130, 1; Kämil
1) Viel. Kuhn. Litteritarblatt I. 414. U a. f.
45
26, 12; 752,2; Agani XIX. 2. ult.; Ibn Dor. Kit-al-istilj:
230,1; Jakat III. 34,1. Pliir. ^jaj Tab. III. 938,17
aus xx'jLijtc'j (Sopliocies, GIoss. Byzaut 304) caroisia. Im
Arabischen bat dos Wort keinerlei Ableitung, es gehört
nicht zur Wurzel (jss-ii Divfin Leb. 112,1. Auitlillig ist
nur, dass es im Aramäischen, wie es scheint, nur sehr
selten ist. Ich finde nur I« '^/f'iJ (unbelegt) bei Cast.
S05 und GiJLä* ^ 'n r Lagardc Anm. zur griech. Ubers. der
Proverb. 72 , 5 ; im Jüd. ar. kommt es gar nicht vor. Die
Annahme, dass das Wort erst aus dem Arabischen in die roma-
nischen Sprachen gewandert ist (Dozy IV^rnivi^^ 375) , wird
schon durch das Französische, das hier die reguläre Laut-
Veränderung gegenüber dem Lateinischen zeigt, (camisia —
chemise ; vgl. catus = chat ; castus = chaste ; lat. r = franz.
ch,) durchaus widerlegt ^). Bei diesem Worte wäre vielleicht
zu erwägen, ob es nicht direct von den römischen Ein-
dringlingen unter Aelius Qallus, oder von den römischen
Grenzsoldaten ohne Vermittelung der Aramäer zu den Ara-
bern gewandert ist.
(Xs>^jj schon T^rafa Mu^allaka 12 ist eines der interes-
santesten Wörter, weil es einen sehr grossen Umweg ge-
nommen hat, um zu den Arabern zu kommen. Dass es
nicht arabisch ist, braucht nicht bewiesen zu werden und
es ist auch sofort klar, dass es identisch ist mit lat. pa-
ragauda '), welches selbst nach Lagarde Ges, Abh. 209, 30 ff.
iranischen Ursprungs ist. Schon Buxtorf verglich talmu-
disches ttlUlSf das später die Bedeutung »Vorhang'*
annahm , weil er auch buntgewirkt war , zu paragauda
1) Schon OIcx Ctvia Wuitb p SO hat mit Recht dagegen protettiert.
2) V;;l. (Ia2a ilie reichlichcti Littcratiinn^abeo bei Waddio^tao zum Edict.
Dioclct. XVI. 15 (amSchliift«e miteini'^o, dem N'ichtorieotaUsten ventihlichea
Irrthümero).
46
Dazu gehört im Syrischen ^?s^i^ Joh. Eph. 82=rTjB-
pxyxvitov und niandiiisch mit einer Volksetymologie S<ni3 13
Nülileke Maml. Gramm, p. 47. Man sieht , wie das Wort
gewandert ist; yerrnntblieh ist es in das Arabische aus
der Gegend gekommen, wo die Mandfier wohnten, aus
dem unteren Babvlonien. Dies j?ewinnt dadurch an Wahr-
scheinlichkeit, weil gerade in Tarafas Mu^allaka auch noch
an einer anderen Stelle der Tigris erwlibnt wird (V. 28).
Durch »paragauda" wird nun auch die Bedeutung des ara-
bischeu ü^^ . das von den Lexicographen nur unvollkom-
men erklärt wird, (Gauh. JftxJLß *L1X; besser schon das
Scholion zur Mu^all. »ein Gewand mit Streifen") festge-
stellt. Als Nom. propr. Juküt I. 550. Der Ort war von
der bunten Farbe benannt wie äti^j. {J^^r^ Jäküt I. 569,
4: 585, 12 u.a.
Aramäische Form zeigt auch oLjJ«^, das schon tou
den Arabern (Mu^arrab 49) als fremd erkannt wurde. Es
soll im »Nabaüiischen'* oder »Persischen*' nach Gawälilji
ein Kleid bedeuten, nach dem Kamüs ein Kleid der Ma-
trosen ^). Es gehört wohl zu syr. U?g-^. Payne Smith 674 und
517 s. y. P^^-ii^ (dies wohl auch ein Lehnwort; '^iJ^^^ gj^
scheint Volksetymologie); allerdings wird damit wohl die
Untersuchung noch nicht abgeschlossen sein, da auch das
syrische Wort wohl erst entlehnt sein wird. Dass das sehr
seltene arabische Wort erst in das Syrische gewandert sei,
ist bei Weitem weniger wahrscheinlich. Für meine Ablei-
tung spricht auch die Nebenform »Löy^ mit 6i die, wie
auch sonst gelegentlich (vgl. S\% - <JHH^) ^^ Aspiration
des D wiederzugeben sucht.
1) Nach lÜMkm bei Jilkut I. 130 alt. wiire i^U^t in A'si's Vene eio
Nom. propr. und das ist mir auch trahncheiulicher.
47
Jü«^ ist ein haußgcs Wort schon bei den alten Dich-
tern 'Alk. 2,27; 'Antara 20, 18; Amrulk. 52,14; (iauh.
s. V. JhuiV. Ibn nisain Ü24, 11; A;>;\ni IV. 132, 17; 133,
12: XVI. 20. 10 a. f.; XVIII. 155, 14 a.f.; XIX. 84
paeüult.; IJiimfisa 349 uiiJ davon ileuominativ abgeleitet
JjjLli Zuheir 3, 20; '^Ant. 20, 2; Ibn Hisäm 70l, 17;
Bekri 075 , 1 1 : J^lli üiv. HuJ. 97 , 29. (Als Noiu. propr.
Ibn Dor. Klt-al-t'-^fil:. 294,5). Dozy (cttement9 202) pro-
testiert uatürlith mit Recht i^Ptcen «lie von Frevtair vcr-
suchte »lin»ctc Zurückführuui^ ilieses Wortes auf pers. JJLw.
Jlj«M« ist niemals L*t\va.s Audeies, als ein Mantel, während
^tJLä = JKy^ »Hosen** sind. Mantel ist nun sicher
auch S/DID 'Sabb. SS"», da dort von einem Gewände die
Rede ist , das über den Schultern getragen wird. [Die dort
erwähnte Luxussteuer, die auf dergleichen Mäntel vom per-
sischen Grossköuige eingeführt war, verdient beachtet zu
werden], ^ilantel" bedeutet t^^SHD auch nothwendig
?<abb. 1011) ult. und Hullia 76^ in der Redensart UIHD
72")Dn, was nur »Mantelkragen** übersetzt werden kann,
wie auch die Glosse richtig erklärt ; ebenso Menächoth 41*,
wo es sich um Schaufäden handelt. Selbst das biblische
r^S^D erklären die babylonischen Autoritäten bei ^\rüch
s. V. als Mäntel ; es ist also darnach sicher , dass (^^31D diese
Bedeutung hatte. (73T1D3 bei ^Ar. Denominativ davon).
Dazu stellt sich nun unser Jü^^ Über die eigentliche
Abstammung kann ich aber nichts Genaues sagen. Wahr-
scheinlich ist , dass das Wort iranischen Ursprungs ist. Zu
trennen sind von diesen Wörtern durchaus JL,^m (Plur.
J^f^ statt Jujl^ Jakutin. 645,8) =li^r^, welches
ebenso, wie J^^I^Ss^ ') zu persisch JJLi gehört Mit 731D
1) AlIcriliiKTs voo Hui Güun zu Kclim 26.3 als Arbeitsärmel (»ihr Xtme
ist urubiikrh 02(02" (lies OdCOJSC) = ^Ud * Plar. r. ^) erklärt.
48
Dan. 3, 21 wird aber Lagarde Ges. Abh. 206 Recht
haben, der dies Wort als Übernahme aus dem Griechischen
erklärt. (Man denke an p'*iC22D£3 'pxXrvipiov und die ande-
ren griechischen Wörter in Daniel).
[^JlI Nabiga , Append. 56 , 5 ist wohl kein echt ara-
bisches Wort. Allerdings findet sich auch daneben, wie
es scheint, echt ^Jlm# > Decke des Kameelsattels*'; aber dies
ist , wie schon die Araber erkannt haben , nur eine dia-
"^ ' **
lectische Form (SUJ Gaub.) für Jjc^ . das selbst zur Wur-
zel JJum (vgl. "^r-^? wohl ursprünglich Saphelbildung von
** /T JjJJ) gehört. ^^<jLl kann aber aus SnO (schon bibl.
pno) der Bedeutung wegen nicht gut übernommen sein.
|JC|.r, welches selbst auf j/kSciv zurückgeht, ist davon ganz
zu trennen].
Über ^jjLi Amrk. 34,5,17; Ihn Dor. Kit-al-Ütik 211,
8 a. f . (Dozy vetements 261) , das nach Gauh. ein grünes
Kleid ist, wage ich nichts zu sagen. i^.Jlim »Indigo"
(auch persisch bei VuUers II. 240. 11 JuJ) wird schwer-
lich damit etwas zu thun haben , da es gewiss nichts an-
deres ist , als 'laartc. Aber auch zu arab. i^Jum wird man
es kaum stellen wollen; ebenso wenig zu dem, überdies
unsicheren D^^D Levy, Nhbr. Wtb. III. 480.
Swhon von den Arabern als fremd erkannt ist ^mioikAm *
^^jSV^ = »sigillatus**; Mu^arrab 82 auch ganz richtig
durch i^L^ erläutert. Ob die Bedeutung > Decke" b^rün-
det ist, ist nicht mehr festzustellen.
Neben den Gewändern , die aus dem Norden und Osten
nach dem ^i^z kamen , sind hauptsachlich die jemenischen
Gewänder zu nennen, die viel begehrt und verbreitet wa-
ren. Bezeichnend dafür ist, dass bei der Eroberung Jemens
durch die Muslime die einzelnen Städte jährlich eine be-
49
stimmte Anzahl bunter Kleider als Steuer zahlen müssen.
Beladori 71. Diese waren reich gestickt ^^--i^) und mit
Borten L _w lj) versehen. Der häufigste Name eines solchen
Gewandes ist j^j Agaui IV. 128, 1; Amrulk. 10, 13: Tgl.
auch Tarafa 12,2; I.lamasa 591. Aus A;>;ini IV. 128, 1
lernen wir, dass in den Rand Pfeile eingestickt wurden;
von solchen Stickereien wird auch Babä MesiVi 60^ er-
zählt. In der Discussion ist von verschiedenen auf Kleider-
zurichtung bezüglichen Arbeiten <lie Retle, und dann wird
fortgefahren: »Rjib erlaubt H^J ^OwS/ ', was natürlich nicht
mit der Glosse übersetzt werden kann »Pfeile zu malen,"
da dies keinen Sinn giebt, sondern vielmehr »Pfeilein das
Gewand zu sticken". Wir haben hier also eine interessante
Parallele zu |^!ja*mJI ^^aJI.
Ein anderer gebräuchlicher Name für ein solches jeme-
nisches Prachtkleid ist Hw^ (Dozy vttements 133; Kamil
149, 10^ ^xAÄ (so 1. IbnDor. Kit-aU^ttk.Oi, 10 für ^uä^
zu der im Arabischen nur noch schwach vertretenen , im
Äthiopischen aber verbreiteten Wurzel habara (Dillmann
102) gehörig. — Noch ein anderes Wort kann hier erwähnt
werden v^LJL:^ (Dozy, vttements 122) das im Arabischeny
wie es scheint, weniger gebräuchlich war, als im Äthio-
pischen (Dillmann 1139); es wird wohl auch ein jemeni-
sches Gewand sein. (Eine interessante Anwendung dieses
Namens Bekri 262 , 10 a. f.). JaTvübi (Houtsma) 11. 204, 3
lehrt, dass es nicht nur ein Frauengewand ist, worauf die
meisten Belegstellen führen.
iclo (Amrulk. Muallaka 26; Kämil 370,10; 379, 17.
^am. 504; Dozy 404) ist schon von Nöldeke Mand.
Gramm, p. 127 als entlehnt bezeichnet aus L*r^ i-j'" ^jV«
[Auch das Mandäische hat beide Formen neben einander
J<^L;N::ni01 Ü'"^l^r2 S*-J3^1 SR. I. 178, 12 Xh, Nöld.].
i
50
Nach Sachau ZDM6. XXXYII. 569 wäre es aus ß^Xaryi
enistamlen. Das wäre lautlich allenfalls denkbar. Aber , dass
»Schaafpelz" grade bei den Arabern , die an SchaatTellen
gewiss keinen Mangel hatten, die Bezeichnung eines kost-
baren Gewandes, werden konnte, ist schwer zu glauben.
Dass ^ JLa noch einmal direct in Ägypten aus /x^fAcvr)} ent-
lehnt wurde, ist kein Gegengrund. (Äthiopisch haraelat,
Dillm. 71). Auch die Echtheit von i^J Aifmi XIX. 128,
14; IX. 96, 6 a. f ; IV. 10 ult. ist mir nicht ganz sicher.
TTassan ihn Tabit bei Jaküt II. 505,17 liisst die Xaba-
tsier Iwikfüo Usj* tragen.
" ' ' »ein Prachtgewand" bei Gauh. ohne Beleg, aber in
den alten Gedichten nicht selten; vgl. z.B. Tabari I. 772,
6 ist vermuthlich erst aus {L* entlehnt. Es fehlt im Äthi-
opischen.
Unklarer Herkunft ist auch jjU^ Amrulkeis 32, 3: Eu-
mil 520 , 8 ; Dozy vttements p. 107.
Aramäischen Ursprungs scheint j^^^^ (belegt bei Gau-
hari mit einem Verse A^sas) übernommen aus Mn!Ct3n
Mö'ed Kät. 23» ^). Es hat mit der Wurzel ^ja^ (Amrulk.
24 , 3 tv^^tO nichts zu thun.
i^o (Dozy vetemenfs ; Supplement I. 79 ; schon in sehr
alter Zeit (Muhalhil) Hamäsa 420 ist als Fremdwort schon
durch seine Form deutlich; ich erinnere mich aber nicht,
irgendwo eine genaue Angabe über den Ursprung dieses
Wortes gefunden zu haben. Es kann jedoch kaum zwei-
felhaft sein , dass wir es hier mit demselben Worte zu thun
haben, das als jjoi.^^ sich im Syrischen (PSm. 521) in
einer Diminutivform, ^vie PSm. richtig erkannt hat, vor-
c
1) Id den Ausgaben; Arüch bat hier die schlechtere Lesart xrt^TOn, wie
eben das .\rabiiche erweist.
51
findet. Genauer entspricht also dem griechischen Originale
ßifpo^ das arabische ^uwJ^ mit Dissimilation für ^Zj- Eine
entsprechende aram. Form ist erhalten in pD112 Tosephtä ed.
Zuckermandl 595,25, wofür als Singular D**'13 anzusetzen
ist. Dies ist = ßippo; wie schon Sachs , Deitrthje zur Sprarh"
und AherthnmfikHnde I. 138 erkannte^). Die Möglichkeit,
TD'^S zu lesen erscheint somit ausjreschlossen. Schon bei
den Svrern ist Us^.^^ ein Kleid mit einer dazu ijehöriijen ,
daran sitzeudeu „Uütze" cili.3 cUld cC^i^^z^i und «lies er-
klärt, wie so ^^o »Kopfbedeckung" und »Mantel" be-
deuten kann ^).
Anders, als bei diesem Worte steht es um ..^iv »jf
(schon bei Gauh. belegt, eine reiche Anzahl von Belegen
bei Dozy I. 26). Ich habe das Wort früher mit ToUtXßx
zusammengestellt, aber Fleischer's von Dozy aufgenommene
Ableitung aus jTroxxhxfMiov ist unzweifelhaft die richtige. Zu
bemerken ist nur, dass wir hier eine Volksetymologie vor
uns haben, wie in dem mandaischen SHIJ "13 = pftrapaiula.
Dies Wort dürfte direct aus dem Griechischen in's Ara-
bische eingedrungen sein.
Eine Volksetymologie scheint mir auch in dem alten
Worte j!aic (Dozy vttements 408) vorzuliegen. Es giebt
wohl in keiner Sprache, am allerwenigsten aber im Ara-
bischen ein Beispiel, dass man von einem Substantiv »Re-
gen" durch einen so einfachen Vorsatz ein Nomen bilden
konnte, das »Regengewand" hiesse. J>^J^ konnte vielleicht
eine Traufe sein , ein Topf zur Aufnahme von Regenwas-
ser, aber kein Gewand, das man gegen den Regen anzieht.
1) Aiufuhrliche Nachweise über ßtffoc bei WaddingtoD zam Edict. Dioelet
XVI. 11.
2) Hui zu Ktlim 29, 1 erklurt DUO ^ ^dyoi J«rch H'iTa l. OmU:
52
Auch ist es billig zu bezweifeln, dass die alten Araber
für den Regen besondere Gewander hatten. Es ist dies
Wort, wie ich glaube, nichts anderes, alsaram. "lUJtJ (vgl.
*Arücli) »Schutzgewand" von der Wurzel Hüi ; nachdem
es mit der kleinen Änderung übernommen war, lug es
für Etymologen nahe, es zu Js^o zu ziehen. Dazu kommt
nun noch, dass schon Gawrdiki, Morgeul. Forsch. 134 eine
Vulgiirform ^^^ij» für Jb-^a überliefert. Dies ist nun ver-
muthlich das von den Puristen verworfene Original. Man
könnte allerdings auch an Dissimilation denken.
Aus dem Aramäischen entlehnt ist sicher JüJö* (fehlt bei
Dozy cetemt^nts, schon bei Gauhari) = syr. {l^i^ = lat. rara-
calla ^). Für die fremde Herkunft dieses Wortes sprechen auch
die Nebenformen >U\j, %i'Jf. Dass Jlj.S ein Frauengewand
bedeutet, darf uns an der Identification nicht hindern.
Gerade bei derartigen Gegenständen ist eine solche Ver-
tauschung sehr leicht. Auch Jo^O soll , wenn man dem
Texte Gauhari's glauben will , eine Art Kleidungsstück be-
zeichnen. Es heisst dort v->LuÜI ^j^ Vr^* Wahrschein-
lich ist aber die am Kande verzeichnete Lesart ^ Jl^^
v&iLaJÜI, die für ein der diakritischen Punkte entbehrendes
Wort eigentlich gar keine varia lectio ist, richtiger; es
wird wohl eine Variante von ^\^i^=^iapixivo¥ sein.
Von den Kopfbedeckungen haben mehrere aramäische
Namen. Erkannt ist von diesen als Fremdwort schon von
den Arabern nJSs ^ Mu^arrab 29, 9; zweifelhaft aber kann
erscheinen, ob die Übersetzung dieses Wortes durch ^|
JloJI t welches dann ein aramäisches Original X/IU *13 erge-
ben würde, richtig ist. Denn erstens findet sich dies an-
gebliche S?1U "ID in keinem der uns bekannten aramäi-
1) VgL WaddingtoQ zum Edict. Üioclet. XVII. 80.
53
sehen Dialectc, und dann konnte es eigentlich nur sehr
gezwungen eine Kopfbedeckung bedeuten. Denn die Ü-
bersetzung dieses Ausdrucks nach den sonstigen Analo-
^'ieen erinebt nur »Sohn des Schattens" oder »kleiner
Schatten". Beides scheint mir als Name einer ilütze nicht
zutreffend. Ich vermuthe daher, dass auch in &JLid«j und
dem entsprechenden aramäischen Worte ein Fremdwort
vorliegt, das allerdings schon von den Aramäern auf Grund
der dann auch von den Arabern überlieferten Volksetymo-
logie in zwei Wörter getrennt worden sein mag. Wieweit
auf aüJ^ Vullersl. 337 Verlass ist. kann ich nicht beurtheilen.
Noch nicht erkannt ist der fremde Ursprung bei yyioJo
(Dozy Vi'temeyits 202 tf.) das man wohl nicht gut mit
Dozy zur Wurzel ^Jolia ziehen darf. Ich glaube die Quelle
dieses Wortes in dem aramäischen jm^i Kelim 29 , 1 ,
welclies Hai Gaon richtig durch p>3^2 »Mützen'* erklärt,
zu finden. Eine andere Frage ist nur, ob dies pUHU ara-
mäisch ist.
So ist auch wohl &iS' (Dozy vetements 389; SuppWm.
II. 487) »eine runde Mütze'' erst übernommen aus aram.
SnolD (sehr beliebt im Talmud, vgl. ^Arüch). Wenn auch
der arabischen Wurzel 15^ die Bedeutung »bedecken" nicht
abgesprochen werden soll, so pflegt doch ein Zusammen-
treffen mit dem Aramäischen bei einem so ganz speci-
ellen Ausdrucke nicht zufallig zu sein , sondern beruht
auf Entlehnung. Auch ist das Wort kaum urältester Her-
kunft und schon dadurch die Entlehnung wahrscheinlich
gemacht.
Endlich haben wir noch splilif, auwJLj Dozy wto-
ments 365 ; Juküt IL 426, 19; Kamil 516, 3 zu besprechen *).
1) Dies Wort ^.ebt Gauh. und auch «Icn GrammatiAern reiche Gelcgenh«!,
54
Dass das Wort nicht arabisch ist, leuchtet natürlich so-
gleich ein. Schon die Denominativa y i«'^ und ^^jjju
sprechen dafür. Ich glaube, dass wir hier nichts anderes
haben, als eine durch das aramäische D/^p gedrungene
Form des griechischen xalvö; (cornis), welches als i^yS sieh
noch deutlicher erhalten hat. Die aramäische Durchgaugs-
form scheint wie D^tS (vgl. p. 50) behandelt zu sein. (pD3 /p
Söfäh 42*, das ich in |*D3/p rindern wollte, ist eine ganz
gute Lesart, da es sich genau mit »caligas", das hier ganz
passenden Sinn giebt, deckt. Persisch scheint das Wort
nicht zu seiu). — Die Eutlehuuug von iUli aus Kn>!3p
«riebt schon Frey tau s. v. an. — Von den Theilen der Klei-
dungsstücke scheint mir fremden Ursprungs zu sein ^\
»Schleppe'*, »Saum", wonebeu auch ^jk^\ vorkommt. Zur
Wurzel 1j\ scheint dies Wort nicht zu gehören. Es dürfte
persisch sein, wie &äxaj » ArmelfüUung'' (daher dann das
Verbum ^^jjb denominativ) zu pers. vä5Uij = ^pi^» Füllstoff"
Vullers 1.271 paenult. gehört. — iüuJü Tar. Mu'all. v. 27 ,
ist identisch mit dem ebenfalls persischen (jaj^.> ? (joj^ioü
Mu^arrab p. 30 u. 64 , zu dem schon Frejtag s. v. ^jOy^s<3
I. 186 neupers. uwo (yjjJ) gestellt hat *) (Die erste Silbe
kehrt wohl auch in dem persischen JJl^O Div. Hud. 113,
12 ; Mu^arrab. p. 63 ; Agäni 11. 24 wieder). Dazu gehört auch
talm. m^ü nach des Gaön (Hai) Erklärung im 'irüch:
»Es ist persisch und es bedeutet ein Stück von dem Man-
ihren Schardinn zu entvrickelD, da man bei der Plaral- and Diminntivbil-
düng Tench'cdene We^^ einschlagen kann; es ist so ein beliebtet Paradigma
für DiminuiivbilduDg von mchrlautigrn Substantiven geworden. Vergl. i. B.
Mufassal p. S7.
1) £s heisst arabisch xiJ das(EliaLagardePr«r^em.86,24)jjÄ,-0 erklärt.
Dieses selbst ist pers. qL^W -^Vindwiichtcr' dann .ScgeP und metonymisch ein
solches Stück, bei PSm. nicht erkannt.
55
tel eines Menschen, das unter den Ärmel geheftet wird.
Denn an den Enden des Mantels (d. h. hier am Ärmel)
ist er breit ; so aber zieht ;r sich zusammen , verkürzt sich
und geht nach oben/* Durch diese ausführliche Erklärung
wird auch &aaaj bestimmt.
•• •
Der Hosentniger führt im Arabischen einen persischen
Namen ^^^Uj (Mu^arrab. 67 , 5) und einen aus dem Ara-
'-» •.
maischen eingedrungenen lOC» = 1--ä-^ Cast. 900 = talm.
»r\yr\ mand. SrO*n Xüldeke ^f. Gr, 103 , eler allerdings
seihst auch dort wieder futlehut sein kann. Auch J^J
(Gaah. jjLo) wird fremd sein; kaum = %ljij.
\Uä schon bei ^tJnva ed. Nöldeke 26, 3 gehört kaum
zur Wurzel yö- »springen'*. Auch mit U^^iss^^ Gast. 819
= xvTX77i; hat es nichts zu thun. Dies ist obendrein per-
sisch. Gewiss auf aramäischen Ursprung geht zurück ,Jf«^
(Mu^'arr. 138) in einer Erzählung, die sich auf Syrien be-
zieht und einem eben dahin gehörenden Verse = 1-521^
Np13 »Stiefel", welche ursprünglich allerdings persisch
sind , wie griech. ßxuxt(;. Daneben ist in späterer Zeit noch
einmal aus dem Neupersischen ^)y^ ^^)t^^ entlehnt.
(Mu'arr. 1.1.). ^
Wir gehen nun zu den Schmucksachen über. ^\ Agäni
XVI. 39. 11 ist, wie Nöldeke Mand. Gramm, p. xxxi er-
kannt hat, aus pers. zeb übernommen.
Der Name der Halskette äjib (Ihn Hisäm 871, 6; A§&-
ni XIX. 150, 6) wird wohl echt sein und scheint zur
Wurzel jJU »drehen*' (vom Seile) zu gehören, daher dann
j^- = l^ (hebr. Hr.). (Vgl. fabari I. 754, 4, der Ton
dem ersten, der eine solche trägt, berichtet). Dazu wird
mau kaum äjJL^ :>OhiTing" oder > Armband'', woher manche
diis koränische ^j.jJüdüo Sur. 56, 17; 76, 19 ableiten,
56
(Ibn Dor. Kit-al-iötik. 101 , 12 = ^.%r^io) stellen dürfen.
Ob die Angabe, doss dies Wort der j^ ^ji, »* sjj angehört,
richtig ist? Im Äthiopischen entspricht Nichts. Snt2vn
Tars?. zu Jes. 3,20 für D^Ä^H^? kaum %A/3iy. — S^aä-- aus
Neben mehreren echten Namen für Armband und Spange
(5%j, J^Ä^. JÜflJL^. v«Äi., J^<i; ^lie letzten beiden aller-
dings küunten einer afrikanischen Sprache entstammen)
findet sich ein den Arauuleru entlehnter s,.JL5 aus | ^ . ^ " ■ " «
Echt scheint auch Jl^ M; man stellt es wohl am besten zu
> y ' ^
nllU^ Jesaj. 3, 19: jüd. ar. STlJ^, syr. UJ-^, die natürlich mit
griechisch veipx (wie Levy, T W B. II. 477 will) nichts
zu thun haben. (lr:V,ri PSm. 1017, ist (dort unerkannt)
gewiss entlehnt aus Ja/?, iA/x;f. Das Synonymon ist wohl
W-Ls nicht IUä, vgl. jüd. 12^3).
Ein anderer Name des Armbandes ist wohl aus dem
Äthiopischen in^s Arabische gedrungen. _ JLoJ T^^* ^i ^^
Hamasa 347,25. Es ist deg^ilmä, woneben auch schon
delg^ima Dillmann 1130, der auch schon arab. ^JLo4>
yerglichen hat , ohne aber auf die Entlehnung aufmerksam
zu machen.
Mit Perlschnüren haben sich die Araberinnen von alter
Zeit her Hals und Handknöchel geschmückt. YgL Strabo
p. 778 im Anfange; Agatharchides (Müller) p. 185. Der
erste Trieb des Naturmenschen ist damit befriedigt , dass er
sich den glitzernden , schimmernden Gegenstand umgehängt
hat. Eine weitere Entwicklung aber ist dann, dass der
Schmuck die Augen des Beschauers so blendet und fesselt.
1) Die Nebenform jly^l briacht keine Entlehnung anzudeuten , es ktnn
eine Rückbildung aus HjaLw' sein.
57
dass er der Person , die ihn tragt , keinen bösen Blick zu-
werfen kann So wird aus dem Schmucke ein Amulet.
Schliesslich wird er, weil er als Amulet einen heiligen Cha-
rakter hat, auch den Göttern geheiligt Für die erste
Stufe kann man in fast allen Berichten über Naturyöl-
ker Belege finden. Für die zweite genügt es an Pliuius
XXII. 14 »man glaubt, dass Eoralleuzweige den Kindern
umgehängt Schutz bringen" zu eriunern. Für die dritte
denke man daran , dass Jakob Gen. 35 , 4 auch die Ohr-
ringe mit deu l^iH *n7S vorbrenneu lässt , wiihrend um-
gekehrt Gideon Jud. 8, 26 sie nicht ohne Grund zum
11£5M verwendet. Auch im Arabischen ist sachlich und sprach-
lich noch mehrfach ein Zusammenhang der Bedeutungen
zwischen »Perle" und »zaubern".
Der dritten der aufgewiesenen Entwickelungsstufen gehört
ijJöJ an, nach Gauh. »etwas wie eine Perle aus Silber".
Es ist aber (unbeschadet der echt arabischen Bedeutung
der Wurzel ^j^Jul, vgl- Nöldeke im Lit. Centralbl. 1879.
p. 361) gewiss erst übernommen aus dem im Aramäischen
sehr Yerbreiteten i-^i-^) Kl^lp (vgl. Levy, Targ. Wör-
terb. n. 349). Im Aramäischen stellt sich das Wort
vermittelst der eben berührten Anschauung zu S^lp ^J^f-o
»heilig sein"; ^) im Arabischen deutet schon die Form die
Entlehnung an.
Noch ein solches Eügelchen führt aramäischen Namen
'ij9yj (belegt bei (jrauh. s. v. ^yj). Ich glaube, dass es
übernommen ist aus X^IH Bäb. me§. 60^, , welches dort nicht
»Franzen" bedeutet, da dies keinerlei etymologischen Zusam-
menhang hätte, sondern eben derlei Eügelchen. Möglich
1) Eine ähnliche Verbindung besteht zwischen jüd. 00*p MÜn. S«bb. 6,6
Ohrrini^** und 00p /G%m£ (*^'**>^«
58
wäre, dass die echt arabische Form dieses Wortes noch
einmal als i^y »Knauf am Schwertgriff ** erscheint. Dadurch
wünle die Entlehnung von 2Lo^ sowie die Echtheit eines
aramäischen DX'n hebr. * DV^ erwiesen. — ^j-r^— »ein Hals-
schmuck** (Gauh.) ist »Sonne", wie auch die »Monde"
D^inriw Jud. 8 , 21 einen Halsschmuck bedeuten. C^
»Ohrring" ist einfach »Beere", ursprünglich wohl auch nur
9
von einer Perle gesagt, i-^ >Koru"? jüd. J^UIIp.
Die Perle die schon die PböuizitT bis nach Arabien
führte, trägt zunächst einen t.*chten arabischen Namen äo.
Die Sprache hat sie also unter demselben Bilde augescbaut,
mit dem sie die Dichter so häufig vergleichen. Denn
HjJ heisst gewiss nur »der Tropfen", wie auch hebr.
niä5*t33 zur Wurzel ^pi (v-aki) »tropfen" gehört. (Ein an-
derer echter Xame ist y J ; auch äthiop.). Da Araber von jeher
an der Perlenfischerei im rothen Meere betheiligt gewesen
sind, so nimmt es nicht Wunder, dass das Wort so auch
als Fremdwort in den babylonischen Talmud gekommen
ist. Megilläh 12^1^ a. f. heisst es zur Erklärung von
"1"T Esther 1,6: Samuel sagt: »es giebt in den Seestädten
* f
einen edlen Stein und sein Name ist mi" = ä^j. Man
hat an dieser Stelle zweifellos durrä zu lesen. Aramäisch
kann das Wort schon der Fonn nach nicht sein, und hier
einen hebräischen Rest anzunehmen , wäre höchst gewagt.
Rabbi Samuel weiss auch sonst mehrfach gerade über Meer-
producte gut Bescheid vgl. z. B. oabb. OO^^o-
Von dem ganz allgemeinen Gebrauche der Perle als
Schmuck legen auch die vielen Dichterstellen, in denen
Zähne oder Thräuen damit verglichen werden , Zeugniss ab.
Sie wird Koniu 17, 14 auch unter den Gaben des Meeres
aufgeführt. Vgl. auch Kor. 7ö, 19. Bezeichnend dafür
59
ist femer die ziemlich grosse Anzahl rou Ausdrücken , die
für das Anreihen der Perlen gelten Jbj , ^i- , v£JLJLi# « \y^ 9
(^ ^nr * und fast alle später in übertragener Bedeutung ge«
braucht werden (ron der Rede u. a.) *). Aramäisch ist
von den Namen der Perle ^L^«jo, (Amrl>. 11, 3; Eu-
mil 44, G welches schon die Araber als fremd erkannt
haben (Mu^arr. p. 144). Schon Sachau hat p. 65 die ara-
mllischen Formen zusammengestellt. — ^L|j> (^Alk. 1 , 33;
Amrulk. 19, 0) ist bekanntlich persisch. Einen fremd-
artigen Eindruck macht auch iüL^^Njce ^»Pcrle** ^). Man
denkt au eiueu Zusammenhang mit pers. ^^Ui* 9 ^^^ ^^^^
erste Silbe ist noch zu erklären.
iLiJkJ& eine Zauber muschel oder Perle könnte von i^UP
, summen" gebildet sein. (Dozy, Ibn Dor. iT/t-aZ-tö-iiiSc. 210 ,
6 a. f.). Damit kann man vergleichen D*I7n/ »Amulette"
zur Wurzel w^fl/ »flüstern". — Jbj^ kennen schon die Araber
als fremd. (Mu^arr. 45). Die Bedeutung steht schon bei
den Alten nicht ganz fest; aber »roth" scheint in allen zu
liegen. Ist es zu kühn , es mit curhalium (Plinius) xopikkiow
zu combinieren ? ?
(jSi »der Stein im Ringe" Jaküt U. 449, 10; IV. 643,
21 ijk^^ Bekri 366 paenult) hat dreifache Yocalisa»
tion, wenn auch nach Gauh. und Ibn Eoteiba nur Jää
berechtigt ist. Schon dies fällt auf; ausserdem hat es
im Arabischen keine Ableitung. Lagarde hat also ge-
wiss Recht, wenn er es mit einer allerdings sehr selte-
1) DiM ?erlea einen alten Schmuck germde der Araber bildeten, lernen wir
auch am einem alten MiJros, der beginnt: «Dem König der Araber entfiel ein-
mal eine Perle und irunle von einer Maus Terscbluckt/* Lonsano Ma^arieh
cd. Jellinek. p. 112. 5 a. f. « JeruUlmi Demii Per. I, Hai. 3.
2) Als Nom. propr. NölJckc Sastamidcn 13'J. Anm 1. Als iiymifMi bat et
schon Ücrenbourg zu Ma^udi IV. gedeutet.
^ 60
nen und im Aramäischen nicht einmal nachweisbaren ge-
waltsamen Verstümmelung zu '4^ri^os zieht. Mit Dozy !!•
270 es zu 7ri77sz zu ziehen , halte ich schon deshalb
für bedenklich, weil dies griechische Wort immer nur den
Stein im Brettspiel bedeutet. Die aramilischen Dialecte
weisen -i^?^«^ mehrfach unverstümmelt auf. DSD 3 »Stein
im Brettspiel" Sanhedr. 251»,; DSS^DSS (so 1. Neg:rim 11,
7) wozu Hai: »kleine Steine wie die Siegel auf den
Hingen; es ist ein griechisches Wort; mau belegte damit
die Hufe im Lande Israel" also »Mosaik'* : daraus ist ^L^^Jui^
Gl. Geogr. 310 entlehnt. Im Targiim übersetzt es fl^TJ.
Syr. f"^*^"^^! l'rr ii rs^ (Iritis ist mir bedenklich) bei PSm.
467 s.v. 1-^iLiÄ. Dies letztere ist gewiss zu /3:A}} »Wurf
zu stellen. (Ein anderes liierher gehöriges griechisches
Lehnwort ist Ui^^lj: = Kvßo; jüd. S*3tp, DÜD^^D'^p). —
Hiervon dürfte aber jüd. SD^SJ, Sanhedr. 64»,^, Öabb.Sl^ß,
»Scholle" (an der letzteren Stelle D^*£5; in unseren Agg.
D^*S3 geschrieben, eine sehr auflPallige Form) zu trennen
sein. Us^ >Loos*' pflegt man allerdings mit ypij^o^ zu com-
binieren; doch wäre eine Zusammenstellung mit dem
erwähnten jüd. aram. Worte sehr wohl denkbar. Auch die
Bildung miTD^SS Kelim 25 , 2 gehört zu SD'3 , nicht zu
tp9<p0;. [Zu Lsi^ j gehört ^siaJ •^. 21 , 10 resp. 22. Symm.
bestätigt von Barhebr. zur St. und cmsLl Lucas 23, 34
(Coreton) und dahin wird am Ende auch «£iaJ »lasst uns
loosen" Var. .-saaJ Joh. 19, 24 und s-üs) »loosten'' Apost.
apocryph. 102, 10 gehören. Sollten hier falsche Rückbil-
dungen aus dem Impf, oder Aphel vorliegen? Th. Nöld.].
Ebenso bildet man jüd. D^30 Misn. ^abb. 23 , 2. Davon ,
denke ich, ist }^i^ »Loos", jüd. XnS3 (Übers, von /IM)
zu trennen. Dies gehört zu 1*31 »schütteln". [Die syr.
61
Schulen sprachen Ja3 ^-^ in diesem Worte griechisch (cfr.
Martin, Trad. Karkaph. facsira. nr. 2 und seinen Jacques
d*Eeles3e, p. 31). Sie dachten vielleicht an 'ZivrU ^ aber
auch bei 'p'^^o^ Hesse * sich das harte ^^ denken. Sie halten
also das Wort für griechisch. Th. Nöld.]. über den Ver-
such , rrsiTjii aus dem Semitischen abzuleiten vgl. A. Müller
in Bezzenberger Beitrüge I. 296 ^).
Von den Namen der Edelsteine geht cV^os ^Alk. 4,3;
Xar. 4 , wohl «ürect auf griechisch jfixpxyhc resp. auf
die dies Wort wietlergobuude aramilische Form Ijn.^TS
zurück. Denn die A u nah me, dass etwa das Wort direct aus
Indien zu den Arabern gekommen sein sollte , wird schon
durch dass Fehlen des S im Anlaute des ind. Wortes
widerlegt. Höchstens könnte Persien in Frage kommen,
das aber hier eine abweichende Form zeigt: «3!Loy Von
i>^^\ ist wohl erst secundar das Verbum -TIj' gebildet,
zunächst wohl durch — Ij^o» wie — .Jy^o von ^jy^>S« Ob
^^yJ\ dazu gehört , ist sehr zweifelhaft, jjüfjjj ist bekannt-
lich persisch. Nöldeke Sdssanülen 252. Anm. — ^^^l-j ^^
mil 139, 19 (Ala^sa) ist natürlich nicht, wie Freytag
wollte, direct aus 'jxkivÖo^ sondern aus den aramäischen
Aequivalenten dieses Wortes sjr. lAJcä^ Land Anecd. IIL
20, 4; 32 ult; I^Joa^ Payne Smith 1622 (mit Assimila-
tion des T an das vorhergehende N ^). Die Auflösung
eines N in einen langen Vocal findet sich auch sonst noch.
Aus dem Aramäischen ist wohl auch erst übernommen
,jjJLft Ihn Hisam 870, 10 jüd. p^jjy. Es wäre allerdings
1) Dazu xzl Barhcbr. Scnol. in Mattb. ed. Spanath. C4,23.
2) Wie Jo v Aa^ au« mantiU. Jud. ]*0}p* erweist sich durch sein O gvfea*
über ^ricrh ^ alt K'hr >|>a!e Entiehnung.
62
hier auch wohl rouglich, dass das Arabische und Aramsiische
einer gemeinsamen fremden Quelle entsprungen sind.
Nicht siclier ist, ob J^i^L^^ woneben vulgilr yi^ gesagt
wurde (Gawuliki in Morgenl. Forsch. 138, 12) aus M-*-«*
entlehnt otler nur eine besondere Anwendung des echt
arabischen JLm^^ ist.
Zu erwähnen ist hier noch die Krone, die im Arabischen
mit einem persisciieu und einem aramiii.scheu Namen be-
nannt ist. Der persische Name ist ^\j Kumil 202. 21:
Plur. . ,Läaj Aiuüi III. 139, 8. _iuo Nab. Append. 23,
2 aus pers. tag= i^ jüd. Xün. Ich glaube aber auch,
das JLJ5I erst Entlehnung aus IL^ xS'^D ^) ist. Im
Arabischen hat das Wort keine Ableitung, da JJLS* Zuheir
10, 22; Div. HuiJ. 95, 5 erst denominativ von Jk^wdil ge-
bildet ist. Abgesehen davon ist die Krone ein Schmuck,
der unter den arabischen Beduinen wohl nicht von alters her
in Gebrauch war. So lesen wir auch bei Mubarrad Kamil
239 ult.: »Ein Ala^addite hat niemals eine Krone aufge-
setzt; das war nur bei den Jemeniten der Fall**. Daher
denn auch die Krone, die ^au(]a ihn ^Ali von Kisrä zum
Geschenke erhält (Nöldeke Sassantden 259) als etwas ganz
Aussergewöhnliches von A^sa in seinen Versen besungen
wird. Vgl. Kämil 1. 1.; Ihn Doreid Kitdh^aUwtilydk.
p. 209 und Agäni XVI. 71. — Von einer anderen Krone
eines Arabers lesen wir Juküt 11. 815, 20 und ein UjLj
kommt ib. I. 564, 19 vor. Der Unterschied der beiden
Namen _u und JuJlM ist wohl derselbe, wie zwischen
X^ und |1 iSn im Syrischen; Ij ist die grosse persische
Krone, wahrend JuJol ein einfacher Reif ist.
1) Als •Kranz* z. B. Wnjikra Rabb. s«ct. 22. Mitte: »er sib eine Pflanze.
pahm sie auf and macbte daraus (l. rn^SH tür KlSin der Agg.) einen Kranz
(Jc'r''7D) für sein Haupt.''
63
HAUSGERATH.
Von ursemitiscliem Hausgeruthe haben die Sprachen
noch manche Kunde bewahrt. Ich nenne a. a. den Eimer
^71 = Jlo? = JS « den Schlauch 11211 ^ jil^^ ^'^ t ^'i® Hand-
muhle D*rn = Lä.^ , von deren nicht seltenen Gebrauche bei
den Arabern z.B. auch die huufii^e Redensart Läj c^^ti>
^o-^ Zeugniss ablegt, einen Untersatz * HS C? (davon deno-
miuat. n2£^ IL Reg. 4 , 38) = Us-^ N*2n = jUaSI ('Alka-
ma 13,29). Man ist auf den ersten Blick wohl geneigt,
auch *jki b|-5 = niisn. m—»p dazu zu stellen. Doch ist
das bei dem Mangel jeder Ableitung für das arabische, dem
Äthiopischen fehlende Wort nicht unbedenklich, zumal
auch entsprechend der hebräischen Yocalisation eigentlich
ein arabisches .iXiT erwartet wird. Dagegen ist wohl wieder
ursemitisch ein Name der Schüssel nn7V *= i^>^<^ (Gaah.)
äthiop. S a hl. (Vgl. über diese Wurzel und die eigenthümliche
Transposition Pratorius Amharische Grammatik 64) '). Merk-
würdigerweise ist auch bei einem anderen ursemitischen Na-
men der Schüssel dieselbe Umstellung eingetreten in nPiäV
UiA* Gast, gegenüber arab. SLA^uid athiop. §ahf. Hier ha-
ben aber wohl die nordsemitischen Dialecte das Ursprüng-
liche bewahrt, da die bequemere Ableitung von ^Juo »breit
sein*' ist. — Ein Gefass , das bei den yerschiedenen semiti-
schen Völkern yerschiedenen Zwecken diente ist HOp =
l^JSLs (Nöldeke, Elohim-£l. Sitzungsber. der Akademie zu
1) ÜagrgeB itt 3.^4.^ jedenfalls entlehnt ans ptn. jcL» .Schaale** »Knig*\
und dies wird noch sicherer durch die Nebenform ^U^, welche 6aw41iki,
9
Morrenl. Fonch. 133 ult. überliefert Mit j^Uo »Feit** kannetaagenacheiB-
lich tiichti zu thun haben.
64
Berlin, Sep.-Abdr. p. 5) jüd. nlHOp, rf.üDp (Kelim 15, l)
:='iy^u^ Ilthiop. kasüt.
Aus dem Aramilischen in*s Arabische übergegangen
sind eine Reihe von Xameu für Wassergeiasse , Becken
und Krüge. Das echt arabische GeHiss dieser Art scheint
nur der Schlauch xjo und v«^!«;^, deren Zusammenge-
hörigkeit ich mit Sicherheit weder behaupten noch ver-
neinen möchte , zu sein. Diesen , nicht eiuen Krug zahlen
die Araber nach Ib» Doreid Gamhara , Cod. Lugd. 321.
Warn, (auch S>b- s. v. JL^) zu den 7 v:i?X^uo , in deren
Besitz man sich überall niederlassen kann. Thon- und
Glasgeßlsse können aber naturgemfiss für den Beduinen
nicht Ton grosser Bedeutung sein, da ihr Material zu
zerbrechlich ist. Hierzu kommt noch, dass Thon in
Arabien nicht grade häufig sein kann. Töpfer gab es auch
schwerlich bei den alten Arabern. Auch die Kunst Glas
zu schmelzen haben die Araber wohl erst durch die Ara-
maer kennen gelernt '). _L:^\ hat im Arabischen keine
Ableitung, (die Wurzel bedeutet »Spitze'*), wohl aber im
Aramäischen (^^^^3l3T lA-s^a^ zur Wurzel 3?) *) zu dem
es überdies im Lautbestande genau stimmt, während es
sich vom Hebräischen n^3l3T, das davon allerdings nicht
gut zu trennen ist, doch unterscheidet. Verdächtig ist im
Arabischen überdies auch noch die verschiedene Yocalisa-
tionsmöglichkeit \^\ , L^v.
So darf uns denn die grosse Anzahl der hierher gehö-
rigen übernommenen Wörter nicht Wunder nehmen.
1) Glasiand in Biar. J&kdt I 631, U. Daher 632, 6 J'^j^-
2) Vgl. «Arüch s. ▼. 12? aber auch in •geläutert" Xnuw''3 daa Waachhaiis.
IVit (Saphel) waschen a hebr. ^ .läutern" ; die aramäische Wurzel hat den
Palatal dem rorhergehenden schwachen Dentale assimiliert.
65
Sicher übemommen , weil im Arabischen ganz ohne Ab-
leitung, unil durch die yerschiedenen wunderlichen Schrei-
bungen fremde Abkunft verrathend ist JLbG Diy. HuJ.
(Wellhausen) 163, 2 *) und daneben , vielleicht nach der
hier besonders naheliegenden Analogie Ton JJäju^ gebildet ,
■* ^ _ L.
auch Jkkxj ^). Die eine aramilische Form , in der uns das
Wort erhalten ist, lautet /L23N in der bekannten Talmud
Stelle Bfib. Bathr. 58^, die als Aufschrift des Thores einer
Stadt in Kappadocien berichtet: bü:S = pS:N* = :3iS d. i.
«^^sJi PSm. 25 1 = pers. *:i n p a k , woraus a u b ag eine spätere
Erweichung ist = arm. e m p a k, Lagarde Ges. Abh. 1 2 '). Andere
Stellen Zuckermann jiltL Maassystem 50. Es beileutet in
der That ein Weinmaass (wie bei Gauhari s. v. JJoj). Ne-
ben dieser üblichen Form findet sich aber auch in dem
bekanntlich mehr den palästinischen Dialect reflectierenden
Tract. Nedar. 51» j, , S^Ji (so, nicht S^üi) = ('I^Ü), das die
Glosse richtig durch D12n und 7l23X T!33 wiedergiebt
Was es mit der Form JlLiIj» als deren Bedeutung »Eimer"
angegeben wird, auf sich hat, lässt sich nicht so ge-
nau feststellen. Sie kann nach Analogie von Jh^w
überhaupt auf arabischem Gebiete neu gebildet sein, oder
es liegt ihr ein diabetisches *jL«U K7l2^3 zu Grunde,
1) Natürlich richtiger , als die Form mit ganz unmotiviertem Hamza J^i^i
die hlos aus dem UBTerstäadoiss der Ahleitang henrorgiog; vielleicht dachte
man an v)^ •
2) Asma'is J>-^ iit wohl ebenso künstliche arabische Neabildnng (alt Par*
ticipiam eines rückgebildcten Verbnm vV^), wie entsprechend (»^^^ neben {•'^i^*^
grsa;;t wurde.
3) Hierzu dürt^e J(fA^<; gehören, das aber I««hnwort «ein wird.
6
66
das dann arabisiert wurde. Die Wurzel mit der Grundbe-
deutung »heben*' ist im Aramäischen auf das Heben des
Eimers, d«'is »Schöpfen" übertragen'). Man stellt sonst
7l2^X ii^^-J mit ivrA/cv zusammen, aber [dass UJJ von xvrxiov
komme, ist mir doch sehr zweifelhaft geworden. Kleine
IL^'J , womit man Wein nimmt , als Erklärung von l^L^^Ilo
Bar All (Hotfraann) 6137, Opuscula Nestor. 88, 5 können keine
Eimer sein. 2io steht \1* ^Vr = xuxög^ (als nicht grosses
Maass) Geop. 48, 1, 25. Vom Wasserheben steht ^wJ auch im
Syrischen ULs jl^U Wc^ Ijjs ^-^ Martin Wtrique32. Hier
ist es also allerdings ein Eimer, von dem das Verb. IL^J ge-
braucht wird , und da es sonst durchweg von der Last steht
(z.B. Land Anecd. Si/r. IV. 38, 6; UJJ »schwer" Isaac
IL 84, 67; (vgl. ^^ILi^J »langsam" Cureton Anc. Doc.
30); aber auch »getragen" Clemens 47, 11; vom Aufla-
den, Aufheben Cyrillonas I. 64), so muss es allerdings
ursprünglich von schweren Lasten resp. Gefassen gebraucht
sein. Wäre aber jL^U gradezu oivrxlov , so hätte sich die Be-
deutung des erst jüngst aufgenommenen Wortes kaum so
verändert, während das bei einem einheimischen Worte
wohl möglich war , im Laufe der Jahrhunderte. Th. Nöld.].
Auch Jjiiä, wovon J^ ^) erst denominativ gebildet
ist, nach Gauhari »Wasser, das mit Medicamenten ge-
kocht, in einen Krug gethan und von da tropfenweise
(XaJÜi ^LJLi) auf den Eopf des Kranken gegossen wird''
O m
1) Za derselben Warzel ^hört Termathlich aach ]]|J CMt. 637, wo das
^ sich dem vorhergehenden \ assimiliert hat. Derselbe Uebergang in ^y^
für mi^yi; and umgekehrt mJ^ für |<»-2j; {j»^^ für [j*^* ^-9-1 beden-
ket auch ein Gewicht, dies könnte sich aus dem Flüssigkeitsmaase entwickelt
haben; derselbe Uebergang ist auch von /.Crpov zu litra vV^, et könnte aber
auch einfach »Schwere** »Last** {pondci) sein.
2) In der zweiten bei Frcyta;r :in'.;cgebencn Bedeutung.
67
ist gewiss erst aus syr. U^«?^ lAäLs^U Gast. 547 gebil-
det. Auch die Bedeutung » Wein pressen** filr Jdu (wober
JJbLuo) scheintauf »giessen** oder »tropfen** zurückzugehen.
Wie im Jüd. aram., ist auch ^N., J deuoniinat. » Wasser auf-
giessen** ZDilG. XXVII. 621, 8. Hierzu gehört JUaJut,
Dozy II. 685.
Es bliebe also schliesslich nur noch Jl^ju » Uuglilck*' ss
&Ai&ljJf übrig, das echt sein konnte. Aber auch dies ist
zweifelsohne nur eine poetische Übertragung von »Eimer",
vielleicht auch gar nur einer missverstilndlichen scholas-
tischen Auslegung des bei Gauhari s. v. JJäj angeführten
Regezverses ent«?prungen. Ob &aj^^( Gl. geogr. 182 in der
That zu /iJjN gehört , möchte ich nicht mit Sicherheit sagen.
Die Form sieht durchaus unaramllisch aus , vielleicht haben
wir es hier mit einem ganz anderen Worte zu thun. L berdies
steht auch die L A. nicht fest. Ist vs.>Lu«^( zu lesen, so
vermuthet Nöldeke (briefl.) als ersten Bestandtheil pers. vyf.
Auf römisch-griechischen Kreis, aber natürlich durch
aramäische Vermittelung weist zurück J^kLl und Jik^ *)»
(Gauhari s. v.) wozu schon Sachau die entsprechenden grie-
chischen und aramäischen Formen T/rAos und K^QD bei-
bringt. Jfa*-^ wird ursprünglich wahrscheinlich {}Sixm
gesprochen worden sein , aber dies ist dann durch die über-
wiegende Analogie der Form Jili verdrängt worden.
Im 'Arüch wird unser Wort erklärt durch ^SyoC^^ '^3
/SD /K d.i. J^ >Becken*\ wieder ein aramäisches Lehn-
wort aus X/S3D vgl. Gl. geogr. 261. Das Wort ist, wenn
es auch im Syrischen fehlt, nicht etwa blos hebraisiert, es
findet sich ausser dem Targum in einigen ganz aramäischen
Stellen im Talmud. Die Wurzel stellt Low Ar. Pßanz. 280
1) Mu'arrab 8«.
68
mit T3D i2>Aää0 zusammen ; die Möglichkeit dieser Combination
kann nach dem oben p. 63, 16 Gesagten zugestanden wer-
den. Dass übrigens 7£D zur Wurzel JL^^i, gehöre (Gesen.
Hwb. IX. 582), kann schon deshalb nicht zugegeben wer-
den , weil nach dem Lautverschiebungsgesetze Jla^ im Hebr.
und Aram. durch /Siy ^"^ ^ vertreten wird. Aus dem-
selben Grunde ist auch die Levy Xhbr. Wtb. III. 567
versuchte Zusammenstellunnc des dunklen talmudischeu
"h^^D »Kerne'' mit JüU-, verfehlt. Pers. ^JLä^ Vull. II.
o
302 ist erst aus dem arabischen Worte entlehnt. Damit
wird aber JU^, s!\jLm VuUers II. 299 »Scherbe" nichts
zu thuu haben ; die falsche Erklärung von F. bei Vull. 1. 1.
aber wird auf die LauUIhulichkeit von XAiw mit aJL&M«
zurückgehen.
X^2D bildet im Targüm die üebersetzung von pX
(welches Lagarde ^) aus dem Persischen ableitet). Zu die-
sem Worte, resp. zu targ. J^3JS (Levy TWB. I. 8. die
3 Artikel gehören zusammen). IXJ (mit Verdoppelung
des G) ist als übernommen zu stellen: «jl^t (Eremer
Beitrage 186; als Name eines Gauais Jaküt I. 905, 6;
[v-iIIaj ursprünglich wohl v^IwaJ , » Pfeilwasser"] , wie
auch sonst noch aram. a durch arab. i wiedei^egeben).
»Becken, worin gewaschen wird'*. Daneben kommt zer-
dehnt &jL^xj( vor, wovor Gauh. warnt; wahrscheinlich
aber war es das Üblichere (wie %Ls3öl neben «L^l »Dach").
[Von diesem Namen ist nun aber die Wurzel ^^ya^i »wal-
ken" =^^« (Ableitungen von i^sxj^ »Walkerstock") zu
trennen]. Die echte Bedeutung der arabischen Wurzel ist
»stinkend werden" vom Wasser (häufig, z.B. '^ar. 1, 4),
1) Ges. Abb. p. 8.
69
welche hiermit gar nichts zu thua bat. ilJ ist als 'aigan
— _
^aigfin auch iu\s Äthiopische aufgenommeo. Dillmann 1008.
Bei eiaem anderen Wort filr Becken «jkSVJÜb können
das Persische und Aramäische (neben sjr. Ij ^»sA-j findet sich
Hah\ch. gedol. Beruch. VI. (ed. Ven. 7ii. z. 10) S"r:JÜ
neben }^p2U (1. NTJ3I2) mit einander concurrieren ; eine
andere Form dafür ist >[juJ Gawfd. Morgenl. Forsch. 145,
d;is gewiss erst durch aramilische Vermittel uug den Arabern
zukam. Ueber die Herkunft vgl. Xöldeke Jfamhu^rfte
Gramm, p. 51.
Noch nicht erkannt ist auch die Entlehnung von (jcjy^l
(belegt bei (uiuh. s. v. ^jo\) »Seherbe eines Kruges" oder
»(thünernen) Fasses, worin Blumen gesliet werden", also
»Blumentopf [auch » Xachtgeschirr" nach dem Kamüs].
Es ist, da es mit der Wui*zel ^1 nichts zu thun haben
kann, übernommen aus >**XS = r^'S^ ^) (mit späterem
Ersatz des }< durch y vgl. Xöldeke, JJand. Gramm, p. 51
Anm.) *) das im Aramäischen »Nachtgeschirr", aber auch
iTopf " überhaupt heisst. In genau demselben Sinne, wie im
Arabischen , findet sich übrigens r*S> in der Misnah Kiläjim
Vn. 8, wo nipJ p^y 6auhari's ^.^ Sui^l entspricht
Längst erkannt ist die Entlehnung von ^s\xb , ^^^Uo
(mit demselben Wechsel wie bei JiiAj und J^bU) aus
Us^' X:iü = T;fyÄVöv; Mu'arr. 100 und Sachau dazu 46.
Ich zweifle nicht daran, dass die ursprüngliche Aus-
sprache dieses Wortes (igan war und erst später der
Analogie der Form Jü^ki folgte. Neben der aus ^Arüch
bekannten jüd. Form ist noch p3^3pU To^ephta Kelim I.
3, 2 (ed. Zuckemi. 571,21) zu erwähnen, wo die Verän-
1) Zur Wurzel pV- Dazu ]j,zA PSm. 354.
2) Vijl. XlVi (targ.) zu navia (oJ. pen. 3U?).
70
derung des ursprünglichen 3 in p auf Rechnung des vor-
henxehenden emohatischen 12 zu setzen ist.
Bekannt ist, dass XisS (Agani III. 136, 10 a. f. in der
That in der Bedeutung »Topf, allerdings wohl mit Nach-
ahmung des koniuiächen Sprachgebrauches; ebenso Juküt
I. 703, 1) erst aram. IH*^ — eine spätere Bildung Mi-ü^
Mar Jac. Epistle ed. Philipps 2 , paenult. — Sin-J, das na-
türlich nur »Tupfer" bedeutet, eutlehnt ist. Wie so viel-
fach ist also X^i unter den Beweisstücken s. v. *in3 in
Gesen. Hdwb. IX. 070. zu streichen. Vgl. Nöld. MaiuL
Gramm. p.l20. Anm. 2. (^.lk\3 b Jaküt 1. 474, 21 »Töpfer-
hausen" = ^-.na ^2).
Dass JujJ »Kochtopf" ('Antara Mu'all. 32) entlehnt ist,
wussten schon die Araber, vgl. Mu^arrab. 118. Schon
Sachau (zum Mu^arr. 54) hat die entsprechenden aramäischen
und griech.-röm. Originale genannt ^). Die Einschiebung des
M kann schon auf indogermanischem Gebiete vollzogen
worden sein, denn das entsprechende lat. cucumis^ cucumS'
rem , erzeugte franz. concombre. Dasselbe Wort ist vielleicht
äthiop. kakamät Dillmann 859.
Ich komme nun zu einem sehr gebräuchlichen Worte
für Flasche. ä^^^U AganiXVI. 142. 11 o^l^ »Flaschen"
^Alkama Append. 1 , 1 ; ...U »Glas" im Verse des "^Aggäg.
(jauh. s. V. Ji^^^. Es macht in seiner Bildung , wiewohl
man dieselbe auch gelegentlich bei echt arabischen Wor-
tern antrifft [vgl. ssjSL^ und manche andere], durchaus
keinen arabischen Eindruck. Zudem kommt, dass es im
Arabischen gar keine Ableitung besitzt; die Wurzel Jf be-
deutet »feststehen", daher 1p »Kulte" , eigentlich »Frost";
1) Hui za Kclim 3,8 neiiot OlpDlp .i^echisch**.
71
(zu xJUfi p» ygl. auch Guidi Z7d/^ Wtf p. 13). Auch Ij »der
Sitz auf dem Eameele" x> fester Platz" u. s. w. geben für
g^«li keinerlei Etymologie, wenn mau nicht den Gedan-
ken benutzen will , dass das Glas als der aus der ursprüng-
lich flüssigen Masse fest gewordene StoS bezeichnet würde.
Eine solche Ableitung giebt Dillmann für mfihewe, 146;
indessen wahrscheinlich dünkt mir, dass die Grundbedeu-
tung jener Wurzel »hellglänzend sein** ist, woraus sich
erst der Begriif des »Fliessens" entwickelt haben mochte.
Wenigstens die arabische Wurzel L^ scheint diesen Gang
vorzuschlagen. Auch das jemeuische üJU »Krug'* scheint
nicht hierher zu gehören, da eben für S\.^L5 die Grund-
bedeutung der Stoff »Glas** gewesen sein muss. Nun ist
aber sehr bemerkenswerth , dass sich im Koran (und ich
glaube, dass das Wort sich früher nicht nachweisen lässt)
nur die Pluralform o^l«i vorfindet. Und zwar bedeutet
dies an den drei Stelleu an denen es vorkommt , nur »Glas**
(als Stoffname, nicht als Gerath). Auch Sur. 76, 16 wird
man «L^i ^j^ t:!;M °^^ ^ ^^^ ^^^^ kühne Coustruction
für den Ausdruck »silberartiges Glas** ansehen können,
wie das auch Beidawi zur Stelle thut. Ich halte es des-
halb nicht für unmöglich , dass «j;L5 ursprünglich gar kein
Plural, sondern ein Fremdwort ist, von dem später, weil
die Form einem arab. Plural ähnlich sieht, ein Singular
zurückgebildet wurde , wie das Hoffmann in Bezug auf
^j«>l«J u. a. Z D M G. XXXII. 761 Anm. nachgewiesen hat.
Doch muss ich allerdings es anderen überlassen , das Ori-
ginal, das mir unbekannt geblieben ist, aufzufinden.
Nicht viel mehr kann ich über den Namen Ss*)Ij
sagen , neben welchem S«ili und 5\.iU Juküt III. 539 ,
27 vorkommen, schon von den Arabern (Mu^arr. 124)
als fremd erkannt. Hier deutet schon die Verschieden-
72
heit der Formen auf fremden Ursprung hin; yermuthlich
ist 8\.\li erst spater in die Analogie des bedeutungs- und
lautubnliciien SsmXs noch genauer einbezogen worden.
Die später üblichen Formen sind (vgl. Dozy) ') yon
der Grundform 5;*)U» abgeleitet worden. Jüd. aram.
nV*'p im Sinne Ton »Thon" (Arüch), kann nicht in Be-
tracht kommen. Auch der Anklang an ^^t?1p^p Low
Ararn, Pjiauzenn. 351 , 5 a. f. kann nur zutTillig sein. Ver-
muthlich ist auch jede semitische Etymologie überhaupt
hinilUlig und das Wort persischen Ursprungs. Der .Sabb.
156^ vorkommende Niime Snnpp bedeutet vielleicht dasselbe
und wahrscheinlich ist auch ^lySLs Jäküt IV. 18 damit
zu combinieren. [}-^V^ bei Gast. 7S9 scheint kein echt ara-
mäisches Wort, sondern wird wohl ein arab. Plur. jjl^*
syrisch transcribiert sein.]
[Zwei echt arabische Namen für den Krug sind J^^l^ und
5*^^. Zu dem ersteren scheint mit aram. |i.-.s^ ]»Trau-
benranke" zu gehören, das mit 712cyX wahrscheinlich
• •
nichts zu thun hat. Beide sind von :»lang herabhängen*'
benannt, wie zu *7l JS die nVvT va>LJIi> gehören ; wahr-
scheinlich wird auch äthiop. sagal i Zauber" dazu gehö-
ren, iis^ »Krug" gehört zur Wurzel I^. »ziehen", wie
|?&^, »Krug, Becher", zu ^33. Auf dieses Wort geht
bekanntlich fr. giarre »SchiflFskrug, ital. giarra zurück.]
Ein altes Fremdwort ist jy.Jo (higäz. Dial.) nach Gauh. zur
Wurzel JLcXi, für die die Araber den Grundbegriff »reini-
gen" erfunden haben (vgl. Nöldeke Lit Centralbl. 1879.
p. 361), »weil man sich darin reinigt". Es ist xaio;;
wohl durch Vermittelung von syr. Uor^ ; in das Jüd. aram.
1) II. :U2. J 3 , äJ Jj.
73
ist die griechische Form dieses bekanntlich ursprünj^lich
semitischen Wortes niclit eingedrungen. Eine, wie es
scheint, das griechische xxioy direct wiedergebende Form
ist jj^.jLi, worüber zu vgl. Dozy. — (j-d^ •'igypt^ Dial.
ist wohl ohne aramäische Vermittehing direct aus :riösi
entlehnt. Jüd. gilt pD*J^3 Kelim 3 , G von Hai als nip"»"»
und '3"1 erklärt. Die aurtTillij^e Transcription des griechi-
schen S" durch J2 erklärt sich wohl «lurch das Vorani^ehen
des tiriechischen £. Ilotfmann Z D M G. XXXII. 740. D<'nu
soi^'ar 1 wird nach ilieseui in 12 verwandelt in D^I2**1*XI2^£3
• ':Tzixypiry,;, Auch nach dem persischen P in JII2*3 Low
315. — In Concurrenz mit einander treten wieder Persisch
und Aramäisch bei \^ einem kleinen Kruge, das ebenso-
wohl wie manche andere Namen von Trinkc^efässen
(lojol) direct aus dem Persischen 5;%S^ oder erst durch
das Aramäische STO ^) (interessante Volksetymologie dafür
^abb. 76) in*s Arabische eingedrungen sein kann *).
Ebenso könnte das Aramäische ]2^.2 PSm. 500 concur-
rieren bei aUigL neupers. &j4>Ij. ältere Form batiak in
ßxrtxx-^ Lagarde Ges, Abh. 211 , 21. Davon ist aber XpnSJ
Levy TWB. II. 310 = U^^ Esr. 1 , 10 (mit Assimilation des
T an das emphatische K oder nach Hotfmann Z D M 6.
XXXn. 746 zu erklären) zu trennen. {TxTxxyov, das an-
klingt, wird durch rÄTÄ»f patena gehalten). Wurzel pi?
1) Syr. ]l2LS (auch als Maass) hat cbenfalli Beweiskraft, da et nicht erst
dem Arabischen entlehnt, ist. vgl. auch Low Jram. Pflanz. 246, S; das bei PSm.
ani^ctuhrte \'iz^ ist j^cwiss fremd.
2) mJ>9^ ,Kru^** (beiGauh. belegt mit einem Verse des 'Aggug kann ich
nur als verdächtig bezeichnen, ohne über die Abstammung eine Vermuthung
zu haben. Es scheint in die Analogie von jJLo»^ , jJL^O a. a. gezogen.
Daneben soll (Kumu») ivl^^ b'eltcn, das nach Ihn Doreid KU-al-iiUk, 12 nur
äjtu JL' J^ft-w»' bedeutet.
74
iisj »Flasche*' das (jawaliki (resp. Ibn Doreid) Mu^arr.
28 als eckt arabisches, aber dem syrischen Dialecte eigen-
thiimliches Wort angiebt, ist wohl identisch mit ßovryi
(Sachs Beiträge zur Sprach- und Alterthumsk. IL 192 verweist
auf Ueiske ad Coustant. Porphjrogen. Vol. II. p. 350 (Bonn).
Davon ist iJxj »Fass" Dozy I. 50. PSm. 624 »Bütte" zu
trennen.
Dunkel bleibt auch diis sehr vereinsamte »Lu im Sihuh
^^^^ • • •
als wjJjj und ^L^\ erkllirt. In dem von Gauh. anc^e-
führten Verse:
oLj3^ Lj-Lu {jdxs y^S^ USLS' J]^Ltol ^äJI 5^.
^>Es werfen ihre [der Kameel- oder Pferdestuten] Hufe
den Sand, als ob Eierschalen unter ihnen (d. Hufen) zer-
brochen würden und Glas'' Uisst sich nicht recht entschei-
den , ob das Wort den Stoff oder das Gefäss bedeutet. Kaum
mochten sich dazu andere Belege aus alter Zeit finden. Die
Grundbedeutung scheint für das Arabische als »zu Ende
kommen" [aufhören] angesetzt werden zu müssen; daraus
ergiebt sich dann »verbieten", als »Ende, Grenze bestim-
men" oder »eine Grenze machen", [vgl. den ähnlichen
Übergang bei ^^* zu r*p ; hebr. auch schon T^S|5 ^). So ist
die eigenthümliche Bedeutungsentwickelung zu verstehen,
dass dieselbe Wurzel »hinschicken" und »abhalten" heisst.
Zu derselben Grundbedeutung gehört dann wohl auch »U
»genügend" in der Redensart Jcs*.. ^ siJLjelj yo (wofür
auch ^L^r gesagt werden kann Eämil 386, 4) ; x^erreichen"
1) Die andere Bildung auf \ das ix. Aty. }*pär halte ich für ein aramäi-
•ches Lehnwort; dasselbe vermuthe ich auch für Vc73 »Axt/* Ganz deutlich
ergiebt sich auch das ^. 74, 6 daneben genannte fllfl*?*^ als fremd ; ich möchte
aber das iran. Aequival. von xfAf/; nicht dazu stellen. Vpp entspricht ara-
bischem v>:^%^. wo sich uIm J^t^ daneben tiuJet, istdas betreffende Wort stets
als aramäisch anzusprechen.
75
ist in »genügen** übergegangen. Mit allen diesen Bedea-
tungen hat natürlich sUjj »Flasche, Glas" »weisser Stein"
nicht Jas Mindeste zu thun. Es wird also nichts Anderes
übrig bleiben, als es mit sLj^ zu combiniercn , ein Laut-
wechsel der einmal (in mmji = m r'*) sicher aufgewiesen
werden kann.
»!j Kamil 101,10; Mu'arrab 37 wird von den Arabern
selbst als fremd bezeichnet. Im Persischen scheint es nicht
vorhanden, aber auch das Aramilische bietet keine ent-
sprechende Ableitung. 7p1 'lin sind Fildeu, die mau
zum Aufnllhen des Deckels auf ein Wassergefllss braucht:
dazu kann unser Wort nicht gut gestellt werden. In der
anderen Bedeutung »Bote'* ist, wie auch schon die Araber
bemerken , das Wort echt , zu tU = niH. — Noch ist RAaa?
(&Juu5 verboten Gawaliki Morgenl. Forsch. 146. ult.) zu er-
wähnen, das schon Nöldeke .1/am/. Gramm. ^ p. 125. Anm. 2
als l-JU-Ls =: xxvvlo'j erkannt hat.
Wir kommen nun zu einer ganzen Reihe von Eorbna-
men, die fast ausuahmslos dem Aramäischen entnommen
sind. Das Material für diese Körbe bildet meistens das
Palmenblat \jo^\ es ist also kein Wunder , dass diese Pro-
ducte des auch ursprünglich durch Aramüer nach Arabien
verpflanzten Baumes aramäische Namen tragen. Einzelne
dieser Wörter weisen schon in ihrer Form aramäische £i-
genthümlichkeiten auf, bei anderen ist die Entscheidung,
ob man es mit einheimischen oder Fremdwörtern zu thun
hat, nicht ganz leicht. Zu dieser letzteren Klasse gehört,
wie es scheint, &JL» Jui«. Im Arabischen sind zwei Wur-
zeln unter Ju.» zusammengefallen, die eine = hebr. 7/C^
mit der Grundbedeutung »ziehen** [vgl. vielleicht auch aram.
H-A.; S:i3 hiy UcJ H^] Oesen. Hwb. IX. 844 und eine
76
andere mit <Ier Gruudbedeutung > stechen", daher «JLmwo
>I\ickmider\ Hiii Kcüni 13, 5 als Erkl. von pXpD Vj^ CrO.
D«?r Xiime Ju* kann aus diesen beiden Bedeutungen nicht
erklPirt werden, auch erregt Verdacht, dass neben Jum
eigentlich aULl gebräuchlicher ist, ^vie im Aramäischen
Nn*7*r ^), während man nach dem Hebräischen das Umge-
kehrte erwartete. Im Übrigen fehlt das Wort auch im
Äthiopischen -;. /2^D flechten scheint erst von 73 ab
geleitet: &JLJL», t^ehürt aber trotz passender Bedeutung nicht
hierlier, da ueuhebr. n7w^w* entspricht (syr. U* .a^ 4)].
•• •• • •
■ • •
Ein gewiss aus dem Aramäischen übernommenes Wort
ist Jwifl, von aULi, «ladurch unterschieden, dass es einen
Deckel hat. Im Arabischen ohne Ableitung, ist es über-
nommen aus SiV (ausser den Stellen bei ^Arüch noch Pes.
78'^). Nichts zu thun mit diesem Worte hat hebr. S3ü ,
• •
da das jj^^rade die umurekehrte Lautverschiebuni? wäre;
jüd. aram. ^312 scheint aber lediglich Hebraismus zu
sein. '3[2^X, das Gesen. Hwb. IX. 310 dazu gestellt wird,
wird ein griechisches Fremdwort sein. \io > Schilf bündel"
aber gehört zu 03*^12 , das Low. Ar. Pßanz, 343 nicht er-
klärt (da die Erklärung >donax" von ihm selbst doch kaum
angenommen wird); beide Wörter könnten , da das arabische
wohl alt ist, vielleicht ägyptisch sein. Vgl. zu alledem
noch ^{*D Hai. ged. ed. Zolkiew f. 63. II». Wahrschein-
lich auch aramäisch ist vs.>«jlo = *J^ni3Ä?; allerdings eine
bei einem Concretum auöallige Bildung. Vgl. noch hebr.
n3Ä3S. — gli^' Kamil 414 , 1 1. Plur.^y Agäni III. 64 ,
1) Mit I Vocal ein deutlicher Beweis, Jass es nicht etwa hebraisicrend ge-
braucht i^t.
2) Zu bemerken ist allerdings, dass iCHTO im Aramäischen kein sehr üb-
liches Wort zu sein scheint.
77
3. a. f. »Korb** haben schon die Araber (Mu'arrab. 126)
als fremd erkannt ; vgl. dazu Sachau p. 57 , der Cast. \^p^2^
beibrini't. Dies svr. Wort kann aber auch cfanz srut aus
iLcls erst zurück entlehnt sein , da Belege dafür aus
alter Zeit nicht vorkommen. Hierzu tritt noch, da^s für
]Ji^c^ >Krug" als Bedeutung angegeben wird, während
'iZ^yS sicher »Korb" ist. Anders steht es mit äJ^MoS (vgl.
Uozy II. 357) , das augenscheiulich im Arabischen keine Ab-
leitung hat: das ist gewiss zu jüd. ar:xm. XT^'i (dazu Plur.
nVT^^)» ') dauel)en auch H^C^J zu stellen. Die aram. Wör-
ter sind nur semitisierte Formen des ursprünglich giiechi-
schen X"112DJ, wieder ein Beleg für die von Giudi Della
sede p. 16 aufgestellte Ansicht. Dass dem in der That so
ist , hat der Glossator im ^Arüch -) (wohl Hai) schon an-
gedeutet , wenn er sagt: H'y^p bsi*3'j*' pw*^31 d.i. äjLaj.
(Beleg für die Bedeutung »pot a fleurs'' Dozy) »Es ist ein
halber Krug, in den man Pflanzen (D*3^> » übersetzt aus
va^Li) säet." So ist also iül-aj auch mit yd^rpx ') iden-
tisch. Und hierzu wird auch 1— j-rc-: = jüd. mC^J gehö-
ren. Nun kann es immerhin möglich sein, dass im ^Irak
die ursprüngliche Bedeutung »Blumentopf in »> Fruchtkorb"
übergegangen ist; indessen sicher ist das nicht, und so
bliebe der Ursprung von SJolä' noch zu ermitteln.
Griechischen Ursprungs mit aramäischer Vermittelung
ist in ähnlicher Bildung — die Analogie ist hier zu be-
achten — SULb J? , iJLb J? schon von Freytiig als xxprxXXo^
erkannt, durch Vermittelung von Sn^/U'^i^ *) wonebea
1) Stets auf fremde Abkanft hinweiiend.
2) 4 V. -HSOl I.
3) Oller ciDcm davon »Umiiieaden * yxTTft\o)v.
4) * KXpTXAAtOV,
78
t
wohl eine Nebenform •NH^dp existiert haben döifte;
Syr. lX4i^ entspricht genauer der Form XJLfcJ» ^). Ob
jcxprxXXoi nun selbst echt ist, ist allerdings noch eine
andere Frage. Es wJire wohl möglich, dass hier ein persi-
sches (und dies würde zu ^C2l>S Ezra 1 , 9 stimmen) oder
auch gar semitisches Fremdwort im Griechischen Torläge.
Auch 3>Ä«^ »ein Korb aus Palmblllttchen^* hat im
Arabischen keine rechte Ableitung und scheint aus dem
Aramäischen entlehnt; indessen XHJw* » getrocknete Dat-
teln ')i scheint dazu nicht ganz zu passen, wenn man
nicht denselben Bedeutungswandel annimmt, der in ]Al^.29
PSm. 808 sich in der That vollzogen hat ;*iLi, das
Dozy aus Muhit anführt, ist sicher ein aramilisches *]9C^
(zu ni£! rs-A »schicken"). »Wasserleitung" ist öfters Ton
einer Wurzel mit der Bedeutung »schicken" abgeleitet, vgl.
schon hebr. H 7^^ u. a. m.
Bei JuJ\ Juj\ >Korb" concurrieren wieder einmal das
Aramäische und Persische. Es kann entweder direct aus
pers. Jucüv , oder , und dies ist wahrscheinlicher , erst durch
Vermittelung des aramäischen S /*3T entlehnt sein. Das
Fremdwort Jyuv darf aber keinesfalls als Beweisstück für
eine semitische Etymologie von 713J aufgeführt werden,
wie dies Gesen. Hwb. IX. p. 225 geschieht.
1) Ueber die Formen solcher griechischer Worter aaf HIX* ist zo bemerken,
dftse sie entweder griechischen Diminatiren aof tov, also tutpraAA/ov oder yx-
TTptev nachgebildet sind, (woraaf 'ArAch darch *S*Onp p 'hx hindeatet),
oder auch als falsche Rückbildung aus einem Plur. Hf*, der bei Fremdwörtern
leichter gebildet wurde, aufgefasst werden können. Ueblich ist bei griechischen
Wörtern im Syr. sonst ]^s Xöldeke Syr. Orawug. $ 79 A. im Jüd. mw.
2) Low Jr. Pßant, p. IS vergleicht damit wohl zu Unrecht «a^VS, da Kütff
kaom hebräisch ist, wie man nach der Lantrenchiebungiregel ans dieser Zoaam-
menstelluns folsrem müsste.
? • ►
t».
f*i^' ' ♦•.♦*;•
*
79
»», . <
9«
• ^
Mit grSsserer Sicherheit ist SJL^o (Analogiebildung sn
iJclS) »ein Korb aus Palmblattem, in welchem frische
Datteln aufbewahrt werden'* dem aramäischen Sprachkreise
zuzuweisen. Allerdings ist IL^o) bei B. B. Payne Smith
808 S.T. I^So? nicht sehr beweisend, da es auch umge-
kehrt dem Arabischen entnommen sein kann. Aber daneben
scheint auch U^o^ zu gelten (Tgl. B. B. 1.1.) und dieses
scheint mir aramäisch und die Originalform des letzteren
zu sein ^). U^o^ ist nun nichts Anderes, als eine Um-
stellung Ton U^ot^^Sn^n MUn. Eel. Per. 16, 5. Dies
wird Ton Häi = S/n%n gesetzt, so dass »halbreife Datteln
und »Korb für Datteln*' gewechselt haben. (Ygl. Gi^^
78* , 4 a. f. K^nim Sa^SX namentlich Raii dazu). Die
Veränderung des ursprünglichen harten Dentals in den
weichen setze ich auf Rechnung einer Yolksetymologpe,
die das Wort zu Jk^4> zog.
üebemommen ist aus dem Aramäischen femer das alte
(schon ^assän Elegie auf Muhammed) ein sehr ge-
bräuchliches Wort, das Gauhari nicht einmal erklärt, »ein
Korb aus Palmblattem". Es kann keinem Zweifel unter-
liegen, dass es identisch ist mit KC2&D (^Arüch s. t. ü£)Dy
dort durch »HüOp xdfiirrfict erklärt) = L^a^ Gast 612
(wo man lese ^U^l). Aber auch die aramäischen Wörter
haben keine Ableitung im Semitischen , und ich glaube nicht
zu fehlen , wenn ich sie mit pers. iXjum ') identifidere. Das
.»'-
1) Dtoeben gilt noch mStV (Var. kSdV) das wihon weg» d«r LmIwe-
•ehitboDg mieAt so anterem Worte pa«t, trott '3JVn wi« bei G^k. (^/o^ q«
Vgl L3w Armm. PßämtSMm. p. ISS, 12i; l6rr«r «Sciher** geliftrt lor W«|w
iel\.«^ .tropCn" • trab. v)^^Uöt •akh ergicMaa** J^^^^Um o.«. ImI alio
damit niebtt in thmu
S) UnprOflglicher ift woU
iAi*4HM*h«dh
A**M«n«ftAkiaM^a^«ih*.ri*
••" ^
'*■• -.i- -
r*;;
*^'*.
80
17 im Neupersischen mviss einmal ein T gewesen sein , da
sonst ein I daraus geworden wäre. Merkwürdiger Weise
ist dies Wort auch in späterer Zeit und wohl auch aus
anderer Gegend TOn den Persern direct zu den Arabern
gewandert, daher dann SJlmm Die Identität Ton KC2SD
mit arab. b«w wird schon im ^Arüch erkannt: pl7731
t22D^X ^Ny!^•J^^ Die Ersetzung des persischen T durch
semitisches ü nach HoSmann ZDM6. XXXII. 746?
üebernommeu scheint auch
»Korb aus Palmzwei-
gen" aus piy Eelim 16, 4 ^). Die Bedeutung stimmt aller-
dings nicht ganz genau zu der aramäischen; es ist danach
der Erklärung (^Arüch) mehr Schwinge als »Korb'*.
So konnte auch t-n**^-^ »Korb" (Ibn Dor. Gamhara Cod.
Lugd. 321) erst aus dem Aramäischen, das nron bietet,
übernommen sein.
Schon Frey tag kennt die Entlehnung yon Si3' »ein Korb
zur Aufbewahrung Ton Baumwolle" aus jüd. HS^p. [Dies
ist kein echtes Wort, da es keine Ableitung im Semiti-
schen hat, aber kaum übernommen aus :^cupa*\ da uns dies
zunächst nur in der Bedeutung »Weinbehälter" überliefert
ist]. Denn die Annahme der Araber es aus v,^ »getrock-
nete Gurke" abzuleiten (welche allerdings zu dergl. benutzt
wurde, Tgl. auch 7TV^p »Kürbis" und »Schlauch" und
K*lp) ist wohl zu yerwerfen, da die ganz specielle Bedeu-
tung sich genau so im Aramäischen wiederfindet. Syrisch
ist das Wort nicht erhalten. Isojs bedeutet Stange, ob
1) Die nomiB. Gmndbedeatimg der Wnrxel im A.rabuche]i iit «Ader** dann
»Sehne** (Tgl. Tl »Ader , Selme*>, dann »Inneres** daher «Grand** and »Knochen**
DieTerhale Bedeatong iit »laofen** « JPSf . ^iSr dun »fliessen^^ond •tchwit-
len"; TgLtoch cXÄi. Zu der Grandbedeatnng.lUeüen** gehört ^^^ß .Wein mit
Waner miaefaeB**; Äälfi Baüuü entapiieht jüd. araa. Np-ur
•
i
s^PS\
«'"•_, ' • '';'-v.ii^'.fr. .•■' V*^' •'*'•'--:
7 w
.^' "•^•/. ■•"'•. r^\- •'■ • -^
i.. ". • '' < .l••.^^..l:<.^ .', •■-^' -'V^^
■ 81 -
es mit pen. »^ (zur Wurzel, x^rroi) etwas sa than hai^
will ich wegen des Bachstabennamen Alp nicht ent»
scheiden«
Ich mag hier auch meine Bedenken gegen die Echtheit
Ton ot^ nicht zurückhalten. Verdacht erregt die dop*
pelte Yocalisterung v«il%^ und ^\ys^j ▼or allem aber der
eigenthümiiche Plural v«aJ%I^9 der auf eine Form Vi^ll;^
schiiessen lassi Diese Bildung ist aber f&r AppeUatira im
Arabüchen sonst kaum bekannt Andererseits ist sachlich
die Entlehnung eines Wortes für »Schlauch*' nicht sehr
wahrscheinlich, und auch die Ableitung yon o%^ »schaben'*
ist durchaus bequem.
Rxli? »Korb aus Leder" (Amr^. Mu^. 74) scheint aber
dem Aramäischen entlehnt. Zwar ist ]n^\ bei Elia La-
gorde Praeterm. 38, 4 kein Beweis dafür. Aber wahr«
scheinlich gehört jenes aramäische Wort zur Wurzel «a^
»dunkel, yerborgen sein". Da diese nun sicher v>l£ v^l&
entspricht, so wäre die Entlehnung bewiesen.
iJU kennen schon die Araber (Mu^arr. 21) als persischem
«Jb (aJLu) entlehnt. Ich hatte ILa dazu gestellt, das Op. Nest.
(ed. Hoffm.) 99, 9 = lal^klo». d. i. pers. Kjüyty^ gesetzt wird.
Aber [ILa ist doch wohl nur eine der Umformungen Ton ^liA^.
Das pers. sJLu (kommt nicht selten Tor) ist sicher dnreh
das Syrische yermittelt So erklärt sich v^ fSr und
langes & fOr « ((piäAiy (piiAir) Th. Nöld.]. Die Syrer ken-
nen aber auch )A^ (ob diese Vocalisation richtig ist?)
PSm. 541 als »Glas" »Büchse".
Auch ylL (Hamasa 11, 23; Näh. 20, 24) »Sack** hat
im Arabischen keine Ableitung; (Wurzel yx^ ss äthiop.
habara) ich kann aber nichts über den Ursprung sagen.
* • "
■■.v
. ^
Bekannt ist, doss *yL> »Ranzen" (trotz öauh.) persisch ist
• «
*?•. r.mitä
iMftdbMMwAl
-mam^mmäa^^mtttttmmmJk
♦ • .'.
# >
(▼gL Lagarde 6e«. Abh. 57). Eine, wie es scheiiit, durch
das Aramäische in's Arabische gewanderte Form dieses
•V
Wortes dürfte aber xJT sein (Tgl. Lagarde 1. 1. und NSldeke
ZDMG. XXX. 768); eben&lls anf aramäische Formen
werden \|^ und -AZ^ zurückgehen, so dass sich pers. \t^
Ynllers IL 809 erst als eine moderne. Entlehnung aus dem
Arabischen ergiebt. Leidlich damit identisch IstTIHS »Schaale**
(des Baders u. s. w.). Es findet sich nur in einer palästi-
nischen Stelle; dne babyl. würde wohl \\jS reflectieren.
Fremd und aramäisch sieht auch ^sJLä »Bettelsack**
aus ; ich kann den Ursprung des Wortes aber nicht weiter
Torfolgen. (Aram. ^ nSä pj^ ist »kochen"; ar. ^^JLm» eben-
&lls. \U Gast. 913?).
Übernommen sind auch eine Beihe Ton Ausdrücken für
Tisch aus dem Aramäischen.
Die Yermittelung bildete es bei (3^0 (schon bei A^iä
S.T. ^3^(> bei Gauh.). Dies ist identisch mit Uoanau^ jüd.
OpD^^^il^xof» Es hat yermuthlich im Aramäischen auch
eine Form *KpD*l g^eben, sonst wäre das Abwerfen der
im Aramäischen (jüd. und syr.) beibehaltenen NominatiTen-
dung doch einigermaassen auffällig ^). Es yersteht sich Ton
selbst, dass die ursprüngliche Aussprache dieses Wortes
^Jw^i^ war, gewiss hat auch A^ so gesprochen; indessen
durch die fiberwiegende Analogie der Worter nach dem Pa-
radigma JLjui wurde auch dies Wort angezogen, und so
entstand iZ^ttj^*
1) Der Gelmuch des Wort« in jud. Sduiften betehrinkt nch auf di« pt-
liiÜiiitehe LttUntnr (JemUlmi «nd MidrAMn) die, wie das ja aoch natür-
lieh, gewöhnlich die sehr geaanea TraneeriptioiieB grieehitehar Worter liefenL
Ib jfid. Sduiftaii fiadek neh auch aoeh ein Diaiaativiim daTon gebildet XCn«
■««^«c^
83
Neben dies "Wort stellt sich, schon an seiner Form als
aramäischer Eindringling erkennbar %yU (Name eines Ber«
ges Be]qi 133, 15; Tgl. auch Belcri 472, 8) »ein Tisch
meist aas Marmor*' (Ganhari, nach Jalplt'III. 835, 5 gehört
diese Bedeutung der syrischen Mundart an) ^) aus aramäi-
schem Uo Ad jad. Xllilfi. Es ist indessen noch zweifelhaft,
TT
ob dieses Wort eigentlich semitischer Herkunft ist; Tgl.
Nöldeke MaruL Gramm p. 114. Es scheint da nirgends eine
Ableitung zu haben. Das aspirierte aratnsiische Jl ^^ ist
im Arabischen genau durch väi wiedergegeben, wahrend
umgekehrt unaspiriertes H ^ im Arabischen c^ bleibt; Tgl.
JSjucS »Schüssel" gilt schon manchen Arabern (Mn^arr.
124) als fremd. Das ist in der That nicht unwahr-
sclieinlich ; aber pers. gjJS' ist erst Entlehnung aus dem
Arabischen. Aus dem Persischen stammt bekanntlich ^L^ 9
und eine rein zufällige Entlehnung durch Mohammed ist
SiXSLt aus äthiop. mä«d »Tisch** (Dillmann 197). MitiCLL
ist es auch nicht ganz klar, ob es wirklich, wie Gauharl
meint, nur Metapher für die Speise ist, die der Reuende
(Wurzel ^LJ) mit sich nimmt , oder nicht lieber persischen
Ursprungs ist.
Das »Tischtuch*' Jujüf (ursprünglich wohl mandtl ge-
sprochen) in einem Ausspruche Muhammeds Ibn Dor. JTä-
al'ütUf. 223, 8; Agani XVIU. 164, 7; Betai 193, 6;
1) Die wnteren bei JikAt L L angegebenen Bedentunginiimneen J ^ : > U nnd
Juu^u nnd mlleieht nur mi»reretandliebe Anflanangen der LexicognplMB •
die bei einem Fremdworte nicht aaffallen dürfen, to daM man nieht nStbig
hat, an ein Uineinapielen dea aramüaeh tonst nieht Tertretenen ptitsrm xn
denken. Im Talmud Sabbat SGa wird (gewim nieht ohne Grunde angegeben,
früher habe ein grooaer Tisch KniPi) and ein kleiner KTPini) (beachte die Femi-
ninendang!) geheissen; jetzt (nach Zentörnngdea Tempels, sie I) wäre es amgekehrt.
Die Femininbüdong ist übrigens bei einem Frtmdworte einigermaassen anfl&Uig •
84
Eämil 491, 7 ist schon Ton Freytag als mantäe erkannt.
Die Yermittelung bildete die gracisierte Form ßarrlxiop.
Levy Nhbr. Wtb. III. 154 bringt wenigstens einen aller-
dings nicht ganz sicheren Beleg für Twimo.
Aramäische Namen tragen auch eine ganze Anzahl Ton
Schneidewerkzeugen. ^jjJC^ ist seiner ganzen Bildung nach
als Lehnwort deutlich, es hat ferner im Arabischen keine
Ableitung und ausserdem ist die Lautyerschiebungsregel da-
rin gegenüber VDw deutlich yerletzt. Schon Nöldeke hat
Mand. Gramm, p. 125 , Anm. 1 es als aus h • '"'^ K3^3D ent-
lehnt bezeichnet und Hoifmann Litt. Centralbl. 1882, 320
hat es weiter mit NHDD zusammengestellt.
^_flAJi^ in der Bedeutung »Beil" und »Scheermesser**
scheinen nicht echt arabisch , sondern übernommen aus A /H
lA'^r^ü Ygl. ^Arüch s. t. ^711 und PSm; Kai. und Damn.
(Bickell) 10, 7. Vgl. aber ^-aJLä. scharf Dit. Hufl. 124,
11. — Jh^t^ ^^ Bxich einen »Spitzhammer** bedeuten. Darf
man »martula** damit zusammenstellen? Im Sinne Ton
»Bestechung, Geschenk** MorgenL Forsch. 147 ist es pers.
xJo«^ Yullers I. 337, dessen Ableitung ich allerdings nicht
kenne.
Ich möchte auch ^^03 (belegt mit einem Verse A^ää*8
bei 6aulL s. y. ^»Jo ; Jäküt IV. 40 , 1) erst als Entlehnung
aus einem aram. tttSmp (hebr. DH^p) fassen. Wenn
auch Ibn as-Sikkit bei (jauh. yor der Form ^•ö^ warnt,
so scheint dies doch grade die ältere yon den späteren pu-
ristischen Lexicographen yerdiungte Bildung. Vgl. auch
Jä(^t 1. 1. Z. 6.
yyS\So ist gewiss, da es im Arabischen keinerlei Ablei-
tung hat , übernommen aus securis , wahrend aram. KHlpD
(paläst Übersetzung yon |Tn3) die Vermittelung bildete. Im
Arabischen hat es die Bedeutung »Spitzhammer** nSpS
i
r
m \
85
angenommen, Gauhori führt sie sogar an erster Stelle
auf and erst an zweiter Stelle heisst es bei ihm JyuJI y^
L^(; indessen es kann keinem Zweifel unterliegen, dass
das Wort ursprünglich die erste Bedeutung hatte. Natur-
lieh ist dann I&^ [schon bei Crauh; es gilt auch die erste
Forpi] erst denominaÜT dayon abgeleitet. Auffallend kann
nur das Eine sein, dass das aramäische Q durch ^ trans-
scribiert \rxcde , was sonst nicht leicht Torkommt ; indessen
wenn man Mufassal p. 172, 4 a.f. yergleicht, so wird es
klar, dass hier ein rein arabischer Lautwechsel Torliegt
So ist wohl auch das mir allerdings blos aus den Lezx.
bekannte ^xS »Axt** entlehnt (vgl. pHS), trotzdem ich
dafür kein aramäisches Äquivalent kenne, (jauh. hat <^)^9
^jujJai ist schon (yermuthlich durch seine Bildung) den
Arabern (Mu^arrab 112) als fremd aufgefallen; es hat über-
dies auch keine Ableitung und ist übernommen aus S^S
(das ich im Hebr. für aramäisches Lehnwort halten möchte).
Es ist der Hammer des Schmieds. Dass Gawäl. &JiLo«% lJt(
«IjLv^ Lot« sagt, yerdient zu bemerkt zu werden. Man
Terwechselte , weil mau die römischen Wörter durch Ver-
mittelung der Syrer zu beziehen gewohnt war, mitunter
Originale und Lehnwörter. So werden auch umgekehrt
griechisch-römische Wörter yon den Arabern als syrisch
bezeichnet.
Wieweit v.ij »das Loch im Beile** und dann »Beil**
selbst begründet sind, weiss ich nicht; jedenfalls stellen
sie sich deutlich zu X&lp »Loch der Nähnadel**. »Bist du
vielleicht aus Pumbnditha, wo man einen Elephanten in ein
Niulelöhr (X£)1p) einführt d. h. unmögliche Dinge erzählt**
heisst es Bäbä Me>f. 38^^^ a. f. (Das Eameel des N. T. ist
86
hier der Gegend entsprechend und mit Yergrobening des
Bildes in einen Elephanten yerwandelt). Zu diesem Worte
gehört wohl W*äW, ygl. Kuhn Zit^ra^ir6/. I. 415, 10 a. f.
J.ti »Axt" (Agani III. 9, 12 nicht häufig in alter
Zeit) und dann übertragen auf einen Theil des Zaumes
(worüber Tgl. Ibn. Dor. ^y^^ v^Lö^ ed. Wright) wird
durch eine Notiz im ^Arüch s. t. DS) ^* Terdochtigt. Zu
jüd. aram. MS3 wird da numlich bemerkt: »Im Griechi-
schen nennt man die SIS y mit der man grübt , D£) i und
ebenso im Arabischen.** Ich kenne allerdings kein ent-
sprechendes griechisches Wort, aber derlei Nachrichten
pflegen selten aus der Luft gegriffen zu sein, und selbst
wenn sich das betreffende griechische Wort nicht finden
sollte, würde ich doch ^^U lieber als Lehnwort aus dem
Aramäischen herleiten. [Allerdings hat dies ^mU Praetorius
in den Sab. Denkm. entdeckt; ygL Kuhn Lüteraturblatt
L 31, 9].
Dass Lo (Diy. Hud. 72, 6. Comment; das dort genannte
Jb ist pers. Juu »Beil'* ; Hai zu Kelim 29, 7. ^3 n^^üSI)
»Hacke zum Graben** Fremdwort ist, hat Rodiger (Glossar
zur syr. Chrestomathie s. y. lilo) aber schon yor ihm
Ihn Doreid Kit^-ütijf:. 15 erkannt. £s ist durch Yermitte-
lung yon HID 1r^ spät-griech. fiippa entlehnt. Jüd. wurde
gewiss auch K*1^ gesprochen, trotz des *).
Auch t*-^^ »Axt" möchte ich für entlehnt halten ; ara-
mäisch iL^ Kai. und Damn. 41, 22; 106, 23, Kl^'H.
Das äthiopische ba§in Dillmann 623 könnte auch (direct
aus K^^Vn) übernommen sein, wenn es nicht schon in
den Inschriften yorkäme (Briefl. Mitth. yon Prof. Nöldeke)
K3^!Cn übersetzt auch schon im Aramäischen das hebräische
/n3. Es scheint hier eine ursemitische Bildung auf in (zur
87
Warzel nVH »spalten**?) Torzuliegen. ManhatiLi^ weiter
aus'i^/yif hergeleitet Das ist abzuweisen, weil es nicht
recht glaublich ist, dass ein Wort mit der sehr speciellen
Bedeutung »Axt** die ganz allgemeine »Eisen** annehmen
kann , während das Umgekehrte natürlich sehr wohl denk-
bar ist. Lautlich würde man die Identification allenfalls er-
tragen.
Wir kommen nun zu den Namen der Haken und Oa-
beln. w^So ') hat neben sich K^yJS- Das Vorkommen dieser
beiden Worter mit zwei in echt arabischen Wörtern nicht
sehr gebräuchlichen Formen neben einander macht beide
yerdächtig. Sie scheinen erst aus 37*13 (mand. jüd.) über
nommen zu sein. Die Wurzel s^,jS »fassen** allerdings wird
man wohl dem Arabischen als echt belassen müssen, daher
dann v,.JL5^» Haken** ^LlJ^ »Zange**. [Dayon soll im Dual
nach Ibn Dor. Kit-^-ütil^ p. 14 ^j,l£jLr blo und im Plur.
^jjuUjyvaiLj gebildet werden. ^jljLJi^aber ist grade einer
der wenigen ursprünglichen Duale im Arabischen'). Man kann
an diesem Beispiele deutlich den Unterschied des hebr. und
arab. Duals erkennen. Natürlich scheut sich das Hebr. durch-
aus nicht, den Dual auch Ton einer grosseren Anzahl paar-
weise vorhandener Gegenstände zu gebrauchen , weil eben die
Sprache die Dualform als Bezeichnung zweier unmittelbar zu-
sammengehöriger und eigentlich eine Einheit bildender G^en-
stände fühlte , also eine Art Singular darin erkennen konnte.
Ganz anders das Arabische, das ^UuJi^ nicht als »Zange**
(D^np /O) sondern , wenigstens nach den strengen Anschau-
ungen der Grammatiker, nur als »zwei Haken** fühlte; so
hätte man nach arab. Anschauungen auch zwei räumlich
s
getrennte Haken darunter Terstehen können , nur dass JLJS]
1) KAmil 500/10.
S) So noch Q^^ } Q^ and die Duale tob KSrpertheileB.
'' .>T- ^:^;^'^c^>^
88
wie es ßcheint , yerloren gegangen ist. Dann muss na-
tOrlich ZOT Bildung des Duals und Plurals die äusserst
umständliche und fast unverständliche Ausdrucksweise ge-
wählt werden, welche Ihn Doreid vorschreibt. Es ist mir
aber klar, dass wohl niemals ein Araber im Gespräche oder
selbst schriftlich diese Ausdrucksweise gewählt hat; man
hätte ihn gar nicht verstanden , da ^jjuüJi* Utj z. B. auch
ebenso gut »zwei Frauen, die zwei Ilaken besitzen** sein
können]. Die aramäischen Worter gehören nicht zu dersel-
ben Wurzel sondern sind nach Nöldeke Mand. Gramm. 120
Anm. 1 iranischen Ursprungs.
Sicherer ist die Entlehnung nachzuweisen bei JL^JL« und
Alaj^i wodurch auch die ganze Wurzel J^ciJ verdächtigt
wird, da alle Bildungen (mit alleiniger Ausnahme des dunklen
&JLÄJuoj Denominative dieses Wortes sind. Da nämlich
im Aramäischen die Gabel N^ ^^'^> und entsprechend jüd.
!r7I73 heisst, so ergiebt sich durch diese Verletzung der
Lautverschiebungsregel das Wort als entlehnt, wenn auch
die Formen nicht ganz übereinstimmen, man müsste denn
die üebereinstimmung der Formen als ganz zufällig erklä-
ren. Die Wurzel U-j^ selbst entspricht (mit einem nicht zu sel-
tenen Wechsel) arabischem Jum, während hebräischem 72^1
- T
arabisches J w '^ gegenübersteht; S^ in der Bedeutung
»herausziehen" aber giebt es im Arab. nicht. Auch ist im
Äthiopischen die Wurzel nicht vertreten.
SjLl^ »eiserner Haken'' (vgl. Dozy s. v.) scheint mir
(mit den anderen unter der Wurzel jLio verzeichne-
ten Wörtern) erst übernommen; aramäisch \Z^jj\JLh^^
welchem jüd. Hir^f entspricht. (Diese vielleicht nicht
semitisch , sondern iranisch ; die Entstehung des ö = o
(mit oberem Punkte) aus ä ist durch das B veranlasst).
/
89
Man beachte, dass es im Arabischen ToUig einsam dasteht
und auch die Form nicht sehr häafig ist ^).
1
Wahrend OJI^TH^ »der Holzpflock'* dem Arabischen
aus der Urzeit verblieben ist, sind einige Namen eiserner
Nagel dem Aramäischen entlehnt.
Am deatlichsten wird die Entlehnung bei «LU«^- Es
erweist sich, da im A. T. die echte Schreibung HIlStTO
neben der aramäischen DHODtS vorkommt, schon durch
Heraustreten aus der Lautverschiebungsregel als fremd.
Die Wurzel . |,v »die Nacht wachen" entspricht hebr. "löw^
»hüten"; dagegen ist 1^ und liii, »annageln** natürlich
erst denominatiy von «UJLtf. Zu TQC7 »Dom** ist .^r^
zu stellen. Sachlich wäre eine Ableitung von %Ua«m« und
j^w von yj^ sehr wohl denkbar, aber die Lautrerschie-
bungsregel macht dieselbe zu nichte, da man dann noth-
wendig hebr. und aram. ^ erwartete.
Wahrscheinlich auch aramäische Entlehnung ist ^Jm«
»Nagel**; denn man wird es doch zu hebr. HStT »scharfe
Waffe** stellen müssen, so dass es arabischem ^y^ ent-
spräche. Dann ist (^jLw »Nagel** erst entlehnt aus KHS^D
Plur. ^3^D = l^^fi^ I \Ljj^ Plur. U» «).
Daneben fallt auch noch die Nebenform ^li*«* »Nagel**,
die sich genau an syr. IAiAiA^ anschliesst, sehr auf. Bei
echten arabischen Appellativa ältester Herkunft ist das Suffix
^ . kaum anzutreffen. Gauh. belegt es schon ?on A^ää.
1) Daron lu trennen Ut nn Loch (für die Thürtn<;el) Kelim 11 , 3,
Nniry aach «Griben*^. Ich habe Last, mit dicwm Letzteren j|JaJL«o •Rdkrt'*
zatammenzustclleD , das im Arabischen kein« Ableitung hat. Ob et Tielleicht
aas ^jY*^ mit Anlehnung an ^7^^' entstanden ist?
2) Wir haben also eine aramiÜMhe Grundform *IO0 (masculin) aninaetitm.
' . -r ■ • • .- -.:./*■
90
Und da auch viJLÄ »decken*' noth wendig zu hebr. ^2D ')«
woneben sich wirklich noch einmal *|3t7 findet, gestellt
werden muss ^), so ei^ebt sich auch \iLL »die Thüre be-
legen, überziehen'* als entlehnt und als einzige echte Be-
deutung der Wurzel (i$w bleibt »taub sein*' zuerst »eng
sein" d. h. »kleine Ohren haben", dann >die Ohren be-
schneiden** ') im Arabischen zurück, da «jCm» »Münzstem«
per* und aüC« ^»Pflugschaar*' anderweitig als fremd nach-
gewiesen sind.
[Sehr starke Bedenken habe ich auch gegen die Echtheit
Ton %_\?rKMt »Schaufel" [vgl. Gauh. am Rande, wo die Schrei-
bung ^jk^XM wegen des Plur. ^j^a^Ijouh yerlangt wird] ,
da es zu ^jJauv »warm sein'* hebr. pHI? »Entzündung"
doch unmöglich gestellt werden kann. Ob es mit ]/^Mm
Gast. 587 zusammenhangt?]
Der Name des Spiesses (^Jl^ Näb. 5,16^) hat einein
echt arabischen Wörtern nicht häufige Bildung^) und ist
wahrscheinlich erst aus "n£){7 syr. h&&A^ enÜehni
Um zu einigen anderen Hausgerathen überzugehen, die
zur Bereitung von Speisen benutzt werden , so scheint der
Name ^}JoJjt ursemitisch zu sein jüd. aram. KH /^*1D ans
• »nVlnn syr. IAV^V) vgl. Nöldeke Mand. Gr. p. 59 Anm.
Die eigenthümliche Yocalisation des Praformativs mit Damma
1) Aramüsierend geschrieben mit^D.
8) Wahncheinlieh bangt auch tsk^ »xweifeln*^ mit »decken, flechten** ra-
Hunmen; et ist «Terwickelt sein, tn etwas hängen**. .
S) XXm# «Strasse** dürfte man kaom za ) ^^ a. stellen; eher könnte t'y^
data gehören (X^L»Jt ö^t!^ ^'"^ *-^- (J^J^'
«) Vgl Ta'Ub Fasth (Barth) 26, 5.
5) Aach seheint das Braten am Spiease bei den Armbern nicht sehr gewöhn-
lieh gewesen xn sein.
91
statt des gewöhnlichen t oder a ist gewiss durch das Za-
sammentreffen des Lippenlautes mit dem Nasal herrorge-
rufen. Auch sonst lieben Nasale die dunkleren Vocale;
vgl. ps^LSj für urspr. IXiJSJ u. a. Hier hat noch der
Lippenlaut mitge%Yirkt. Wenn man die aramäische Form
yergleicht, so sieht man auch, dass die Vocalisicrung des
zweiten Radicals nicht etwa eine spatere durch Yocalhar-
monie veranlasste Form für JiiaJut ist, sondern dass hier
schon aus ursemitischer Zeit eine gleichmussige Bildung
maf^ul Torliegt, entsprechend einem hebr. nicht aus 7t2pD
entstandenen *7t2pp. Sonstige Beispiele sind aber kaum
zu belegen. JjCLj scheint echt in der Bedeutung »rein
^
sein'* Jl^^Lj »ein treuer erprobter Freund" [wie auch
»treu" von der Wurzel ^^* »klar" »rein sein**; ebenso
^o »hell, klar** und dann »treuer erprobter Freund**],
daher dann J^iaj die reine, kostbare Frucht »Dattel**.
Ein anderes Wort für »Sieb" Jü«x hat Lagarde
Armen. Stud. 65 verdächtigt. Loidessen da neben P^jS
%Ai^ »sieben" steht, so scheint Nöldeke (briefl.) die
Übereinstimmung mit cribrum doch blosser Zufall zu sein.
(Vgl. allerdings XT^^^y (jüd.) = XÄTaAytri^ »Herberge'*).
Im Oriente kennt man bekanntlich auch heute nur noch
wenig Stühle und Bänke; dagegen sind Teppiche und Mat-
ten ^) da von alter Zeit her zu Sitzen bestimmt. Der
echte Name solcher Matten ist ^^^'^ (häufig in den al-
ten Gedichten; sie werden von den Weibern angefertigt).
Andere Namen aber sind dem Aramäischen entlehnt , wieder
andere sind persisch. Da ist zunächst ^ilZZ zu nennen
Divän d. Leb. 33 , 9 in dem schon v. Eremer in den Sitzber.
1) So ist rielleicht Txf^a^ za nyüfS^ ^^K^m xa stellea.
I
i^\y
92
der Ak. zu Wien Bd. 98 p. 583 sehr glücklich rrpufiarlov
wieder erkannt hat. Bemerkt zu werden yerdient allerdings «
dass hier die Ersetzung des rr durch das emphat. ^ (Guidi
Della aede p. 16) nicht stattgefunden hat Die Ausleger
scheinen das Wort« das gonss nicht hüufig war, misTer-
standen zu haben. Die Erklärung bei Tebrizi Harn. 49, 15
ist erst aus dem Verse des Leb. abstrahiert.
»Matte" wird von den Arabern selbst als ein dem
Sprachschatze des ^Irak ^) eigenthümliches Wort bezeichnet.
Es gehört zu ^3nD Sabb. 19^ ; 156s 7 a. f. Wl ^313 i^Mat-
ten der Schiffe" =). In »313 = IsJS ist übrigens wieder
ein neuer Beleg für die Richtigkeit der Transcription
^ = 3 gegeben.
Nicht ganz deutlich ist der Ursprung des alten Sujtx
AgänilV. 16 ult.; IV. 66, 10; XI. 161, 13 a. £; Hamäsa
195; Bekri 16, 6 a. f. Es konnte zu >-^h\ »stopfen" ge-
hören, aber ein Derivat der Wurzel mit dieser Bedeu-
tung existiert im Aramaischeu nicht Herr Prof. Oeorg
Hoffmann hat mir brieflich zweifelnd eine Ableitung aus
persisch Lo\ »unter dem Fusse" vorgeschlagen ^). Man
mochte dem gerne beitreten; aber abgesehen davon, dass
das Wort im Persischen nicht vorkommt, bleibt auch noch
1) Die betten Matten kirnen toi Maiain. Ta'älibi (ed. de Jong) 133, Stf.
Dies begreift sieh, wenn man an die ]\Kitr^ KTI^'m^ denkt, die mit Rohr-
pflanzongen angefüllt wären; dies warde ähnlich wie MOfj (Plin. 13, 21) Ter-
wuidet.
3) ^U bedeutet nach der Glotie im Aramäiiehen «Schiffe**. Der Anadmek
«im Aramäiiehen** weist daraof hin , daM sie noch aas gadnäischer Zeit stammt.
In den übrigen Dialecten ist das Wort aber nicht nachweisbar; aber MTTT, das
daneben geschrieben wird , ist das Richtige. Ueber die Abkunft will ich nichts
sagen; aber aas dem Gl. fragm. s. v. worauf mich de Gocje rerwies, sehen
wir, data Schiffe dieses Namens noch in der Chalifenzeit auf dem Tigris Tor-
kommen. Von Ihn Batuta wird 5) ^och als Schiffsname bei den Chinesen
überliefert.
3) Sie könnte an U<^^ eine Stütze haben.
93
die Schwierigkeit, dass ilj%\ (Hui zu Eelim 23 ,- 2 glossiert
Jt2'£)U durch ^3«1T = ^fp^ und n^lT 1. wohl CJy^ Jotcüt
IV. 144, 7) erst aus ^U) zurückgebildet scheint. Neben-
bei kommt es auch im Äthiopischen Tor als zarbSt
Dillm. 1044, wie ich vermuthen möchte, erst Lehnwort
aus dem Arabischen.
Ob «LS »Sitzle<ler' zu j^l2i »ausspannen** gehört, ist
noch nicht ganz klar.
Hierher gehört noch J,^ xIa»^ aus U.^i.lä^; schon Hoff-
mann Martyreracten. Note 206. Vgl. Gauh. s. ▼. J|V;
Div. Hmj. 66, 13; ^Arüch s.v. ^SPi; Tosepht ed. Zuc-
kerm. 595, 26.
Wir kommen nun zu den Stricken, Seilen und Riemen.
Da erscheint mir zunächst fremd das alte i^Jo plur. ii»!^!
(schon bei Amrulk. Mu^ll. 46). Die Wurzel ^j»^ zer-
fallt in zwei Theile. Der verbale J^Zi = ^.▲ylo (erweichen)
»pressen*' Lst echt arabisch; der nomin. aLlLo aber scheint
erst aus l^i^o übernommen; er fehlt im Hebräischen und
Äthiopischen. Die Verba ^Jo, (j^I^I zeigen sich deut-
lich als Denominativa. Dass später auch eine Form J^Lt
sich in's Arabische einschlich, (Gawali]p MorgenL Forsch.
154) ist allerdings wohl nur so zu verstehen, dass das
classische Arabisch in diesem Worte durch eine aramäische
Bildung im Irak und Syrien verdrängt wurde.
Dass Jjj »Strick** aus IL^] entlehnt ist, haben schon
die Araber erkannt. (Eamüs ilk^).
Nach Noldeke (brieflich) ist auch das alte und verbreitete
Wort für )» Giemen*' im Arabischen SStt ^Antara 15,8; Agani
XI. 37. 10 a.f.;Qam. 351 nichts weiter als entlehntes ^itpi.
Vermittelt ist es durch das Aramäische, in welchem es in
mancherlei Formen, theilweise noch unerkannt, auftritt.
•'1. . ■ • ■•,..' .
94
[li^ Barh. gr. L 233, 11 = 9tipi (Assem. m. 466);
plar. ja^'^>äZO (oi = « =s «/) ^npaT^ Athaoas. Festbriefe pag.
y; ferner ^iJ^i-j^ tr;/;«^ lud. 16,13. Hesapl.; ProY. 5,22.
Hex. Dazu Opuac. Nestor (HoflFm.) 147, 18 ^i.-J^ = nX.
Dayon ist dasselbe Wort ^j-i^ >c:l9 ^] Exod. 28 , 32 ; 39,
23 nicht zu trennen. Dazu Gast, fälsch punctirtes li^^^
Th. Nüld.].
Einige Spinn- und Webegemthe tragen auch aramäische
Namen. Si^ ]> Weberbaum" scheint im Arabischen ohne
Ableitung zu sein; daneben wird auch noch ^^^ . ^ (aller-
dings nach Asma^i bei Gauh. s. y. *_««^ in yerschiedener
Bedeutung) gebraucht. Ich bin nicht sicher, ob ich ri£)Ti
Sabb. 96^, 18 a. f. (es soll nach der Glosse »Rand" wie
Jöma 77^, 16 a. f., nach ^Arüch aber den Kamm, mit dem
man auf das Gewebe schlagt, bedeuten) damit zusammen-
stellen darf.
Mit einiger Sicherheit aber kann ich JI3 9 (leider habe
ich keinen alten Beleg dafiir) woneben sich wohl später erst
JtaJU (Amrk. 52, 49) entwickelt hat, fQr eine aramäische Ent-
lehnung erklären. Es hat im Arabischen keine Ableitung,
fehlt dem Äthiopischen und scheint in alter Zeit auch nicht
gewöhnlich. Jüd. aram. K^IIJ Leyy Nhbr. Wtb. IH. 358.
Ucü Gast 541.
Endlich ist auch ^ ]> Faden, Aufzug" (Div. Hud. 96, 8;
Zj^ Dozy IL 741) gewiss entlehnt aus KT3 Levy Nhbr.
Wtb. m. 391. Dazu hbr. ni3D.
T
Auch ^ül^ »Spule" ist unzweifelhaft aus aram« Dlltt
übernommen; aber auch dies Wort ist nicht echt. Bevor
man aber seinem Ursprünge weiter nachgehen kann, wird
es nothwendig sein festzustellen , wie viel Verlass auf die
Nebenform ^LjJ? ist. Es wäre immerhin denkbar, dass
95
schon in einem aramäischen Dialecte die Ersetrong des p
durch jr(K) wie in Xr7S3]7 = xAriAuo-i« stattgefunden hat.
lyXjjS »Spitze des Berges*' (Gauh.) ist davon zu scheiden«
Am Ende ist dies aus Uu^cj: D^l^p »Spitzhammer" über-
nommen, Ton den Lexicographen , die es zu ^J» zogen,
sputer yerkannt Auch die aramäischen Wörter sind firem-
der Herkunft.
Fremd sind noch die Namen Ton Beleuchtungsgegen-
stTinden.
Jbijüi »Leuchter und Kerze'* (schon Amrulkais TgL
Guidi Della sede p. 38 ; $ih. s. t. öSJ^) ist langst ab xiv-
iiiXx candela erkannt, das durch Yermittelung des aramäi-
schen IL|J^ (Gast, (ohne Beleg); Jos. Styl. ed. Martin
p. 20 ult.; Mosinger Monumm. 11. 58. t. 191; jüd. ar.
>t/nij5 (vgl. *Ar. s. T.) in's Arabische gewandert ist.
mSj^ »Leuchte, Licht** wird gewöhnlich aus dem per-
sischen ^t^ direct abgeleitet ; indessen es concurriert f&r das
Arabische noch das Aramäische , in das das persische Wort
Ton altersher Eingang gefunden hat, als )-s^ und K31Z^«
(Au£Eällig bleibt immerhin die Transcription des persischen
durch aram. ^ >^^ Aa sonst eher • !( daf&r gewählt
wird; allerdings liegt sie auch in (P^^ j üüI s=s .^«^ jbv>
Tor). Das Arabische hätte aber f&r pers. ^ gewiss einen
anderen Laut, als ^ gewählt, wenn das Wort direct aus
dem Persischen übernommen worden wäre, da sonst diese
unzureichende Transcription nirgends eingetreten ist. Die
Yocalisation des Arabischen entspricht genau dem Aramäi-
schen, dessen Swa durch den I-Vocal im Arabischen auch
sonst vertreten wird.
im.I:a3 Näb. 27,21; [3ü^\ IV. 737,7] ist bekanntUch
entlehnt aus SilU^lS^t dem es genauer entspricht, als dem
g gi g^^y? ??' ?^.^-?^'-'??^ ?
ijr. l A fcf '^l (Tgl. Qaidi A!aina OtserraHonx p. 3). Zwei-
fellos sind auch die ammäischeo Wörter, auf die <]aa Ara-
bische zuoächat zurücki^eht, nicht Originale, soodeni
Lehnwürter aus dem Persischen, in dem allerdings das
genaa entsprechende Wort noch zu finden ist. Aber auch
bevor es gefundea, wird man schwerlich mit Bernstein an
eine Zu3;imme[i3etzung aus U-4k1 -i- ^.=11 deoken können,
zunächst scboa deshalb , weil X";??* immer ein loderndes ,
hohes Feuer ist, wie hebräiäcb wS*; während hier nur
»Licht" nicht »Feuer" verlangt wird.
.Lm Dozj II. 287 ist weder aus ^«ra;, noch i^ifOi, son-
dern zunächst aus ifxsificv übernommen.
ux«.^ gilt schon den Arabern als tremd. (Mu'^arr. 96
mit Beleg), Der Ursprung des Wortes ist noch dunkel.
Ich mochte vermuthangs weise es zn sebaceas »Talg-
kerze" stellen , das als i*p2D auch in'a Jüd. ar, (Levy Nhbr.
Wtb, HL 469) gewandert ist. Den Lautwandel meine ich
vertreten zu können. Wahrscheinlich existierte auch ein
'•mßxxisy, auf das Jas aram, Wort zurückgeht. — Für
aramäisch musa man nach der üblichen Ableitung aoch
JyXnf halten , das aus 7l3JJ*= 71— JJ? übernommen scheint,
and dessen Bedeutung also daraus festzustellen ist Dies
selbst soll aus 'tfißaka^ entstanden sein. Es steht aber
noch dahin, ob dem wirklich so ist, da sich eine semi-
tische Diniinutivbildung auf J'»on^_,j.c »Traube" hier sehr
gnt denken Hesse. Vgl. namentlich die von (jauh. über-
lieferte Bedeutung von J»aä£ mit Lt-ix und k_>LLe. — Für
entlehnt halte ich den Namen des Besens ivi?,^' (dsvoD
ist ijmji^ »fegen" erst denominativ ; die Bedeutung der Wur-
üel im Arabischen Ist eine ganz andere) aus iJ ^l-.l^ PSm.
1774. Jüdisch gilt nur !<nC:D Low Aram. Pflan-
srnn. 115. Ein anderes Wort dafür ist la^r: Low 1. 1.
97
za den dort angegebenen Stellen tritt noch Hai. ged« Sabb.
Per. XVTL (ed. Ven. 19 n, n) wo es durch ^TiinDl = pcrs.
yiJO^J (neup. ^U^j) und 3nDl3 lies SnOU (3nvt3)
= v^*«L^ glossiert wird.
Zum Hausgenlth gehurt noch der Spiegel, über dessen Ge-
brauch Eamil 5 , 7 zu yergleichen ist Der Name ^JALSkäl ^)
wird von den Arabern yerschieden gedeutet, und man glaubt
^spectdurn' darin zu erkennen. Indessen ich mochte die
HotFnung noch nicht aufgeben, dass noch ein Wort ge-
funden wird , das besser dazu passte. Denn wenn es wirk-
lich ^speadurrC^ sein sollte, so wäre dies die stärkste Ver-
stümmelung , die je bei einem Fremdworte vorkommt. Man
begreift weder den Wechsel zwischen t und _ noch auch
den Einschub des ^. Allenfalls würde Jl^lII«2 oder JlsxIa^
(^JuLm schon in alten Oedichten) möglich sein. An 73 /3D
»rund" zu denken bringt nicht weiter.
Es giebt eine Nebenform JlajL^% (Mu^arrab p. 78) mit
Verwandlung des harten Zischlaut^ in den weichen, um
ihn dem folgenden ^ zu assimilieren. So sagt man aus
demselben Grunde Tulgär yAiO für ^mA^ Gawäl. Morgen!.
Forsch. 143; Tgl. auch Praetorius in Kuhn LitteraturbL
L 197,6 a.f.
xj^L« »Spiegel'* leiten die Araber Ihn Dor. Kit-al-iMil^
191, 6 a. f. Yon *Lo ab. Ich möchte es zu äthiop. mähw
Dillm. 146 stellen; allerdings spielt auch gl^ Zuh. 1, 12
hinein. [An »Wasser" wohl nur angelehnt; freilich passte
»wasserartige Glätte" oder dgl. auch zur Noth. Th. Nöld.].
Der Kamm scheint einen fremden Namen zu führen ^JUi
DiY. Hu^. (Wellhausen) 169, 4, im Commentar durch
yuXIt b r- % U erklart. Ob das nicht eine in unseren Lexi-
1) Schon Amnilkais Mu'allakt t. 29.
98
eis fehlende Ableitung Yon t7\o^ »Haar** (TlXfiftx ist Filz)
sein könnte? Nach Anderen (Jal^üt JH. 831 , 17) ist aller-
dings die wahre Lesart jJLlc, das auch sonst als ^^Jua
erklärt wird.
THIERE.
Wie bei den alten Indogermanen (ygl. Jacob Grimm
Das Wort des Besitzes KL Sehr. 1 , 80) so ist anch bei den
alten Semiten Besitz ursprünglich vom Vieh verstanden,
rUpO ist wie JLt »Heerde" (Gesenius Hwb. Et. 491) aber
r': •
auch 0*033 1 das (ib. 531) zu einer Wurzel * 033 = 033
t: - t
»aufhäufen" gestellt wird, ist vielmehr ursprünglich »Heer-
de" wie auch IsLsJ , K033 zur Wurzel 033 »schlachten**.
Während aber die angeführten nordsemitischen Wörter stets
Rinderheerden bezeichnen, ist JLt immer Besitz an Ea-
meelen. Das Eameel ist ja immer , seitdem Arabien in die
Geschichte eintritt, dessen charakteristisches Thier gewesen.
So wird denn auch schon Jes. 21. 7 703 331 auf die
TT » T
Araber bezogen, und der Inspector der Eameelzucht Salo-
mons ist der Ismaelite S^31K L Chr. 27, 30. So steht
denn auch in einer alten Geschichte, die uns über die Schät-
zung der einzelnen Yieharten unterrichtet (Eamil 318), das
Eameel voran, während es bei Abraham Gen. 12, 16 erst
in letzter Reihe auftritt. Ausserdem wird uns Arabien noch
als reich an Lämmern Widdern und Bocken geschildert
Ezechiel 27, 21; ein Hagri ist der Au&eher der Schaafe
I. Chr. 27 , 31 , und auch Jes. 60 , 7 werden die Schaafe
Eedars und die Widder Nebajoths erwähnt.
Das in den alten Gedichten der Araber so viel gerühmte
99
Pferd ist, wie man weiss, nicht Ton ältester Zeit her ara-
bischen Ursprungs; vgl. Hehn Kulturpßansen etc. (HL
Aufl.) 32 ff. Dazu stimmt Peripl. mar. erjthr. 24 x») r$
Tvpxvya iiiovrxi Tttoi. Von den Nachbarländern der Semi-
ten hat Ägypten die Pferdezucht in alter Zeit zu hoher
Blüthe gebracht, daher der beständige Zusatz bei Pharao
im Exodus VS^"1£)31 13313- Ägypten liefert denn auch
Konig Salomo seine Pferde I Kon. 10 , 28 ; II. Chron. 9, 28.
Daneben hat Persien (Armenien) von alter Zeit her starke
Pferdezucht, daher nimmt Tjrus seinen Bedarf. Ezech.
27, 14; vgl. Kiepert Handbuch der alten Geographie p. 52.
[Persien hat dem Westen mancherlei Gerathe zur Ausrüs-
tung der Pferde überliefert; schon in der Misnäh Kelim
23, 2 wird n^TOH HSITD erwähnt. Das ist aber kein
»medischer Mörser" wie Leyy Nhbr. Wtb. HI. 28 nach
einer sehr unglücklichen Erklärung R. Simsons wiederholt ,
— denn alle übrigen dort genannten Gegenstände gehören
zum Reitzeug — sondern eine Art Sattel. (BLai ^3X"1D |*0S
!• 3^X1D = ^^y^ I^ozy I. 645). Formell scheint es aller-
dings gleich n31**0 » Mörser" = ^^Jü9, (^Jua ^Al^ 1, 41,
Amrk. Mu^all. 56]. In relativ später römischer Zeit treten
arabische Reiter mit ihren Pferden auf; als equites 7^-
mudeni in der Notitia dignitatum erwähnt. So ist denn
auch der eine alte semitisch-ägyptische Name des Pferdeä
D*ID un Arabischen nicht mehr erhalten; dieses hat nur
den anderen Namen desselben C^"l£) als ^Jii zugleich mit
dem äthiopischen faras bewahrt, während das Aramäische
nur die Ableitung L1^ = K^^lfi »Reiter" =r hebr. S^nfi
übrig behalten hat. Ob dies Wort echt ist, ist auch noch
fraglich; zu arab. ^lli » brechen" kann es schon deshalb
nicht gestellt werden, weil dies hebr. aram. D"l£) en^
spricht, nicht C^lfi.
100
DayoQ, das die Pferdezucht eine ziemlich junge Errun-
genschaft der Araber ist, giebt die Sprache insofern noch
Kunde, als fast alle wichtigeren Gerathe, die zur Beklei-
dung desselben, namentlich im Kriegsfälle dienen, fremde
Namen tragen.
Ich nenne zunächst ^Lsü »ZOgel" Zuh. 17, 10; Alk. 2,
35; Sih. s. r. fjia.; lbnHisr31,3; 628,4; Schon die Ara-
ber (Mu^arrab 134) leiten es vom persischen jJ3 ab. Das
ist nicht ganz unbedenklich , vor allem schon deshalb, weil
auch das Äthiopische in genau entsprechender Form' 1 e g <^ am
bietet Dillm. 61 (in der Bibelübersetzung , also Tor arabi-
schem Einfluss) und persische j nicht durch's Arabische ver-
mittelte Lehnwörter in dieser Sprache kaum zu erwarten
sind. Dann steht es, wie es scheint, auch um die Ablei-
tung von Axi im Persischen nicht unbedenklich. Femer
weist das Aramäische ganz unbeeinflusst vom Persischen
KO^I / :»Sännbacken" auf, das Dillmann 1. 1. mit Recht
zu 1^ stellt [wie es scheint, hat der harte Laut sich durch
die beiden Liquida erweicht] zu welchem sich li^äm stel-
len Hesse. Das Wort verdient jedesfalls noch genauer un-
tersucht zu werden. Sachlich allerdings würde sich eine
Entlehnung aus dem Persischen sehr wohl rechtfertigen
lassen; indessen möglich wäre ja auch, dass das Persische
ligäm aus dem Aramäischen entlehnt hätte. Bedenklich
ist nur, dass dies, wie es scheint, keine Spur der Bedeu-
tung »Zügel" mehr erhalten hat. Vgl. auch griech ;^a(Aiyo«
»Zaum" und »Mundwinkel".
Ein eigen thümliches Zusammentreffen ist es, dass noch
ein Wort für Zügel von den Arabern selbst als Fremd-
wort betrachtet wird, während es vermuthlich ganz gut
semitisch ist. i^f^y soll nach Gawalilp Muarr. 73 und
Lagarde Ges. Ahh. 17 aus pers. ^jJl^ entlehnt sein« Diese
101
Annahme hat den Umstand gegen sich, dass sich |D^
schon Jes. 30, 28 findet, also in einer Zeit, in der per»
sische Lehnwörter im Hebräischen nicht gut vorauszusetzen
siud , namentlich dann nicht , wenn sie sich im Aramäischen ,
das sie doch hätte vermitteln müssen, nicht finden. Dieses
aber kennt |D*1 nicht'). Auch scheint der Ortsname ^Lm>)T
verglichen mit |D*1 Oen. 10. 12 für die Echtheit zu
sprechen.
Übernommen sind aber eine Reihe von Ausdrücken, die
sich auf Sättel beziehen , darunter einige aramäischen , an-
dere persischen Ursprungs. Die Sättel von ^ira werden
ganz besonders hervorgehoben (Amrulkais 4 , 59 ; s«>«4X«Müt
4>jL:0jt 3%A^t Jld^ Näbiga 5, 29) und dort konnte per-
sischer Einfluss sich leicht geltend machen.
o ^
Zunächst ist -.^ »Sattel" AmruH:. 48, 64; Zuh. 17, 26
als fremd in Anspruch zu nehmen. Es ist aber nicht aas
pers. (if^ übernommen, womit es Mu^arr. 90 zusammen-
gestellt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es viel-
mehr aus aram. HjHD (welches schon in der Mifa&h
WID »Sattler" bildet, Levy Nhbr. Wtb. UI. 587) ent-
TT*
lehnt. Dieses ist im Aramäischen echt, da auch sonst die
• ^
Wurzel yiD »flechten" da sehr gut vertreten ist. ^^
ist aber durch den Mangel einer Ableitung (die verbalen Bil-
dungen sind erst denominativ) verdächtig ; denn an eine di-
recte Ableitung des arab. _ ^ aus einer Wurzel ^1^
»schmücken" die man ev. zu äthiopisch sargawa stellen
konnte , ist wohl weniger zu denken ')• Wenn man die Zu-
o « «
1) Pen. ^»y»0*j hat tUerdingt xa [jr^^ (cT^Ji '^^ drehen** geeCellt, et
giBz gute Ableitung. (Dtza rettii).
2) Im Syritehen scheint dai Nomen nicht sehr beliebt, aber im jüd. Ar»>
maia en hnt ilO sogar tehon ein denominatiTet Verbnm entwickelt. Ltvj
102
sammenstellang Ton _ ^^ mit aram. 3*1D »flechten'* zn-
giebt, dann ist schon durch die Lautyerschiebungsregel
der fremde Ursprung genügend bewiesen , da jener Wurzel
arab. _ ^ , s^^ a Ibn Dor. KU^al-ütihi. 300 , 4 ent-
spricht ^).
Sodann sind mehrere Namen Ton Pferdedecken aus dem
Aramiiischen übernommen. Zunächst ist is^j »Satteldecke'*.
Zuhair Mu'all. 8; Agäni XVI. 143, 18; Bekri 72,5; Div.
HucJ. 90, 16 zu nennen (»Teppich" Tabari I. 963, 18;
1150, 3). Es ist gewiss erst übernommen aus ar. KU!33
Besah 15*; Bab. Mesi'äh 84>, 3. (Rasi »Polster"). Aber
auch dies Wort ist nicht echt, sondern sicher erst über-
nommen aus pers. Jl^ [das früher einmal namat gelautet
haben muss, da es sonst namt im Neupers. lauten müsste
Th. Nold.] oder namih wenn es auch ein ursprüngliches
d gewesen wäre, vgl. neup. »%; == "nt •= «>%% »Panzer".
Zur Transcription des pers. t durch [2 io ▼gl* Hoffmann
ZDMG. XXXn. 768. Das Wort findet sich auch im
Syrischen vor als U^ilaL PSm. 1956^. Einige Bedenken
Nhbr.. Wtb. IIL 686. Ei heint nur •satteln** nieht, wie Lery will •▼erflech-
ten, amtpannen*'.
1) Hebr. CTjn^. Sjr. ^OJ^ « oShc ist wohl kein Fremdwort, londern
beseiehnet irgend ein gitterf5rmiges Bauwerk, tielleicht direet • Gitter** )^^o^
•käounen** Caat. 619 itt, wenn eckt, natürlich anch nar eine Umbildong für
^£0|^ zur Wurzel «^ j^ « arab. ^^ »ipalteu** [nicht mit DUlmann
S44. zu #jj^ ro stellen] and ebenso ist )Ai^O|-» •Kochlöffel, Sehaomlöffer
eine solche fBr \^o'^ Gast. 636. Die Qmlautnng des «^ in „^^ ist wahr-
scheinlich durch das Torhergehende R reranlasst. ^jy*» PSol 1808. a. ▼.
! ^ .^ Vi II ttimmt genau zu misniach y^O Lerj Nhbr. Wtb. III. 586 unten;
•Ar. a. T. a->0 IV.
C) Bei dieser Gelegenheit mag noch ein anderer sjrischer Ausdruck für
•Satter l^oü^i.^^ PSa. 1966 s. t. ^MaIL; Gast. 708 erklart werden ; es ist
TiAifrrfc oder wtAmroq , .KU , Wolle". Oaron mnss } aV.^ Eli» bd Lag.
103
habe ich auch gegen das nicht seltene Juü (Dit. Hnd*
28, 7) das Tielleicht direct aus 12/ »Filz" übernom-
men ist, wenn auch die Wurzel JuJ »feststehen" =s *Y3/
»yerbinden" (auchsyr. fiA^) gut arabisch ist. AnderenfSdls
müsste aus EiX^J »Mahne"-i»Haar" als Grundbedeutung an-
gesetzt werden und dieses dann (wie TiXuri^ Filz aus tTXo^)
daraus gebildet sein. Es steht synonym mit h^j so ist
die arab. Übersetzung des pers. Namens ^f«^ iX^ = ^jjcLJ
Jakü( lY. 3 15 , 15. — Zu keinem Resultate konnte ich kom-
men bei ^L^^, io\Ja^y ausführlich erklärt beibauh., nach
Einigen die oatteldecken , nach Anderen das Polster unter
dem Sattel ; ygl. auch Ihn Dor. in Opusc. Arab. ed. Wright
p. 6 u. 7. Schon die Unsicherheit der Tradition über die
Bedeutung lasst erkennen , dass wir es hier mit einem
Fremdworte zu thun haben. Auch abgesehen davon ist
eine Ableitung aus dem Arabischen nicht gut anzunehmen«
Ich dachte, dass vielleicht irgend ein römisches Wort auf
(itu8 zu Grunde liegt, so dass ^Lbj? die ursprüngliche
Form wäre, aus der man dann ^Ubü? arabisiert hatte;
aber die aramäischen Dialecte weisen sein irgendwie ent-
sprechendes Wort auf. Vielleicht ist es also aus pers.
^4>j«j Yull. II. 1044 übernommen; dieselbe Entwicke-
lung macht »J^ (ly*^) durch. — Ein Fremdwort scheint
^m IT
mir auch JL »Satteldecke" 'Ant 20,26; Ihn Dor. JTä-
al-^i^tih. 190, 13. Zu Jl> »gross sein" kann es nicht gut
gehören, auch erregt die doppelte Vocalisationsmöglicbkeit
Praeterm. 40,5 — A^ "^tnu dies richtig ist, getreant werden. Namem der
Decken und Polster sind auch sonst noch aas Penien entlehnt ^^3: (Hü in
KdOm 32. 2 n^ n't33 puO 1. iSn » pen.^ oder 'Vi - arab. ^^ and
' i,0mSüJO (m |A w^ y PSffl. 1506 aus riirifc oder dem Pertischen?) « pera.
luoftjj (ium»*Ju). Aber n*01> K21. 23, 3 kann damit nicht identisch
Es wird za juLäj^ « {.^id^ gehören.
104
und die deDOminatiTe Bildung jJL>. Verdacht Ich stelle es
M UrhM (targuro. and talmudisch) l--!^. PSra. 679 , wenn
dies auch nur in der Bedeutung »Kleid" »Hülle" überlie-
fert ist.
Bekannt ist längst die Herleitung von ,_^fjj* ') Kimil
342 , 7 aus griech. xfijrli , welchea zuerst Fleischer de gl.
Hab. 7-1 erkannt hat. Vgl. Dozy H. 3^4. Dies gehört zu
den wenigen griechischen n«A( durch das iramäische, son-
dern direct aus dem Griechischen in's Arabische gewander-
ten Wörtern. Man kann das nur so erklären, dass es von
den Arabern in Ägypten zuerst übemommen ^rurde. [Jai-i
>in der bei Gauh. naher beschriebenen Weise sitzen" ge-
hört wie es scheint, zu yÄÄJ^r'Sp izusammenziehen"].
Sachlich 7gl. noch Opusc. Ar^b. p. 2,2.
Als persisch ist bisiier immer angesprochen worden Wi^^j
(mit li ist nach «Jauh. die correcte Aussprache) »Satteldecke";
als Ortsname Jäküt I, 558 mit (falscher) Erklärung aus
dem Persischen ; leider habe ich keinen Beleg aus alter
Zeit dafür. Ich denke aber keinem Widerspruche zu be-
gegnen, wenn ich es zunächst zu syr. 1-.^^j-o PSm. 604;
MOsinger Monument. I. 5 ts. 88 ; jüd. pyTl^ (schon in der
^lünähspracbe Levy Nhbr. Wtb. III. 244: ein syr. lAIiii.
das dort erwähnt wird, existiert aber nicht) stelle. Schon der
Wechsel zwischen jüd. 13 und sonstigem 3 fuhrt aber darauf.
dass auch die aramäischen Wörter keine Originale sind. Dia
syrische Form scheint nun die ältere, neben der die jü-
dische eine auch sonst zu beobachtende Semitiaierung dar-
■tellt. Eine Ableitung aus dem Aramäischen wäre nicht
möglich, da eine Wurxel J?T1 \?i nicht Torkommt; auch
zor arab. Wunel p^. hat es keine Benehungen. Es liegt
I| UtbcT iit Auipnchi! rgl Giuh. • i., li.V, III. iK.
lOS
also am nächsten an persischen Ursprung zu denken. Der
erste Bestandtheil des Wortes mag Ij ȟber" (ygl. ^^yf)
enthalten. Am Schlüsse scheint es aber stark yerstQmmelt.
yirV2 »Enittel, Stachel" hat augenscheinlich nichts damit
zu thun ; auf dessen Etymologie fahrt 107)3 , dessen Syno-
nym es ist. Es gehört (wie lO/D «ur Wurzel 10 /) zur
Wurzel i<T1==l?^ »unterrichten"; »erziehen" und »züch-
tigen" gehören, wie auch in unserer Muttersprache « hier
zum selben Stamme; die Übersetzung Yon ID^O im Tar-
güm ist »nniO, HD" IKön. 11, 12 = ^1T.
Wir haben hier wieder einen der Ton Nöldeke Z D M G.
XXXV. 497 besprochenen Falle, in welchen fSr radicales K
imjüd. Aram. unberechtigterweise ein ^ , dessen Lautwerth
zu dieser Zeit bereits verloren gegangen, eingetreten ist.
Bei yvJLr (nach (jauh. Ae6«^t -^„^.t La ; nach Ibn Dor.
Gamhara (Cod. Lugd. im v&iI%IjüUm1(I wb) ^ «^ Lt ^jmJL^L
RfiS^^t y^ L<^) ^^^^ ^^^ zweifelhaft sein, ob es als
echtes oder als Fremdwort zu betrachten ist. Man würde
IrrSii PSm. 1285 allerdings leicht als Lehnwort aus dem
Arabischen ansehen können, aber da auch ItrrS i* dane-
ben vorkommt, und zwar, was wichtig ist, in differen-
zierter Bedeutung, so wäre eine Entlehnung dieses Wortes
aus dem Aramäischen nicht ausgeschlossen. Sicher kann es
sich ja lautgesetzlich, da die Reihe s^ = ^^ häufig ist,
nicht erweisen lassen. Ob man dazu äthiop. hasl Dillm.
91, stellen darf? Yon der Wurzel hasala »zäumen"^
TOn ^^^iJSM (man denke an (^$\s3^ ^ ICTI ; Dillm. Ver-
gleiche sind weniger passend) zurückhalten** ist es wohl
ganz zu trennen.
Auch vjiyi »der Eselsattel'* scheint mir erst aramäisches
Lehnwort. Daneben kommt v^ilil vor, das wie es scheint,
erst eine aus einer denominativen Yerbalbildung von sjkS\
106
abgeleitete Form ist. Beide aber haben keine Ableitung im
Arabischen (oder Äthiopischen). Auch \Jq1 GL geogr. 379,
18 ===: aLijJI (was 6aah. belegt) wird zunächst hienron zu
scheiden sein. So wird es wohl aus ^y\i^ syr. isL^o] Bar
Ali 596) entlehnt sein.
Von den yerschiedenen Ausdrücken, die das Arabische
für die Pferderennen übernommen hat, und von denen die
meisten persisch sind (z. B. ^;t Juu0 ; wohl auch JuCmJ u. a.)
hat wenigstens einer, wie Noldeke erkannt hat, einen
aramäischen Namen ^jLuo (Gauh. s. v. -Ju; Div. Hu(J.
15, 3 im Commentar iJu^mJ! ^i««> vj'^^^^b^ entstanden
aus Uli^
Neben dem Reitpferde haben wir seit alter Zeit noch
das Lastpferd mit einem besonderen Namen bezeichnet:
^«6o (DiT. Hu(]. 10,4; Sili. s.v. ^jöo; ein Verbum de-
nominatiyum gebildet Kamil 272 , 3). Es ist zunächst ent-
lehnt aus aram. )Jc9|.2, das selbst wie schon FSm. 604
und HofiFmann Gloss. zu den Hermen, erkannten aus ßoup"
iav burdo übernommen ist. Die jetzige Vocalisation des
Wortes ist nur dem Bestreben entsprossen, auch hier die
Analogie der Form J^jü hervortreten zu lassen. Die ältere
Vocalisierung war wohl bardün. Auffallig erscheint hier
einigermaassen die Ersetzung des syr. ? durch 6, da an
dieser Stelle eine Aspiration im Syrischen unmöglich ist,
wenn man nicht annehmen will, dass das unmittelbar vor-
hergehende R halb vocalischen Werth fOr die Sprache ge-
habt und den folgenden Laut beeinflusst hat
Beim Rindvieh , zu dem wir nun übergehen , ist zunächst
•
als sehr altes übernommenes Wort ^«\ zu nennen, das
durch Vermittelung des aramäischen 1^1, 2*)T aus griech.
^vyo^ in's Arab. übei^egangen ist. Auch im Arabischen
107
hat es noch den ursprünglichen Begriff des zusammenge-
spannten Paares ^Antara 21, 31, aus welchem sich dann
»Paar'* überhaupt mit allen Denominatiyen entwickelt. Kei-
nem Araber ist je ein Zweifel gekommen , dass dies Wort
echt seL Es muss aus sehr alter Zeit stammen, auch die
Abessynier haben es schon in ihrer frühesten Litteraturpe-
rioile — es kommt schon in der Bibelübersetzung Tor —
wohl auch Ton den Aramäemals zaug Dillm. 1061 ange-
nommen. Einige Schwierigkeit macht Vi »die Satteldecke**
(belegt mit einem Verse Lebid*s bei Gauh.); wenn man nicht
annehmen will, dass sie einfach »Paar** genannt wird, weil
sie aus zwei Theilen besteht, so wird man es zu K2T »sich
lehnen*' K3V Targ. Jes. zu Ley. 15, 9 stellen müssen, ^v
ist, wie schon Noldeke Hand. Gramm. 41 nachgewie-
sen hat, K*11T (mand. KIX?)» ^^ ^ Talmudischen gern fiCbr
»Paar** gesagt wird. Die im Kam. angegebene Bedeutung
wird durch Ibn Dor. Kit-^l^istilp. 320 ult bestätigt; tv
»Scheere** (wie auch jüd. D^IÖD ^ itT) Jätnit IT. 960 , 9.
Für die Ton Noldeke 1. 1. angenommene Umbildung laast
sich u. a. anführen D^N^D Hai zu Eelim 16, 3 für Tulg.
ptD Cirüch s. V. ao m. I^D). [Es hat mit HHO , womit
es Hai z. St. und Levy Nhbr. Wtb. IH. 488 s. v. ^D com-
binieren, gewiss nichts zuthun. HV^JI^ E6Iim 16, 5 wird
ein Fremdwort sein, nicht Ton rUlD stammen. ^atpyetvU
hatte das R nicht gut verlieren können]. So wird auch im
Strassburger Dialect (»Strossburjer Ditsch**) aus tagen^wur
en (so auch in den Strassburger Bilderbogen transcribiert)
mit vollständiger Yerschleifung des G.
Die den ürsemiten gemeinsamen Thiere hat Guidi Della sede
p. 30 aufgezählt. Von ihm selbst bin ich darauf aufmerk-
sam gemacht worden , dass er Jt\ »Lamm** zu den aus dem
Aramäischen entlehnten Wörtern zählt Verdächtig ist ihm,
108
das« es im Arabischen keine Ableitung hat und <Iia dop-
pelte Tocalisationsmuglichkcit: , die, wie er glaubt, auf das
aramäische t in Iflsl zurückgeht. Dem Ifisst sich noch hiu-
zufilgen, daas die BUJunij im Arabiächen durchaus selten
und, wie es acbdnt, nicht einheimisch ist. Mir sind nur
noch (jola. und Jöl (beide fremd) bekannt. Auch die Bil-
dung JJLi kommt nur in sehr wenigen Namen vor (ilu'arrrib
2tj), Ea fehlt auch dem Äthiopischeu und Hebrilischeu. Im
Aramäischen aber ist SII^N in allen Dialecten ein sehr flb-
lichea Wort — Sachlich allenliugs müchte man die Entlehnung
dieaea Wortes kaum annehmen, wenn man Ezechiel 17,
21 und Agatharchides (llüller) 179, 8 liest.
y— j^ (vgl. meine Beiträge zur Erklär, der mehrlautigen
Bildungen im Arabischen, Leiden 1S78. 11) Mu'arrab 106
und Sacbao dazu 48 ist zunächst zu ir:^) zu stellen.
Es kann zweifelhaft erscheinen, warum die Araber den
syrisch nur als 1 erhaltenen Anlaut durch = wiedergiehen ;
indessen bei mehreren Lehnwörtern ist im Arabischen ein
c erhalten , wo unser Schriftayrisch nur 1 zeigt. Es kann
sein, daaa in den den Arabern näheren Gegenden eine
schärfere Scheidung der Kehllaute üblich war , Tgl. z. B.
i)i,Lj.£ aus D3~X (woneben kein 'Dj^I? überliefert ist)
übernommen. [Allerdings auch das Umgekehrte gelegent-
lich; J^'V^^^ijOa-öI] Denkbar wäre dann auch, daas *bsciiiii
(da mand. J^Dn^wJ? hier nicht in Betracht kommt, denn
y-j,'," wird gerade den -L-Jt j-j-ä beigelegt) für U?s^1
mit irgend einer hier erklärlichen Anlehnung an I rl a *^
»Wolle" gesprochen worden ist. Die Betonung des ersten
Lautes mit u ist wieder auf die arabische Analogie zurück-
KutCUiren. Dass Gawäliki unser Wort für griechisch erklärt,
hat wohl kaum das zum Grunde, dass es in früher grie-
chischer Gegend gebraucht wurde, sondern dass er die En-
109
daD(7 U^o Toa anderen ihm bekannten Fremdwörtern her
für griechisch (romisch) nahm.
Über die Übernahme des Lehnwortes vJScS »Bar*' aus l^?
ygl. Hommel *), der auch die nothigen sachlichen Nach-
weisungen dikfiir giebt « dass das Wort erst übernommen ist.
Man könnte wegen ganz anomaler Lautyerschiebung
auch iJ^fjS fremder Herkunft yerduchtigen. Aber [in
) A^^ ist das «-^ wunderlich, denn hebr. t733 stimmt zu
ißjS'* Das syrische Wort ist nun aber sehr selten ^ weon
ich nicht sehr irre; ich habe wenigstens zu dem einen Be-
leg bei PSm. (denn Barhebr. gr. II. 99 ist kein wirklicher
Beleg) keinen weiteren. Der Schaafbock heisst sonst Ig-s?*
Ich Termuthe nun , dass I ^ ^^ gradezu den Arabern entlehnt
ist. Die Beduinen werden ja vielfach das Kleinvieh den
FelliU;ien und Stadtern gebracht haben, wie das heutzu-
tage vornehmlich kurdische Hirten thun. Die Bedeutung
»Balkenköpfe", oder wie li.▲^^.▲^9 gemeint ist, beruht nur auf
E., ist also völlig zu ignorieren. Wäre das Wort aber auch
echt syrisch, so müsste man eine Anlehnung an die be-
liebte Wurzel ^mJL^A annehmen. ^J^ kommt schon in den
alten Gedichten vor und zwar grade in der Bedeutung > Führer,
Held" Th. Nöld.] Vgl. Samäsah 83 ; Jäküt U. 464, 9.
Die Echtheit von iimjJ mag ich nicht verbürgen.
Über das Maulthier hat Guidi a. a. 0. bereits gehandelt.
Daselbst ist auch schon hervorgehoben, dass ^^ol^» Maul-
thier" kein echt arabisches, sondern ein aramäisches Lehn-
wort ist. Es hat im Arabischen keine Ableitung, sondern
ist übernommen aus 1^9 s^ kdtina im Pehlevi Glossar Sa-
1) Säugethiernamen der Siidseimten p. 301.
HO
lemann Trar. de 1a IIIn«sess. du congr. intern, des Orient.
Cap. Vn. '). Vgl. Lagarde Ge». Ähh, 54.
Das3 J.ij aus äthiop. bakl entlehnt ist, bat Hommel
walirscbeinlich gemacht 1.1. p. 113^).
Ich komme zum Schweine . v. ,1^ (als Ortaname Jäkilt
II. 473, 5), das auch schon Guidi mit einer Andeutung ver-
dfichtigt. Er sagt Della gede 24 »tuttavia non oserei af-
Srmare, che -j^ü sia vocl' antichissiroa", beruft sich
allerdings zum Beweise seines Verdachtes nur auf Straho's
Notiz, dass es in Südarabien keine Schweine gab. Ich
glaube, dass Guidi Recht hat; seine Ansicht kann aber
noch durch mehrere Qm.stände erhärtet werden. Zunächst
verdient die bei aller Cbertreihung doch bemerkeuswerthe
Notiz des Solinus Polyhistor Cap. 33 (p. 132 ed. Bipont.)
erwiihnt zu werden: »Arabes praeterea suillis camibus
prorsus abstinent; sane hoc animalis genus si invectum
illico fuerit, moritur illico". Wenn man auch das Letzte
unbedenklich als Übertreibung ansehen kann, so geht doch
aus der Nachricht zur Geniige so viel hervor, dass das
Schwein in Arabien sehr selten war. In den alten Gedich-
ten wird es kaum einmal erwähnt. Zueist finden wir seiner
im Korane gedacht, wo es Muhammed in Nachahmung des
jüdischen Gebotes den Gläubigen auTs Strengste verbietet.
Gerade dieser Punkt beweist am besten, dass man Schweine
nur selten in Arabien angetroffen haben wird. Wäre es
da häufig gewesen, hätte es einen irgendwie integrierenden
Bestandtbeil der Volksnahrung gebildet, so hütt« Muham-
med nicht daran gedacht, es zu verbieten, da er in seiner
1) ^yM ein ledernd Oelau. in welche m gMUmpft wird, wird wohl ii
tJjtJii .Sammer" geböna.
2) VgL .He cibea p 99 ddcrte Stelle .In Pcri[>l.
111
Nachahmung jüdischer Brauche doch immer den Yerhili*
nissen seines eigenen Volkes zur Genüge Rechnung trug.
Unmittelbar vor dem Schweine wird Leviücus XI. 4 auch
das Kameel als unrein und yerboten bezeichnet Eameel-
fleisch zu geniessen hat aber Muhammed den Seinen nicht
yerboten, weil er es ihnen nicht verbieten konnte, ohne
dadurch vielleicht seine Reform ganz in Frage zu stellen.
Aus allen diesen Momenten zusammen nun ziehe ich den
Scbluss, dass ^U^ erst ein von den Aramoern übernom-
menes Wort ist. Es handelt sich noch um die lautliche
Identification. Diese allerdings ist nicht ganz unbedenklich ,
da sich von einer Verdoppelung des mittleren Radicals im
Aramäischen nicht das Mindeste zeigt, weil sonst auch je-
desfalls der Anlaut seinen Vocal bewahrt haben müsste.
Auch das Hebräische zeigt nichts dergleichen. Es bleibt
so nichts Anderes übrig, als anzunehmen, dass cIm Araber,
die das Wort übernahmen , zunächst etwa * y^^ gespro-
chen haben werden , woraus dann * ^y^ und ^vl^ entstan-
den ist. Im Äthiopischen ist banzir nach Dillmann 109
nur ganz vereinzelt; das übliche Wort ist tiaräwejft
Dillm. 88.
Ein Ausdruck für das »Junge der wilden Kuh** y^^^
(Näb. 6, 10; far. 5, 7 nicht selten in den alten Gedich-
ten, trotzdem Gauh. keinen Beleg hat), könnte, wie es
scheint, ein gesuchter aramäischer Name sein ^}, da das
Wort einer Ableitung im Arabischen sich nicht anbeque-
men lässt. Es stellt sich dann zu 1}^ j^ [und vielleicht
ist auch y&l^ = *^]^ ^3 »Ziegenhausen*']. Doch gebe ich
diese Erklärung selbst nur als Vermuthung aus und würde
lieber ein persisches Wort darin sehen, mit welchem, wie
1) Wie y^j^ aus 'pm fgl. NoUeke ^Jmmd. Qntmm. p.
18».
■«-^.----^-^*f
mit .0^ = . jj?" AjnrulV- 17,6; Ma'arr. 46, 12;Tar. App.
9,3; Bekri 252, 13 die alten Dichter ihren Versen be-
sonderen Schmack beizulegen glaubten.
Die Eatze stammt bekautlich aus Ägypten , wo sie (rg).
Hebn) ilurch jahrhundertelange mühselige Zucht Jer Men-
schen ans einem wilden Thiere zu einem Hausthiere
gemacht wurde. Ihr Xame ist bei den Arabern .LL-,
woneben j.^w vorkommt. Schon diese Doppelform erregt
billig unseren Verdacht, und gewiss ist .Li— i aus Sljl*?
erst übernommen , das selbst vielleicht eine onomato-
poetische Bezeichnung der Katze ist. ]*Äm> ist dann
durch die Analogie der sonstigen Thiernamen dieser Bil-
düng hervorgerufen worden. Die Form Jjju scheint näm-
lich in einer iriiheren Periode des Arabischen eine Dimi-
nutivbildung gewesen zu sein, von der sonst nur noch
die beiden Formen JIäs >KiUbchen" nml ^y<*» erhalten
sind '). Ich möcht« sie als eine Spielform von J^uti auf-
fassen. Eine ganz aramäische Form für jl :,„ hat uns der
Eamäs noch in ^.Lü^, das ganz aramäische Lautverschie-
bung zeigt, erhalten. [Die Wurzel .ä j sieht durchaus nicht
arabisch aus und dürfte persisch sein; .lli allerdings wird
bei Vullers aus dem Arabischen abgeleitet; dass ea zu .U-ä
ib. 2, 3 gehört, ist aber augenscheinlich. Aus dem Ara-
mäischen scheint nichts zu entsprechen].
1) [_>3ji^ «Upriiil «rntcban 1 ■•^- PSm. 13S3, Jm »obl nieht enldtm
Anbiiefan eDtlebat Mis wird. DuMben koDunt niiD luch ij^^J^ uidehnt
lor , dai mil äem ulUiDgcDdcn , Ton PSn. >!• Cremd nuhgeirictcDen l^i^^
DBTnnt ra&Llijt LantrermDdKbtft hibcokana. Ob ji« ron Hoffnumo ZDMG.
XXX II. Tfll AuEO. iiUk^tellU .Intichl richtig ut. moclita tcli «egta der i^iichea
Würur niciit iicher lagcn. In ijr. |^L_ üt keiD N rorhuiicEu nun wird
kbo wniir ), .1- N61dein .UaW. Gnauttt HB Doch |,:X* dun itsl-
IcD wolltD. SC köBoni ihtt auch nicht ut du mbjichc Tmbi nrüekgrlico.
113
Das zweite Fremdwort für die Katze ist laJ» welches
schon die Araber als unecht anzweifeln; ygl. Frejtag nach
Ihn Doreid ; belegt bei 6auh. s. y. ^l^'S fem. «Lj. Ich
bedenke mich durchaus nicht , dies Wort mit dem sjr. a^^«^
und »catus, cattus** (daraus Eatze) , die Termuthlich beide aus
Ägypten stammen, zusammenzustellen. Eine Ableitung hat
auch ^Ilila nicht im Arabischen, indessen ich kann über
seinen Ursprung nicht einmal eine Vermuthung aufstellen.
Z0 scheint aber ein echt arabisches Wort und ist wohl
ein onomatopoetischer Name.
Von den Gerathen die zur Yiehbesorgung dienen, nenne
ich als entlehnt m^t^ *^^ Striegel** (Schol. zu Anir ihn
Eultüm Mu^allad^a t. 80). Als Nebenform kommt noch Tor
Jl^li. Ich glaube, dass trotz der Bedeutungsverschieden-
heit diese Formen identisch sind mit sjr. U*^i-^ (daron "^^-^^»^
Barhebr. de diyina sapientia (Rom 1881) 24, 7) jüd. S^fit
zu welchem sich das von Fleischer zu Leyy Chald. Wortb.
p. 567 , Sp. I besprochene kLsJk stellt Sie gehen also alle
auf griech. <ppayixxto¥ zurück. Das bei Gast. 724 ange-
fahrte l-^^-^i-9 ist erst Lehnwort aus dem Arabischen. [Ein
anderes unerkanntes griechisches Lehnwort für »Strie-
gel" im Syrischen ist Ih-^^ PSro. 1465 s. t. l i i s^^ aus
7rkiyyii(a) oder oTf a^/2(a) (wie die arabischen Formen bei
PSm. beweisen nicht blosse Gorruption Th. Nöld.)]. Die
Bedeutungsrerschiedenheit ist nicht allzu auffallend. —
Hierzu gehört auch jüd. 7lp1£) (ygl. 'Arüch s. t.), das
Termuthlich eine Tolksthümliche Ableitung TOn *ip*19 »rück-
lings" (yide ^Ärüch) u. s. w. darstellen soll. Es ist ein Peit-
schenhieb. Die Ton Perles {Etym. Sind. p. 90) Torgeschlagene
Erklärung hat schon das £) als Anlaut gegen sich; es ist
ganz beispiellos, dass die im Aramäischen gelegentlich aof-
8
114
tret£D(le Neigung , einea Änfangalippeiilaut zu versUrkea
sich auch auf Fremdworter übertragen hätte — anii dann
bleibt auch der Einschub des p ganz ungerechtfertigt. 'Ärüch
»elbat deutet die richtige Erklärung ächoo an.
Einen Xamea des Hunde hals b an des haben die Araber
schon friibe von den Äramüem übernommen, •j.a-Ll. Dies
Wort habe ich schon in meinen Beiträgen zur Erklärung
der mehrl. Bildungen im Arabischen Leiden 1873. p. 37
als aramäisch bezeichnet und dort eine aramäische Grund-
form 'Us-ja erschlossen. Diese Form findet sich, damals
noch unerkannt, in Kalilag und Damuag (ed. Btckell]
60, 10 als 1i_^a, wofür man eben 1'=->^ zu lesen hat.
Nöldeke Z D M G. XXX. p. 7Ö8 ult. hatte li-^=J auf die
Liste der zur Zeit noch unerklärten Wörter gesetzt. Ich
habe es dann De rocabniis in ant. Ar. carm. etc. p. 10
zuerst erklärt. Die dort gegebene Darlegung ist noch za
vervollständigen. .y^L« hat im Arab., wo die Wurzel
»heizen" bedeutet ^ aram. i-^ jud. I^J keine Ableitung ').
Abgesehen davon ist die Form Jj^Li meist unarabisch ').
Endlich entspricht auch das aramäische Wort in der Be-
deutung ganz genau dem arabischen. Zur selben Wurzel
gehört 131D = 'r*^?^ ^^ Zaum in der Miiaäh vorkommend ,
1) ^JE* gnd ^.^ .ichicktii , wirfen" linil ridleieht unpninglicli Smpbel-
btlduo^n itc Wnnel "U .dehin'* ODil dua gehört dann y^ .reihu" tob
den Prrleo = -laag hiiuicheD" bdJ r^'~— >> ran den KuDcel» •rinh liio-
iieh«B" -^U^wiit Tom Hur* •hinuittrltüigtDd" ; ^*^ •foli" fam Wu-
KT; -^^^^ .Inocr freund" und aber lo j.^^« •hciicii'' in itcUn. Um^
kclut ilxt iK <lie Wunal "Ua •rcnchliam" im Anbuchan durch r^^ rer-
ttctCD, daher r^^ .Baom", dia Ffluut , di< lieh rertwci|(t.
i) Mu bcuble lach iu Dtaam. j^j—a ichoa bei G*ab.
115
wahrend alttesi "l^tQ einen Eufig bedeutet Über eine an-
dere Bedeutung vgl. Dozj I. p. 633. — Als Ortsnamen sind
^^^Lm» und yx:^\yM bekannt.
Ein noch nicht erkanntes in diese Reihe gehöriges Fremd-
wort ist auch %LLm >E[ameeIhalfter'\ Es hat durchaus keine
Begehung zu den beiden Wurzeln JLm I »reisen, II gVku"
zen**=*ie)Qf jja^ (JLmI Tom Morgen »anbrechen*'; ykm
»aufdecken'* u. a.) sondern ist gewiss identisch mit dem
auch in die aramäischen Dialecte übergegangenen persischen
^L-J| = ljÄsl jüd. noaS (schon in der Misuah). Vermuth-
lich ist es direct aus dem Persischen in*s Arabische gewan-
dert. Genau dieselbe Umstellung von «S und P finden wir
bei Ir^i^lxa^ = KT^SD^t aus ypaxütw {nicht o-T^fAaSw);
▼gl. femer iajJu^l aus iyifiybm ^ ebenso syrisch l^j-ai^^
Juät »das Eameelhalfter anlegen** ist dann natürlich de-
nominatiT abgeleitet Dass die erste Form denominatire Be-
deutung hat, zeigt übrigens, dass die Entlehnung alt ist;
in anderem Falle würde gewiss die zweite Form gebraucht
worden sein.
Nur Termuthungsweise wage ich hier auch arab. A^
zu sjr. l^l-d, welches bekanntlich aus Ktifii^ übernommen
ist, zu stellen.
Neben den Namen der den Semiten Ton altersher ge-
meinsamen Vögel (dem Adler: ^Ul ij-^ ^^^J, dem Raben:
y^y W^Q^ v^Li, der Taube: Snj tt^ol Jj^ (Jl^.^ hat
damit , wie es scheint , nichts zu thun) u. a. m. hat das
Arabische eine Reihe Ton Yögelnamen entlehnt Eine der
ältesten Entlehnungen ist Jl^ (Ibn Hü. 625, 11; 712, 9
öfters ; Qam. 265 , 2 Tgl. auch Mu'arrab 28 , 3) nach (jrauh.
»ein Vogel, mit welchem man jagt.*' Schon Hehn Eni-
I
J
/. . » . . . .J* * 1 . • • .1
116
turpflanzen etc. p. 537 bat darin lat. sacer die Weihe erkannt.
Daneben kommt noch dialectiscb bei den Temini nach Ihn
Doreid Jk Tor , and dies ist gewiss , da das lateinische s anter
keinen Umstanden hier scharf gesprochen worden sein wird ,
die ältere Form. Aas dieser entwickelte sich nach dem schon
oben 8. T. %J»Ltf besprochenen Laatgesetze die Form yS^.
Sehr bemerkenswerth ist, dass in keinem einzigen aramäi-
schen Dialecte sich eine Spar dieses Wortes erhalten hat.
Diese haben die fremden Namen für den »Falken*', den
Persern entlehnt, wie allerdings aach die meisten dieser
Aasdrücke bei den Arabern persischen Ursprangs sind vU,
Das Hahn führt im Arabischen den Namen -.l^j (S^l^o
Nom. nnitatis); das Wort könnte mit einem allerdings sel-
tenen Laatwandel , wie Hal^yy vermathet (brieflich an Nöld.)
ans aram. i^TMl l^^l entstanden sein. Aber ebenso nahe
liegt yielleicht die Annahme , dass es eine onomatopoetische
Bildang ist. Über die gewiss aach anechten Wörter «^j ,
v_jM^ kann ich nichts sagen. Gewiss aber ist der Name
des jangen Hahnes -.«^ Kam. 165, 5. Plur. ^%tCi nicht
echt, sondern erst ans ^31*19 ^?r^ übernommen. Im Ara-
bischen hat es Ton der Warzel ^ »spalten*' ') keine Ab-
leitnng ; aach die Form ist nicht anverdächtig. Eine andere
noch za lösende Frage bt aber , ob die aramäischen Wörter
selbst semitisch sind, p a r g (Salemann Pehlevi Glossar p. 561
Cap. Vni)? i-N^r^ heisst allerdings Janges überhanpt;
p!11*1fi aber kommt in der allgemeinen and in der Bedea-
tang »janges Hahn*' vor. Vgl. pallas »Janges*' and »jan-
ges Hahn" % j;^ Jäi:üt H. 471,8 = pers. ^ (vliiL).
•»
1) Dum •Ideen*' and •erlöMn**; ^ • Grenze"* itt « »Spair, wie ebenso y^
•Spair und .Grmnn*'.
8) fiehAh Rnbb. I. in der tntea Enihlaag zn Dna3 *nn itt in den Ant-
V
117
Fremd ist gewiss auch der Name der Gans im Arabi-
schen. Die Lebensbedingungen der Gans , eines echten Süsi-
wasserrogels , sind in Arabien , wo es fast gar kein bleibendes
Gewässer giebt , nicht vorhanden. Dann hat aber auch schon
der Name tll durchaus unarabische Fonn. Das Wort fin-
det sich schon Nubiga 14, 8, wo der Dichter schildert ,
wie das Eameel in einem Hofe ^ira*s müssig steht«
in den die Gunse Eier legen, während Tor ihm Futter
ausgestreut ist Auch der äussere Plural (j«)«l z^gt«
dass \.| in relativ später Zeit entlehnt ist. Bei ganz alten
Entlehnungen besitzt die Sprache noch die Kraft, den in-
neren Plural zu bildeu. Es bt entlehnt aus aram. \}o |^]o
(welchem diabetisches v^ bei (jrauh. entspricht) jüd. T11K (wo
man zahme und wilde Gans l^n T11K unterscheidet). [Die
Gans wird , wie es scheint , von der Ente nicht genau un-
terschieden. Gauh. erklärt L| durch .Lu und sL^, welche
beide (jrawälilp wiederum durch LI erklärt (p. 28). J^ soll
aus dem persischen vs^j übernommen sein, welches sich
durch griech. ^irra etc. als echt persisch ausweist]. Die-
sen sprachlichen Indicien entspricht genau Strabo's Nach-
richt vom Mangel der Gänse und Hühner in Arabien, üb.
XVI. p. 768.
Für übernommen halte ich auch den Namen des
Kranichs ^l^J/ Plur. ^\S (Gauh. nur «2Lb) aus ar.
Us9&s jüd. K^2nO. Das Wort hat im Arabischen keine
Ableitung und bietet auch eine filr ein Appellatirum sehr
auffällige Form. Im Aram. ist er wohl nach dem »Her-
umkreisen*' benannt zu *]*)3 ; xipxo^ , womit es Leyy Chald.
Wörterbuch s. t. ^3112 zusammenwirft, hat damit nichts
gaben immer ^y^Q falich gedruckt für jUI'^O ; am wahneheialichsten bedeatei
e« da •kleine Hühner*', da Tauben wob 1 zu klein sind, nm davon zweien LavtcB
»n g»h»ii .„ ^ • 7 /) « i*^DriM »lieh ergötzen und unterhalten" znrWnnel »löaea**.
zu thuD. Schwing ist ea festzustellen , vraa das Wort ei-
geotlich binleiitet. Ja ans die sjrischeD Glosso^raphen , die
nur IS'J' j^ebeu, nicht weiter brini;en. Die Erkiriruugcn
seliniuilLeu fwischeu >Scliwan" unil »Kranich". An die
Erklirung ües sjmonymen ^'„jlc t^ö'^ wage ich mich
uiviit beraa ; Jaa Wort «ieht fremilurtig au9 , könnte aber
iuu Eude lioch ivabidch sein . zur Wurzel |i".i » ^er-
«lakuu" , > untertauchen", aoUasa tue Form Uann für ur-
»^liuglichts *^^ itrinile. Keinesfalls kann an einen
Zu«uuiu«iuhaii^ out yisjt^ti geibcht nerden '). Bekannt ist
dw läutIcLmuu); tou y^-jl^ aus ria:. Mu'^atr. 102. Wun-
ilctl)«h iiuJ die übertragnen Bedeutungen »achüc" im sy-
tui;h«u UiMJi».'t<; Jj^ilt 111. 5Ö5, 20; »Silber" im jemeoischen
ib. 131 —IjUu^urrab 121 ist entlehnt aus Ui=-= CasL 830
vtt»^^^ yuvMti. — Den Namen der Schwalbe &.ö. i « hat
i<lt\>u t\>»vl«(f »ua ffJTjlJD abgeleitet. — Durch Nichtbe-
«h^Kiug liw Ltfutversv-hiebuiig zeigen sich schon als entlehnt
Ji^.^ iJife. 1. SS5.S ^(JLii >Grünspecht" entlehntaus
>"^'^^^ ^lu^ Wunol p^ü'); und ^^jUi-i »Turteltaube" aus
UbJM-kA SO'lfiw*- — U der Vögelliste Jäküt I. 885 sind u. a.
«X M*uMU>oh *u u«uuen: j^jA)!^t 1. 9; .t^» 1. 11 aus
WiH rtiju. 1*>^- — <J^)) '■ 19 würde, wenn BA mit sei-
m) V^^^^^K ^ l'Soi. 1U70 Recht hätte, sich nothwendig
^«nbl«!tMl M^Dbeu, dft L^ia iSaSor" durch y... (Burton-
VtHtlv» ^i^> xwtrvteu wird. Doch ist das nicht ganz sicher.
•vHhl. ''Va^- .ViiK-h «. Y. S'33 VIII. Agg. '^Ü^iHS = syr.
^^g»^ Itt» bM Uigitrde I'raeterin. 44, 14).
^M« >|M hn Nuueo filhrt auch das Vogelbauer ijaJä ,
•%^^\!ti*- tt»ü. W. 80) worin schon Nöldeke ZDMG.
VWMM' M^ kO«iMM«" (Hti-fit »capsd") Mxt^af erkannt bat.
JSkM Juli ÜHiHluh»' GiDUar ä067
119
Vermittelt ist es durch MDfitS Im^n^das allerdings injfld.
Schriften zumeist »capsa** ist. (Mitsyr. ^ rrrn *)» Irrmn A^a
hat dies augenscheinlich nichts zu thun). Im Arabischen
ist aber auch dafür Ton der Wurzel (joüssi^Sp keine
Ableitung. Die Transcription des ^^ D durch ^ ist dem
Torangehenden ^ p zuzuschreiben.
Für ein aramäisches Wort möchte ich auch ^ »die
Schlinge*' halten, da die Wur/.el im Arabischen andere
Bedeutung hat ; es ist = 1^*^ = jüd. Sn£) , schon hebr. HS.
Dies bestätigte sich mir nachträglich durch Jäküt III. 854, 8.
Echt dagegen scheint trotz der ungewöhnlichen Form
oLL^ »Haken'* »zum Fangen** zu sein ; die Grundbedeutung
ist »packen, greifen** wie auch aram. >.^\^,und ^Jcli^
(nur Eämüs) ist auch nur eine auf arabischen Boden dayon
gebildete Form , wahrscheinlich nach der Analogie von %^Ü.
Dieses Wort, das in mehreren Formen im Arabischen vor-
kommt, g«^* 8^b Ihn Doreid Kit-al'i^tik. 113,ult^ytbi
g.^Ü ist schon Ton Nöldeke ZDM6. XXXm. p. 516 ab
übernommen aus l^i-^^ erkannt worden. Indessen auch das
syrische Wort macht nicht den Eindruck der Echtheit und
es ist wahrscheinlich iranischen Ursprungs. Das persische
Lexicon bietet ^jLp in derselben Bedeutung, das ich selbst
als nicht beweisend abweisen würde, wenn unter den ara-
bischen Formen *SjO sich fände. Dann würde es natür-
lich Entlehnung aus dem Arabischen sein. So aber ist es
wohl als Quelle des syrischen und arabischen Wortes an-
zusehen. Yermuthlich gehörtes zur Wurzel ^j^ »zeigen**
und ist Terwandt mit x^Uj »figura** y^L»j »falscher Schein".
Natürlich darf man auch nicht ^^U^ mit YuUers »Schaaf-
stall** übersetzen , da es deutlich als eine Vorrichtung be-
schrieben wird, die man zum Wolfsfange Torbereitet und
an welche man Schaafe anbindet.
120
Einigennaasseit verwickelt liegt die Sache mit _, ■;% * >faaf-
ten" und J^- !*> >t »im Netze finden", daa man mit seiaen
alten Ableitungen nur sehr ungern im Arabischen als Fremd-
wort annehmen rauchte, dem aber im Aramäischen l '^ * !
jüd. J(3'ü''3 gegenübersteht. Ich würde diese Annahme
wat^cn, wenn sich im Arabischen noch sonst eine nominale
Spur dea Wortes »Netz", als deren Denominativurn man
dann daa Verbum hätte auD'asseu ilUrfeo, tliude. Da davon
aber nichts zu finden ist, so bleibt nichts anderes Übrig,
als 1 — * 1 N3'Ji''3 als Ausnahmen von der Lau t verschieb unga-
regel anzunehmen, oder es ganz davon zu trennen. Ob
■ " ■ "! »nehmen" uraprüngiich ,_„^i »fassen" ist? In die-
ser und den venv, Wurzeln ist noch Manches unklar.
1*1 »wehen" scheint verwandt mit jüd. -1^3 und dies
wiederum identisch mit . i — \ »worfeln" daher 1 ^ **1 feiues,
d.i. durchgesiebtes Hehl, da es wohl nicht direct zu • ° ti - '
»reiben" (daher jüL-j •Bimsstein") zu stellen ist. Die Echt-
heit von s^L.a« »Schlinge" und dem davon wohl erst deno-
minativ abgeleiteten ^II« »fangen" ist mir nicht i^anz sicher.
Es könnte aus dem aramäischen U>£ "^l Gast. 757, 758
entlehnt sein. Es fehlt auch im Äthiopischen in dieser Be-
deutung; ausserdem ist vielleicht auch ^alawa noch ver-
dächtig. §al«a aber, das Dillm. 12ti0 zuNitr Llä stellt, ist
zweifellos zu iL.a »heiss machen, braten" zu ziehen, wie H^n
zu la., M3p zu Lii (G. Hotfmaun zieht auch )|j=-2 eben-
dahin); am Genauesten stimmt dazu ^ »braten" und
»hassen"; vgl. auch Guidi Delta aede 12, 13.
Zum Vogelfang gehört endlich der deutlich übernommene
Ausdruck ij'jjtij »Vogelleim", woneben täj^ und •'iSyjS
als Spielformen vorkommen. Er stammt vomar. L^=-£? (vgl.
Payne Smith 810, vielleiclit in Ui^i zu verwandeln) jüd.
121
Kp13n im *lrüch durch »yischio" Vogelleim erklärt« Tgl.
noch Levy s. t. Im Arabischen ist die Mannigfaltigkeit der
Formen und das Verb, denom. genüscender Verdachtsgrund ;
auch ist die Wurzel (3j(> da sonst nicht gut entwickelt.
Um zu den Fischen überzugehen , so hat wiederum schon
Guidi Deüa sede p. 28 mit Recht darauf aufmerksam gemacht«
dass Fische in den altarabischen Gedichten nur selten erwähnt
werden. Zu den wenigen Beispielen gehört Diy. Hud* 131 «
9; Jaküt III. 439, 7. [Doch kommen auch im He^z im
Wadi Futima in den Quellen kleine Fische Tor. Robertson
Smith , journej in the Uegäz IV]. Anders natürlich war es
bei den Eüstenanwohnern , von denen uns litterarisch nichts
erhalten ist. Vgl. auch Koran Sure 16, 14; 35, 13. Die
echten Namen des Fisches sind ^Lmm und vsji.^. jLo als
eines für Fischfang und Jag4 den Semiten Ton altersher
gemeinsamen Namens hat bereits Guidi (1. 1. 28 , 29) ge-
dacht.
Als Fremdwort ist nun zunächst, wie schon Guidi 1. 1.
erkannt hat , zu nennen ^^ Plur. ^Luu Agäni XVI. 27 ,
8 a. f. ^) , welches erst übernommen ist aus U^ t^y\y Das
VTort findet sich ausser im Koran, in dem es auch nur
den Fisch des Propheten Jonas bezeichnet, nur in einem
Verse A^iäs Jaküt III. 439 , 7 von dem noch dahin steht ,
ob er echt ist. — Von den Namen einzelner Fische sind
als übernommen zu nennen \r/J ^ der Aal woneben auch
\iAJyS vorkommt, entstanden aus ar. Kfintl Fleischer zu
Lery's Nhbr. Wtb. L 432b ; gyr. IZuJ^o^ Low Aram. Pflan-
sennamen 97.
^yLc (in Syrien ^^JL Jatrtlt HI. 762, 1 1 , wenn dies nicht
1) Diese ^°"° Hi^nl III. 54. 7 wird ib. 8 tob AU^ft« tagefochten; di«
andere Lesart Ut III. 69. 4 a. f. j^3 ^LJ (nach der Form^Q^ wobei,
wie bei qLl^ von O^^ der i-Vocal das W ial Terwandelte).
122
wirklich a^lXovpo^) ist, wie schon Low a. a. 0. erkannt , iden-
tisch mit I; nS] (worin also wieder ein Beispiel för die TOn
Nöldeke Mand. Gramm. 49 besprochene Auflösung des£ in c)*
Wenn nur die arabische Form vorlüge, würde man Waou-
poq yergleichen dürfen. So wird der Ursprung des aramäi-
schen Wortes im Persischen zu suchen sein.
Schon Ton Freytag erkannt ist die Entlehnung Ton
y^^jJXil = (j-*aJLajI aus ?y;c£Aü^ , wozu ^ÄsiibaJl Low 97 die
Vermittelung bildete. ^yA<}\ Jaküt HL 886, 5 wird
wohl ebenso wie das danebenstehende ^aJI^^I eine Ver-
stümmelung davon sein. — Für _LJLm »Aal" nimmt Dozj,
L 671, wie ich glaube, mit Unrecht berberischen Ur-
sprung an. Es ist gewiss übernommen ans (tn3 /V (wone-
ben schon früh «na^Sx) ^) = syr. • UäL] Low a. a. 0.
Auch scheint der Gebrauch dieses Wortes nicht auf das ma-
gribinische Arabisch beschränkt zu sein , da sich zu XHS /!(
im ^Arüch die Notiz findet: »und ebenso nennt man ihn
im Arabischen". Die Bemerkungen im ^Arüch, die sich auf
arabische Benennungen beziehen, stammen aber meist aus
den babylonischen Schulen. — Über "Ljb vgl. 61. geogr. 194.
^\ eine grosse Fischart (Gloss. geogr. 252) ist, wie es
scheint , übernommen aus Ij^ (Payne Smith s. v.) das Bar
Bahlül direct als A^lio^l und ^U^cj? bezeichnet. — Persisch
ist SJb (Mu'arr. 22) = Jb, J|^ ßa^-xtva ( Wal). — io^ (Dozy
L 721. und "Irüch s. v. pSDX »t213iySs ^3-iy 'Sa IDS^V)
zeigt sich schon durch Heraustreten aus der Lautverschie-
bung entlehnt aus XUID^S^ ''Irüch s. v. USIT lU. Daneben
1) Vgl. Nöldeke Mand. Gramm, p. 48 und Tergleiche dixa schon ans alter
Zeit, die gewiaa auch darch Aatimilation bewirkte Sehreibaog } ^^» für np3^ in
der Peslti.
123
kommt arabisiert ^.^Lm« Tor. Vielleicht ist auch ir^riSYr**
JäVüt L 886, 7 dasselbe.
Der »rabbinische" (aramäische, im babyl. Talmud übliche)
Name dieses Fisches ist X^£}12. Ich denke nicht fehlzuge-
hen y wenn ich mit einem auch sonst noch za belegenden
Laatwechsel daraas |Iiy^ ableite, das schon die Araber
(Ma^irrab. 50) als fremd erkannten.
Unter den bei Jäküt a. a. 0. aufgeführten Fischnamen
glaube ich noch ««JUi^ (1- 2) mit x^iXa^i^ identifideren
zu dürfen, abs^ 1- 4 ist xaWxpixg {'yaKXxpix^); ^imJ«JI =
(D31t2H) = iuyvoi; = ^yj 1. 5). Hier darf ich auch ^jjjj
anfügen (Gauh. vsiLa^I ^jjo Vr^)* ^^^ dessen Bedeutung
die Araber begreiflich streiten, da auch das Original pHn =
U^J^ auf mancherlei Art gedeutet wird. Die Entlehnung
bedarf keines besonderen Beweises; charakteristisch ist, dass
6awäli]j:i Morgenl. Forsch. 146 Tor der (dem Aramäischen
näheren) Aussprache yjjJ3 zu warnen hat.
{^%öy^ das schon Ton den Arabern als fremd bezeich-
net wird, (Mu^arrab 53) ist wohl zunächst aus U?H*
übernommen).
Hier msLg nun noch ein Name des Angelhakens als ent-
lehnt erwähnt werden Ja^ Sariii Commentar zu ^ariri
Mammen (Büläker Ausg.) I. 32 ult. Im Arabischen
ist das Wort ohne Ableitung und schon der treffliche Ibn
Doreid (Mu^arrab p. 94) bezweifelt seine Echtheit. Es ist
sicher aus pers. -j;:^ w w »Angel" übernommen. Die Erset-
zung des Doppelconsonanten durch das emphatische Jo ist
nach der von Guidi Della sede p. 16 dargestellten Regel
auch hier eingetreten. Für fremden Ursprung spricht auch
schon die doppelte Yocalisationsmoglichkeit.
Von den Gebäulichkeiten , die zur Aufnahme des Viehes
dienen, ist als fremd schon Ton den Arabern erkannt
^
\
124
JuJxot aas »«fo&ti/um'* resp. dem diesem entsprechenden
aram. «S3t2XX HäJ^I Mu'arr. 14. Die Verwandlung des
ursprünglich wohl nicht emphatischen Zischlautes in einen
solchen ist gewiss dem folgenden emphatischen Laute zu-
zuschreiben. Es findet sich daneben noch die Schreibung
/3U3X wie auch JuJb^l. — Der Name des Fischhälters g]^g -^
ist, wie schon Freytag richtig annahm , aus piscina aber mit
Yermittelung Ton ^^jP'^^ PpDS Midr. Koh. 2, 6 entlehnt. Ob
nlp^DS M'^ued Eu(. 4> ^^ a. f. damit identisch ist, steht
noch dahin. Durchaus unglücklich aber ist der Versuch tou
Perles Etymol. Stud. 13 das alte gesicherte Wort pt2p13
in pDp*1£3 (sie!) zu ändern und dies mit ppDfi zu com-
binieren. Diese Form ist yielmehr mit lJU^r-9 ^jj^^U GL
Belud. 82 identisch und der eigen thümliche Zusatz zeigt
sich auch in ^^^^^lo gegenüber ^^%juuLiLLo.
Der Name des Strohs ist zum Mindesten yerdächiig.
Neben ,,%jj findet sich auch ..«jj und diese doppelte Vo-
calisationsmöglichkeit ist nicht unbedenklich. Dazu findet
sich auch denominatiT dayon ^jjj »das Thier mit Stroh
füttern" abgeleitet, und endlich hat ^^Ij im Arabischen
eine ganz andere Bedeutung »Becher". Auch fehlt das Wort
im Äthiopischen, Gründe genug, um in ihrer Gesammt-
heit gegen das schon bei Näbiga 14,8 Torkommende Wort
Verdacht zu erregen. Ich denke, dass es aus K33^n ilA«^
erst übernommen sein wird. Bei Gast, hat das Wort merk-
würdiger Weise keinen Beleg , Tgl. aber Gen. 24 , 25 ; Exod.
5,7 u. a. m.
Sehr fraglich ist mir auch die Echtheit Ton oJ; »Stroh'*
hauptsachlich deshalb , weil die Araber über die Schreibung
und Ableitung des Wortes selbst nicht im Klaren sind.
Daneben &i% äi^ u. a. Dergleichen pflegt am Ehesten bei
125
Woltern fremden Ursprungs vorzukommen. Aber mit nS^
kann ich es nicht zusammenbringen.
Hier füge ich noch den Namen des Bienenstockes ein,
g 1^, woneben H^IIT Torkommi Es kann keinem Zweifel
unterliegen, dass dies Wort erst aus aram. HHIO syr. l^äd
PSm. 1713 und Sindban ed. Baethgen, p. 9,7 a. f. (auch
li^&s) übernommen ist. Die Entlehnung ersieht man aus
dem Mangel einer Ableitung und der yerschiedenen Yoca-
lisationsmoglichkeit. Auch kann im eigentlichen Arabien
nicht gerade besonders viel Bienenzucht getrieben worden
sein. Aber auch die aramäischen Worter sind fremden Ur-
sprungs. Sie sind entlehnt aus pers. JjT %t^>Korb*', Vul-
lers II. 90, 3, daneben auch s^f %5^ u- &• Schreibungen. In das
Arabische scheint das Wort erst durch Yermittelung des
Aramäischen gekommen zu sein. ^^ »Bienenkorb** scheint
eine spatere arabisierende an die Wurzel To »drehen*' an-
gelehnte Umbildung zu sein.
ACKERBAU UND PFLANZENREICH.
Es ist eine eigen thümliche Thatsache , dass zwei der äl-
testen und verbreitesten arabischen Eigennamen s^Xi^ und
j^ den Pflüger und Ackerbauer bedeuten; der erste zu
s^yu^ der andere zur Wurzel ^^^ »das Land bebauen, cul-
tiyieren" gehörig. So müssen also auch die Araber in
einer Urperiode im weiten Strecken am Wüstenrande
Ackerbau getrieben haben. In der Zeit aber, wo sie als
Araber in der Geschichte auftreten, sind sie nur noch No-
maden und kennen den Ackerbau fast gar nicht. Ammia-
nus sagt XIY ,4,3 Ton ihnen : nee qnisquam stiram ap-
126
prehendit vel arborem colit, sed erraut semper per <>patia.
Für eincQ grossen Tbeil von Arabien war ja allerdings die
Boilencuitur unmüglicli , aber auch wo mau Ackerbau trei-
ben konnte , lag der Boden brach : sü ttxtx Vi myx^"'' ''P*-
iriix; TÜv Aaän d^iiperipuv evTuv Agatharciiidea (Müller)
135. Denn der Araber hielt den Ackerbau für eine eines
freien Mannes nicht würdige Arbeit '). Man Tgl. die cha-
rakteristischen Verse J;iküt 11. 161, 8. »Xicht gleicht ein
Mann, Jer mit der Lanze seinen Ruhm erringt, dem An-
deren, der im Sawäd sich Hiiuser b.iut und Päanzungen
anlegt". Daher überlassen denn auch die Muslime den be-
siegten Juden gegen Abgaben die Ländereien ; denn ^jjC» *J
ij-L-a,")! S*U*J »JjJ j-, 'i .^' Jaküt I. 669, 2. Vgl.
Beiä.j, 23.
So können selbst einige sehr alte und gebräuchliche
Verben, die »den Boden bearbeiten" bedeuten, in Bezug
auf ihre Echtheit angezweifelt werden. So halte ich aJl*
in der Bedeutung »den Boden bebauen" für ein übernom-
menes Wort. Die Wurzel bedeutete allerdings im Arabischen
auch wie im Aramäischen, ursprünglich »spalten" (vgl. Dir.
Huij, 104, 1. Comment. und n73), aber dies ist dann nur
auf »retten, befreien" übertragen worden, während ^ 1«
»pflügen, den Boden spalten" sich erst aus —^, hei dem
der aramäische Charakter schon deutlicher ausgesprägt ist
= 1 ■ '' ■ '' , entwickelt haben wird. Das Wort fehlt auch im
Äthiopischen. Nicht mit der gleichen Sicherheit will ich
die Entlehnung von Vj^ '™ Arabischen nicht häufig in
der Bedeutung »ackern") behaupten, da hier keine Nomi-
nalform der Entlehnung zu Grunde liegen kann. Es könnte
auch wohl sein, daas neben der Bedeutung »drehen" der
1} Di« Ackerbiuir Ui A'U JUki'it III. 391, U liod Mibtläer
127
Wurzel o^auch noch die des »Spaltena*' zukommt, wo-
rauf dann auch t^S^ pl v^t^ (*Uit ^Xip^) zurückgehen
könnte, wie derselbe Übergang bei A i* und ^JU wirk-
lich stattfindet. Auch spricht yielleicht der südarabische
Eigenname \^S (Tgl. schon Uauh. s. t. \^S und Sabäische
Denkmäler herausgeg. Ton Mordtmann und Müller (Wien
1883) p. 18, 12 a. f. und p. 20, 15 a. f.) dagegen; trotzdem
aber muss ich das Wort wenigstens für yerdachtig erklä-
ren, erst aus ^-oj^d jüd. K3"13 entlehnt zu sein.
T T :
ij|^, das Dozy IL 452 aus Payue Smith belegt, und
v^ir^, das sehr wohl nach Analogie Ton ^^ gebildet sein
kann, haben natürlich für die Entscheidung keine Bedeu-
tung, da sie in der klassischen Litteratur sich schwerlich
finden.
Bedenklich dagegen ist mir die Ton 6. Hoffinann in
ZDM6. XXXII. 751. Anm. 2, 1 rersuchte Zusammenstel-
lung Ton ^^^t «Jaüt mit aramäischem Ir^ *Uj.aLo, Er-
stens ist der Wechsel zwischen • und ^ bei alten Wortern,
die aus dem Aramäischen in's Arabische wandern, doch
sonst nirgends anzutreffen und dann scheint auch aus dem
alten . j^Vr* sich die Bedeutung sehr bequem zu ergeben.
Auch erwartet man zunächst doch ein Nomen als primiti-
yes Lehnwort. Vollends aber wird Hoffmanns Annahme
dadurch schwierig, dass Ixit in genau derselben Bedeutung
Torkommt Dies ist yermuthlich, da es zu der Wurzel Jut
»färben'* »überlisten** = "130 nicht gehören kann, aus dem
Aramäischen entlehnt ^dsüt &ber kann höchstens in der
Bedeutung später ihm angeähulicht worden sein. (Wirklicher
Wechsel yon {^ und ^ scheint allerdings in yjj^^=^ \J^
Ihn Dor. Kit^al-ütih^. 305, 2 Torzuliegen).
Der Name des Feldgrabens ^JU (so heisst jeder Ruas oder
128
Bach Jikflt m. 909,4 ff.: ^»lii ib. L 789.14; ^^ dai
dann Lb. I. S60, 3 Übertragea Gärtea ; als kleinen ttach defi-
niert ihn Ibn Dor. Ä'i(-*i/-.8(i*. 305, 2) scheint echt zu bebr.
ni:^3 äthiop-yWoj/Dillm. 1344 (^J^ ein breiler rielleicbt
darch Wasser entaiandener Spalt (ia ODsereD Lexicis fehl-
end). Lady Blunl in Tour du monde 1932. p. 23 Sp. 2|. Der
aramüiicbe Xame eines solchen Grabens Ut ^iXj Ibn Dor.
Kit-^l-Utiff. 143, I3 = p":3 ('iriich) 1=,^. Aber [,jL1j
Jiküt l. Ö13 ist pD2: ^^ Lft Umdeurang »Speter" Tb.
XöId.J. VgL aach Belij. 291.
Aach der Ackersmaan ßbrt im Arabischen mehrere Sremde
Namen, von denen wir zwei schon bemerkt haben. Ich nenne
zunichst ein altes Fremdwort ^j-jJ' pliir. i^,M Beljri 15
paenolt. (90. 4 , derselbe Ver^ bei liauh. £ä ist gewiss nnr
sehr selten in der Litteratur. Das Wort kennzeichnet sich
schon durch seine Form and den Mangel einer Ableitung —
denn ilie dazu gehörigt^n Verbalformea äind iJeatücne Deno-
mioiliTa — als entlehnt aas jüd. 2*"X- Dies ist nach der Er-
klärang im 'Ärtich, »ein Mann, der ein Stück Feld Tora
Eigepthgmer zur Bearbeitong erhält . so dass er einen Theü
des Ertrages an den Eigenthümer abliefert , während der an-
dere ihm gehört". Vgl. LeTv Chald. W.^rteH). 1, 57. Die Ab-
leitung des aramäischen Wortes ist nicht ganz deutlich ; es
könnte zo 3lf» »binden, knüpfen" gehören, so daas SHX
etwa teontrartttt" wäre. An eine Ableitung ron dem homeri-
schen iZssi ist oatürlich nicht zu denken. ,j^^ wird übrigens
schon TOD Jäküt L 430, IS als äÄJt-kC «aJ beieicfanet
Deutlich aramÄisch. weil ohne jede Ableitung, and for-
mell schon erkennbar ist auch .Ijl »der Ackerbauer", wofür
ich leider keinen Beleg habe; auch ä.U't Gtoss. geogr. ISO
ist wohl erst aus dem Araoüischea entlehnt: eine eni-
129
sprechende Form kann ich allerdings nicht nachweisen. Be-
merkenswerth ist die Ynlgarform A^ = *\2A, Tor der Ga-
waliki Morgenl. Forsch. 147 warnt
Auch einige Bezeichnungen des SaaÜandes sind den Ara-
bern Ton den Aramaem zogeführt worden. Bedenken habe
ich zonächst gegen die Echtheit Ton JlL^ »Feld'* im Ara-
bischen, das sich zu aram. \Ls^ X/pH gegen hebr. pTH
stellt. Ich würde das Wort mit Sicherheit f&r aramäisch
erklären y wenn nicht äthiopisch ^a|<:l Dillmann 96 exi-
stierte. Auch kommt es als Nom. propr. mehrfach Tor;
YgL z.B. Jä]j:üt IL 299. Doch macht gegen die Echtheit
wieder bedenklich die Glosse zu Ihn Dor. J^tt-oZ-w^tiSc. 285
Note h i^Lüt JjdI &iü ^ ^tJüÜI ^ JlaaJI. Daneben
kommt auch sJLa^ Tor. Unter diesen Verhältnissen moss
ich eine bestimmte Entscheidung ablehnen.
[^tvXi Qetzt als Flächenmaass, Hartmann Sprachführer 353)
kennen als aramäisches Lehnwort aus Ur^ schon die Ära-
her Mu^arr. 112.
JÜJ ist schon Ton de Goeje im GL Beläd* als U^^
nachgewiesen worden. Aber auch das syr. Wort ist erst
dem griech. T\iipov (Tgl. Syriach^ömiaehes Reehtsbuch ed.
Bnms-Sachau p. 1 5 L 9) enüehntj.
Mit grosserer Sicherheit ist TOn einigen anderen Wörtern
der aramäische Ursprung nachzuweisen. Deutlich und schon
Ton Noldeke MatuL Cframm, 160 Anm. 1 erkannt ist die
Entlehnung Ton g^LLi Dozy 11. 594 ans jüd. MlC^O (z* B.
Bäbft Me?!^ 85*,,) mand. MIKZ^S. — l.li A^äni XIX. 76,
5 a. f. haben als entlehnt schon die ArsiSer (Mu^arrab p. 138)
erkannt; sie halten es fQr persisch; es wird aber zunächst
• r
auf aramäisch HilD ^f^ zurückgehen.
Hinzufügen kann ich zu diesen Wörtern g^<^ und 3%IS<>
130
nach 6aah. &£^;yjt ^ IsLit^i ; es findet sich schon Diyän
Leb. 96, 8, wo der Scholiast übereinsitimmend mit Gaoh.
erklart : vsiKLm^I jbüJU » i^ur dass er als Singular SS
giebt Tgl. auch den Vers bei Gaah. s. t. Oi> Bülaker Ausg. L
rtv 3 a.f.; Jal|:üt UI. 604, 12 (yonA'Sä) Addad (Houtsma)
222 Note 1. Das Wort, bei dem schon der Wechsel der
Formen aufiPallig genug ist, hat im Arabischen gar keine
Ableitung, stellt sich aber deutlich zu Ir^? »Feld'* Pajne
Smith 814.
Nicht ganz klar ist mir, ob &j^ Di^- Hud* 100, 5;
Gauh. s. T. %mjy^ echt ist; zu dem persischen Maassnamen
^^bj^ ist es wohl kaum zu stellen, aber möglich wäre
es, dass wir hier eine ursprünglich zu Vt^ »pflügen*' ge-
hörige Form hätten. Doch will ich dies nur als Yermu-
thung ausgeben. — &^ JU »Land das zur Aussaat bereitet
ist'* (Gauh.) ist gewiss ein aramäisches Lehnwort. Dieent-
sprechende aramäische Form wird ^j-^a^ gewesen sein;
dazu stimmt dass es als Collectiy und Einzelname im Sa-
wäd gilt Jä^üt m. 916. Auch die Form ist in echt ara-
bischen Wörtern ziemlich selten.
Auf kXssJ bin ich durch Nöldeke gelegentlich einer
Correspondenz über )V>nnlmn Opusc. Nestor ed. Hoffinann
p. 106, 4 das ich jüd. KO^D^p *Kiva^ußx gleichsetzte, auf-
merksam gemacht worden. Ich gebe das Wichtigste aus
seiner Darlegung hier wörtlich: »es ist wohl ein aramäisch*
arabisches Wort , welches die Fellahen aramäischer Herkunft
gebrauchen, wie so yieles bei Bar Ali und Bar Bahlül.
Es ist sicher gleich dem entsprechenden jüdischen Worte»
das ich im Misnähdialecte ansetze: HUSy Plur. Viy?. Das
ist natürlich nicht »Beet", wie Levy schreibt, (wer kennt
Beetein Saatfeldern?) sondern ein Flächenmaass. Am Ende
wirklich gleich TlTT! als Eornermaass , wie v^v^ u* ^ Ich
,»'
131
habe nur das Bedenken, daes 11^3/ schwerlich zum Anf-
bewahren der Saat and also zum Abmessen gebraucht wurde.
Nach B. A. 3183, 5184, 5108 [ygl. jetzt aber auchPSm.
s. T.] ist t l ^ ^ das irdene , unten spitze Fass ; darin be-
wahrte man Wein und Öl, aber wohl keine ESmer. Als
Flüssigkeitsmaass kommt Xxyoiva Tor."
Ich habe zu Nöldekes erschöpfender Auseinandersetzung
nur hinzuzufügen, dass die Ton ihm Yorgeschlagene Zusam-
menstellung Ton njj? mit ny;i7 schon bei ^Ardch sich fin-
det. Bei dieser Gelegenheit mochte ich mir die Bemerkung
gestatten, dass auch griech. xAytivx allem Anscheine nach
kein echtes Wort ist , sondern auf semitisches (ursprünglich
ägyptisches ?)!I7 zurückgehen dürfte, nelleicht mit derron
Nöldeke Syr. Gramm. § 132 aufgewiesenen Endung )J . —
Den Namen der Furche ^JU würde ich unbedenklich für
aramäisch erklären, wenn nicht zunächst auch das He-
bräische D /H aufwiese. Hier könnte es allerdings aramäi-
sches Lehnwort sein; aber auch das Äthiopische giebt
(Dillmann 550) telm, und man müsste dann auch hier ein
Lehnwort annehmen. Aber auch die Annahme eines urse-
mitischen D/H hat ihre Schwierigkeit, da, wie es scheint,
das hebräische D /H sich zur Wurzel JL^ stellt. — Wir kom-
men zu einigen Namen von Instrumenten , die entlehnt sind.
Da ist zunächst schon von den Arabern als firemd er-
kannt ^ »Doppeljoch" (Mu^rrab 14, 9); GawUi^p be-
zeichnet es als persisch; es ist aber zunächst aus aramäi-
schem li^ KT3 in's Arabische übergegangen. Vgl. Nöldeke
T •
Götting. Gel. Anz. 1868. Stück 3, 44.
Hinzufügen kann ich hierzu ^La »ein Holz, an dessen
Spitze das Eisen steckt, mit dem man die Erde aufwühlt'*
(Gauharf) ; es ist sicher übernommen aus aramäischem (selbst
ursprünglich persischem) X33 , das gerade in derselben Be*
♦ : ..^^»- <;*, •» •.
132
deatang auch Bäba Me^i^ä 80«, Torkommt, wo Bafi ge-
wiss auf Grand alter Tradition ipys »Pflugsterz" erklart.
Es ist Übersetzung Ton hebr. flK ; Tgl- ^Axüch s. t. \pip ,
wo es heisst |p3p ist = MD = HM« Es ist immerhin ein
erwünschter Zufall, dass hier in zwei ganz unabhängigen
Quellen das Wort identisch erklärt wird, da man sonst
nur sehr schwer eine so specielle Bedeutung für das alte
M30 annehmen mochte. — Aller sonstigen Analogie nach
ist wohl auch &C«m »Pflugschar" übernommen aus ]Ls^
Gast. 593; jüd. «3^0, snD'D Levy TWB. 11. 131. Es
findet sich (ausser ^amäsa 311) schon in einer alten Ton
A^ma^ bei Gauhari s. t. vJLm erläuterten Redensari Für die
Übernahme des Wortes spricht das schon bei siLm »Nagel"
p. 90 erörterte Moment, wonach die arab. entsprechende
Wurzel eigentlich Sin als ersten Radical zeigen müsste.
Auch hat es im Arabischen keine Ableitung.
{jAxiS »Pflugschar" dürfte man wohl kaum wagen zu
Y^3l)p s=s KOTTii (das Y ist durch p yeranlasst) zu stellen,
wenn es auch sich Ton (jcm nicht ableiten lässt.
Um zur Ernte überzugehen, so habe ich zunächst nach
einer mir brieflich gemachten Mittheilung Noldeke*s t^^^
als entlehnt zu bezeichnen. Den stringenten Beweis für die
Entlehnung dieser Wurzel lieferte er schon durch die kurze
Bemerkung: Jua^ entlehnt aus ?^; denn dass echte ara-
bische Wort ist (y^^ »schneiden". Die Annahme Noldekes
hat noch um mehrerer Gründe willen yiel Wahrscheinliches ;
erstens ist die echte Bedeutung der Wurzel t^^^ im
alten Arabischen »drehen" Tar. Mu^all. 37; Näbiga 7, 32
und häuflg in den alten Gedichten; iV^'-^ ist aber auch
wohl nicht übernommen worden, sondern das Lehnwort
ist SUi^ 'Alk. 2, 30; EämU 464,2; ib. 513, 4; ib. 684,
133
,»»
13 aus )?Mft nnd dayon ist das Yerbom ty-n^ Be^qri 33,
6. Eämil 749 , 14 erst denominatiT gebildet. Unterstatzt
wird die Annahme einer Entlehnung noch durch die zwei
schon formell deutlichen Entlehnungen Oyi^L^ und i>lJÄ^
61. geogr. 215 die aus 1?^^ respect. t?^ entstanden sind.
Endlich spricht auch noch athiop. ^a^'da für die Ent-
lehnung.
Fraglich ist noch, ob auch J^spuL« »Sichel'* Ibn Dor. JTtN
aWiiktxH 312, 10 zu den entlehnten Wörtern zu zahlen ist. Jla3
scheint im Arabischen nur »stechen" zu bedeuten, und es wäre
denkbar , dass erst im Arabischen aus iL^ mit Zerdehnung
Jlajü« geworden ist. [Auch &jLm»U wird yom Kamüs als Pflug-
schar gedeutet, nach Mu^arr. 36 bezeichnet es aber ^JLcl\ vs^^T
Ich glaube deshalb es unbedenklich mit ßa^a^o^ combinieren
zu dürfen (p. ^Lwbjf). Dass mau »Pflugschar" darin £And,
ist vielleicht auf Rechnung Ton koptisch sine »Pflugschar'*
(Stern Koptüchs Grammatik p. 36, Z. 20) zu setzen].
Ich bin sehr geneigt, auch ^I5 ui der Bedeutung
»dreschen" f&r ein Lehnwort aus aram. Shi Levy Ch. Wb.
I. 166 zu halten, es ist allerdings dann das Nomen, das
zuerst aus dieser Wurzel entlehnt wurde, noch nachzu-
weisen.
Eine ziemlich Terwickelte Gruppe geben die Wörter ^ )%i ?
^Ilj, &^!|^9 w^^ Mu^arrab 147, 148 und Sachau dazu
p. 67. Ich glaube folgendermaasen die Erklärung der ge-
nannten Worter geben zu können. ^wJ, ^Jw sind wie
schon Gawäli^ bemerkt, südarabisch und entsprechen hebr.
u. aram. 2*110 wobei im Nordsemitiachen M , im Südaemi-
tischen N zur Bildung verwendet wurde. — ^f^ »eine
Art Stickerei" weist durch sein am Ende aui persischen
Ursprung; es entspricht dem aus dem Aramäischen, wie
134
es scheint, in's Persische gewanderten MH^l » Faden*' f JLrüch)
nnd »Rand am Eleide'*, so dass ein persisches * ntrah an*
s «^
zusetzen ist ^). &>.^ »Pfiagsterz'* ist =: K2*13 »Beil** nnd
nur umgestellt daraus ist I:^y (vielleicht mit Anklingen
an das im ^igaz ungebräuchliche ^sy^ »Dreschmaschine**);
^jA^ »Zauber** aber ist nichts anderes, als pers. <iSu%ju;
ctasselbe ist wohl ^\^ = v'r^ ^^ ^^ ^^^ Gawäliki
147 , paenult. citierten Redensart scheint _ ^ auch »Faden ,
Reihe** oder »Zauber** zu bedeuten.
Der Name der Wassermühle Sj^u Dozy U , 689 Gloss.
geogr. 365 ist schon formell als aramäische Entlehnung
deutlich ; abgesehen davon hat er auch im Arabischen keine
Ableitung; auch spricht das Nebeneinandervorkommen von
Masculinum (^«xb (jauh. s. v. uü) und Femininum S%*^b
gegen seine Echtheit. Es gehört gewiss zur Wurzel ^^3
»schütteln , rütteln** (^Arüch s. t. np2 L ü.) und entspricht
einer noch in einer Torarabischen syr. Schrift nachzuwei-
senden Form * l^c^J ; denn |9&^ Gast 557 ist wenigstens
für unsere Frage nicht beweisend. — Wahrscheinlich ist auch
SuJt<> »Wasserrad** erst den Aramäem entlehnt. Sollte es
aus Jemen stammen, so würde man auch wohl im Äthio-
pischen, wo die Wurzel dalawa sehr gut ausgebildet ist,
dasselbe Wort erwarten. Eine entsprechende Form kann
ich allerdings auch im Aramäischen nicht nachweisen. Echt
aber wird SLuU Jä^t lU. 146, 16 sein. Bei dieser Ge-
legenheit erwähne ich auch i^«i)) (Namen eines Wasser-
aufzuges) GL geogr. 253. Ich glaube, dass dies Wort
identisch ist mit {<j513*lT Levy TWB. und ^Arüch s.v.
Im Arabischen ist es gewiss Fremdwort, aber auch die
Echtheit des aramäischen Wortes ist mir zweifelhaft.
1) Echt teheint -^ in der Bedeatang «Miift wvheiid'' Jiküi HI, 782, Ift.
J
135
Vgl. auch den Namen IcoAh] bei PSm. Yermuthlich ha-
ben wir hier wieder auf ein persisches Original zurückzu-
gehen. (KplJIT »Schlauch" konnte am Ende zu ^\ »pres-
sen, schnüren*' gehören, aber dessen Echtheit ist auch
nicht ganz klar. Im Syrischen findet sich zwar ein ^jU\
entsprechendes Wort, aber ia^} »Einn** ist gewiss persisch
^v (Yullers s. t.) woneben auch vielleicht ^\ berech-
tigt ist).
Juu«^ »Dreschwalze** ist gewiss entlehnt aus 73^13 f schon
in der Münah , Parah 12, 9 (daneben kommt auch piU Tor),
welches selbst »tribulum'* entstammt«
. ^«JLJxJLa ^amasa 323 ; §ih. s. t. ^jjü und y^sxJyt ist
schon Ton Freytag richtig als (liyyxvov gedeutet worden;
natürlich bildete, wie Sachau zum Mu^arr 61 anmerkt,
p3330 'Irüch die Vermittelung. (Die L A ^^JLSVJU^ (6auh.)
scheint auf einer Anähnlichung an ^^jjUAJUf zu beruhen).
N. pr. Jalj:at IV. 367.
Schon Ton den Arabern angedeutet ist die ünechtheit
Ton ^tjoT »Haufen'' Be^ 166, 2 (und davon das Deno-
minativurn ^Z^öS ^amäsa 323 und in übertragener Be-
deutung Eämil 746 , 5), indem Ibn Doreid es als syrisches
Wort bezeichnet. Es giebt aber auch abgesehen von der
unregelmässigen Ersetzung des ersten Radicals unter ^^r%
keine aramäische Form, der man es direct gleichaetMn
könnte, ^fj^'o.« kann aber neben dem allein erhaltenen
)iiui|^ sehr wohl bestanden haben. ^juiS ist wohl eine
spätere selbständige arabische Bildung.
Ein Lehnwort ist gewiss auch das im Arabischen ganz
einsame ujoili^ »Gretreidehaufen". Es ist entlehnt ausl^^^Afi^
»Haufen*'. Gast 676; (hebr. TXCny).
Von Namen der Scheuem und Speicher sind als fremd
u DeüDen oeben dem längst bekannt^a .Llif^persiscbem
/lambär (wozu man einen Singular Sj apüter zorückbililete
Hoffmann in ZDMG. XXXII. p. 7GI Anm.) zunücbst
i^yö Plur j|»pl Tab. I. 738,9 (erklärt .Lül) (Im nacb
einer mündlichea Mittheiluug von Th. Nüideke entlehnt
ist au9 üpiiBv horreum. (V'ermuthet schon von Blao ZDMG
X5VU. 337, Anm. 3). Das entsprechende aramäische Wojt
scheint nicht zn existieren. Eä gehurt wohl zu den Wör-
tern , die die Araber mit der alten Administration bei ihrer
Besetzung Syriens übernahmen.
Der alte aramäische Name der Teone ist li)l » jfld. M*T1l<
Levj TWB. I. 12 und aus diesem ist jjjl ') JäkütL
374,3; 5am. 102^ 14, wie schon die Araber andeuten, über-
nommen. Das im Trik dafür gebrJuchliche ^S*S hat schon
Fleischer zn Levy's T WB. 1.417 Sp. 2 za aram. "'•11 '3
gestellt. Eine zweifellos aramäische Form ist I '- -^ ■■ Gawäl.
Morgeal. Forsch. 138,5 = rm£b- Denkbar ist aber, dasa
auch das im Rahmen der Lautverschiebungsregel gebliebene
^ !--■■■" {als Nom. pr. Amrfe 20, 57) mit leichter Arabi-
sienmg erst aus ni2;73 entlehnt ist Dafür spricht auch,
das3 schon die Araber (Mu'arr. 143) das Wort für Ter-
dächtig halten. (Pl^U^S Ez. 26,5 hat aramäische Form;
die echt hebräische zu U«^ a'-i = I '- ■•■ ■■ stimmende
1) Di« Fom jJul iit »tur nicht, wi« D^nnbourg in 6»w»L MorytnL Ponch.
138, 8 Inm 1 will, au .tXi' gihiUct, «u aliDB alle AtuJa^i «br. wndeni
rJic Vtrdoppcliui; in darch Eioiehnb ein» N tn^eliiit. Vgl auf MmiliKhem
Gibiitc für V^l* aach jr^J« im BibL Aram. und logar nö^jn durch tilKhe
Aulogie Für !^Ji^. du lelbit aai np^Ky cntitand. iDie Sprache bal in dis
tnalogi* der gTO««n Zahl itr out N loigeluiten Hoppe 1 aagcu . die anprüng-
litht N «alhitlliD. auch KhlieMÜch lolche DoppalunEen gtiogcB . die uiprüag-
Iwh gar knji V esIbitlltD). Alhiap. itabat aoi P^V od. ra|J|liT»; ^ y ^
tii ^•»i Gl. gtoftr. SSO, Die» ADdäiimg liegt bei DeoC^ea be*oDden nahe;
'gt. aaeh tmai. ren^rt au rtddtrt.
137
Bildung ist n^tS«!^ Ez« 47« 10 « wo aber wieder die scriptio
plena eigentlich unberechtigt ist.
Eine unterirdische Grube zum Aufbewahren des Getrei-
des ist g.j I u^ Eämil 684, 13. Da . i^ im Altarabischen in
der Bedeutung »aufbewahren" nicht existiert« so ist schon
Ton. Tomeherein die Entlehnung wahrscheinlich. Dafür
spricht femer das Verbum denominaÜTum I4J0 und endlich
findet sich ]^i n^x\i^o wirklich in dieser Bedeutung im Sy-
rischen TOr. {jxAhjf ein Ort im ?ra^ Joljndt lY. 562.)
Vgl. La Sjrie d'aujourd'hui (Tour du monde 1882, I. p.
146, 2). >Le ble est conserve dans des silos trds profonds,
qu*ils savent cacher avec beaucoup d'art** ^).
Hier gehört auch |%^«J »ein Holzstempel, mit dem das
Getreide gestempelt wird** her. Das Wort ist ebenso, wie
f^Y) (^^^ y^ohl in anderer Gegend) entlehnt aus MOSTIH
»Stempel" ^Arüch s. y. Dass die Wurzel ^% »schreiben*'
entlehnt ist, erklart schon Nöldeke Z D M G XXIX. 327. Zum
Sachlichen vgl. Barhebr. Schol. in Matth. ed Spanuth
69, 13 und Euhn's Litteraturbl. f&r Orient. Philol.!. 412.
yiJ »Stoppel" in Ägypten und Syrien gebrauchlich
Dozy U. 347 ist schon durch den Mangel der Lautrer-
• r
Schiebung deutlich als Entlehnung aus HVlfp
Das alte jäJü »jäten** ist gegen «▲AJ »ausreissen** ge-
halten, ebenfalls f&r entlehnt zu erklaren; das Ursprüng-
liehe war wohl ^\jju9 wie jLÜu^t welches aus demselben
Grunde als Entlehnung aus ^ÜQ (vgl. ^Arüch s. t. 02i)
zu bezeichnen ist Ebenso ist Jii^ »Mistkorb** Gloes.
geogr. 275 entlehnt aus /filTD • worauf schon de Goeje
verweist. Schon im ^Arüch s. y. vfiC^O heisst es : pZ^^SI
bsUD^H r\Hyi ^«yosr. Danach ist also Fleischer sa
1) Vgl. Hehn IfmlUm p. 24.
188
LeTj Nhbr. Wtb. DI. 320 zu berichtigen. Darchatu deut-
lich ist die Entlehnung Ton Jt.^x (ausführlich bei Gauh.
beschrieben) aus \i\i^ 7T"1]7» das selbst, wie schon Buxtorf
erkannte, Diminutivurn von Oiy Uoi^ »Bett** ist (Die
Verwandlung des harten in den weichen Zischlaut geschah
durch die Liquida). Ich habe dies Süchon in meinen Bei-
tragen zur Erklärung der mehrlautigen Bildungen im Ara-
bischen (Leiden 1878) p. 49 ausgesprochen.
Der Feldaufseher \yioij ist als Entlehnung schon den
Arabern (Mu^arrab p. 147) bekannt gewesen; aramäisch
K11C33 |9C^; natürlich ist auch «Lk3 »Vogelscheuche*'
nichts als li-d^ »Wache**, das ich allerdings in dieser Be-
deutung nicht kenne. — %*o hat schon Noldeke Mond* Gramm.
55 Anm. 3 als aus KITS = \^h\ g^ entlehnt bezeichnet.
Einen Rest des Bewusstseins , dass dieses Wort fremden
Ursprungs sei, finde ich in der Bemerkung Ibn Doreids
dramhara (Cod. Lugd.) s. t. ^rj : J^f ^^yj äJULaJ! Jyf Ulli
«yj yD L^jI ''LkioJ. Die Scheu, den Flur. fr. zu gebrau-
chen, kann ich mir sonst nicht erklaren. Nichts damit
zu thun hat das pers. %t^jt »Grewürz** Mu^arrab 14; (jawäL
MorgenL Forsch. 129, 8 , das manche Araber allerdings dazu
gezogen zu haben scheinen.
Im Folgenden gebe ich eine Liste Ton Pflanzennamen
aramäischer Herkunft, die allerdings nicht den Anspruch
darauf macht, ganz vollständig zu sein. So sind also die-
jenigen Namen, die nur auf gelehrtem W^e durch die
syrische litteratur den Arabern zugeführt worden sind,
hier nicht aufgezahlt Ich gebe hier nur diejenigen Na-
men, die in der Litteratur wirklich vorkommen, einige
andere nur dann , wenn sie in Low's Aram, Pflanzennamen ,
an die ich mich hier halte, nicht erkannt sind. — Sach-
139
liehe Auseinandersetzungen kann ich hier nur selten geben ;
meistentheils ist die Entlehnung schon formell deutlich,
^t (schon ZuheirO, 18) ist entlehnt aus |Aa9| Payne Smith
350 , welches wohl aus IAI^aä] = fl^ pSJ Low Ar. Pfln.
333. Z. ä entstanden ist. Die Erklärung des Wortes durch
v^aJLS schlechtweg bei 6auh. und Ihn Dor. Kit-^d-iitik. 47,
13 braucht uns in dieser Zusammenstellung nicht zu beirren.
l^yA Agäni XIX. 131 , 6 a. f.; m. 104 , 3 ist yielleicht
aus der aramäischen Form ^l^iltt i nicht dem persischen
^jlj direct entlehnt.
^l^t == ^LsUt Qloss. geogr. 178 ist Entlehnung aus
Da?« Low 208.
^t »Mjrthe** §i]{). s. t. t>A?r halte ich für entlehnt aus
HDH U\ Low 50.
_IsG »Bohne** ist eine gewiss auf ein aramäisches Origi-
nal zurückgehende Form, die mit &JuI »Gemüse*' nichts
zu thun hat. U^^; {Lad Low 312 ist aber nicht sicher
genug, um daraus die ungewöhnliche Form zu erklaren.
\JySy^ »Aprikose** ist bekannt als Entlehnung ans
l^s.^ j^ (Eämil 458 Beiname eines Mannes) =: ßtplxoxxa Low
150. — rt^* wird aus ]Aia^Ls (dagegen D^3C23 mit N)
erst entlehnt sein.
JbJb »Eiche** ist wohl übernommen aus i>^a^ L5w 72;
die Form ist im Arabischen selten.
tjju^ >Nus8** ist durch pl31fi Utl» Low 49 über-
nommen aus parUica (sc. nuae). Die Verwandlung des har-
ten Dentals in den weichen fand statt wie bei Jk^c^JLf ans
mantiU (nach N) , und die Ersetzung des aramäischen har-
ten Labiales durch den weichen wie bei dem folgenden
Worte.
140
■ (•(.. U< »Melone" bt zunäclist wohl Eatlehaung aaa l<u_,'L3
Low 352. Daneben, was für die Entlelinung bezeichnend
ist, -äa*^ (Anklang an -ISh »gar kochen"? Trijra»),
UJUi > Wicke" entlehnt aus U^^ X^pO = ß'xm LÜw 229.
Uj »Apfel" ist wolil keine arabische Bililung, wie ja
auch der Apfelbaum in Arabien nicht heimisch sein kana,
sondern aus einem noch za erschliessenden aramäischen
* ]^s^ entlehnt; es fehlt auch im Äthiopischen.
ki)»j und <i)»j (dies Vulyäraussprache Ibn Dor. KU-al-
isliL 50,7) »Maulbeere" sind schon den Arabern (Mu'arrab
45) als Fremdlinge bekannt; sie sind znaüchst, wie der
Wechsel zwischen ,;y und ^ zeigt, aus dem Aramäischen
Nmn Low 395 in'3 Arabische gedrungen. Vgl. U^jj-äf
JäkütlV. 287 und Deutsche Litteraturzeitung 1881 p. 620.
Nach Gauh. wäre auch jL^li . das er s. r. iX^ji mit
einem vormuhammedanischen Verse belegt, ein Name der
Maulbeere. Das Wort scheint identisch mit jüd. X'^i'^^
welches, selbst unklarer Herkunft (kaum zu HVS) Frucht-
kern bedeutet ; z. B. JiillJ-n STÄlS Bib. Mes. 84» 21
(fehlt bei Low 364). Ob diese Form zusammenhängt mit
IAJ.j-3 Low 1.1. auch jüd |V13 (70m Kerne der Weintraube
Low 90 , 1. 1) will ich nicht entscheiden. (Jud^ als N.
pr. Bekri 712).
yl^ »Sykomore" hat wohl die Diminutivform erst später
bekommen und ist übernommen aus VOj (zu LÖw 387
füge hinzu Midraä fichäh zu I, 6), womit es schon im
*Ärüch 3. T. IÖ3 II verglichen wird : > und im Arabische
heisst der Baum I'Qlj".
t^^;l-t »asa foetida" ist deutlich Entlehnung aus HMTn
I^ALm Low 36.
141
»Kichererbse*' mochte ich am seiner aofiaUenden
Form willen erst für eine EnÜehnong aus K!fQ^n ^g^^^
halten. Vgl. schon Mu^arr. 53.
\^ySöJ^ kennen schon die Araber (Mu^arrab 53) als
Entlehnung aus dem Nabataischen« Das Original ist
KpljJin |jaj:yJ<ji Low 94- — ^^ (6auh.) ist ent-
lehnt aus Ufi^iu» (dies selbst fremd) Low 180.
Ji«^ »der Senf** (durch das Oleichniss vom Senfkorn in
den Eonin gekommen, aber auch früher, wie es scheint,
schon in Arabien heimisch , vgl. namentlich Div. HuJ. 83, 3.
ib. 195 , 6] erregt schon durch seine Nebenform J6%^ Ver-
dacht, dass es aus ll?i-ift 7*Tin entlehnt ist. — Der Wechsel
Ton w^Z^ und v«3^ sowie die ziemlich unarabische
Bildung JJii yeranlasst mich auch dies Wort erst als
Entlehnung aus i^o'^j^ yHn Low 176 aufzufassen. Ent-
sprechend der griechischen Anwendung des lupartov als Gre-
wicht ist &^«Z^ (▼gl* Dozy) wenigstens einmal als Name
einer sehr kleinen — ein Karat wiegenden — Münze yer-
blieben. Als Gtewichtsname ist es aus dem Arabischen
auch in das Spanische und Italienische gewandert.
Ob pyJ^ »Ricinus" aus J^lHSM Low 353 entlehnt ist,
ist deshalb zweifelhaft, weil es nicht recht glaublich ist,
dass die Araber schon in alter Zeit aramäisches 3 durch
^ transscribiert haben. Es findet sich aber schon Dty.
Hud. 99, 13; 'Ani 13,6; T^r. Mu'alL 60. Nach 6awäl.
Morgenl. Forsch. 119, 13 soll es gar kein Nom. propr.
sondern eine Appellativbezeichnong jeder sich biegenden
Pflanze sein. Das ist aber wohl ein Irrthnm. Die Bildung
1) Auch ia dn jAdis^M Litttnior kmmt STVIab
* «f,»
'»
142
ist allerdings selten und Gawäl. 1. L kennt nnr noch ein
Beispiel derselben
JL^ »Lattich** 6U Geogr. 224 zeigt sich schon dnrch
Heraustreten aus der Lautrerschiebongsregel als entlehnt
ans KDn I^ü Low 175.
0.
JL^ ist durch seine unarabische Form deutlich als Ent-
lehnung mit einer durch das Zusammentreffen zweier Li-
quida sehr erklärlichen Umstellung Ton llojuft tt/llH
Low 173.
^•^ »Pflaume** ist Entlehnung aus i^n^ niH Low 149.
Ueber die Transscription von %^ durch ^ bei Lehnwörtern
Tgl. Guidi Alcune assercazioni etc. p. 4.
y^\)i> »Pflaume** kennen schon die Araber (Mu^arrab p. 64)
als fremd. Es ist bekanntlich iapixtvov yermittelt durch
IJU^o? Low 148.
JLit> »Lorbeer** wird gewohnlich als Entlehnung Ton
ßoioii^v}! mit Ausstossung des ersten Theiles der Zusam-
mensetzung angesehen. Bedenklich ist aber, dass gerade
die aramäischen Dialecte, soweit sie uns bekannt sind,
(L5w 180) den ersten Theil des Wortes erhalten und nur
den letzten yerkürzen. Ich will also diese Entlehnung
nicht fdr sicher ausgeben. Mit ziemlicher Treue aber ge-
ben das Original poioii^vni oder eine aramäische Umformung
plSITin wieder die beiden Namen %^t_V^ und KJJöy^
J&^t n. 239.
^\J[ »Granatapfel** No\d. Mand. (?r.p. 123; Guidi della
udt p. 19 (eine Form, nach deren Analogie wohl ^U5
gebildet ist) ist erst entlehnt aus ulLcos
syg^s haben schon die Araber (Mu^arrab p. 77) als fremd
bezeichnet; es ist gewiss mit Umstellung entlehnt aus]??}!^
Kmn;r Low 283 ff.
I
US
jp^ »Rübe** geht zunächst auf KpVo U^ Low 273
zurück, das Low nach dem Vorgänge von Mahn auf ^i-
xsXof siciliach zurückfährt (Vgl Dozy a. t.) — Über
m f
OU-- = pO^D vgl. Gl. geogr. 264.
yj^\m »Lilie*' geht wohl zunTichst auf aram. )l ^ <^ ^ , nicht
auf das Persische zurück — Jüud ist entlehnt aus U^^
X*inV = aatureja Low 325. Einschub eines ^Ain ist
auch sonst zu constatieren ; z. B. überliefert Jäküt L 621, 7
als Volksaussprache fübc sT) (mit yolksetymologischer An-
lehnung) fi .V und ebenso lO^vJu für ^^L Jaküt l. 672, 2.
Die Wurzel JJuo scheint nämlich echt arabisch Ja^üt ü.
204, 5. [^nns Rga. der Gaönim Berlin 42, 6 p^lp 'yos^
iny V]. — oLoA^ > Weide" ist entlehnt aus HfivaS Low 301.
Daselbst ist für die Synonymik Sabb. 36* 8 nachzutragen.
{jiSmßji ist entlehnt aus pD*lS Low 148.
^^ »Portulak'* (woneben nach Gauh. auch ^^jJ^ vor-
kommen soll; dies ist aber wohl Fehler für ^^yx^pJ^) i>t
entlehnt aus Ki^nSnö Low 320 (^ = ^).
^j?v f »Pistazie" ist als Fremdwort schon Ton den Ara-
bern (Mu'arrab 108) erkannt; es kann direct aus dem Per-
sischen, wie Gawali^ meint , oder auch mittelbar durch
das Aramäische ppHDS L^Asu Low 80 in's Arabische
gedrungen sein. — J^ ist entlehnt aus T^fi Low 312. —
^j-S3ui =3 T^yetvov kennen schon die Araber (Mu^arr. 111)
als fremd.
eis »Kürbis" halten schon die Araber (Mu^arrab 122) für
ein unechtes Wort Ich stimme ihnen ToUkommen beif
und erklare es für entlehnt aus lli^ K*1p L5w 351. So
wie nach Nöldekes Bemerkung ebenda die Westsyrer t^-o
für )^^ sprachen, so wurde im Arabischen durch Asnmi-
144
ImtiOD des I an das vorhergehende emphatische i^ c o aus
Jjtj~j > Gewürznelke" ist gelegentlich duect durch
Umbildung von iiifus^u\xa* erklärt worden. Das arabi-
sche Wort ist aber gewiss ein Jirecter Spross eines noch
aufzufindenden indischen Originales,, aus welchem auch
iixp-j6^i/>.>.iv mit rolksetjmologischer Anlehnung entstanden
sein wird. Das J^^ ist seit alter Zeit ia Arabien ver-
breitet; Amrlk. Mu'ail. G; Div. Hud. 96,10; ib. 97,37.
f"'J~z hat schon Freytag als Eutichnung aus n'3t2p er-
kannt. Nach 'Irilch entspricht \*l\y['^ arab. D^HN^X TlJ
oJ. 3N;-i[*Vf( TJD 1. 3W-nSk -i';v= vLijy'_;**-o =
3:i ♦3[:p (fehlt bei Low). Ibn Koteiba im Adab-al Kätib
(Cod. LugJ.) ^jUIä-IIj ^d^\ ^ „■ 1 . ,'l iüiLÄJI »Lm-I
y-jjLoJf ^JJI; »;-J)J^'' ätXiiJI^ jS^^V J^'j .'i/^lt
_t^l ist schon durch seine Form als Fremdwort deut-
lich. Es ist durch Yennittelung von D133p Inl n Low
348 tn's Arabische gedruDgeo. (Gauh. erklärt es allerdings
für ^Ä-fl ^1^).
i -T"- >Kohr' ist schon von den Arabern (Mu'arrab p. 122)
als fremd erkannt worden. Nach Sachau zum Mu'arrab
p, 55 wird es von Fleischer mit .^aJl^ xpi/iß» znsam-
mengestellt. Low 214 bat es zweifelnd aus icpmußHiov
abgeleitet. Denkbar würe wohl auch eine aramäische Tolka-
bildung *lA*''.l^.i, woraus arabisch V\e,i,\^ mit Assimilie-
rung des Scbluss-T an das emphatische Käf wurde.
e,!!? »Lauch" Beljri 134,6; Kimil 498, 10 ist gewiss
(durch die doppelte Vocalisatiousmöglicbkeit schon verdäch-
tigt) übernommen aus 'HID l-r^ Low 226. — Ob das
145
synonyme hj (Low LI.) aas xißrov entstanden ist? Dies
aus ^n*^?? — .(M*i«5^» Eppich** kann aus dem arara. KDä'lS
\sa^fA Low 222 oder direct aus pers. kara/s Lagarde Ges.
Abb. 61 in*s Arabische gewandert sein.
. A **< (A4däd 19; 170) »Baumwolle** ist gewiss kein echt
arabisches Wort, sondern M^ohl aus ffosst/piumyo^ffiTisw ent-
lehnt. Daraus ist dann iy*i^ erst umgestellt yielleicht mit
Anklingen an ^L«5^. Oiier ist xopviTtov Parthej Vocab.
567 das Original für das arabische und griechische Wort?
^^Ji^ »Birne** ist schon tou den Arabern (Mu^arrab
p. 133) als fremd erkannt; es geht zunächst zurück auf
UAl&fi Low 208 — . »LuJ »Bohne** schon ron den Arabern
(Mu^arrab p. 134) als fi'emd erkannt, ist Entlehnung aus
K*3^^ linrS Low 234, schon an der Form als solche
deutlich.
\J iMandel'* schon Mu^arrab p. 134 fflr ein Fremdwort
erklart , ist entlehnt aus V^vh \y^ Low 374.
Die Palme ist bekanntlich nicht uranfanglich in Arabien
heimisch, sondern wurde durch Aramäer dahin yerpflanzt.
Eine Erinnerung daran Ja%übi (ed. Houtsma) L 232, 12;
Jä^üt IL 210, 12. [Auf einen alten Gultus der Palme
deutet die dunkle , wohl verstümmelt überlieferte Geschichte
bei Ja^üt L 904, 22 £E.]. Hierron ist auch in der Sprache
noch manches Zeugniss aufbewahrt. Zunächst ist der eine
Name der Palme &JL5J aus H/pl entlehnt, während Jl^sJ
und ^ "lon echt sind. w^|i hat aramäische Form , kann
aber wohl nicht gut zu «.^£9 ^y\ »pfropfen** gehören;
K33n bedeutet gerade einen an der Erde liegenden Zweig.
Nach 6auh. s. t. ist w«5l% ^iue dialectische Form für v.>^%;
ich möchte im Gegentheil glauben, dass w^j erst eine
spätere Arabisierung der ungewöhnlichen Form darstellt
\^S (über die Bedeutung ygl. Low 115) ist wohl erst
146
aberoommeD aaa dem entsprechenüen aramüischea Worte
ifif^ »Palmblatt" iat überDoraraen aus Sa'I^ '- ^^ Low
116. (Vgl. Gl. geogr. 230). Als aramüiscbes N. propr. Jä-
tilt I. 672 ult. LkL = J*Vln. iu-LiT » Dattelzweig" ist,
wifl icb meiue, tJa es im Arabischen keine Ableitung hat,
übernommen aua MD2- Low 120. (j-»**^ oelue Art Datteln"
vielleicht = l-*—lis »eingelegt"). — Entlehnt ist wohl auch
jyß. äjj^ Jäküt. III. 432, 15 aus nv Low 115.
jU-Ä SjCä (Kimil 509, 3) ÄÜark" woneben auch jj-«!-^
überliefert wird , hat durchaus aramäische Form ; aber die
formell entsprecheuden aramäischen Formen haben damit
nichts zu thun, so dass ich nicht Avage, hier ein '1^-^
U^Ia.^ oder *1i^^^ 1)^1^3 als Original anzusetzen.
Eine ganze Reibe von Dattelnamen wird llokaddasi p, 130
anfgeführt. In derselben steckt gewiss auch manches Ara-
mäische (neben Persischem); so wohl z. B. |.j^_j, aber
NDlÜ' 13 paast nicht. Mit Sicherheit aber kann ich we-
nigstens einen Namen erkennen. Fiär das dort genannte
"l-'s'i ist nämhch wohl nicht, wiedeGoeje Gl.geogr. 323
vorschlägt, 1^-5 zu lesen, sondern wir halen hier die
arabische Transcription der als 'Clip (Low 111) auch in
den Talmud gewanderten itJtfUAirsi.
Z^ .trockene Dattel" (Kiimtl 404, 16) far- Append.
1,-1. scheint Entlehnung aus ^2w'p Low 110. Wahr-
acbf'ialich sprachen Manche das y„ nach ^ wii ^jo; daher
warnt Ihn Dor. Kit-al-ütüf. 221,8 a. f. ausdrücklich Tor
dies.T Aussprache,
i/s.A4 >schlechte Dattel" Jäijüt l. 672, 22; Ta'). HI. 879, 4
(TIamüsa 602, ö) ist schon durch die Lautverscbieb angsregel als
Eut.ehnung aua 'V*h7 Luw 214 deutlich; autüllig ist die
147
schon bei Uaub. s. t. , iuuä, belegte Nebenform. Das rer-
schieden erklärte aübl Div. HucJ. 20,4; Mu'arr. 12 gebort
wohl zur Wurzel Jo >welk sein"; die Bildung ist aller-
dings ziemlich selten.
^Ti5^, <5^Ä^ sind gewiss mit .yi\^ and %«iU (schon Ton
Gauh. überliefert) identisch. Zunüclist liegen also aramäische
Formen wie ^^*liC£)13 Nöldeke Mand, Gramm. 112 und j^aao
zu Grunde. Aber auch die aram. Wörter sind, wie schon
Nöldeke augiebt, nicht einheimisch. ^1^ »Dattelkern**
ist yielleicht auch erst aus aram. U^s^^ PSm. 783 ent-
lehnt, da die Ableitung im Arabischen ihre Schwierigkei-
ten hai [Man müsste allerdings dann annehmen, dass
llse^mit oberem Punkte zuschreiben ist; also ursprüng-
lieh = U^t-v^ Th. Nöld.]. Bei dieser Gelegenheit gestatte
ich mir die aufiallige Übereinstimmung Ton ypifiß» — das
im Griechischen keine rechte Ableitung hat — mit tt^lK
i^Eern" zu constatieren. Sollte das nicht ein aus Babjlonien
stammender spater mit einer Volksetymologie gracisierter
Name sein? Dem Gewichte nach ist vielleicht an den
Kirschkern zu denken.
^^j lÖlbaum**, Div. Hua. 72, 6; Agani Vm. 49
paenult. ist Ton Guidi Della sede p. 37 als fremd erwiesen
worden. Den dort gegebenen Nachweisen lässt sich noch
hinzufügen Strabo lib. XVT. p. 78 1 wo Gallus in ein Land
kommt, »das Butter statt Öles lieferte*'. y& Uit lO^^v"«
iUL^Aj "i |»LÜü sagt Be^n 425 , 8 ; ferner Sure XXIII.
20 ^jJb ^smjlj »Lu^ ^Jo ^ rr^^ ^;^y ^^^
^Omän wird Öl eingeführt Periplus 32. — ^jS^iy bedeutet
ursprünglich gewiss nur iFett** wie im Aramäischen. Der
Übergang ist ebenso wie in ^^r^ (noch jetzt Butter aus
Ziegen und Schaafmilch Doughty im Globus XLI (188l«j
251 ; Hartmann SprachjxJirer 169) zu f2S^ — b^l w Amr\j[.
•V • ' ■ * -
« *m
148
Ma'all. 66 eigentlich »gepresstV dies zu uVs^? — Wahr-
scheinlich ist auch ou\ kein echt arabisches Wort , sondern
erst aus \^\ übernommen. Vgl. 'Ijo^ vso\ »Öl, das auf
Eameelen aus Syrien gebracht %rird" Gauh. s. t. ^^y Öl
tritt erst in Syrien unter den Steuerartikeln auf. BeUij.
125, 4. [Bekanntlich sind auch die. beiden Wörter für
lOltrester" (5fc>j*> und T_riY^ fremd], ^'li bedeutet nach
dem Eamüs gekochtes Öl, und in der That findet sich (^jLoJl
in einem alten Verse Jaküt III. 845, 17 mit Recht als
• j^[^^ v£0\ erklärt. Ich zweifle nicht daran, dass wir in
diesem Worte eine Verstümmelung Ton ofjtCpxKiyov A\ ^r**^r]
[genauer wohl Oß^xKtov ; denn lo^ , tov fallt bekanntlich gern
ab Th. Nöld.] Tor uns haben, das als ^Laj*!!! vso\ Gloss. geogr.
182 noch einmal in*3 Arabische aufgenommen worden ist.
^jj hat schon Guidi Della sede 36 mit ausreichenden
Gründen als unecht erwiesen. Über ,jjdü' = xhrxvov vgl.
Gl. geogr. 331. Eine aramäische Mittelform scheint nicht
erh<cn zu sein. Der Anklang an die DiminutiTform wurde
znr Arabisierung gewählt.
Auch der yerbreitetste Name für ^Garten** .ii^ scheint
erst aus aram. ]Al^ übernommen. Zunächst liegt die An-
nahme einer Entlehnung sachlich sehr nahe. 'J^aif gilt für
den schönsten Platz in Arabien um seiner Gärten willen.
Hob. Smith Journey II. Ob man eher gegenüber hebr. p
auch im Arabischen *j%^ erwarten sollte, ist nicht zu
sagen , da auch hebr. HSJl vorkommt. Aber dtis Wort hat
T*
im Arabischen keine ganz bequeme Ableitung von der
Wurzel ^1^ »decken". Ursprünglich aber soll es gewiss
»Garten** (Gauh. ^Uu^j) bezeichnen, und erst später ist
eine kleine Palmenpflanzung auch mit diesem Namen be-
nannt (Vgl. Gauh. s. y. t'"^) Der echte Name scheint
149
I&jL^ eigentlich »Zaun** wie auch holländisch tutn ur-
spr. »Zaun'* jetzt »Garten'*. Die echten Namen grüner
(bunter) Plutze sind &ju (nach Jäküt II. 801 aber m^sOub
^jlJI ^ ^Ul) : dasselbe ist Li3.% seiner Ableitung nach
JaljLüt IL 840; 141, 20. Ein echter Name des Zauns ist
&A^(X^9 A^' ^^ fremd kannten schon die Araber ^^.^
▼ulg. ^J%JD (Mu^arr. 52) entlehnt aus KIIIH Nöldeke
J/anJ. Gramm. 60.
Über den eigentlichen Zusammenhang von <>mJ(>I^ mit
irxpjiiti7o; bat uns — nach Lagarde*s schon von A. Müller
in Bezzeubc^rger Beilr. I. 280 Anm. I zurückgewies^mer
Annahme — erst G. Hoffmann ZDMG. XXXII. 761 Anm.
aufgeklart. Natürlich konnten die Araber bei diesem Worte
nicht recht Bescheid wissen. Vgl. Mu^arr. 109. Auf die
Rückbildung: des Singulars weisen wohl auch die Differenzen
über das Geschlecht yon ^^O^ Jaküt III. 862, 14 hin.
Doch ist dia Pluralform relativ alt, wie die Ortsnamen
Jäküt III. 870 beweisen.
Um noch einige mit fremden Namen bezeichnete pflanzliche
Producte aufzuzühlen, so ist unter den Namen des Saffrans
eine Sippe als aramäisch zu erkennen *). Zu ihr gehören die
folgenden y erschieden erklärten Namen dieses gelben Farb-
stoffes: ^\Jsl Div. HuJ. 15, 7; ^\Ss Comment zu dieser Stelle;
^yfj Gauh. s. V. ^^ ; J^l^^ und ^Üujfs (6auh. 8. v.
^jjD^) nach Ibn-as-Sikkit »'der Sa&an" belegt in einem
Verse Ton äZlksül im >i4*i^^^ wUT Cod. Lugd. :
Alle diese Formen gehen deutlich auf aramäisches * Uo^r^
zurück. Aus dieser Form erklären sich alle übrigen. Sjr.
1) Die tndercB wohUich theilmn f rmdra ^ol> Ibo HU. 870, 11; v>U^
•bltttroth'*?) moM ich aatrftrtert laatta.
15Ö
o mit dem oberea Punkte wechselt namentlich in der
Nahe von N gern mit ä. Nun wird später yielleicht auch
im Unterschiede von M^^r^ »Gelbsucht*' sich die Form
\1dt] entwickelt haben, welche zunächst ^ls«l und dann
yielleicht auch durch eine falsche Analogie, indem man
dies Wort zur Wurzel ^% bezog, ^^U% und yj^Ss ent-
wickelte. Endlich sind noch ^«LcupT und ^Ljujjj (so 1.
wohl auch Jaküt II. 501, 3) Umbildungen, die auch von
der UnTerstündlichkeit dieses Wortes für die Araber Zeug-
niss abgeben. Hierzu gehört ^^'o.
fäjLo kennen schon die Araber (Mu'^arrab 139) als fremd.
Es ist aus l^^^sl^ übernommen, das selbst (vgl. Nöldeke
ZDMG. XXX. p. 649) Fremdwort sein muss. Es gehört
nach Nöldeke zur Wurzel pl\
Die Namen der Harze im Arabischen weisen mehrfach
auf aramäische Originale hin.
So zunächst ^1^ Näb. 3, 8; yergl. ^^%LäJt %U
Amrk. Append. 28 , 1 ; Qamäsah 147 ; ib. 448 ; Jä|^t
n. 387, 22; davon ^yS Zuhair 10, 8, das schon den
Arabern als fremd bekannt war. Mu^arrab p. 122. VgL
Ir^d Gast. 796. Daneben ^ und davon ienominativ ^aj Jäküt
n. 384, 8; Tab. III. 895. UT »Pech'* ist übernommen aus
tt*l£lO \rsaA wie schon Freytag mit hebr. *1S3 andeutet.
^1«^ 9am. 745 hat wegen ^iner Form , trotzdem es zur
Wurzel Jij »tropfen*' sich sehr bequem stellt, Nöldeke als
aramäisch in Anspruch genommen (mündl. Mittheiluug). Dafür
spricht auch die Form ^Zjaiij woneben allerdings auch
i\yia£ji Div. Leb. 94 paenult. vorkommt. Es giebt aber
kein aramäisches *iJi^^^ P^*^' und so bleibt nichts übrig
als pC2)^ für westaramäisch zu halten und daneben eine ost-
aramäische Form mit p anzusetzen. Zu dem Wechsel vgl.
f^;
■ 181 "■ -• ■
m^Vuj? » 7\V^y mm MTiXinie und NSldeke Z D M 6.
XXVI. 232.
ssfj\ Harn. 745 erregt schon durch das DenominaÜTam
oJjjt Verdai^ht. Wenn doa yjoii semitisch ist — worüber
noch gestritten wird PSm. 1080 — so ist die Ent-
lehnung aus dem Aramäischen ganz deutlich, da dann das
n von nST und \Ls nur Femininzeichen , nicht wurzel-
haft ist (Bildung HSS^ lAll Noldeke Syr. Gramm. § 105).
Sollte es äg^rptisch sein, so liegt auch die Annahme einer
Entlehnung von den Aramaern nahe.
Aus sachlichen Gründen muss auch J^ f&r ein Lehn-
wort aus IrldäM erklärt werden. Schon den Arabern als
fremd bekannt ist U2k*a4 Mu^arr. 141, entlehnt zunächst
aus ^213DD Low p. 70.
MINERALIEN.
Das Gh>ld führt im Arabischen ausser dem alten orse-
mitischen Namen v^^6 eine ganze Reihe Ton Bezeichnun-
gen , die es meist nach seiner Farbe benennen s. B. %L^
(Analogie zu ^L^ü) zu ^d^ss'^y] »Glanz". — Beden-
ken habe ich g^egen die Echtheit von jLjpUMbd, das ein
übliches Wort gewesen sein muss, da es die syrisehen
Glossographen (PSm. s. y. Laoi9; Elia Lagarde PraeUrm.
47, 69) gebrauchen. Vgl auch Be|prl 637, 8.
Ein Name des feinen Gtoldes uk^t iit als Entlehnung
(aus ißpvt^ov) schon den Arabern (Muiirrab p. 17) bekannt.
Dazu gehört Tielleicht i^Syjfi in mehreren Bedeutungen,
4:
£?=
■ . 152
. - . ^
JUftt L 422 1 19 Ton Denaren gesagt Ich will hier meine
Bedenken gegen die Echtheit Ton ijjwsJ »Silber" nicht
zurückhalten. Es konnte zwar zu ^u\y) »abgefallene Blatter'*
gehören, aber dies scheint doch erst Ton ^>SpJ »abschla-
gen" gebildet za sein, so dass hier keine Analogie zu SS%
«•ripT Ton ^yy = ST Torliegt Auch begreift man
trotz (jrauh. hier die DiminntiTfonn nicht; bei Ij^j ist sie
gerechtfertigt und c^ajl^ ist als Fremdwort ausser Betracht
zu lassen. Ist es nun zu kühn bei diesem Worte ein altes
Missyerstandniss anzunehmen (leider habe ich keinen
Beleg) und es mit ^^«na K^ü/ zu combinieren ? Man denke
an die wunderlichen Erklärungen Ton (^mJS bei IbnDor.
Kit-ol'ÜtiH. 324, 3 a.f.
l1)^ »Geld*' konnte übrigens äthiopisches Lehnwort sein
Sj% spricht nicht direct dagegen, da diese Bildung TOn
Verbis I. Wäw doch sehr beliebt ist.
tfSuuwJt f^^^mn^ (Eamüs) müssen aus jniml entlehnt sein ,
da d^ttJ im Arabischen nicht mehr Tom »Giessen" des
Metalles gilt.
Das Kupfer, für das die Araber nach Strabo (Lib. XYL
768) das Dreifache an Gold zahlten , führt neben dem alten
Namen ^L^ü* über dessen Echtheit sich noch streiten
iSsst, mehrere aus dem Arabischen nicht zu deutende
Namen : 4>Li0 (belegt bei (jauh. mit einem Verse ^a8sän's)
mjlA (ebenfalls bei (jrauh. belegt). Das Erstere kann nicht zur
Wurzel 4>L0 »jagen" = 11V ?• (&jl4)üu0 =äth. ^Sdänat
»Jägerin") gehören. Vielleicht zu IJuo=>1?^ »rostig sein**?
Das Blei führt den sicher aramäischen Namen X^\ aus
l^öl jüd. Kn3K gegenüber hebr. nnfi^. — Über ^\i'.^
TT »» J
»Löthmetall** Tgl. an einer anderen Stelle. — Cj^ ist
bekanntlich persisch. — Echt wird %jJüiC\ sein* Ton Je«
»festmachen** (Idthen) benannt.
«
t
. j
- - • J
.. •.> ■*: " ' ■ »■ iaaTV' — ' — ^
^l'" ■'r' " .j^.- ^ L-*'-- V*'»
15S
Das Zinn (in Arabien dngeftlhrt Periploa 28) fOhri
den zanächst ans dem aramäischen stammenden Namen
jjjas 1^1 ^3X , welche allerdings yielleicht nicht semitisch
sind. %ifXj^ ist bekanntlich ans xx^^lrt^ entlehnt dnrch
Yermittelang Ton KlC^Op, plUOp. rf'^^^ssA bei B B.
(Gast. 813) ist wohl erst arabisiert? (ItJO^ »clibanns'* wohl
vsAj^ir »der Schwefel'* bt zunächst ans lA^j-As entlehnt
yXi yii »Schlacke** ist schon durch seine mehrfache Vo-
calisationsmoglichkeit als fremd erkennbar, ebenso durch
die ganz unarabische Form und den Mangel jeder Ablei-
tung. Das Original ist )^xh^ Leyy Nhbr. Wtb. IV. 48.
Dazu Tgl. weiter JuJb GL geogr. 192.
Während Arabien in alter Zeit kein Eisen hatte und
man das Doppelte an Gold für Eisen zahlte (Strabo lib.
XVI. 778), hören wir aus späterer Zeit yon einem Eisen-
bergwerke ^LI»' Jät:üt IV. 92; Kämil 502, 1, nach
welchem Schwerter * >> r-^ heissen (mehrfach belegt bei
Jäl^üt). Doch ist bemerkenswerth , dass A^ma^ über den
Namen LmLmJ nichts Bestimmtes weiss und dass ^LmmJ
nach Anderen in Armenien liegen soll. — Jv^ hat schon
Guidi DMa Bede 18 als Lehnwort ans Plt-s erkannt
s *
Der Name des Antimons 4X4JI9 der seit alter Zeit Ton
den Araberinnen zum Färben der Augenbrauen benutzt
wurde, fAl^. 4, 2; Zuh. 3, 15; T&h. I. 773,5) soll aus
griech. ^rifAfAt entlehnt sein. Da dies wahrscheinlich aber
auf ägypt. mstm Blau ZDMG. XXV. 332. Anm. 2 zu-
rückgeht und das Antimon aus dem Somalilande nach A^
gypten eingeführt wurde, so ist wohl eher an afirikanisehen
Ursprung zu denken. (Vgl. auch Strabo lib. XVI. 775).
&JLiy »Saline** scheint Ton der Wurzel JiS C» ^1)3)
.« -Ol
. X' f « «— . .
n^ ».Mamim^fdmmm
.^r.
■rr.
i'^.'
"--•-? .
^•*:^ ?/' fe.4 ::s '
154
eigentiich »was Einem (darch das Loos) Ton der Beute
zufallt" dann » Antheil" (wie la^) keine Ableitung zu ha-
ben. Ich halte es fiir fremd, kenne aber den Ursprung
nicht.
Nur wegen der lautlichen Veränderungen erwähne ich
hier noch dJjdS Eazwini (WOstenfeld) 233. In Toller
griechischer Form fiodi^t es sich noch in der Midnäh als
DWipbp oder Din3J33p. Bemerkenswerth ist die Wieder-
gabe des X durch p, die vielleicht eine Art Assimilation
an das zweite p darstellt Die Verwandlung des H in 4>
wegen des yorhergehenden Nun. — Dass %LkAJU eine Cor-
ruption aus ;^reAxiy3)f sei, kann ich Dozy (II. 399) nicht
zugeben. Die syrische von ihm angeführte Form kann
nicht aus dem Arabischen stammen, schon wegen des An-
lautes nicht. Die Endung kann aber sehr wohl erst im
Syrischen gebildet sein (Nöldeke Syr. Gramm. § 140), wenn
sich wirklich kein *;^«Aic«y3'i^i(o)y nachweisen lasst.
NAMEN DES WEINES UND DER
WEINGEFÄSSE.
In den Tormuhammedanischen Gedichten wird des Wei-
nes so häufig gedacht, dass mau auf den Gedanken kom-
men könnte, er wäre unter den alten Arabern ein recht
verbreitetes Genussmittel gewesen. Nun gab es in Arabien
wohl Wein '), aber ganz anders, wie im A. T., wo der
1) Die SteUan aiif({eiiUüt hfi Oaidi DsUa mU 41. Bei dem Ortnunen
^LaiÄ (Giiidi 1.1. p. 46. Anm. 1) ist darmof auftnerkitm za maeheo, da« er
wq^rüBgUch wohl •Weinatöeke*' bedeutet » Bjr. \LaslSO', in A.T. iatnOJliV
Midi gerade eia aa WeJnpflaniqHgeii reicher Ort.
.-• .-155 - . • ,. >.;• - .... -., •;•
/
Weinstock die ganz unentbehrliche StaflEiige der Landschaft
bildet, »jeder anter seinem .Weinstocke und Feigen-
baame** das Bild der höchsten Glückseligkeit ist, sind die
Stellen, wo yon blähendem Weine bei den altarabischen
Dichtem die Rede ist, nur sehr spärlich. Ein alter Dich-
ter >) sagt Tom Siebengestirn , das am Morgen erglänzt ,
wie der Zweig einer pikanten Traube , wenn er aufgeblüht
ist^). Lebid Divän 93, 11 spricht von Palmen, »zwischen
denen Reben wachsen'*. Die Schilderung betrifft aber Je-
men, wo auch A^^iä eine Kelter hatte J&(:üt L 115, 13.
Von blühendem Weine in Medina bei Fa41 ihn ^Abbäs
wird uns Agäni XV. 4 , 18 berichtet. Die Stocke von ^Bif
lässt der Prophet abschneiden, Ihn Hitöm 873/4. Einige
von den Stellen, die in der alten Litteratur yon frischen
Weintrauben erzählen, werden überdies freie Erfindungen
sein. So wenn von ^A$im ihn Täbit, einem fimatischen
Muslim, der einem Ungläubigen niemals Pardon geben
will, erzählt wird, er habe zu einer Zeit, wo es in Mekka
keine einzige Dattel gab, eine frische Weintraube in der
Hand gehabt und gegessen , Agäni lY. 42 , 10, eine inner-
lich unglaubwürdige Nachricht, die sich auch durch den
Zusatz: »und das war nur ein o) ) * ^^^ ^™ Allah (zum
Lohne für seine Frömmigkeit) bescheert hatte'* kennzeich-
net Die anderen Relationen derselben Erzählung haben
diesen Zug nicht. Auch dass uns noch eine Notiz über
1) (Öauh. a. ▼. f^A).
8) J^'i^ tAmni die Htm S^mVwtiM ud die MdidkriBg im vi-
•ereA Vene aar dareh den Vemwiag Tenintclit; %gL OmH. t. ▼. Bi geliftrt
Datarlick nieht m der PflenM m^ , (L5w 4S; PiTse Sodth 14S8), eondcni
itt eine nieht leltrne NieUbildang n m^^A « ^^a •pikuit''.
156 .
den Ursprung der WeinstScke im ^ait (Ag&ni lY. 75, 9
und öfters) erhalten ist, beweist, dass die Araber Ton der
rerhältnissmassig späten Einführung dieser Pflanze in ihr
Land noch Kunde hatteo.
Indessen hat die arabische Sprache eine ganze Anzahl Ton
echten Wortern, die sich auf den Wein und die Weincul-
iur beziehen, aus ursemitischer Zeit erhalten. So sind ^^
und yjÄ^ g^gen jeden Verdacht einer Eotlehnung geschützt,
ebenso N.>Ie, da sie genau die regulären VocalTcrhältnisse
zeigen , nach denen sich irabische , hebräische und aramäische
Worter entsprechen müfsen. Abgesehen davon sind auch die
Bedeutungen modificiert. Aramäisch heisst die Rebe überdies
K3S13* (U wegen des Labials Noldeke Mand. Gramm. § 19.)
e
Durch die Lautverschiebung scheint als echt auch n^y^
> Weinlaube" gegenüber D^"iy hebr. fe^ny Low Aram. Pflanz.
89 geschützt Zu den echten Wörtern gehört auch ^Aja
(Amrulti:. 4 , 35 ; ausserdem belegt bei 6auh. s. y.; A^ni
IV. 37, 1 (oder oLäAJi^), das man mit den Arabern wohl
am Besten zur Wurzel (Xaa zieht (vgl. auch aram. 33^
»binden") BUdung wie J^Xli^ 'Aik. 1, 23 und JÜ3I ^).
[Entlehnt aber ist gewiss e^ pyt** Jä^cüt UI. 77 , 3 , da
es gegen hebr. D^ü^lii^ aas der Lautverschiebung heraus-
tritt. Ailerdings ist aram. *)-s^r^ ia dieser Bedeutung
noch nachzuweisen]. Ferner tuijXÄ zur ursemitischen Wur-
zel ^^mXd=D3}^ »umwenden", daher D^I^ »Fusskette" ').
Nun aber ist auch noch, wie Ouidi 1. L 41 nachgewie-
sen hat , ein weiter Weg von dem Besitze des Weinstockes
bis zum Bereiten von Wein. Der Weiu scheint in Arabieu
1) Vgl. meine Beitrige sur BrkL der mehrt Bild, im Arab. p. 1, S.
S) Aber OJ» in der MechUU « ixi«. welehee neben Nl^If. KiJn und wn-
iligen Sebnibangeii « %xß^wm ia*t Anmäieehe anfj^ommen worden ift,
.■»•^
157
selbst niemals produdert worden m, sein , nnd sehen wir
nns die Verse der alten Dichter genauer an, so sind es
fast nur Orte Syriens ^) oder des Urak, die ihn erzeugen s. B.
^Ana, wohin Freytag im Lezicon die unglQcklichen »asini'*
versetzt; er hat ^^^ und . i^ yerwechselt (^AlijLama 13 ,
40) '). Besonders gerühmt wird der Wein yon Enderün
^\lt:ama/ 1, 23; Amr^. 34, 25 nnd öfters ').
Ein zweites ist, dass die Araber direct ein Wort ent-
wickelt haben, das »Wein aus fremdem Lande importieren'*
bedeutet, LLim Amrlj:. 52, 43; 17, 8; Zuh. 4,6, das man
wohl nicht mit den Arabern als identisch mit
i-AA =s hebr. 112V anzusehen hat. Vielmehr dürfte in
Lyhw »Wein*' (Kamüs) die ursprüngliche Bedeutung der Wur-
1) Wenn im Periplai 49 neben italUchem, Itodioeniteliem Weine aock •!!«-
Vitcher** erwähnt wird, lohat man oatürlich an die römische Prorini AraUa,
IQ der z. B. Boetra gehörte, in denken ; wie aoeh bei ^Kpmßt» Athen. XIV. 64M
S) Der Name ist TieUeieht als KIV *3 »Ziegenbansen** n erklären; t^
LäjU «Sebaaf bansen'* (Nöldekf) jiu • ^V «3
3) ^JLlXJ^' i*t, wie bänfig bei diesen Wörtern, nicht naeh den Begeln der
Grammatiker gebildet. Vf^ JlkAt. Der Name wird wohl die Bedentnng ^^9^)
•Tennen** haben. 7fir das Arabisehe ist also das ürsprdnglidie ^^vXit lad
Q^.«^' eine künstliche R&ckbildang, wie deaneh sonst sn boobaehten, s. B. in
.' •
^hwwU Ar ^•jfixmiA , das niemab in die wirklieh« Spradio fibersegasfis
ist Von einem Plormle kann hier gar keine Bede sein, da es natürUeh n«r
die Transcription ton n«A4u^r/nf ist, das iiit den römisehen V«nraltan0s*
Wörtern sn den Arabern fiberging. (Aber A*i4 bildet Jakfit I. S18. SO die
Nisba ^hx»U, als ob es Plnral wäre). So steht es wohl andi mit andern
Namen dieeer Gattung. Hierher gehört qJ^^mhJLS a ]nr30 Nöldeke jjprr. Qf.
(808 Bl; ^yts»^ «Skilen**. Ueber die BUdnng derNisbn datna TgLKfiidl
8S8, 8Si, 1. 17; MnCsssnl SS; Ihn JatS ed. Jahn. 746. S. So nad blseher
Analogie aaeh q^^ Ar q i>»»I j im Verse A'sb Umtt SM, 14. Itwat
*.
Anderes ist es mit Qjd'^ « YÜft** ^ ^ foeaMis «te. 8S.
.«»«.
■^■^. T.rf\
> •« ->»• « '— ^>-a> . ^
.«Li,!^
. \
tmm. «^^k«MM&MaiiAte
158
zel erhalten sein, entspreche ad hebr. Ü^O- LÜJ wird dann
erst denominativ davon gebildet sein. Ob das Wort auch
direct aus aramriischeni Kreise zu den Arabern gewandert
ist, steht nach dahin. Der arnniüischen Bildung l_i_J ent-
sprechend haben wir im jiid. Aramäischen StPSlDD Plur.
von nX3D. i^' ^ i-« heisdt direct »Wein", Kimil 73, 17 Ton
Mubarrad durch , ,*^ H erklärt. [Die Araber haben hier,
wie öfters, die Wurzel III. Hamz. mit der Wurzel III. ^
Terwechselt, hier durch eine Volksetymologie unterstützt.
Etwas Ähnhches ist bei Ijj zu bemerken (Ibn Dor. Kit-
al-iäti^. 273, 9); Muhammed will nicht ^ sondern lö
Bein]. Vgl. auch Tabari I, 986,2, eine gewiss echte Notiz,
welche nns den Namen SJ jL« {Gauh s. t. j j) erklärt.
Ein anderes Wort, das Wein bedeutet, ;3*a.'. heisst
ursprünglich gewiss nur »entfernt". Wenn auch den Arabern
selbst jede Erinnerung an die ursprüngliche Bedeutung der
Wurzel entschwunden ist, ist diese doch durch das He-
bräische und Aramäische ganz sicher gestellt. (Die Bildung
entspricht wie i,_^y5 hebr. Dnp aram. 3'*lp , so hebr.' Dim).
Von JkAU ist es später verdrängt worden und nur noch
poetisch im Gebrauch geblieben. Die Dichter aber gebrau-
chen ea auch vollatändig wie ein Nomen. Amrlc. Mu^U. 7&
spricht von gepfeffertem Weine f (i*Äj) ; Becher , die ge-
füllt (eigentlich durchgeschlagen) sind mit mildem Weine
(l3iÄ.) Agäni XIX. 92, 20. Vgl. auch Koran 83, 25; Be-
läjori 122; Belfri 83, 19. Divän Leb. 33 ult. u. öfters.
Gauhari weiss zu ^jl-t, nichts Anderes als y*jo-'( ij-« iijÄ>aJl
»reiner Wein" zu bemerken.
Noch verdient beachtet zu werden , dass jäLj ursprüng-
lich nur den Weinkaufmann bedeutet. So schon Gauh s. v.
^fVj »und die Araber nennen den Weinkaufmann ..^Lj"
F . - •. '. "
159
belegt durch einen Yen des Aswad ibn Ja%ir »ond ich gehe
zu dem Eaufmann eilig am Abend (iks^j/t) mein Vermögen
opfernd (i Jüo 3=^ ii)^) mit geneigtem Halse d. h. wie der
Commentator richtig bemerkt etwas schwankend Tor Trun-
kenheit*' (Agani XII. 155, 13 a. f.; Ja|j[. U. 180, 5).
Nun giebt es aber ausserdem noch ein paar classische
Zeugen unter den Arabern, dass Arabien kein Land des
Weines war. »Wer yon Euch Wein und Hefe will und
Teppiche und Seide, der gehe nach Bostra" sagt A^ni
XIX. 95 , 7. a. f. der Führer der Azdiien bei dem Damm-
durchbruche, als es sich darum handelt, neue Wohnsitze
zu suchen. Und ebenso erzahlt der Jude Ibn Hiiam 136, 7
(WOstenfeld) : »Was glaubt ihr wohl, ihr Juden, hat mich
aus dem Lande des Weines und der Hefe («^icJI ^%t ^^
A^jgyjt ) ia das Land des UnglQcks und des Hungers ge-
bracht, als der Wunsch euch vor dem Propheten zu war-
nen.** Wenn nun auch diese beiden Erzählungen keineswegs
historisch sind , so zeigen sie doch , wie der Gegensatz zwi-
schen dem weinreichen Syrien und dem weinarmen Ara-
bien den Arabern selbst ein wohl bewusster war. Bemer-
kenswerth ist auch , was Aelius Sparüanus in den Scriptores
histor. August. 7 , 8 von Pescennius Niger berichtet. Er
sagte zu den von den Saracenen besiegten Soldaten, als
sie murrten : » Wir haben keinen Wein bekommen und kön-
nen so nicht kämpfen.*' »Erröthet; die, die Euch besiegen,
trinken nur Wasser", eine hübsche Parallele zu Ammianus
Marcellinus XIV. 4, 6. Dagegen können nun auch halb-
sprichwortliche Phrasen . i^ ^^ ^Jj »Lt ^ k^an Vf.
96, 12; ^am. 558 paenult. »ich habe keinen Essig und
keinen Wein** noch eine Zusammeastellung wie A^ni IV.
147, 7 »er schwur bei ihm weder Wein noch Wasser noch
Milch zu trinken**, nichts besagen. Sie scheinen mehr ein v^
rhetorischer Aufputz als Beflez der wirklichen Lebensrer-
}
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160
haltaisse za seia. Noch weniger wollen mir die Leute be»
weisen t die schon Tor dem IsIäm den Wein Terschworen
und so eine Art arabisches Naziräertbum begründet ha-
ben. Die Berichte über diese darf man zum Theiie för
freie Erfindungen halten. Was z. B. Agäni XIX. 75 , 4
TOn Barad ihn Kais berichtet wird , erweckt gerade durch
den Zusatz \.£^[s (1a?Lw ^l5l »er war ein gottloser Trin*
ker" den Verdacht, dass wir es hier mit einer spateren
rauhammedanischen Erfindung zu thun haben.
Ein entscheidender Grund für die Annahme , dass im Hi-
^z wenig Wein getrunken wurde, ist endlich das absolute
Verbot des Weiutrinkens , das Muhammed aufstellte. Wäre
der Wein wirklich ein verbreitetes Gennssmittel gewesen,
so hätte Muhammed ihn nicht verboten und nicht verbieten
können. Muhammed ging in seiner Reform nur so weit,
als es das Bewusstsein seiner Landsleute zuliess. Vgl. das
oben p. 110, 111 über das Schwein Bemerkte. So ist das
Verbot des Weintrinkens eigentlich für den grössten Theil
der Araber keine ernstliche Neuerung gewesen ; es war — wie
Guidi Della sede 46 hervorgehoben hat — ein Genuss, den
sich nur die Reichen gestatten konnten. Zu den Belegen,
die Guidi dort dafür gegeben, hat er mir selbst noch das
charakteristische Sprichwort ^juuaJI ^jjo ^icJt ^«^ 03
hinzugefügt.
Von diesen materiellen Verhältnissen abgesehen, giebt
uns die Sprache selbst die deutlichsten Beweise dafür, dass
der Wein den Arabern aus der Fremde kam , da der grösste
Theil der Namen sich als entlehnt erweist.
Der gebräuchlichste Name des Weines in alter Prosa ist
**" In der Dichtersprache (Tar. Mu'all. 51; 5, 42; Kä-
mil 452 , 3) ist er nicht ganz so häufig , hier wird er viel-
fach durch Umschreibungen, Adjectiva und Participia
161
Tertreten. Zq diesen gebort z. B. &JoIJüo ursprüuglich ge-
wiss »Misch trank'* zu ^o Gauh. = JJuT; JlS »berauschen*'
ist erst denomiuativ. Eine andere Erklrirunj:^ giebt Ihn Dor.
Kit'al'i;itik. 256,8 L^^y ^ vä^^i>l Lji5. Im Arabischen
hat die Wurzel j,^ augenscheinlich eine ganz andere Be-
deutung, nämlich »decken, yerbergen"; daher «U^ »Kopf-
hülle**, »f.»^ »eine Decke aus Palmenblllttern**. Die Grund-
bedeutung des Wortes NIOm (über hebr. H^m vgl. Guidi
p. 42) ist gewiss mit Gesenius als »gahrender Stoff*' anzu-
setzen. Im Aramäischen giebt es dann noch eine Wurzel
*lOn »binden, knüpfen**. Dazu stellt sich ISIPi nach
Rast 6o(i<on »Knopf* li^^^ »Knoten des Halmes** ZDMG.
XXVI. 619, 19; ri11l2n »schwierig*' eigentlich »ver-
knüpft**. Als »Knopf** ist wohl auch ursprünglich ^<mO^^
p /^3"1 zu fassen. Davon wird nun auch — mit einer nicht
mehr ganz durchsichtigen Metapher — HtSln »Steinchen-
schnur** Ir^cLM »Kügelchen** ^) (ursprünglich als »Knoten"
in der Schnur gefasst ?) nicht zu trennen sein. (Eine auch
mögliche Ableitung von lOH »roth" also »Korallen" liegt
wegen der gleich zu erwähnenden Analogieen viel femer).
Die »Rückenwirbel" Ifloa- (PSm. 13, 11), H^in ('Irüch
8. V. "isn IX) , aber hängen mehrfach in der Sprache da-
mit zusammen; so y^^\ \«^ »Rückenschnur*' S JU *) zQ
^ , so dass man also an eine metaphorische von den auf-
gereihten Perlen hergenommene Bezeichnung denken könnte,
wofür auch noch ^TH »Wurbel" und »Schmnekstein
spricht Auch Kn^TS^ »Rückgrat" ist eigentlich »Schnur
1) Mand. MnOIH Nöldeke Mmmd. Ormam. 76. Ann. 1; mcIi jfid. lOm
'Arüch B. T. ^On II. am fiode.
2) Sjr. l^Ad Caat. 723 (lo ist aach ib. 736 ]Z^J1S zatchreiben fOr )iuOj^)
Ut wohl dem Arabitchaa estlchnt |^ -^^ aber itt ein Fehler (oder eiat Ne-
beo/orm?) far [1 -^^ 722 « n^**pi) « ^dPu^A4(«)v.
U
162
zur Wu.-^el ^TI7 »zwirnen". Noch lieber aber nübme ich
l^s^ direct als »KnoteQ*\ Dazu vergleiche man ^HUp
Dan. 5 , 6.
Ausser diesem echt semitischen Worte sind durch Ver-
mittelung des Aramäischen eine Reihe von Weinnamea in*s
Arabische gedrungen , die nicht den Wein an sich , sondern
eine bestimmte Art desselben bezeichnen.
Zunächst nenne ich das schon von den Arabern als fremd
erkannte ^LIaII^ daneben JüÄmmI mit Assimilierung deshar-
ten Dentals an das N aus ii^/v^/öv —-»JJ-i.iicl und pP3D3S (vgl.
Low Aram. Pßanzenn, 81) Mu^arrab 13; Bekri 597, 21.
Zu der Umstellung vgl. oben p. 115 und Curtius Grund-
züge der griech. Etymol. (IV Aufl.) p. 688. In der unre-
gelmässigen Ersetzung des durch io (aram. richtig ^ H)
sehe ich noch einen Rest der Assimilierung an das im An-
fange des Wortes stehende griechische P.
Noch nicht erkannt ist «JoJOj, worüber Gauh. s. v. JüJ
bemerkt: >JuJüJ ist der Wein. A§ma^i sagt, er ist dem
Isfint ähnlich; es ist Most, der gekocht wird und der mit
allerhand Gewürzen {\^^\r* eig. »Parfüms*') angemacht
wird, es ist aber nicht »Wein*' schlechthin*'. Es ist unzwei-
felhaft p::ni1p Pesiktä (ed. Buber) 102b, (»darin ist Wein,
Honig und PfefiFer") ; conditum (seil, vinuni) ; auch syrisch
erhalten, denn für ^oa^iJo^ Gast. 808 > Vinum aromatibus
conditum" ist sicher ^z^^o^ zu lesen. Die Bemerkung
Azzubeidi's zu Gauh., es sei 4Xl^t i/O^I i ^^ wohl ein Irr-
thum. Leider habe ich keinen Beleg für das Wort; es
stammt aber, da es von A^ma^i überliefert wird, gewiss
aus der klassischen Zeit der Poesie. Das Wort kann na-
türlich mit dem pers. arab. JJJ »Zuckerrohr** nichts zu
ihun haben. Dass auch die Araber, wie die anderen Sfld-
läuder (vgl. Low Aram. Pfianz. 319) Pfeffer an Wein
163
thaten , beweist uds Amnilkeis ^lu^allaka 75 , der toh den
Mukkayögela sagt: »als ob sie einen Trunk bekommen hat-
ten von gepfefifertem Weiue". Man verwandte auch Ingwer
dazu (Belyri 509, 4). Dazu vergl. schon njp"in p^ Cant. 8 , 2.
Ein anderes \Vort dieser Art ist ^j«iLi#J ilu'^arrab p. 70 ;
p. 13, ult.; Agani XV. 51,3, wo Walid sagt: Sie trinkt
den Rasatün rein, in einem mächtigen Glaskruge.** Es ist,
wie schon Bernstein erkannt hat (vgl. Sachau zu Mu^arrab
34), rosatum seil, vinum, das in griechischer Form also
etwa * :ojxTsv gelautet haben wird. Dasselbe ist auch
^Ujsoh Cast. 809 » Julabium" 1. ^Uffoh. Die echt grie-
chische Form ist poS/rsf^. Die drei eben genannten Wein-
sorten finden sich neben einander im Edict. Diocletiani
De vinis: 18 apsinthi 17 conditum 19 rosathi.
Erkannt ist längst «liuLyo, AjlLjo, AU^j» (bei Freytag
* ^
auch %LkM#) nach Gauh. s. v. -M-- mit Kesra des Mim
als mxMtarium /Aou^ripiov MuWrab p. 141 und Sachau
p. 64. Ich habe keinen alten Beleg dafür. Vgl. noch
Dozy 3. V.
Ein poetisches Wort für Wein ist ferner %Lad Qamäsa
400 ; Tab. III. 908 , 4; Bekri 768 , 11 a. f.; Jäküt IL 226, 8,
das ich für identisch halte mit Ir^^« woraus auch XSa
»officinelle Pflanze** übernommen ist. Es ist »Heilmittel**, also
wie &sljs(> auf den Wein übertragen. Der Wein heisst
auch direct »C5 Tabari III. 902, 12. Durch eine ähnliche
Metapher ist auch ^^%JUL^ Mu'^arr. 55; Tab. III. 951,7;
Jaküt II. 184, 14, das schon die Araber als fremd er-
kannt haben , ein Name des Weines geworden. Zu Grunde
liegt x^^^poc in der Bedeutung »Schleimsuppe**; in »^^''"^
ij»ijsöJA aber mochte ich nicht, wie die Araber (Mu^arr.
1. 1.) das letztere Wort als i^iXS i sondern als ^o'vSpo«
1G4
»Graape** fassen. Das Ganze mag ursprünglich eine Genitiv-
f m
Yerbindung gebildet liaben;^jM^^Jü^ 'iüaJ^ >Graapenweizen*\
(»Weizengraupen*' wäre allerdings sachgemUsser).
Es giebt ferner eine Anzahl von Wörtern im Arabischen ,
denen von den Lexicographen die Bedeutung »Wein** ge-
geben wird, die aber bei genauerer Untersuchung nur
WeingefTisse bedeuten.
Das häufigste dieser Worter in alten Gedichten ist wohl
vJils 'Alk. 13, 40; Bekri 91, 4; Ag. XVI. 40 paenult;
Agfini III. 75 , 3 a. f., das nach einigen Arabern den Wein
bedeuten soll, weil er den Trinker zittern macht, zur
Wurzel UlSjS »zittern** i) als Verbura Kamil 136, 14. Es
ist aber augenscheinlich nichts, als eine Übertragung des
Behältnisses auf den Inhalt und übernommen aus KnSplp
und syr. U..2^r-s ^). »Schädel» Schaale/* welche Begriffe
in verschiedenen Sprachen in einander übergehen. Vgl. testa
tete , xs^x\>i sanskrit kapala und im Arabischen selbst ^_^5^«
nach Ibn Dor. ir{^-a/-t&'^ti^. 31, 4a. f. »Schaale**und »Schädel**.
[Eine Ableitung von S^3p^^5 ist ?Öp*lp. Damit ist wohl
KSKpu^xXoc, das Reihig das homerüclie Epos etc. p. 131 fremder
Herkunft verdächtigt, identisch, wenn auch die Bedeutun-
gen nicht ganz genau stimmen. Das jüd. Wort wird als
»Schädelhaut** erklärt]. Echt ist von diesen Wörtern wohl
^■j*. ^ (jrauh. s.v.; ^AIlj:. 13, 37 als Metapher von dem
mit einer Schnauze versehenen Kruge für den Wein (so
Fleischer mündlich) T^r. 14, 9; Näbiga Append. (Ahlw.
p.l77) 58,5 a. f.
In der Bedeutung »Nase, Schnauze** (wohl Weiterbildung
1) So die Note im Sihäh t. v.; Gaahari selbst renrirft diese Erklärnog.
2) Davon iSsüS BekH 160, 4. ErkUmngd«>s Kloster Karkaph |>>1»^ ^
findet man Bekri 365, S a. f., wo auch x*..^W> als Trinkgefou aus dem Ha-
dlt belegt wird.
165
aus DC2P) ist das Wort auch im Aram. üblich ; vgl. *Arüch
8. V. Dimn, der da» Arab. 0112*13 = ry^j^ anzieht.
4>J»lj bei Cvauh. und Gawaliki unbelegt, bei Eufami im
v^^^JUJI wUT (Cod. Lugd.) :
>iäie haben ihnen verpichte Thonfasser anvertraut, yon
dunklem Aussehen, die einen Lehmburnus anj^^ezogen hat-
ten** wird schon von Gauh. als fremd bezeichnet, da es
mit der Wurzel 4\J% (jS* 4Xaj\I zu hebr. HpH) »schlafen**
augenscheinlich nichts gemein hat. Es ist übernommen aus
K*11p*1 (Bedeutung nach dem Arabischen festzustellen,
Sabb. 127*2,) welches nur noch ^Arüch s.v. erhalten hat;
unsere Ausgaben lesen dafür das häufigere Wort ^lIpH.
Ich vermuthe, dass auch Nedarim 5l\, wo unsere Agg.
Sllp^l haben, dasselbe Wort vorliegt ; das parallele ^3pTp
erklart ^Arüch selbst durch nyTO. Das Wort hat auch
im Aramäischen keine rechte Ableitung und ist vermnth-
lieh persischen Ursprungs. Einige unklare und unmögliche
Etymologieen hat Wetzstein Ztschr. für Ethnologie 1882.
p. 464 ff. zusammengestellt.
^^^i: ZuL 1 , 32 ; ^amäsah 556 , 20 ; Näbiga sappL to
the Append. 59, 1 (Ahlw. p. 112); Jätfiüt II. 890,4;in.
666 , 1 9 (wo {j4%Uy «in lilZ) fordert) ; Gauh. s. v. Lt wird
von den Arabern selbst schon als fremd bezeichnet. Es be-
deutet nach (jrauh. zunächst den »Seiher*' dann das "Weiii-
gefass überhaupt. Die Wurzel ^U (med. ^) scheint im
Arabischen zunächst »glänzen** zu bedeuten, daher ^^I
»Hörn** mit umgekehrter Begriffsentwickelung, wie b«
hebr. ]^;^ und pj5 (auch ^J »Hörn** und »Strahl").
^C% »Halle** daher yjSsKs =i ^otxoi Elia bei Lagarde
Praeterm. 19, 17 ist persischen Ursprungs. (Die Bildung
166
ist wie bei h an Jak = (^(>aV) 0^5) »Vorhang", daTon
,jj^ Amrk. 40,32; Div HuJ. 134, 10. Mit allem diesen
bat i««^'; nichts zu thun. Es bedeutet aber genau dasselbe
wie die ^p^ll der Aramäer ^Abodah Zarah 75*j3. Dies wird
von ^Arüch als >>Seihkorb** erklärt Es scheint mir nun nach den
sonstigen Aualogieen sicher, dass [^mJs von den Araroaem
entlehnt ist. Die Bildung ist ja auch durchaus aramäisch.
Hiervon natürlich ist dann ^1% »seihen" erst denominativ
abgeleitet. Das Wort findet sich auch bei den Persern
Vullers II. 13, 60 ^J. t^CL (auch vom Weine »fein")
und ijft«\- Diese aber werden es erst den Arabern entlehnt
haben, und die Bedeutungen » reiner Wein" und »fein" (vom
Weine) können als metaphorische Ausdrücke sich aus
der Gnindbedeutung sehr wohl entwickelt haben. Auch
sind Missverstandnisse bei Lehnwörtern grade sehr leicht.
Der beste Beweis für aramäischen Ursprung ist, dass es im
Aramäischen auch eine sehr gute Ableitung besitzt. Es ge-
hört zu p)*^ »ausleeren" (Wurzel pH); der Seihkorb oder
Erug ist darnach benannt, dass durch ihn der Wein durch-
geleert wird. Es ist also dieselbe Wurzel, wie Arab. yjU
med. ^.
Interessant ist es, zu bemerken, dass ^L »klar sein" (vom
Wein) nach der ursprünglichen Bedeutung von ^Jf!r» Glanz"
sehr wohl echt sein kann, wenn auch möglich ist, dass
die spätere Entwicklung von [j^J\ [jis auch ein Deno-
minativ der ersten Form geschaüen hat. Wie man den
Wein durchseihte, lehrt uns ein Vers ^Alkamas 13, 42
l»ytJU ,jL2XJI Ly^ (^<Xajo. [Über ^^JJ aus ^.IjLi = jüd.
\!3S"1£) pers. pandäm vgl. schon De vocabulis etc. p. 3].
Noch eine andere Bezeichnung des Seihgefasses scheint
aramäischen Ursprungs , &JL^. Ich habe dafür keinen Be-
leg ; da es aber von Ibn Doreid überliefert wird , so ist an
IG7
der Richtigkeit nicht za zweifeln. Im Arabischen hat es
wiederum keine Ableitung; die Wurzel bedeutet »tonen'*,
»knarren** zu /Ä /S oder »stinken**, daher sJua »Leder"
jüd. S^!f , auch svr. U»; vgl. Opnsc. Xest. eil. Hoffmann
p. 87, 18 und Nüldeke dazu ZDMG. Bd. XXXV. p. 497.
Unser Wort aber ist übernommen aus )ALwo Bar Bahlül
bei Payne Smith s.v. ^hz) [Barh. gr. I. 33,8; Overbeck
49,20 Nöld.] und gehört zur aram. Wurzel »lautern'*, die
auch im Jüd. aram. sehr üblich ist (rgl. ^Arüch s. ▼. /V
I; Low Aram. P/iittu. p. 90) auch meist vom Weine ge-
braucht. Ein drittes Wort Jl^lmu« soll nach Ibn Doreid
jemenisch sein. Da aber IL^^ als »Seiher** durchaus üblich
und ein zufälliges Zusammentreffen schwer anzunehmen ist,
so ist es als aramäisches Lehnwort anzusprechen. JiioJt
ist dann denominativ. Es gehört zu /HIS^ »tropfen** Jdmä
78«» Mitte =\--k.
Schon in der Form zeigt seinen aramäischen Ursprung
S^b »Becher'* Zuh. 9,7; 'Alle. 13,41; Divän Leb. 132,
12; Jät:üt IL 180, 3; 538, 8 (A'äa). Es ist syr. ha^
nur ProY. 25, 11. Im Jüd. aram. scheint es auch zu
fehlen ^). Es ist zunächst »Schaale** und leitet sich wohl
von r^ »ziehen" ab, also »Zieher'*. Zu vgl. ist rielleicbt
gl^ ron ^^. »Heber**. Für die Sicherheit der arabischen Tra-
dition erweckt es ein günstiges Vorurtheil , dass Gaub. an er-
ster Stelle »Schaale'* als Bedeutung angiebt. Ob'Abdd. Zar. 88^
für »Ui:3, (das man eventuell von 1233 = Cp^ (vgl. Nöl-
deke Mand, Gramm. b4) ableiten könnte) *X"T^31 zu lesen
ist, wie ich De vocabulis etc. p. 15 vorgeschlagen hab6|
1) DtM et sich io den Proverbien auch im Targüm ftndtt, bedtatct BAck
dem Charakter dictes. bekaonilich «ui dem S/ritchen übemommenea Werket
nirhtt.
*:*> rvv^r^,-.-- :, \ :i68
v"^V.-'
»>#
-»r- ' •. V.
^"'?- •':*■■■■■• ^ ■ • - *■ .
v-> ^'vii. möchte ich| da aucli 1?^^ nur sehr selten za seiu scheint
nun nicht entscheiden ^). -^
Der Wein wird im Oriente auch jetzt noch in Thonfas-
sem aufbewahrt; auch mehrere dieser Namen sind entlehnt.
Zunächst ist SjuL^ »Fass** (Be^ri 91 , 4) zu nennen. Im
Arabischen erregt Befremden, dass man &ajI^ und iZjl^
schreibt. Dies Letztere beruht gewiss auf etymologischer
Voraussetzung; man wollte das Wort mit Ix^ »verbergen**
Divän Hud- 28, 6 zusammenbringen. Es ist aber gewiss
aus U^^<- ttn^3n übernommen. Dasäthiop. habäj (Dill-
mann 602) ist wohl erst Lehnwort aus dem Arabischen.
Ob das aramäische Wort in der That zur Wurzel Ls.=
hebr. KSn »yerstecken** gehört , ist deshalb zweifelhaft,
weil dieser Stamm sonst im Aramäischen nicht vertreten
scheint. Mi^nisch H^SH ist wohl auch erst aramäisch , nicht
hebräisch. Si^Kf ^)'*^9 RaI-^L? sind ebenfalls übernommen.
Gauh. erklärt SLuL^ durch pers. ^.>^ (s. y. u^ und \j^ ;
dafür ist zu lesen y^r^ ; ygl. Mu^arrab. 54 , 1. 3 ; ib. lies
LWlö-1 wie auch Ihn Dor. in der uamhara (Cod. Lugd.) hat.
Ein aramäischer Name ist auch ^ Ibu Dor. JTtt^
i^tii^. 232, 10, das, wenn es echt arabisch wäre, nach dem
Lautverschiebungsgesetze Jm«^ oder ijm%^ lauten mösste,
gegenüber hebr. ^^T\ (mit aramäischer Orthographie HIO'Vl
Jerem. 19, 2). Dies findet sich mit der Bedeutung »rei-
ben** (vgl. 1, Aif^ T Lrr^ ^^^ T^x. Kit^al'üttlj:. 181,4
1) Im Armb. nsd die Bedeoiangen der Wonel (X^ folgendermeasMa ib-
niordiieii: n *^^3 «hoch** •▼orn** gehört %X^Vi »eiegeii*' «X>Ü »m Hülfe koai-
« > • «
men** sXS^ .ttark tein** uX:^ «Hochland*^; dann sa |^ [ath. na gada]
iX^Vi «neheii**, TomSchweute »hemnterlaiifeii** (?gl. vJ$j^ luid ^'O >^^^^
mit geiogeDem Halw; OL^U »Riemen*'» wie v^|jO.
169
a. f.) in der That im Arabischen. Es ist also aus KD^H
(Lu**^ = JtriD*n Jaküt) entlehnt. Zu trennen ist natflr-
y
lieh davon gänzlich (j*#yÄ. »taub'' zu S^in l^H^
Ein ähnliches Thougetuss araniili.schen Ursprungs ist ^^i>
Mu^arr. 72; Bekri 91, 4; Tab. III. 371, 9; Kaniil 460,
7; ib. 485,5; Divan Leb. 09, 1; Juküt IL 180,4;Agam
V. 47, 13 entlehnt aus K31 nicht selten im Talmud, (da-
T -
ron abgeleitet *S3n »Böttcher" Kiildusin 70»>) im Syr. U?»
das nicht etwa aus dem Arabischen dahin gewandert ist,
wie neben dem Jiid. aram. auch mand. 5<3S*1 Sidr. R. 134,
11. (Xöld.) lehrt. Kaum möchte es gestattet sein, das ara-
mäische Wort noch weiter au tliia anzuknüpfen.
v.aJL^ stelle ich direct zu N3/^3 ( Arüch); es bedeutet
nach Abu ^Ubeid bei Gauhari »das leere Fass"; diese Art
Synonymik ist aber nur mit Vorsicht aufzunehmen; eine
Reihe solcher angeblicher Untei*scheidungeu lehrt Ibn Eo-
teiba im Adab-al-Kätib Cod. Lugd. 54 1 , 7^'".
Noch nicht als aramäisch erkannt ist auch O^L^ ein
Thongefilss, dessen fremden Ursprung man schon aus der
geringen Ausbildung der Wurzel im Arabischen schliessen
kann. Es ist = i^^ (jüd. S<3Vn schon Eelim 1 , 2) wo-
neben auch i^y^ — (über die verschierlenen syr. Formen
vgl. Payne Smith 564 s. v. 11^) — mit einer bei einem
Fremdworte nicht auffälligen Verschiedenheit Es stellt sich
ferner unmittelbar zu bibl. ar. ClDH. Welches die ältere
aramäische Form ist, kann einigermaassen zweifethafb sein;
jedesfalls haben sich die Zischlaute den Labialen in Bezug
auf Härte resp. Weichheit assimiliert Die grössere Wahr-
scheinlichkeit des Prius hat wohl ^DH für sich. (Äthiop.
sah ab Dillm. 1205?)
Allem Anscheine nach fremd ist auch der Name Riys^
für »Weinfasa" (belegt bei Gauh. 3. t. ^-h^). für «las ich
keiae AbleituDg weiss. Mit \^ winl es woiil nicht zu-
sammenbängeD; ob aus Ui.. PSni. 1)33 V Nicht gut ■lenk-
bar wäre ein Zuäammeahang mit j^ J^ » Furbe", wiewohl
einige der betleutuageii lUrect auf >Farb)f" hinzuweben
scheioen. — _'.« uad n'~~^ -t- kenoe ich leider nur aas
Freytag. Ich glaube kaum, das* die io 'jeseu. Hdwb. IX.
p. 710 gelehrte AutFassun^, won;xeh <la3 Arabische dieses
Wort aus dem Persistihen und das P-.-rsische aus dem Ara-
mäischen iJ— sL. empfaugeu hiibe, die richtige ist. Viel-
mehr wird &l»l.^ direct ans dem aram. Nn^niT* (also
1->A'*^, mit oberem Punkte) entlehnt sein . unter Ajilebnung
au die grade vom Weiue häutig gebrauchte Wurzel — j.^
»lauter sein" (daher — -'C-e >lauterer Wein"j. Daraus ist
dauQ das persische ^^(«.^ eallehnl. Ob zu derselben Wur-
zel (mit Assimilation des Zischlautes au die Liquiday auch
Ij»* '' .] gehört?
Gewi=s aramäisch ist auch äjLi >Weiiikrug" Näh. 24, 10;
Plur. j^_ Jälfflt IV. 421. 19 und öfters. Es ist aus li^;.^
Plur. li— (Op. AV«. ed. Hoffm. 121, 17; Barhebr. (Martin)
33, 2; Kai. und Damn. ed. Bickell 55. 2; Elia Lagarde
Praeterm. 39. 84): SPTlp (Belege im 'Änlcb s, r. 7p VI.) >)
entlehnt. An unsere aramäischen Wörter klingt cululhu in
»Dives et aureus tuercator essiccet calnllU vina Sura repa-
rata merce" Boraz Oden I. XXXII sehr an. Es scheint
mir in der That, dass dies lateinische Wort, trotzdem ea
an oileu», xeiAdt u. s. w. anscheinend seine Verwandten hat ,
1} Vgl. tacb LcTT T^^b. II. 3an Sciai TnnDaa^ i>t ibcr uamöjl^ch Ei
;icU kciain äinxular muc. gen HVp vta-Jtin MTlp h>l wir iir ] ' ''i*; -
tiun BiiiDlithtii Plonl. gfhuri ilw ii> ita htt Nüldckc Syr Grtmm. ) 31
tuf^fubAeii U,}rlcra. B^b ia'-;l'Jb 7lb inil übiij'!» KPT^ nlFhl -kruc'-
lOBilero .Tuehe"" beii»«lfn. Kati tjlunirri e» liurcb 'j'3'Vl unJ 'I?13 .Ul^»".
171
aus dem Semitischen entlehnt ist. Denn eine fast identische
Form findet sich in der Misnah Parah 3,3 als 7 7p , von
Hai durch ri^IH uud -3 erläutert. Kaum wird gestattet
sein, damit weiter liebr. Tivü zu combiuieren, da *?^p
selbst zu dem Yon der Misnah bewahrten althehnlischen
Sprachgute zu gehören scheint. Damit hat H* 7^p > das daneben
bei ^Arücli aufgeführt wird , niclits zu thun. Rs scheint zu
xx?.:v =z Us^ Gast. 783 zu gehören , das wohl auch das
das erste Glied des tluiiklen HD^S'^p > Hüftbein" bildet.
^tr 'Alk. 13. 38; .Vsa bei Jaküt IL 538, 7 (öfters
bei den alten Dichtern) fällt schon durch sein unmotiviertes
Hamza gegenüber l^is ^^3 auf und wird erst aus dem Ara-
mäischen entlehut sein. Es fehlt auch im Äthiopischen.
Über SLa^L ist bereits p. 73 gehandelt worden. Ich be-
merke hier nur noch, dass daneben kein iULu (Gesenius
Hwb. IX. p. 4 s.v. DTri2!2S) vorkommt und, wenn es exi-
stierte, keinesfalls Beweiskraft für jenes hebräische Wort hätte.
Nicht ganz klar ist mir g^bf Jäküt IV. 421, 17, das da
nicht gut »Waschbecken** bedeuten kann. Zu dieser Bedeutung
gehört aber wohl äthiopisch adawa Dillmann 801, Deno-
min. von edäw »Schmutz**, ^v »Schlauch** ^amä9ahll;
Bekri 539, 10 a. f. (nicht selten) im Arabischen ohne Ab-
leitung (denn f^\ ist erst denominativ) halte ich, da es
ein Weinschlauch ist, für entlehnt aus Kp^T ^Arüch s. v.
pT III; sjr. Us]. Ein Zusammenhang mit Xp^T »Wind**
(^Ar. s. V. p? IV) Iä^], woraus ^^v MuWr. 77 entlehnt ist,
ist schon formell ausgeschlossen.
Man liebte alten Wein , daher der Name \JjX£. fdr Wein
überhaupt: vgl. 'Alk. 13, 38. 'Ant. Mu'all. 20; Amrk.
17, 5: Jäküt II. 220, 10. Man trank ihn am Häufigsten
gemischt mit Honig und Wasser Kamil 73, 17; zur Hälfte
172
mit Wasser Amrk. 17, 9; Kamil 26, 11; Bekn 361 ult.;
Tar. Mu'all. 57; Koran 76, 17; Bekri 163, 7; Tab. I.
752, 17; Agäni II. 34, 8 v.u. — Das technische Wort
dafür ist dasselbe, wie im Aramüischeu, numlich ^Ct*
Dies ist gewiss erst deuominativ von --fCo» welches ge-
nau aramäischem U^}^ entspricht. Es bezeichnet ursprüng-
lich den Zusatz an Wasser, dann die ganze Mischung.
Im Jüd. amm. bedeutet Sr!2 direct »Becher Weines"
Levy Nhbr. Wtb. 111. 62. Vgl. auch UV,>1^ als Flüssigkeits-
maass Lüw Aram. PjianzA&l. Anm. DerWeiu wurde aber auch
ungemischt (akpxtsc) getrunken. Ein vorislamischer Dichter
sagt: »Und ich kam in die Kneipe und gab ihm den Mor-
gentrunk von altem ungemischtem Weine , der nicht ge-
tödtet wurde" Agäni XIX. 93, 13. Später bedeutet yt
mischen überhaupt. »Den bitteren Tod zu kosten ist süss,
wenn wir ihn gemischt haben mit rühmendem Geden-
ken" Kämil 542, 14. [Das Gegentheil von ^\y9 ist
ol^ der lautere Wein]. »-fL« im Sinne von »Tempera-
ment" ist dann selbst gelehrte Übersetzung von l-*^!^^
••
xpiffii bei Ärzten und Philosophen. Vgl. Kuhn LitteraturbL
für Orient. Phil. I. 413 »)•
Ein aramäisches Wort ist gewiss auch der Name der
Kneipe vL^li T^r. Mu'all. 74; Kämil 459, 2; Agäni XIX.
93, 13; XV. 33, 2. Vgl. Agäni XVI. 47,2.
^^^öJt LjAi gLo ^f ^l^t ^^ abU ^ va^bUülj
[davon sliU. 'Alk. 13, 38] nämlich »min U^il, das
man gewöhnlich zu pers. ^L^ stellt, das aber wohl rich-
tiger mit Nöldeke [mündlich] zu hebr. Hin r\irV2 u. s. w.
zu ziehen ist. Als Weinkneipe gilt speciell KnlSH Bäb
1) Das Mitchell heistt auch wohl -rärben** v^ ^V" 26U, 4.
173
Me?. 60*; "Aböd. Zar. 31»», 15 davon Pesüchim 110»», 16
njtljri; in der Misnah ^313n (so zu lesen für gew. *31in).
[Was ijy^)\ aulanijt, so hat sich neuerdings noch Guidi
nach Geseuius' Vorgange dafür ausgesprochen , dass es se-
mitisch sei, ich glaube, zu Cnrecht. Da wir im Aramüischen
das reguläre Laut'lquivaleut von hebr. ^^vT als ^i-^ »flech-
ten", jiid. 31D = y^ > verflechten" haben, so Hegt kein
Grund vor, hier eine überdies ganz ungewöhnliche Neben-
bildung aus eben tlieser Form anzunehmen. Im Übrigen
hat doch auch das Arabische . in dem es noch iu der Be-
deutung >rothe Farbe" vorkommt, noch deutlich eine Spur der
urspriinglichen Bedeutung erhalten. Vgl. ijauh. s. v. ^^%^^\.
ilau denke auch an U^-^]^ Lagarde Ges, Abh. 81],
Ich erwähne zum Schlüsse noch zwei aramäische Namen,
die sich auf den Weinbau beziehen. SjJIv> im Sinne von
»Weinrebe" Dozy I. 469 ist zweifellos aus ^^^*?"^ I^laL?
Low 88 entlehnt. — Ebenso ist •jfjio »^las Holz, das in
die Erde gesteckt wird , damit sich die Rebe daran empor-
ranke" .Jäküt II. 580, 15 entlehnt aus Ipn Wajikrä Rab-
bäh Sect. 12 Mitte »dieser Weinstock, der gestützt wird
mit soviel Stäben und Stützen" (jnpn). Dies letztere
scheint in der That icxJipiov »kleiner Stab" zu sein. Die
weitere Arabisierung braucht nicht aufzufallen.
HANDEL UND VERKEHR.
Der alten Welt galt Arabien als ein Wunderland roll
köstlicher Pflanzen und Gesteins. Es war das Land der
Gewürze und des Goldes. Gen. 36, 25 tragen die Ela-
meele der Ismaeliten »Würze , Balsam and Myrrhen** nach
174
Ägypten. >Säba*s nnd Ra^nnVs Kaufleute sind deine Hundler;
mit allem köstlichen Gewürz uud jedem Edelstein und
Golde tauschen sie ein deine Waaren** sagt Ezechiel 27 ,
22 zu Tyrus. »Uud alle Könige Arabiens brachten Gold
und Silber an Salomo**. II. Cliron. 9, 14. Die Königin
▼on Saba kommt zu Salomo mit Kameelen, die Gewürze,
Gold in Menge und edles Gestein tragen (ib. v. 1); »und
nicht fanden ihres Gleichen die Gewürze , die Sabsis Königin
dem König Salomo brachte" lib. v. 9).
Aber der Besitz und Erwerb dieser Herrlichkeiten war
mit grossen Gefahren verknüpft. Schreckliche Schlangen be-
wachten den Weihrauch (Herod. Hl. 109); gewaltige Vögel
die in Sümpfen wachsende Kasia (ib. 110); gefahrvoll war
die Gewinnung des Kinnamomon (ib. 111) mühevoll die
des Ladanon (ib. 112); so die Märchen, die die schlauen
Araber den Fremden erzahlten, um sie vom Eintritte in
ihr Land abzuschrecken. Doch der grosse Macedonier, der
halb Asien sich unterworfen hatte, konnte dadurch nicht
abgehalten werden , seinen Blick auch auf das schätzereiche
Arabien zu richten. Aber über den Vorbereitungen zu ei-
nem Zuge dorthin ereilte ihn der Tod (Strabo Lib. XVI.
785).
Nicht spärlicher wird der Preis Arabiens , als es mit der
Ausbreitung der römischen Macht in das helle Licht der
Geschichte eintritt. Von den Schätzen der glücklichen Ara-
ber spricht schon Horaz I. 29 zu Iccius, der sich der Ex-
pedition des Aelius Gallus angeschlossen hatte. Wirklich
scheint der Gewinn der kostbaren Gewürze und Steine
Arabiens in erster Reihe die Veranlassung zu jener Expe-
dition gebildet zu haben. Denn so wie Strabo, der über
jenen Zug besonders authentische Nachrichten hatte, (Lib.
XVI. 785) sagt: »Es war aber auch, dass er (Augustus)
hörte, dass sie im Besitze der ausserordentlichsten Schätze
175
waren , indem sie ausser ihrem Golde und Silber noch die
Gewürze besllssen und auf die prächtigste Weise lebten ,
von Aussen aber nichts empfingen** so äussert sich Plinius
Nat. Hist. XII. 84 mit nur wenig verhehltem Grolle, »dass
diese so reichen Völkerschaften für die ungeheuren Geld-
summen , die sie von Itümern und Parthern bekommen ,
ihnen , was sie aus dem Meere oder den Wäldern gewinnen ,
verkaufen , selbst aber nichts von ihnen kaufen**.
Allerdings hielt das Altcrthum Arabien für die Heimath
mancher Producte, die es in Wirklichkeit nicht erzeugte,
sondern nur vertrieb. Die Süd-Araber hatten schon früh-
zeitig die günstige Lage ihrer Halbinsel, dem Bindegliede
zwischen den drei Continenten der alten Welt, zu ausge-
dehnten Handelsverbindungen benutzt. So kam ihnen z. B.
der Zimmt, den die alte Welt für eines der werth vollsten
Producte Arabiens hielt, erst aus Indien zu ^). Auch als
um die Mitte des 1 Jahrh. n. Chr. die Schiffe mit Benut-
zung der Monsune direct von Ägypten nach Indien fahren
konnten (Mommsen Römische Geschichte ^ Bd. V. 617), war
Arabien, wie uns der Periplus maris erythraei') lehrt, am
Welthandel noch lebhaft betheiligt. Ein Theil der Pro-
ducte Jemens ging noch immer auf dem Landwege durch
die Wüste nach Norden, wo Palmjra, der grosse Stapel-
platz arabischer Waaren (Plinius 36, 17, 1; vgl. NHE^S
KQ*03 = fiijpG¥ im Steuertarif von Palmjra) und Damascus
sie in Empfang nahmen.
Der directe Verkehr mit Indien scheint späterhin aber
nicht mehr so sehr bedeutend gewesen zu sein. Man
findet wenigstens seiner kaum seine Ehrwähnung in der Lit*
1) V^l. SchumaoD KriiiscAg ümtertuekuuytm Hier dis ZimtUimdsr. (Ei^n-
zangihett N» 73 zu .PctermaDni MiUheiluo^eo"). Gotha 18H3.
2) Ceber die Abfatsuai^cit vgl. jetzt t. Gutachmidt io Eutiag yabmtäiickt Im»
scArißcH. Berlin 1885.
170
terator der Araber, nur ein Vers des Lebid (Divän 65, 14)
spricht von dem Schiffe des Inders, der dessen Leck ver-
stopft hat mit breiten Tafeln. (Später bei Garir Bekri 131,
4; Mufaddalijjfit 15, 3V).
Dagegen blüht, seitdem die Perser in Jemen and Hira
festen Fuss gefasst haben , ein lebhafter Handel mit Persien
auf, der den indischen verdrilugt zu haben scheint. So
viel aus den Njichrichten der Araber klar wird, hatte der
Grossküuig den Handel mit Arabien zu seinem Monopole
erklärt. Er entsandte eine Karawane, die, sobald sie d<is
arabische Gebiet betrat, einen Beschützer |wui^ ist dessen
technischer Name Bekri 732, 12 u. 16] braucht, um auf
dem Wege durch die Wüste sicher zu sein. Der ^gs ist
gewöhnlich ein sehr angesehener Mann, der die Stämme,
die die Karawane zu passieren hat, durch sein Ansehen
im Respect halten kann oder sie durch bestimmte Leis-
tungen gewonnen hat. Nicht immer geht es natürlich
ohne Fehde ab, so wird Kisras Karawane von den Temim
angegriffen Bekri 476, 11 a. f . Eine solche Karawane,
die Hau(]a ihn ^Ali durch Jemäma geleitete, führte w^uJbf
[natürlich ist nur an Moschus zu denken, denn andere
Wohlgerüche aus Pflanzenstoffen hatte ja gerade Jemen
in grossen Massen] ^) und Cj ^). Eine mit Oewürzen (w^jl^)
und kostbaren Kleidern beladene Karawane heisst iUJai
Amrk. 17,7; Ibn Hiääm 430,6; (AgdniXIX. 75, 9) nicht
selten in den alten Gedichten. Da man kaum daran den-
ken kann, dies Wort von JJ = |ftjJ »schlagen'* abzuleiten, so
bietet sich höchst ungezwungen QU^ und Llc-?'^ (Low
1) Auch roD Aden, wo die 4jot Jen Zehnten nahmen, wurde nach allen
Richtungen Moachus exportiert. .Ta*kAb! (ed. Hoatsma) I. 314, 6. Dorthin
kam er aus Penien.
2) Hier wohl persische Prachtkleider.
177
Aram. Pjlanzenn. 70 unten) zur Vergleichung dar. Die
Bedeutung »wobiriecbendes Harz** \nrd nun durch das
Arabische deutlich erwiesen. Gewiss hat auch ein arab.
jV^^ in derselben Bedeutung existiert; es ist aber verloren
gegangen, und nur in g»^f^y zeigt sich noch die Spur davon.
Wenn Axfifjtvxv nicht in zwei von einander unabhängigen
Stellen vorkäme (Strabo p.778,Agatharchides (Müller) L 189),
so würde ich es vermuthungsweise mit Änderung des dritten
Buchstabens dazu stellen. Eingetauscht hat diese Karawane
neben Led»»r wohl die zwei Hauptprodukte, die von Afrika
nach Arabien gebracht wurden : Elfenbein und Sklaven.
Sie wurde auf arabischem Boden zunächst von Kisras Statt-
halter in Bahrein empfangen, dem auch die Pflicht oblag,
den «ju^ zu besorgen. So wie Eisra , so machten es auch
die ihm untergebenen Könige von Hira, die, selbst arabi-
schen Stammes, wohl leichter die Beziehungen zu ihren
Nachbaren in der Wüste aufrecht erhalten konnten. Nomi-
nell waren ja die Stämme, die in ^ira*s Umgebung wohn-
ten, dem Nu^man untergeben; das hinderte aber natürlich
nicht, dass sie, wenn sie sich in irgend einer Weise von ihm
gekränkt glaubten , gegen ihn revoltierten. [Jenes System
ist in der Wüste im Grunde genommen noch heute üblich.
Die türkische Regierung zahlt den Beduinen, die die Pil-
gerkarawane angreifen könnten , beträchtliche Pensionen
(Rob. Smith, a journej in the Hejaz III. The Mecca
road). Der Serif von Mekka hat nun für die Pilgerstrasse
eine ähnliche Autorität, wie ehedem die Könige von ^ira
für den Weg, den die persische Karawane nahm. Aber
auch heute when the roads become very insecure, it is
generally the case or at least it is generally asserted that
these payments are in arrears (R. Smith 1. 1.)] Mit unter
brachte dies auch die Uneinigkeit in dem Hause des Statt-
halters selbst hervor. Was Nu*män's Karawane, die in
12
178
alinUcher Weise erst ibreu Weg nahm , wenn die Stamme ,
die sie passiert , alle gewonnen sind , eintauscht , lernen
wir aus Aifini XIX. 75, 10: Leder ^), Seide [dies ist wohl
ein Irrthuni, da diese in Hira billiger gewesen sein muss,
als in West- oder Südarabien, wenn man nicht etwa an-
nehmen will , dass die Chinesen ' ihre Producte damals
selbst bis an die Küsten Südarabiens brachten]. Lederstrei-
fen zum Zubinden der Schläuche, Schuhe, Kleiderstofte ,
uiimlich -^r-r ^ und ^1 (zwei Arten bunter, jenienischer
Gewänder, das eine bunt trestreift. das andere bunt «^e-
stickt) und adeuische Schuhe. Nu^man brachte vermuth-
lich persische und indische Producte, Moschus, indische
Schwerter (juLj^) und wohl auch Wein , wie Nabiga 27 ,
10 *) ausdrücklich berichtet. Aus dem Tribute, den die
Araber der Wüste dem Nu'män , der immerhin , wie die
Gedichte beweisen, sehr angesehen gewesen sein muss,
alljährlich zu bringen hatten, lässt sich auf die Producte i
die Nu^raiin bei ihnen eingetauscht haben wird, nicht
schliessen. Er hatte von ihnen, wie Agäni L 29 berich-
tet wird , einen jährlichen Tribut zu empfangen, »zweidun-
kelrothe Füllen , welche ihm die Speise Hulam brachten ,
trockene und feuchte Trüffeln, je nach der Jahreszeit, ^t,
Leder und die übrigen Handelsartikel der Araber**. Das
für uns Wichtigere ist gerade im letzten Ausdrucke zusam-
mengefasst. Die an erster Stelle genannten Dinge sind
aber wohl nur symbolisch zu verstehen , so etwa , dass der ,
der dieselbe Speise genossen, wie die Beduinen, von ihnen
1) Felle von Ziegen and Schaafen werden auch in unserer Zeit aus Arabien
exportiert. Dougthv im Globus XL! (1882) p. 3. «Felle bilden (wie früher zu
*Okuz) noch jetzt den llauptcxportartikel des lll^nz und in der Tbat den einzig
bedent^ndcn Handel in Gtrdda."* Rob Smith (A journcy in the Ilejaz). Vgl.
auch Jakilbl (Uoutsma) I. 280.3 a. f. ^,
2) Bekri 18U, 7 a. f. wird der Vers auslubrlich erläutert; q'-^aI ist ge-
wiss der Name.
179
jetzt geschützt wird , und wenn nicht er selbst es nöthig
hat, alle seine Leute. Nu^man beschickte regelmässig den
Markt von TJkaz mit einer Karawane, die der oberste
Scheich von Mudar geleitete (Agani XIX. 75, 9).
Aber auch unter den übrigen Arabern gab es Leute , die Ea*
rawanen ausrüsteten und selbst Reisen nach Aegypten und
Syrien machten , um die Landesproducte einzutauschen.
XamcnHich der Stamm Eurcis hat sich frühzeitig mit der
Pflej^e des Handels boschüftigt und aus der Verknüpfung
religiöser und Handelsiuteressen in dem Nationalheiligthume
zu Mekka grossen Nutzen gezogen. Die heiligen Monate
dienen ebensosehr dem Handel wie dem Cultus; vgl. z.B.
Kamil 202, 13, wo berichtet wird« dass die ia9\m^ in den
heiligen Monaten nach Jemama gehen, um Datteln zu ho-
len. Eureis wird direct als Eaufmannsstamra bezeichnet,
»den Eureis den Eaufleuten". Bekri 385, 11, und Bekri
695 ult. wird von einer Verbindung, die von Eisni bis
zu den Eureisi tischen EauBeuten reicht, erzählt. In der
That wissen wir auch aus der Lebensgeschichte Muham-
meds, dass der ganze Stamm Handelsgeschäfte vorzugs-
weise betrieb ; einzelne hatten weit von der Heimath in
Syrien Besitzungen , so Abu SuQän , der in der Heidenzeit
in der Balkä in der Nähe von Bostra eine Besitzung besass ^).
Die Wege, die die Earawanen nahmen, waren sehr genau
bestimmt, daher wird mehrfach bei Ortsbezeichnungen hin-
zugesetzt: )>an dem Wege, den die Earawane nimmt**.
Bekri 550, 4 a. f. Tagbär liegt an dem Wege der £[auf-
leute (Handelsstrasse) nach Syrien. Be|qri 416, 8.
1^ AjpL^U' JZ\ aber wohl nicht nar »i» der Ztit leiner Haodeltbefie-
hiiogvn'* sondern auch mtctfftH seiner Handelsbeziehungen'*. Er wird wohl dort
irgend einen Stellvertreter , vielleicht aach ein Waarenlager gehabt haben.
Bcladori 129. C.
180
Dass die beaacbbarten cultivierterea Araraaer mit den
Arabern in alter Zeit in lebhaftem Handelsverkehre gestan-
den haben werden , lässt sich r^chon von vorneherein erwar-
ten. Über das hohe Alter aber und die Stärke dieses Ver-
kehres sind wir erst in der allerneuesten Zeit aufgeklärt
worden <lurch <lie wichtigen aramäischen Inschriften, die
Euting im Febr. 1884 in Teimä entdeckte und die Nöldeke
(Monatsberichte der Akailemie der Wissenschaften in Berlin
11 Juli 1884) entziffert hat. Da an eine ständige Ausie-
delung von Aramäern im Inneren Arabiens wohl nicht gut
zu denken ist, so ist diese loschrift mit den anderen uns
ein Beweis, dass dort eine aramäische Handelsniederlassung
bestand: eiue Anzahl Aramäer, die ursprünglich nur mit
einer Karawane aus Ägypten nach Teima kamen, werden
sich dort unter der arabischen Bevölkerung angesiedelt und
von da aus ihren Handel mit dem ilutterlande betrieben
haben. Die einheimische Bevölkerung , die von den Fremd-
lingen Nutzen zog, hat sie gern aufgenommen; denn sie
gab sogar, wie die Inschrift lehrt, Beiträge zu ihrem Cul-
tus. Ich denke nämlich nicht, dass wir hier einen arabi-
schen Cultus vor uns haben, sondern einen aramüischen,
an dem sich aber auch das Volk von Teimä betheiligte.
Auch aus späterer Zeit wissen wir von Handelsverkehr
zwischen Arabern und Aramäeru. Besonders rege war ja
der Handel der Araber mit Palmyra. Die grosse Anzahl
arabischer Namen unter der palmyrenischen Bevölkerung
weist ebenfalls auf Zuzug aus der Wüste hin. So manche
Araber, die einmal mit einer Karawane Palmyra besuchten,
haben sich dort sesshaft gemacht *).
1) Oie Karatrane fuhrt im Palmyrenischen denselben Xamen, wie im Ära-
blKhen ä^lJU- » xm'U^ De Vo-xue, Syrit centraU p. 8. Inscr. \ lin. 3.
= \ *j - ^ jüd. Xn"^"«r. Im Aramdi*chen iit die Wurzel "^U* ..:rchon'* sonst
nicht erhalten. Lehn^^ort au* dem Arabischen r
181
Auf dem Gebiete von Uaudel und Verkehr ist bekannt-
lieh bei allen Völkern und in allen Sprachen der grüsste
Rcichthum an Fremdwörtern , weil gerade der Tausch der
Sachen auch den der Wörter bedingt ; wir brauchen nur
au unsere eigenen Ausdrucke, die fast durchweg dem Ita-
lienischen entlehnt siud (Bank, Conto, Scontro, u. s. w.)
zu (Erinnern. Es «larf also nicht Wuuder nehmen, wenn
auch bei den Arabern auf diesem Gebiete sich eine ver-
hiiltuissmilssig grosse Anzahl von Lehnwörtern findet.
Zuiiäthst ist der verbreitetste Xame des Kaufiiiaüns selbst
ein Li'huwort. %«:^Lj hat Mehrfaclies au sich , was seine
Echtheit bezweifeln lilsst. Zunächst bezeichnet es schon
nach den Arabern den Wchihau/mattu (belegt mit eiuem
Vei-s eines vorislam. Dichters Gauh. s. v ^su'« weun auch
in der späteren Zeit gelegentlich (Kämil 336, 8) tjU^ 'r^^'
gesagt wird) ; schon eine solche Beschränkung ist verdäch-
tig. Dann ist die Wurzel so gut wie gar nicht entwickelt,
und man sieht deutlich , dass nicht etwa «^Ij Particip tqu
I^vJ sondern umgekehrt das Verbum denominativ ist. Das
Hebräische und Äthiopische haben das Wort nicht; im
Aramäischen ist es (auch palmyr. De Vogue Syr, Centr. Inscr.
4 , 3) das beliebteste Wort ; Araraäer gehörten naturge-
gemäss zu den ersten Kaufleuten , die die Araber kennen
lernten ; nach allen Analogieen haben sie also auch dies
Wort von ihnen geborgt. Eine kleine Schwierigkeit ist,
dass man im Aramäischen nur KH^H ^r^^ kennt ; indessen
es kann sehr wohl — diese Bemerkung verdanke ich Prof.
Nöldeke — dialektisch im Aramäischen auch SHSH gebildet
worden sein, und dies würden dann die Araber übernom-
men haben. [Ir^^^ kommt selbst von r^v^t aus r^M
von \'^ hier im Sinne von »Preis"; I— 9C-JJ im pl. |«Ii^^
ist direct von '^.}^] gebildet wie ]>^r,a^J pl. ]^ ü^. t^Ji
182
voa ' ü ^^A ^I. Vgl. noch rvl ib der Bedeutung >eriiau-
deln" Gen. 30 , 16. Th. Nold.]. Es kommt für dies Wort
noch in Betracht, dass mau der Natur der Sache nach
einen »Kaufmann** im Sinne des X'^SH den alleriiltesten
TT -
Arabern nicht zutraueu kann, und dass nach der Beileu-
tung Yon •^f nicht etwa dayon die Ableitung des Ver-
bums IrSul anzunehmen ist. Bei den alten Dichtem ist
^Ij nicht häufig ; Zuhair sagt , dass ein Lied nicht mehr
zurück gezogen werden kaun, wenn es die Kautieute
einmal zu den Wassern (wohl Triinkpliitzen) gebracht
[und es da recitiert] haben. Dass der Plural yon w^U ^^O*
gebildet wird nach Analogie yon s,.>äLö s^^ä^» was
schon Gauh. anführt, beweist, dass das Wort yon den
Arabern selbst nicht als iremd empfunden wurde , da diese
Form des inneren Plurals sonst nicht eben häufig ist.
SjLäJ »Waare" selbst ist dann yon dem Verbum gebildet.
Dem Kaufmann zunächst steht der Geldwechsler. Wäre nicht
die Existenz eines Wechslers bei den ältesten Arabern ziem-
lich undenkbar, so möchte die Ableitung seines Namens
.-o^
(Hamäsa 233 , 8 ; Gauh. s. v. Owö) yon owiö > wen-
den" dann »wechseln" sehr bequem sein. Für das Arabische
ist als Grundbedeutung gewiss »wenden" anzusetzen, im
Hebräischen und Aramäischen ist daraus stärker »nach
allen Seiten umwenden" geworden (aber wohl nicht »pres-
sen" worauf nichts im Arabischen hinführt), daher dann
»läutern" »reinigen" speciell yom Metalle (ygl. die Stellen
bei Gesen. und Castell.); im Arabischen yom Weine olo,
»lauter" (häufig); im Aramäischen SS^X sVa'^D »rein
weisser Mantel" Sanhedrin 44» 31 , 32 [so lies mit Mrüch ;
unsere Ausgaben S3nST N 73*1D ^) worüber gleich zu
1) Ei wird ron der Glosse erklärt: W^X T*^^?^ T*^^^ ^^^^ (alume) .gefärbt
(nicht mit sondern) anter Zuhülfenahme von Alaun.**
183
reden] als Erklärung von "»VaU^ nlna Jos. 7, 21; daher
heisst auch der Alauu im Jüd. aram. ^}3^*1V (.<^o schon Hai
zu Kelim Per. IL Misu. 1 ') als der »Weisse" [vgl. auch
^Arüch s. V. ini]. Von dem BegriÜe »liluteru" entwickelt
sich der BegriflF » Metall arbeit" überhaupt, und speciell der
BegritF des »Lüthens"; so sind thatsilchlich einige der ron
Arüch s. V. ?|'*.V III angeführten Stellen noch auf Metall-
arbeit bezogen, daher heisst dann ?|^V (sehr häufig) ganz
alli^emein »verbinden", vsjl. auch im Syrischen U-£^%I-s und
].^-iJL£^jL5 Low Aram. r/huice}w. p. 32S und lOS: iJsJLc^J-s
Mösinger J/owm/w. Syr. II. 10, 2, |J-— -^^ Elia in Lagarde
Praeterm, 34, 38. Ins Arabische nun muss auch die Be-
deutung »löthen" zeitig übergegangen sein, denn der Name
des Blei*s ^^\ji^ kann nicht gut etwas anderes l^edeuten ,
als »Lüthmetall". Blau ist also ZDMG. XXV. p. 532 im
Irrthume gewesen, wenn er es als »Bleierz" erklärte. Noch
bedenklicher natürlich ist seine Zusammenstellung mit »ala-
bastrura". Glücklicher Weise findet sich nun wenigstens
in eiiier jüd. aram. Stelle der Ausdruck riT^f -) für »Geld-
wechseln". Miinäh Ma^as. ^eni. Per. 4. Misn. 2. H^SD
5]^V3 Xiny m03 «Sl L:13 ^ar.^w^ns^ »wieder Wechsler
die ]^Iünze in Zahlung giebt und nicht wie er sie ein-
wechselt d. b. in Zahlung nimmt ^). Entsprechend ist die
Stelle der Tosephta (ed. Zuckermandel) 91,9. Es fi-agt
1) S. V. V)J*Sj Ityrt ist areb. 2C^(« ^.^) eine Art Steine, die man in
Wasser löst, beror man das Gewand färbt Dann gietat man es (das Alann«
Wasser) in den Farbstoff und die Farbe geht dann niemals (sie) aos.*^
2) Natürlich kann unter diesen Umständen von einem Zusammenhang mit
ji ^. V» ^ ^^rst Ableitung ron ^Ls^s^x, den Perles EtymoL Sttiä. 38 nnd
Rubens Duval IrM/t de grammairt tyriaqut ^'il^ annehmen, keine Rede sein.
3) Maimonidcs z St.: 0*^1) ist, was der Wechsler bezahlt nimmt, *^*^X0 ist,
was er giebt. £r nimmt z. B. t'ur einen Sola' 25 und ^liebt, \venn er ihn wech-
selt, nur 24.
184
sich nur, ob wir bei dem araniilischea Worte auch zu der
sonst im Aramäischen nicht bekannten Grundbedeutung:
»wenden" (daher z.B. «^Jjt o.wö der Wechsel der Zeit)
zurückzukehren haben. Bedenklich bleibt iimnerhin, dass
wir eiue dem arab. o«jy^ genau entsprechende Form im
Aramäischen nicht haben; kann man an eiue Nebenform
**SfiTS(V) (Nüldeke ManJ. Gramm', p. 122) für *liV.
TT« • >
denken? Ob etwa der Plural \^A>Xjua auf eine Grundform
v ••
^ol^jk^ (wie äLülä.) zurückgeht, die dann *X3TS besser
rcflectieren würde, will ich uicht eutscheideu. li% selbst
Üpusc. Nestor, ed. Hodmann 113,0 kauu nicht in Betracht
kommen, da dies wahi*scheinlich erst aus sjll^ entlehnt
sein wird. Die Form Ajui aber kann als fremd durchaus
nicht angesehen werden, da sie sich in alten Nom. propr.
(jUli Ihn Doreid Klt-al-litik. 233 ; 293 ; ^jji ib. p. 30
y^y^)} uii^l in einigen ganz unverdächtigen arabischen
Bildungen findet , z. B. jL^öIi Beiwort des Schwertes , Div.
Leb. 133 ult.5 Hamäsa 360; Jt lj Ham. 123. Überdies
kennen wir die nächst verwandte Form aus dem AÜiiopi-
schen z. B. in Laitan. Aus dem Nordsemitischen ist ver-
mnthlich die Form 7lt2^p (hebr. S^lo'p neben CTiSp) das
Entsprechende; eine Form * |l ^ • r. kUdl scheint sich im
Aramäischen selten entwickelt zu haben. Doch scheint
ein Rest dieser Bildung noch erhalten in Nmin^t7 »Kohle"
wenn es die genaue Übersetzung von OHS) Jes. 44, 12
T V
bietet, vielleicht aber nur »Schwärze" = *lln^l7 äabb. 104b ^j
(Raäi CrOTTK = atrament) = I^s-üa (?) Gast 906 »car-
bones" 0-^90-^ ib. »Vitriolstein" =jüd. »min2r 'Arüch
s. V.). Als aramäische Grundform wird man hier s i h ä r
anzusetzen haben. [Der Einfluss des R hat aber den vor-
hergehenden Vocal verdunkelt (zu 6 resp. ü verfärbt), so
185
wie dies auch bei NllHi (bibl. aram.) = ASj geschehen
ist. Dies zu ^öXdeke }faiiii. Gramm. § 101 Eude; XD^w^m ,
(las keincu Anlass zur Voräuderung zu bieten scheiut , ist
als Aualogiebildung zu S*l1n3 zu erkläreu]. Natürlich ge-
•
hört alles dieses zur Wurzel irc^ -^schwarz sein'* (liebr.
nnc*) ^ arab. ^^Lm* Daraus ergiebt sich mit Xoth wendig-
keit, dass aucb arab. Sjj^sßui » desseu Ursprung Dozy I. 733,
734 im Sanskrit sucht, aus Ij-k^^ »Vitrior* Cast. 907
eutlehut ist. Natürlich ."«ind dann auch die von Dozv l. 1.
augeführten persischen Formen s^sclm uml *LißUi erst
Entlehnungen aus dem Arabischen, (%Lißui könnte aller-
dings vielleicht direct auf das Aramäische zurückgehen)
und wenn sski*. 9ekhara keine echte Bildung ist, was
ich nicht beurtheilen kann , so wird es eben aus dem Per-
sischen entlehnt sein.
otwio ist aber vielleicht aus *l-s^, S3^V *) zunächst ent-
lehnt und daraus hat das Arabische selbststündig mit Aa-
schluss an die Wurzel oLi die Form oJLi entwickelt,
die es dann wie ein reguläres arabisches Wort behan-
delte. Plur. vJjLuo. [Unter den übrigen Bedeutungen
der Wurzel Owio scheint Owio »knarren, knirschen**
gar nicht hierher zu gehören. Ob Ubya »dürrer Palm-
zweig* davon benannt ist? Jedesfalls ist der Name ^«äj«.«^
eigentlich: »Palmzweige'* resp. »Hütten aus solchen*' daTon
abgeleitet '). Zu erklären bleibt noch der Farbstoff O^:
es könnte allenfalls ureines Roth** sein, indessen vielleicht
darf man unser Wort mit syr. U2-£% Low Aram. Pflanznn.
l) Im Jüd. aram. kann *) uatürlich ?erdoppelt \rerdeD wie jeder starke
Coosonant.
2; Vgl. I^A'-^V HüttcD aus Rolir..'ellecht 'Arüch. s. t. '\^ I.
186
p. 250 woneben Uccjs?. i) (<^^) uud ).ss^9. Yorkommeo,
zusammenstellen. Diese Formen scheinen auf ein persisches
Orisrinal zu «leuten , das ich den Iranisten aufzusuchen über-
lassen niuss]. Zu bemerken ist übri'^ens, dass schon frühe,
wie die aus dem Iladir Sil.i s. v. Oj^ überlieferten Worte
e ^
beweisen , o^x^ auch ein Verbum denominativum Owiö
»wechseln" ent^v^ckelt hat *),
Ein persisches Wort für den Agenten und Vermittler
ist bekanntlich das schon sehr frühe in die semitischen
Diall. einixedruugene ■} vr»vr- welches dann aus dem Ara-
bischen in die romanischen Dialecte und mit anderen Hau-
delsausdrücken auch zu den Deutschen gewandert ist. Ein-
zelne dieser verschiedenen Formen sin»l gewiss direct dem
Persischen entlehnt z.B. >jL.yMbi^==jLM.A^== h^"'^' '== ^DSD
vgl. ilu'^arrab 83 und Sachau dazu 40; aramäischen Ur-
sprung aber vermuthe ich für die Form ..rw^JL Tab. III.
880, 2 (yx^,y^ Addad. 187, 5 a. f.j ; Jaküt I. 922, 16
die schon in der alten Pesikta (Buber) fol. 45* 3 a. f. als
n^DlD vorkommt.
Ein Fremdwort möchte man auch in ^Jo^ , Jh^^ (vgl.
das Nom, propr. ^bLi Div. HucJ. Einl. zu Ged. 32) ver-
muthen, indessen es ist mir nicht gelungen, seinen Ur-
sprung in den verwandten Dialecten zu ermitteln. Dass es
etwa zu icy^ wie icmy^a^ gehöre, würde man doch nicht
gern anuehmen. "
1) B*r Hebraeus de dinn« upientia (1380) erklärt 'a,\ BOjO (lies wohl
2) >,^J.^g •dünner Kuchen** ist wie iithiop. sarikat beweist ein Fehler für
,.^o, (JJ^. Es entspricht jüd j'pno Levy Nhbr. Wtb III. 597, das
schon in der Tosepht.i als «dünne Kuchen'* gilt. AuJallig ist dann allenilni;8
das S im Arabiichcn und Aethiopischen, wenn man dies nicht als Wirkuni; des
emphatiKben K auffassen will.
187
Hierher gehört auch das schon von den Arabern (Tgl.
Mu^arrab 120) als fremd erkannte ^L^*mJ Hamusa 818.
Nach dem Coniraentare zu dieser Stelle, der mit der Er-
klärung des Wortes im Mu^irrab völliij identisch ist, soll
die Grundbedeutung »Wage" sein. Das ist aber zweifellos
eine Verwechslung mit y -1^ v Richtiger ist natiirlich die
zweite, mit JLäj« eingeführte, also minder übliche Erklä-
rung. Dass der »quaestor" allmiilig zum »Geldwechsler'*
wird, darf bei der Stellung dieses Beamten, der alle Fi-
nanzgeschäfte in den römischeu Provinzen besorgte, nicht
Wunder nehmen. Die jüdischen Quellen kennen ihn übri-
gens in dieser Bedeutung nicht, (beiläufig schreiben sie
auch nicht , wie Sachau zum ^lu^irrab p. 55 angiebt (nach
Buxtorf), TüDip, sondern Tt23**p (palästinisch) = xcw«?-
arcüp und "l^^Dp (babylonisch)) sondern als eine Gerichts-
person. Dagegen dürfte li-^^^c^ Gast. 815 beweiskräftig
genug sein, da nicht anzunehmen ist, dass das seltene
arabische Wort in das Syrische gewandert ist.
Von Verkaufsstellen haben zwei aramäische Namen. Zu-
nächst ist das alte Wort {Jjy^ wahrscheinlich nicht arabischer
Herkunft, sondern erst aus Uo^ Kpl2^ Palmyr. py^y De Vogu^
Stfrie Centrale Inscr. XV, 5 entlehnt. Im Ambischen hat ea keine
rechte Ableitung , da \^y^ erst denominativ ron ^y^ ge-
bildet ist ; es ist Tielleicht auch durch das doppelte Geschlecht
verdächtig, jedesfalls aber gehört es zu den Culturwörtem ,
deren Entlehnung am ehesten vorausgesetzt werden kann,
da Märkte in diesem Sinne den ältesten Arabern gefehlt
haben werden. Auch fehlt das Wort dem Äthiopischen.
Es bedeutet im Arabischen zunächst den Marktplatz Be^
47 paenult., dann auch den Markt selbst , den Handel BeVrl
508 , 0; davon abgeleitet ist iS^^» ^amäsa 534. Comment.,
Jalxübi (Houtsma) I. 313. Dagegen ist Si^«« »Pobel" ganz
188
dayoQ zu trenuea; das gehört wirklich, wie Gawällki
Morgenl. Forsch. 118, 4 richtig bemerkt, zu ,^L», »treiben".
.Li^j »Laden" (Dozy belogt die anderen Bedeutun-
gen, die das Wort im Arabischen hat, >Bank, Estrade";
dazu kann noch gefügt werden ^Arüch s. v. pT I pUJ'/S
pll NI'JVNl üy 9x^*22^') das die Araber (Gauhari
s. V.) für persisch ausgeben , findet sich als \2^^ schon
in der Misnah (Middoth 2,(1) ist üblich iu den Targiimim
und der Gemfirah. Man könnte, da im Persischen ^^\S*^
ohne Te:<did üblich seiu soll (worauf ich von Prof. Nüldeke
aufmerksam gemacht worden bin), dies als das Original
von jol^«^ ansehen. Da aber auch dessen Ableitung im
Persischen Schwierigkeiten macht, so möchte ich doch an
eine semitische Ableituntf deuken. Ich finde nun im Gl.
geogr. 23G in derselben Bedeutung i^j (wo die anderen
von de Goeie angeführten Parallelstellen wieder jcZ^^^
haben) und würde tl^c? davon ableiten, da nicht gut an-
zunehmen ist, dass umgekehrt dies erst aus ^jIjv> rück-
gebildet wäre. Allerdings bleibt die Schwierigkeit, dass
von einer Wurzel * HT in jener Bedeutung im Aramäischen
sonst keine Spur mehr vorhanden ist. (Im ^Arüch wird mit
unserem Worte noch \^^'^ = ioxsTcu zusammengeworfen).
Von den Wörtern für Kauf und Verkauf habe ich als
entlehnt zu nennen qmJv> Eämil 330, 13, Gloss. geogr.
206, das als Fremdwort noch nicht erkannt worden. Es
hat im Arabischen keine Ableitung , das Verbum ist
denominativ , und so wird es wohl kein Zufall sein , sondern
auf Entlehnung beruhen , dass dies Wort sich in Form und
Bedeutung genau mit ScAo^ , dolus deckt , das auch in das
Jüd. aram. als D^^"l (Pesahim 57» ^^ (so ^Arüch ; unsere
Agg. 271) aufgenommen worden ist. Schon die denorai-
native zweite Form , neben der keine erste steht , zeitft
189
deutlich, ila:jd das Wort spilter aut'geiiomraen ist Durch
**• 1-
jyJ5 » Fiiisterniss" darf mau sich nicht tauscheu lassen,
etwa eine echt arabische litymologie aus einer Grundbe-
deutun<; :> decken" zu versuchen.
So ist auch das technische Wort JolC (ausführlich schon
bei Itauh. s. v. ^jj\ erklärt) ilas im Arabischen gar keine
Ableitung hat ') gewiss erst aus aram. p7 —ä] erwachsen,
wenn auch allerdings eine grade -— s'| 72* genau ent-
s]>rcchende Form nicht existiert, rio^'* ^"^ Sinne von ^xi
.^sorglos uml Ificht zu tiluschen*' winl von Mauh. für ein
nicht zur Sprache der Beduinen gehörendes Wort erklart;
fast immer deutet das auf fremde Herkunft, und in der
That ist das Wort persisch ^^\ Vullers I. 116]. — JC^ im
Sinne von »miethen** hat schon Fleischer zu Levv's Nhbr.
Wtb. Bd. II. 204 als entlehnt bezeichnet. Das jüd. 1211
entspricht genau. Ich möchte aber auch die in der alten
Sprache (vgl. Gauh. s. v.) schon vorhandene Bedeutung
»aufkaufen*' nicht für echt arabisch und die ganze Wur-
zel für fremd halten, zunächst weil dergleichen Begri£fe
bei den alten Arabern nicht vorauszusetzen sind. Sodann
scheint die echt arabische Bedeutung des Wortes »ein we-
nig'* zu sein. Die ursprüngliche Bedeutung von J^ aber
ist wohl »aufhäufen**. — Entlehnt ist auch Jt^ »Taxe** Bejpri
569 paenult., das im Arabischen keine Ableitung hat, da
die Wurzeln uum »brennen" = hebr. IJ^D und »herum-
gehen'' = t^^^ »besuchen" damit nichts zu thun haben kön-
nen. Das entsprechende aramäische Wort findet sich nur in
den jüd. aram. Dialecten SI^J Targ. Ter. Exod. 22, 24 »Zins"
(taxe) und hebraisiert im Talmud als llj^ »Taxe" vgl.
Lew Chald. Wörterbuch II. 504.
1; \VuiTei yjf; hat ^ani amicrr UrilcntaBg -üpehen'* daher qL^ .Fwh".
190
Nur kurz erwähnt braucht zu werden jj^J^ längst er-
kannt als Aequivalent von p3iy vgl. Sachau zum Mu^arrab
48. Eine araiuriisehe Form *J<i2ni> tlÄ^si» scheint nicht
mehr zu existieren ^) und so ist es nicht undenkbar , dass das
arabische Wort auf iiijf/5i> direct zurückireht. Im Ära-
bischen kennzeichnet es sich als Fremdwort durch den
Wechsel zwischen ^^^^t , ^LyÄ. lJ*^)'* \J^)^ ilu^arrab.
106. Zu beachten ist, dass ^i«j*ä die jüngere Aussprache
reflectiert, ^U^ä die :ilt«»re; vlcI. Xöldeke ^fun^i. Gramm.
p. 21 § 20 %
Gleichbedeutend mit jj-j^ä ist ^UCmuo, (belegt schon
aus dem ^adit llu'arrab 106) und davon dLLo »Bürg-
Schaft stellen**. Dies ist gewiss übernommen aus U-^-^ls?
■ - A^'r jüd. aram. N33S;^3 :2Ü^3. Diese Wörter gehören
•
aber niclit zur Wurzel ^^^^9 worunter sie bei Gast, stehen,
sondern wie die Analogie von /ZH »Strick" und »Pfand"
beweist, zu v£jL.wwuo, *]w^ »ziehen'*. Es liegt hier also Bil-
düng auf jJ. vor, vermuthlich nach Analogie von ^LlA^Oil^
Bevor wir auf die zum Theile auch aramäischem Sprach-
kreise entnommenen Münzennamen übergehen, ist kurz zu
erwähnen , dass die Araber noch in relativ später Zeit sehr
wenig Geld cursieren hatten. (Anders war es bei den He-
bräern, da schon in den typischen Erzählungen des A. T.
Kauf und Verkauf für Geld stattfindet Gen. 23, 15 ; 33, 19).
So ist es ganz begreiflich , um nur einige charakteristische
1) Denn jjcsoi^, das Sachaa LI. anführt, ist natarlich nicht Abkömm-
ling des altsemitischen Wortes, sondern . wie schon das 01 hinter dem ^ deutlich
zeigt , ein angeschickter Versach xp^xßuv zu transcribieren (Vgl )^C0l9 'P«/^>
das 51 vertritt den Spiritus asper;.
2) KJUny Lcry Nhbr. Wtb. III. 694 ist nicht sicher genug, da es aus
hebr. p^'^y aramaisiert äein kann, man trurde *K33iy erwarten.
191
Zii-'c aus (lern ▼ielfachea Materiale, das man hier b«ibrin-
gon könntet herauszukcbeu , dass der Gefangene nur mit
Tliieren ausj^elöst wird, nie mit Geld Bekri 714, 6 a. f. ,
das Lösegeld für einen Erschlagenen immer Eameele sind.
(Erst viel später tritt Geld an die Stelle). Über die Steuer
von baarem Gelde wird im Koran Nicbts bestimmt. In
spiltcrer Zeit winl sie sehr ausführlich zunächst für Heer-
don festgestellt, nur ganz kurz wird auch von einer Steuer
auf Geld gesprochen Kremer, Cultiirnesi-hirlite des Oriente
unter ilem Chidijate I. 51. Dazu vgl. man noch die inte-
ressaute Stelle l>oi Ibn Doreid Gamhara (Cod. Lugd.) im
Höchstens kam im Handelsverkehre das Bezahlen mit ab-
gewogenen Stücken angeprägten Edelmetalles vor. So be-
schreibt es uns Belajori 467, 8 vaa.^Ij ..««juLjü (•jUui
^jK.iif 84X0 ^JLft »Zuwiegen" ist in älterer Zeit noch mehr-
fach = » bezahlen'* Ibn Dor. Kit-al-ibtih 86 , 15 , 16 *ju5 ^\y.
Von den Münznamen nun hat ^\ö ^Antara als Neben-
form f^\S t welche vielleicht ipJizf^^ repräsentiert. Es
scheint aber bei den Aramäern niemals üblich gewesen
zu sein (denn L1a£9? PSm. 952 ist fast gelehrte Ent-
lehnung) und so hat man die dem pers. ^^J zu Gründe
liegende ältere Form drachm (Nöldeke) als Original an-
zusprechen. (Als Name eines Gewichtes kommt es in einen
Verse des ^ürwa Gauh. s. v. ä^u? vor). — %Lü4> ist da-
gegen gewiss die aus dem Aramäischen in's Arabische ge-
wanderte Form des iifvipto;. Wir haben im Syrischen and
Jüd. aram. gleichmässig dafür Ij-U? ^yi. Palmyr. "UH
De Vogue 5yr. Centr, Inscr. VI, 3. Das Arabische beban-
delt den Plural dieses Wortes, als wäre der Singular jUo
192
und dies setzen ia der That die Araber als Grandform
ein ((iauh. s. v. ^v> ; Mu^arr. 62) , die es auch für per-
sisch ausgeben. -^bcr JLii ist ebenso weni«^ eine echt
arabische Form wie Ju^i. uml so \nrd man nurauuehmen
können, da im Aramiiischcn von einer Verdoppelung des
X nichts zu merken ist, dass sich nach dem auch sonst
in der Sprache liblicheu Grundsätze, langen Vocal durch
Doppelung zu coraponsieren, diese im Plural entwickelt
hat. — Interessant ist. dass Gawuliki die alten Araber
wegen der Aufnahme «lioses Wortes ent^^chuldigt (1. 1.) ^).
Buhari (Krehl) I. 35t3 , 9. Das Wort ist in alten Gedichten
nicht häufig anzutretfen, ich finde es nur Ibn Hisam
660, 4; Ham. 6, 9: Jaküt IV. 547, 10 als Xom. propr.
Ibn Dor. Kit-al-iötily. 269, 3.
Das vielfach falsch gedeutete (Xöldeke Z D il G. XXXV.
497) ^jiJLi (Agani VII. 178, 11) geht zunächst auch auf
aramäisches -sil-c (Jos. Styl. ed. AVright 35 , 12) jud. ob^Ö
(schon im Targüm; im Talmud wird dadurch p'!D*aS< =
ifTyißov (Uslr?) gedeutet Bab. Mes. 47^ j-) zurück , das selbst
QoXXig follis entlehnt ist. — Damit hat natürlich imJü
»Schuppe** Ibn Haulj:. (ed.de Goeje) 214, 10, entlehnt aus
0o\lq nichts zu thun. — j'^^^*'^ Opusc. Nestor, (ed. HofiFm.)
99, 15. Wie fremd der Münzverkehr den Arabern von
Hause aus ist, merkt man sehr deutlich an allen den
Wortern, die irgend welche auf das Münzwesen bezügliche
technische oder geschäftliche Thätigkeit bezeichnen; sie
sind fast durchweg entlehnt. Eines der gebräuchlichsten
Worter für die Münzprägung ist ax^. Von den Bedeutun-
gen dieser sehr gut entwickelten Wurzel scheinen mir echt
1) Der arabiscfm Dinar , der Bechorüth 49b paeault errrähat wird (ich kenne
ihn aas Zunz Zur Gesrhichte iimd Littirntur 544) kann daher nur ein in der
römiirhen Provinz Arabia mnierendes Stück sein. An der genannten Stelle
(die bei I^vv wieder fehlt) wird übrigens nach sonstiger Analotpe zu lesen
sein XXaiy (iT.r SCiy).
193
arabisch nur «xb »FIuss** oder Käme einer Flusses Ganh.
s. ▼. mit «xb »füllen", die zu hebr. yzU ^»einsinken" ge-
hören und mxio ^»schmutzig, rostig sein**, das eine Lautra-
riante von sithiop. t«'^Q**^*a scheint Derselbe Wechsel liegt
im aram. >!2t3 »untersinken" zu JT^Ii vor. Die anderen
Bedeutungen aber , die sich auf das Müuzwesen beziehen ,
können bei den alten Arabern nicht gut eutstanden sein.
Dazu stimmt, doss nach BelfuJ. 4G7, 6 a. f. Sa'ld sich in
DamnscuH Münzen prJlgen lässt. Ausserdem sind aber unti»r
dieser Wurzel eine Reihe von Formen . die entschieden
Verdacht erregen , .so schon ilfl/Jr . das nach einem mir
allerdings unbekannten * 1 1* '"^ gebildet zu sein scheint;
dann j^Lb (daneben auch ioLb, das aber erst eine se-
cundüre Nebenform davon scheint; (Jauh. &^i &jj). mlio
ist nun gewiss selbst erst denominativ davon gebildet
in der Bedeutung »prägen'* »siegeln*'. Ks bedarf aber
keines weiteren Beweises , doss «SLb selbst direct aus
1 ^^ l entlehnt ist; denn die Foim J^U ist niemals ara-
bisch. Die Grundbedeutung im Aramäischen und He-
bräischen ist »eindrücken*' dann »das Siegel eindrücken".
Im Aramäischen gilt es dann speciell vom Stempeln der
Münzen; vgl. ^3C^S (schon in der Misuoh) »Münze".
■
Schon im Aramäischen geht femer der Begriff des »Stem-
peins" wie bei t6to^ in den allgemeineren Begriff des »Form-
gebens" über; gleichmassig im Jüd. aram. und Syrischen
(^Arüch s. V. y2t2 HI. und PSm. s. v. "^-aJ) ^) schon aus-
gebildet. Diese Bildung hat nun das Arabische benutzt,
um den Eunstausdruck für das griechische ^\fvt; zu schaf-
1) Vgl. übrigens PSm. i. v. ll^Z^^, wo dieser Aasdraek für »Xator in
Christo** Torkommt. Viellricht stnmmt dies erst aus einer Uebersetzung ans
dem Arabischen.
13
194
fen. Im Syrischen ist J ^ü ^ J PSni. 1427 nur erst »gebil-
det". Im Atiiiopischeu alleriliusjs ist tabujo^ Dillm. 1233
schon in einer Stelle der Bibelübersetzung = ^uvtc. Ob
das die Echtheit einer südsemitischen Wurzel taba^a »bil-
den" yerbürgen kann? Weniger üblich ist ^^IaS aus IJUa
Dozr II. 502. So heisst der ^griechische Titel der Me-
taphysik äaaxIsJI Juu Lo vjUS^. Hieraus ist dann in den
hebräischen Uebersetzungen dieser philosophischen Schriften
der Ausdruck J*212 geworden.
Ein anderer Name des Mün/stempels jiSL^ Jäkiit III.
108, 12 ff. (woneben dL^, schon dies ist verdächtig) ist
gewiss auch erst aus aram. Xn2*D (^Arüch s. v. "jD IV: <ein
Eisen, in dem die Gestalt der Münze ausgeprägt ist, wo-
durch dann ein neues Exemplar gemacht wird" Bäbä Kammä
99^ 6 a. f.) übernommen. Die für's Arabische echte Be-
deutung der Wurzel scheint lediglich »schneiden" zu sein.
Noch ein drittes , aber wie es scheint , weniger übliches
hierher gehöriges Wort ist iji^ü , wovon speciell ^jSjJo
(vgl. Dozy II. 711) im Gebrauche war, ist entlehnt. Schon
die mangelnile Lautverschiebung gegenüber aramäischem C7p3
]»anschlagen", (schon in bibl. Aramäischen) und ^^«sJ »ein-
schlagen", beweist dies. Die Grundbedeutung im Arabischen
ist entsprechend dem Aramäischen »einschlagen" dann spe-
ciell »sculpere" gewiss ursprünglich »en bas relief. Dies
wird dann auf »hautrelief* und endlich direct auf Malerei
übertragen worden sein, so dass sich eine Zusamraenstel-
lung mit pers. ^^wumÜo, woran man allenfalls auch hätte
denken können, voUstänc.ig erübrigt. Die echt arabische
Bedeutung der Wurzel ist »abreissen, ausreissen" »jäten"
auch jjiiAj »herausschlagen" von Steinen [Agäni IV. 152,
10 fehlt in dieser Bedeutung bei Dozy] wahrscheinlich zu
^ vStück Fleisch" d.h. »abgerissenes Stück". Dazu ge-
195
hürt vielleicht auch NYpl jiul. arain. mit Assimilation des
D an das p. [Ein echt arabischer Ausdruck für Miluzeii-
o ^
schlauen ist vjwi. vj,^ >Art" ist vielleicht erst aus
dieser Bedeutung abijeleitet, wie auch unser deutsches
•>Schlag*' ))Von gutem Schlage" wohl erst von dem Münz-
worte gebildet ist. Vgl. auch unser »Schrot und Korn^J.
Ein Xame der gangbaren Münze — f.;. ^K (die Münze
gangbar machen '"l"! Gloss. geogr. -51) ist ilem Persischen
entlehnt. [Eine der wenigen glücklichen Identificierun-
gen bei Vullers IL «H : scheint Do/y entgangen J. Ob
(^lo 1^;^ wirklich ein klingender guter Dirham ist?
Es könnte von 5"Lo t )'>-ö T"'Ä gebildet sein und »baar
Geld'* im Gegensatz zum Cheque bezeichnen. So scheint
auch tX Äj »bezahlen** von JJu ursprünglich »gutes* dann
»baares Geld** denominativ abgeleitet. Die Reihenfolge der
Bedeutungen ist also gerade umgekehrt, als wie sie bei
Freytag aufgezählt werden. Zu tX i> »abschälen" gehört
aram. 1p3, i-sJ »reinigen**; dann »gut und schlecht von
einander absondern.** Dies wird speciell auf die Münzen
übertragen. Durch die Bedeutung i^gute und schlechte
Münzen von einander absondern** \b\ j^KjJt ^^dS^
V.AJ Jl LaJuo v^^^«^I Gauh. s. v. darf mau sich also nicht
verleiten lassen , etwa an "Ipi i>punctieren*' zu denken , da
diesem Worte arab. W^'^ entsprecht. Vermuthlich ist auch
dies Wort aus dem Aramäischen (vgl. *Ar. s. v. Hp3 III)
entlehnt; die Verwandlung des "1 in ^ ist aber wohl dem
unmittelbar yorhergehenden emphatischen ^ zuzuschreiben.
Ferner sind einige Namen für falsche Münzen wiedemm
dem Aramäischen entnommen. Zunächst ist das alte Wort
ij\ (schon Amrulk. 20, 36) aus aram. ^JS^T Uli sicher
entlehnt. Die Wurzel hat im Arabischen eine ganz andere
196
Bedeutuu«:^; aussenlem stellea sich sowohl ok wie v^\
deutlich als denomiuative Bildungea dar; das Erste zu
Äj(\ gehürip^, das Audere von ob) gebildet. Die echt
arabische Bedeutung von oK ist »stolz einhergehen", ei-
gentlich »eine Schleppe nach sich ziehen*' von \^ij\ (vgl.
Dozy s. V.) daher ist dann auch v^\ »der Yorsprung in
der ^aucr zum Abhalten des Regens" zu erklären , es ist
eigentlich •)der Rand" (mehrere Belege für »Rand bei
Kleidern" bei Dozy; (vgl. auch (Jawaliki Morgenl. Forsch.
129, 4 a. f. tf.). Ifnklar bleibt auf aramäischem Gebiete
nur S3T, Übers, von t2'n, das gewiss identisch ist mit
svr. U-^l »Axt". Darnach ist Le^v TWB. I. 220 zu ver-
bessern. Vermuthlich ist der Ursprung dieses Wortes im
Persischen zu suchen; ich wage an zend, cir\ catpa^ zu
erinnern.
[Ein persisches Wort für lofalsche Münze" ist (^«jd
schon durch die Form als Fremdling kenntlich; es istpers.
■ Aw wohl eigentlich nur »dreifach". Vgl. Vullers 11.226].
^AVL? gilt schon den Arabern (Mu^arrab 117) als fremd;
als Original giebt Gawal. dort ji,U an. Über dessen Her-
kunft vermag ich aber nichts zu sagen. Ob es vielleicht
gestattet ist, an rassiis zu denken?
Als fremd wird schon von den Arabern erklart auch das
längst als griechisch erkannte ^^ 2^abiga 14, 6. Es ist
veußfjLtcv vermittelt durch i^/'sJ Jos. Styl. (Martin) 31, 15;
33 , 8 u. ö. Abu ^Ubaid bei Gauh. s. v. Ij erklart es als
eine Münze mit Zusatz von Blei und Kupfer; nach Ibn
Doreid bei Gawäl. Mu^arr. 144 sind es bleierne Münzen,
die man zur Zeit der Mun<Jiriten gebrauchte. Überdies wird
^ in Nabig. Vers als Plural eines Singulars äuij gefasst,
zu Unrecht, wie ich meine. Die Araber mögen sich in
ihren Erklärungen doch vielleicht auch durch die Bedeu-
197
tung vou li haben leiten lassen. Ibu Aubari Adddd 48,
giebt es einfach durch j*#JLi wieder. Im Aratufiischen er-
scheint noch N'^^^ = U-cSi^ Über eine andere aramäische
Form von vifii^ßx »Münze*' vgl. Kuhn's LiteratuM. I. 414, wo
nach XölJeke wahrscheinlich stets SSTTD^ zu schreiben ist.
Lberuommen aus dem Aramäischen scheint mir auch der
Ausdruck jy »unterwertig sein" (von der Münze). Im
Arabischen bedeutet die Wurzel nur »ausgleiten", während
sie im Aramiiischen ^uiedrii', schlecht sein" »auf der Waire,
zu leicht befiindeu werden" Iieisst. [Ob \] »schwelgerisch
leben" = hebr. ^7* derselben Wurzel angehört, eigentlich
»leichtfertig sein" möchte ich nicht entscheiden. Die in
Gesen. Hdwb. IX. s. v. 7 /T vorgeschlagen : Vergleichung
von arab. Jvf möchte ich nicht unterschreiben; vermuth-
lich ist die Grundbedeutung auch da »schlüpfrig sein"].
JüLä »die Müuze wägen" (Kämüs) ergiebt sich durch das
Heraustreten aus der Lautverschiebung als entlehnt aus
^^^-s-^ jüd. ^pu*. Wie weit auf JlLä^ Verlass ist, weiss
ich nicht.
Der Name des Geldbeutels \mjS ist gewiss aus aram.
iLJ; palmyr. SD*D de Vogue Syr. Centr. VII, 4; VIII,
5 ; XIV , 1 (schon hebr. D^D) woraus bekanntlich x/V/^
übernommen ist, in's Arab. übergegangen. (Pers. AamuJ^
ist wohl erst aus dem Arabischen entlehnt). Einheimische
Namen sind RA^fe (auch bei uns »Katze";) und i^o (wo-
neben J\yp genau entsprechend *1*1V).
it■^nl^A^2. ^^^^^^ ^^ Goeje Gl. BelaiJ. und Dozy übereinstim-
mend von ^trilicium^ ab. Mir ist aber noch firagiich, ob
wirklich in dem kt. Worte der Ursprung des arabischen
zu suchen ist. Die Lautveränderung ist zunächst nicht
ganz gewöhnlich , sodann ist trilU-ium in der speciellen Be-
deutung 9 Geldbeutel" noch erst nachzuweisen , und endlich
198
erwartet mau uothwendig weuigstens eiue aniinaische Form,
aus der die arabische eutlehnt seiu kouute. Aber kein ara-
mäischer Dialect bietet etwas Verwandtes. Daher möchte es
doch näher liegen au persischen Ursprung zu denken. Vgl.
JLj Vullers I. 495. BelaJ. -418 bezeichnet es auch grade
einen Schneider" anzen.
Die Wagschale scheint den Ursemiten schon gemeinsam
gewesen zu sein. Dies lehrt DTS*J = ^^'^^ *)• Allen ge-
meinsam ist der Xame der Schale ^2 I--Ä5 gjS von »13
l^^ SSD der Haudflilclie abgeleitet. Dagegen sind eiuige
mit der Wage zusammenhängende Ausdrücke schon frühe in*s
Arabische aus der Fremde eingedrungen. Für ^y«UaA<«J? Mn'arr.
114; Nabiga Append. 140, 2; Sure 17, 37; 26, 182 hat
Fleischer (bei Sachau zum Mu^arrab p. 51) eine Ableitung
aus constans (seil, libra) vorgeschlagen. Der Lautwandel
hätte am Schwinden des -.V vor 5 in älteren und jünge-
ren röm. Inschriften sowie in den romanischen Sprachen
(Diez Verf/l. Gramm, 2t. Ausg. p. 206j seine Analogie; vgl.
auch g.wUiU ...s Aber diese Ableitung ist doch zurück-
zuweisen. Denn das Wort kommt in dieser speciellen Be-
deutung nirgends vor. Es müsste aber erhalten sein; denn
nur als ziemlich übliches Wort konnte es in das Griechische ,
das man in den röm. Provinzen Asiens sprach, aufgenom-
men sein. Nur als übliches Wort konnte es ferner zu den
Aramäern und von diesen zu den Arabern wandern. Aber
auch die aramäischen Dialecte haben keine Spur dieses
Wortes erhalten. Dieselben Erwägungen gelten natürlich
auch , wenn man das lateinische Wort auf dem Wege über
Ägypten zu den Arabern gewandert sein lassen will. Vor-
1) Allenlinirs die Araoiäer ] m '^^ r und xnnOO mit durchaus übe rtlfissi gern
n welches I«*hrt, da»t man es so .rut wiel ^ar nicht Sprech.
199
Ifiufi^ also bleibt es bei dem >»uou Iiqiitt*\ i!aä Xölileke
{LifterarifcheA CentralbUitt I8b5 Sp. 1454) aussresprochea
hat. — Eio persischer Xanie der Sehn eil waije ist ^j^liS, worin
schon die Araber (Gauh. s. vj ..«L^ erkannt haben. Dies
selbst ist nach Dozy aus mmpumi entlehnt. Mit P erscheint
es noch bei Hai zu Keliiu 12, 8. — Sehr lani^e hat man
darüber gestritten, wie die richtige Aussprache des unter
dem Namen ^j^U^ 4 in den Übersetzungen aus dem Grie-
chischen auftreteuden Wiigeinstrumentes sei (vgl Flügel
zum Fihrist II. 127), bis durch Auffindung iles Wortes
Xxpxo'Ttuv allen Zweifeln ein Ende gemaclit und die
Aussprache Kar as tun festgestellt wurde, die allerdings
schon wegen der gemeinbamen jüdisch syrischen Überlie-
ferung Us^^i^ t2DlD (wozu *^Arüch schon richtig be-
merkt: Im Arabischen nennt man die »trutiua'* |*UD"lp)
nicht erst hatte ernstlich angezweifelt werden dürfen. Vgl.
noch Fleischer z. Leyy Wb. Dozy II. 327. ^ Ja^ J?. — Zu
diesen bereits erkannten Wagewürtern glaube ich ein nicht
unwichtiges hinzufügen zu können. iia^J {AMiided. Houtsma
p. 51. 11) stellt sich nämlich deutlich als denomiuatir von
ijcjyS resp. entlehnt aramäischem r*"in dar. Aber auch
dieses von altersher in allen aramäischen Dialecten ver-
breitete und im Sinne von »grade'* gewöhnliche Wort ist
aus dem persischen ^\|J» entlehnt. Die Grundbedeutung
des aramäischen Wortes würde dann »gleichstehen*' (von
der Wage) sein. Schon im Persischen ist der Übergang
von iWage'* zu »Gradheit** »Billigkeit" vollzogen. Es
ist einigermassen auifallend, dass in keinem aramäischen
Dialecte sich die Bedeutung »Wage** mehr erhalten hat;
indessen gerade das Arabische, das nicht direct dem Per-
sischen entlehnt ist, beweist uns, dass auch in einem frü-
heren aram. Dialecte diese Bedeutung vorhanden gewesen
ist. Verbreitet ist das Wort namentlich im Talmud, wo
200
\
j^lTn *-*iüe befriedigeüJe Antwort auf eine Frage bezeich-
net (Berachöt 46^ 25 'S^Tn pin3) ; durch dieselbe wird
die Sache >in*3 Gleichgewicht" gebracht. Die Beileutungen
»fest" »fest machen** sind alle daun natürlich ei*st aus der
ursprünglichen Bedeutung »gerade machen'* abgeleitet.
Von entlehnten Gewichtsnamen sind zu nennen io\^
aus Wr-A-s Gast. S2S'=(^lv> U *; • "j Kspiricv in demselben
Sinne = ar. v^«l^. Dagegen ist i-'j.« Lettere di Simeoue
rescovo dt ßeth Ars'un ed. Guidi Rom. 1S81. p. r^ 1.4 a. f.
nicht Kspxrtsv sondern = SI^Hp = quarta; zu treunen ist
zunächst davon CHp •>Korn*' bei n*n /Pi und anderen Ge-
würzen gebraucht; Tgl. Low Aram. Fjlanzenn. 37 da eine
Bedeutungsentwickeluug Ton »Hörn** zu »Korn** kaum
anzunehmen ist; es scheint als Grundbedeutung von ^J»
t2np in der That »schneiden** sich zu ergeben. Die syri-
schen Wörter unter der Wurzel — ^i-s bei Gast, bedürfen
noch der Sichtung. W^s-s ist pers. äj*J^ (k u r t a k = arab.
fJ^JB)] l^c 1-^19 ist = yjö^JiA. Bei diesem Worte nun ist,
wie es scheint, noch eine interessante Beobachtung zu
machen. Wenn nämlich nicht alle Zeichen trügen, ist xi'
piriov nicht ein ursprünglich griechisches Wort, sondern
erst aus dem Semitischen in's Griechische übergegangen.
Es ist zwar ganz richtig , dass auch die Griechen die Frucht
des Johannisbrodbaumes mit dem Namen ^Hörnchen*' nach
seiner Gestalt benannt haben können; indessen wenn man
bedenkt, dass dieser Baum und seine Gultur ursprünglich
im semitischen Oriente einheimisch ist (Hehn 335), wird
man es für keinen Zufall halten wollen, das der Name der
]»Schote*' im Aramäischen SC2np ist, namentlich deshalb,
weil JtJi '>Schote der Akazie*', das im Arabischen nothwendi-
gerweise echt sein muss , sein sicheres Aequivalent bildet. Ich
] 201
denke also , dass zuaüchät die Frucht des Johannisbrodbaumes,
ttlilp genannt, Ton den Semiten eingeführt worden sein
wird, woraus dann die Griechen mittelst einer Volksetymolo-
gie xspirtc'j gemacht haben. Dass nun zwischen semitischen
und griechischen Benennungen nicht mehr recht zu unter-
terscheiden ist, kann kein Wunder nehmen. Dass die
allgemeine Bedeutung »Schote" sich ganz speciell für die
Frucht des Johannisbrodbaumes festsetzen konnte, dafür
haben wir eine Analogie an Hip »Rohr", dann speciell
»wohlriechendes Rohr", Sil* »Schaale" dann speciell '»Zimmt-
rinde" und ebenso (die Aehnlichkeit der Laute ist aber
eine rein zufällige) bei xxp^o; »Zimmtrinde". Durchaus
angemessen ist , dass die Araber Jsl«jö transcribieren. Gauh.
schliesst aus dem Umstände, dass der Plural ^%tJ» lau-
tet, dass es eine Form ic\^ gegeben habe. Zu erklären
ist dies aber im Wirklichkeit wie oben p. 192 bei %U^i>
und wAjbo* Bekannt ist, dass erst aus dem Arabischen
die Ausdrücke »Karat" u. s. w. in die romanischen Sprachen
eingedrungen sind. In jüdischen Schriften scheint sich
das Wort nicht zu finden; was Zuckermann Talmudische
Münzen und Geunchte p. 26 , 1 anführt, ist eben nur ein
missverstandenes semitisches Wort, keinesfalls xipirtov.
Eine andere Bezeichnung eines kleinen Gewichtes ist
ilijl Bub&ri I. 355 , 3 u. öfters, Ihn Dor. Kit-al-ütilf. 188,
3 a. f. natürlich nicht direct aus ojyxix , uncia sondern aus
M^p^it ') entstanden. Im Syrischen scheint die übliche
1) Berichöth 44b ,«. Darnach wure also Zunx smr GtBcAiekU wui Littrminr
543 za verbettern, der die Schreibung ITpN als Xachirirkunt; des arab. Wor-
tes erklart, wenn **pnN dort wirklich die echte LA. Da 'Ardch durch n)*pJ1|l
glossiert, so scheint dies allerdings der Fall za sein. Zuckcrnunn a.a.O. p. 7
crwdhut nur die Form N*pl1M aus dem Midräs. Die talm. Stelle ist mit die-
sem Worte nur noch bei 'Artich s.v. ^i vi I erhalten , untere Talmodanfgiben
haben NH^IC^; weder Jesajah Üerlin, der die verschiedenen Lesarten am Kande
unserer neueren Agg. gesammelt hat, noch Rabbinowitz bemerken übrigens au
dieser Stelle irgend eine Variante.
202
Form nur U.£Jo] zu sein; was K. bei PSm. 76 noch da-
nebea von l^-ccl berichtet, wird gerade umgekehrt erst aus
dem Arabischea riickgobildet seiu.
Zwölf Unzen enthalt das JlL^ (Amrk. Append. 28, 1);
daneben auch JJöj (Talab Fa.sih ed. Barth p. 20 billigt
nur jLbT) in dem langst die aramäische- Form der rom.
griech. Utra erkannt worden ist. Das Syrische hat die
römische Form gar nicht veriimlert in li--*-«^ ; iliese Form
findet sich auch in jüdischen Schriften; derjerusal. Talmud
hat aber schon ilie der arabischen genau entsprechende
Form /C3"l (Perles EUjm. Studien 55. Anm. 1), die Lagarde
zuerst mit Air;jt zusammengestellt hat. Wieder ein Beleg
für den von Guidi Alcune oaservaziom [Sep. Abdr.] p. 3
aufgestellten Canon.
Ich möchte auch JLiüu« am liebsten filr eine aramäische
Entlehnung aus {LoAld halten, sodass dann die echte Be-
deutung der Wurzel im Arabischen nur »schwer sein**, »wä-
gen" aber erst denominativ von JLaJuo abgeleitet wäre.
9
^^liLz wird auch später ein bestimmtes Gewicht bedeutet
haben wie später ^pC^ , sbp\"l Bechöröth 50a , 9 a. f. =
KnC2j^ und pondtis^ und daraus wurde JLajuo entlehnt.
/pifü im Hebräischen weist aramäische Vocalisierung auf,
da man arab. und aram. ä gegenüber in echt hebräischen
Wörtern ö erwartet. S<7pno Bechör. 50» scheint allerdings
kein specielles Gewicht zu bedeuten, wie das Levj Nhbr.
Wtb. 302 annimmt; »Münzen** daselbst ist durchaus ver-
kehrt. Recht charakteristisch nun ist, dass im Sprachge-
brauche sich der Gebrauch von JLojuo für das Gewicht eines
Denars herausgebildet hat. Das tadelt Gawäliki Morgenl.
Forsch. 126 mit Berufung auf Sure 21, 48. Aber für die
Bedeutung eines bestimmten Gewichtes ist Gauh. a. v. Jläj
und so braucht es Tab. T. 1042, 5, 9, 10 ; Belad. 465, 15 , 17.
• ••
203
Das Gewicht jü^^Lm bei Avicenna (Freytag s. y. ^JLjU)
ist eutlehat aus jj^.nj^ Gast. 920 (Tielleicht nach der arab.
Form iJ^*n ^ zu yocalisieren).
Auch der Name des höchsten Gewichtes ist aus dem
röm. griech. Culturkreise zu den Arabern gekommen. ^
(schon bei ^\di ihn Zeid Bekri 570, 12; hier allerdings
im Sinne einer Gehlsumme) ist aber natürlich nicht direct
aus rcittenarium KkyrviyiziGv hervorgegangen , sondern aus
dem Aramllischen , in welchem schon neben Ig 1 • j I '^ und
ly'Jip die verkürzten Formen \r^J^ und n::ip , lUrp
Bechör. 50» , 9 a. f. vorkommen , auf welche das arabische
Wort zurückgeht.
Luo »die Mine** kennen schon die Araber (Mu^arrab 143)
als fremd. Autfiillig ist der kurze Vocal gegenüber K30.
jyi die daneben vorkommende minder gute Form (Gawä-
liki 1. 1.; Gauh. s. v. Luo) ist noch eine weitere Verkürzung^).
Eine specifisch arabische Gewichtsbezeichnung von unbe-
kannter, vielleicht aramäischer Herkunft ist ^^-II Plur.
i^y^ »die Eameellast** (aus dem sjr. |^2?o wohl erst über-
nommen sein wird) Jaküt II. 266, 6; Buharil. 355, II Kä-
mil 405, 14; 508, ult.; ebenso dunklen Ursprungs ist auch
Vsjoz »der Sklave*' (nabatäisch nach B. B.), das man kaum
mit Rubens Duval Traxti de grammaire Syriaque § 274 di-
rect =5 {^^^m wird setzen dürfen.
Hierher gehört noch ein seiner Herkunft nach dunkles
Wort, das man am liebsten auch für aramäisch hielte BC(^
»Sack*', (der erste der sie macht f^b. I. 765, 6) Eämil
1) üeb«r «las echt arab. Geiricht i\y^ wie rnj rgl. Nöldeke Mamd. Oramm.
XXXI. Anm. 2; jUu ist bekaoatlich koptiKh und denselben Unprang hat
204
508 alt. (Leider kaun ich die von VuUers 11. 602. ange-
führte Schrift Quatremeres nicht benutzen). Im Arabischen
hat es keine Ableitun«]C und schon Gauh. s. y. ^^ erklärt
es für entlehnt.
Von den Hohlmaassen , zu denen ^vir uns nun wenden,
ist fremder Herkunft dringend yerdUchtig Ju5^i schon in
alter Zeit sehr gebräuchlich ; Div. HuJ. 35 , 2 Agäni IV.
p. 11, 5; XV. p. 160, 3 a. f.: XVI. p. 62 paenult.; Bekri
569, 3 a. f. Zuheir Append. 5,5; Jaküt III. 268, 19. Es
wird aus \Lt^ ') entlehnt sein, wovon SLsxJLaS'. XAJLX'Mu^arr.
131 alte persische Umformungen sind. (Xöldeke GGA.
1868. St. 2. p. 44). Ich denke , dass Ju erst denominatiy
davon abgeleitet ist, wie man sich überhaupt es nicht als
Regel vorstellen darf, dass nur die zweite Form zu deno-
minativen Bildungen venvendet wird. Gerade bei den äl-
testen Lehnwörtern treten zweite und erste Form parallel
auf, wie ^Lb und J%.A-b . oder die erste ist allein im Ge-
brauch. Die echt arabische Bedeutung des Wortes scheint
mir »kein Feuer geben wollen"; daher dann JS^ {^gl-
auch \^f^ sLügen strafen^' und ifeige sein**). Jui^ und
)LkS halte ich für identisch mit hebr. v3, nach derselben
Bildung, wie aus sjr. i^ls mand. K^d hervorgegangen
ist. Vgl. über diese Nöldeke Mand. Gramm, p. 24. § 22.
Ein sehr interessantes hierher gehöriges Wort ist cLo ,
das, wenn es auch bei Gauh. gar keinen Beleg hat, na-
mentlich in der Redensart »Maass für Maass'* in den al-
ten Gedichten gar nicht selten ist, meist in Verbindung
mit JuT Agäni IV. p. 11, 5; 187, 8; Div, HmJ. 35; 2;
1) Ji'id. mVo ut selten, doch kann ich zu der für den jüd. Gebrauch oichU
beweisendea Stelle aus dem Tar^. zu den Prov. bei Lcvy hinzulügen WTin >CT'3
-rirhtij«^ Minss- S-iltötU doR ibbi Achui 102.
205
DW. HufJ. (Wellhausen) 140, 1; Jak. I. 45, 7; III. 361,
22; Gnuh. s.v. ^3AA*i>: Buhriri I. 358, 11; Ibn Hisäm
136, 4; Mufaddalijjat 10, 13. »Wir haben um den Tod
keine Sorge und zahlen ihn den Feinden wieder Maass für
Maasä'* heisst es A;4äui XV. 160,3 a. f. Es kann natürlich
keinem Zweifel unterliegen, dass wir es hier mit dem ara-
miiischen Worte S>S sjr. M*« zu thun haben. Gegen die
Idee aber, dass etwa M« aus dem Arabischen stamme,
spricht neben der Gebrauchsverschiedenheit (es ist nur
> Schüssel") das frillio Vorkommen dieses Wortes in Kalilag
und Damnag (vgl. Nöldeke ZDilG. XXX. p. 768) sowie
die Bedeutungslibereinstimmung mit talm. 8> V. Auf die
Übereinstimmung von cLo und U^* machte schon Noldeke
a. a. 0. aufmerksam.
Die Hälfte eines cLö ist der Ii^mJ, auch dies wieder
ein von Aramllern übernommener Name und zwar in genau
derselben Weise , wie cLd* In den uns vorliegenden sy-
rischen Texten bezeichnet nämlich U^«i£is kein Maass, son-
dern ist eine allgemeine Bezeichnung für »Krug". Wo es
der Syrer für fiö-r^j^ braucht , will es auch nichts , als diese
allgemeine Bezeichnung sein, nur dass für das griechische
Wort ein lautverwandter Ausdruck gewählt wurde. In jü-
dischen Texten ist allerdings, wie es scheint, mit UD^p
schon eine bestimmte Maassbezeichnung verbunden. Was
nun die Ableitung dieses Wortes anlangt, so ist, wie ich
glaube, auch hier wieder die Grundbedeutung »Krug" (wie
bei i^^ »Schüssel'*) und dies ist identisch mit hebr. Hk^p
pl. nllE^p. Es ist für ursprüngliches •lAae durch Assimi-
lation des Feminin T an den ersten Radical )-^£i^ gewor-
den. Vgl. Noldeke Elohim , JH p. 5 (Sep. Abdr.). Im Ara-
bischen ist es auch (vi:^!. Dozy s. t.) noch der Name eines
206
Kruge«. W-as aber die Bedeutungen »Gerechtigkeit, Grad-
heit*' U.S.W. 3. y. h^^ anlangt, so sind sie von den eben
besprochenen Wörtern ganz zu trennen und geboren viel-
mehr zur aramäischen Wurzel 12 wp syr. U^^oc, so dass
daB Arabische wieder die jüdische Wurzel wiederspiegelt.
Das Letztere gehört auch vielleicht schon zu den muham-
medauischen Lehnwörtern. Xatürlich sin<l auch die Bedeutun-
gen »Waage" dann »vertheilen'* u. s. w. *) da man ,b^MO
doch nicht gut als gewaltsame spätere Verkürzung des
wohl nicht häufiir irebrauchten , «^Uä-iLs ansehen kann ,
dann zu diesem Gruudbegritt'e j>Gleichheit" »Billigkeit** zu
ziehen, [Auch Hw'p »Bogen*' wird im Aramäischen durch
dieselbe Assimilation des Bildungs-T an das p zu Xi^-^^
anders im Mand. N*jrr].
Bekannt als übernommen sind die folgenden Namen für
Maasse. ,^jLo Gl. geogr. p. 352 , ist vielleicht erst aus einer
aramäischen Form U?s^ (StmO) PSm. 1713 in *s Arabische
übergegangen; bei diesem (und noch einigen anderen Wörtern)
wäre allerdings auch möglich , dass sie aus dem Griechi-
schen in Ägypten direct übernommen worden sind.
Mit den Arabern ist ^m Belädori 12, 4 Ibn Dor. KiU
al'ütij^. 137, 3; Jätüt I. 432, 14 (nach Fleischer's und
de Goeje's Verbesserung); Buhäri I. 358,15; Ibn Hiääm
136,4 zunächst streng von ^Juo zu sondern. Arabisch ist
es keinesfalls, da die Wurzel nicht eine Spur von der Be-
deutung »messen'' hat. Und wenn nun auch im Hebräi-
schen diese Bedeutung erhalten ist, so ist eine Entlehnung
von daher doch ausgeschlossen, da die Bedeutung eines
1) Aach ■i i **» '> «Abicabe" wird hierher gehureo, nicht mit Dozv s.v. all
Metathese von (j^JL? aut/ut'aiscn sein.
• 207
bestimmten Maas.ses sich weder im Althebruischen , noch
in der Miäüühspmche , noch im Syrischen findet. Ich kann
also über den Ursprung nichts Bestimmtes sagen.
Bekannt ist, dass l5^ iiberuommen ist aus Us^ PSm.; jüd.
X112. Da die Araber nicht ^li^ sprechen, so könnte mau
zu der Vermuthung kommen, dass sie dies Wort aus dem
Griechischen xsp:^ übernommen hätten; indessen das Eintre-
ten eines langen Vocals als Compensation für einen Dop-
pelconsonanten ist häufig genug und an Beispielen aus
den semitischen und indogermanischen Sprachen zu belegen.
Über den Parallelismus beider Erscheinungen vgl. Prätorius
in Kuhn Litteraturbl, n'ir Orient. Phil. I. 200.
Übernommen ist auch ei*st ^1^ ^^^ K2p schon bemerkt
im Gl. geogr. 39.
Es concurrieren das Persische und Aramäische bei dem
Namen yxiS» der ebensowohl direct aus dem Persischen
wie erst durch Vermittelung des Aramäischen übernommen
sein könnte. Nach dem Verse Zuheirs Mu^all. 32 ist es
aber ein Maass des ^ik , wo zu Zuheir*s Zeiten die Land-
bevölkerung aramäisch sprach; ebendaher werden es die
Araber bezogen haben. Auch die absolute Übereinstim-
mung mit Nr*£)p 1}^** "! spricht für aramäischen Ursprung.
Über diese Wörter und die verwandten griechischen vgl.
Lagarde Ge$. Abh. p. 81.
So ist auch (^jCo (vor dem Plural ^S^LCo warnt Ga-
wali]:! Morgenl. Forsch. 133, 4 a. f.) fremden Ursprungs;
es entspricht jüd. p1p!3« Halachoth gedölöth yallä ed.
Yenet. 15 II. 5 [und auch Syr. ^^azsLo Gen. 44, 5 Aquila;
Nov. 341. Bei Barh. Chron. 418, 8; Eist. eccL II. 527
Append. U^la^ d. i. die arab. Form; abbreviert lal^ bei
Behnsch Appendix zu Barhebr. Chron. 5, 5, 7. N5ld.].
Das Wort ist natürlich , wie schon die verschiedenen Schrei-
208
bungen beweisen , persischen Ursprungs. S\ji , an das mau
zunächst denkt, hat aber andere Bedeutungen. Kaum zu
trennen von diesem Worte schoint i^^La :*ein Trinkge-
füss" A^su bei Jakilt IV. 617, 1 (in eben dieser Beileutung
gebraucht Bekri 442 , 10 als Erklärung von ^^W\ Nfibiiia
17,33). Der Übergang der Bedeutung von einem bestimm-
ten Maasse zu »Gefäss" überhaupt zeigt sich auch bei
^j\o. Vielleicht gehört es allerdings zur Wurzel v*La
>> saugen , schlürfeu'' ; doch ist die Bildunix nicht häufig.
Der Xame eines grossen in Basra gebrfiuchlicheu (vgl. Ihn
Dor. Kit-al-iötik. 94, 4 a. f.) Hohlraasses JüU3' ist wahr-
scheinlich auch fremd. Indessen die griechisch-lateinischen
Wörter , die man damit der Lautahnlicbkeit .nach in Zu-
sammenhang bringen möchte , wie /pJp = cancelli (xtyxXlc)
können damit nichts zu thun haben. Vielleicht ist das Wort
persisch; vgl. auch Nöldeke Sassamden p. 221 paenult.
und Anm.
Mit JüJLS identisch ist ol*,:> neben dem auch ol^ vor-
kommt. Schon dieser Wechsel giebt Anlass zu Bedenken gegen
die Echtheit der Wörter. Ausserdem ist auch eine Ablei-
tung von O«,;^ nicht gut anzunehmen. Im Aramäischen ist
mir aber nur »112 im Sinne von ]> Topf " »Geschirr'* bekannt.
Hier fügt sich wohl am besten ein die Besprechung eines
schwierigen Wortes ^jo)o schon bei A^sä Mu^arrab 29. Es
ist deutlich, dass es nichts anderes sein kann, als XyT*13
»ein kleines Maass" Sabb. 109^ ^^ a. f. wenn es auch im
Arabischen nicht mehr ein Maass , sondern ein kleines Trink-
gefilss aus Palmzweigen bedeutet. Das aramäische Wort
ist aber sehr dunkel, da an eine Zusammensetzung mit
i^ nicht zu denken ist. Auch die Vergleichnng oder gar
Identificierung unseres Wortes mit Sy^HS^^ oder , wie es in
unseren Agg. heisst , ^13VJ? Ketuböth 75* 3^, welche ^Arüch
209
8. V. ^t3^V^3*J^ versucht wird , bringt uns nicht viel weiter.
Das Wort kann gerade an dieser Stelle durchaus nicht
einen so sehr kleinen Becher bedeuten , denn die Frau ent-
blösst ihren Arm, um zu zeij^en, wie lang das Gefils.s war,
aus dem der Rabbi Wein trank. Uasi erklart schon rich-
tig »lange Becher**. Das letztere Wort ist ganz gewiss
persisch; aber ich bin dem Originale nicht auf die Spur
gekommen. Ob Jtfapür darin steckt? Ausserdem wage ich
an den ersten Theil der persischen Bildung R^\jJLAj\ ,
}r<v JAflV , ilu arrab 70 zu erinnern , den ich etvraoloirisch
allerdings nicht deuten kann.
. ^ '-- .
Schon langst ist arabisch * U^ ein Flüssigkeitsmaass ,
wozu dann noch s«^^ »Schlauch** zu stellen ist, ideutifi-
ciert worden mit fJLirpvir'^^ (Dozy). Zu nennen ist blos noch
die aramüische Vermittelungsform XH^tJ^ Levy Nhbr. Wb.
III. 95. — Nicht eigentlich ein Maass , aber doch als solches
erklärt ist ^li Mu^arrab 114, wofür Gawaliki schon als
genau entsprechende Form Uüli = K-^^ anführt. Es ist
aber U^^-s; vergl. Sachau zum Mu^arr. 51. Genau ent-
spricht der aramäischen VocaUsation ^JLi in dem dort an-
geführten Verse N&biga's. (if II ^ixya yKci^^ rjj ixix^plfp
ri fiiffov iifXoT Steph. Byz. s. v.).
SCHIFFAHRT UND SEEVERKEHR.
Ouidi hat Della sede p. 37. Anm. 10 darauf aufmerksam
gemacht, dass die Schiffahrt unter den alten Arabern nur
wenig betrieben wurde und verweist zunächst auf Strabo
780. Diese Stelle besagt aber nur, dass die Araber schon
zu Lande schlechte Krieger (und mehr Eaufleute) seien,
14
210
geschweige denn zur See , fAttri ye , xotrx bikctrrxv (seil to-
KifAtffTxi ttjtv). Ferner aber werden Strabo*s Gewährsmän-
ner in den Hafen des rothen Meeres schwerlich genau
Araber von anderen semitischen Völkern unterschieden ha-
ben. Mit seiuer Nachricht aber steht in ganz directem
Widerspruch, was uns der Verfasser des Periplus maris
erythraei (ed. Fabricius) berichtet § 16. xx) ^ifixovatv eU
xvT}iv (nach Muza) i3o\Kix rx Trksiovx xußspvvirxi^ xx) ZP^^'
xxolq ^Apx^t XpufA^vot roJi xx) auviiietxv xx) eviy^xßßpixv
iX^^^^^ iß^ftpot^ re ovvi tuv ri^uy xx) t^^ $«vif^ xvrciv
und ferner § 22 to fjth oXoy (Muza) ^Apxßciv vxvirXyjptxxv
dv^p^iTuv xx) vxyTtxüv TrXsovxi^si . . . 0'ü^;^p6iyr«i .... Ihioi^
i^xprivfjLOt^, Schon diese beiden gewiss bei Weitem authen-
tischeren Nachrichten wiegen Waraka's Vers, den Guidi
1. 1. anführt , sehr auf. Auch wissen noch die Araber von
der Seetüchtigkeit ihrer Vorfahren zu berichten. Gauh. s. t.
^yo (==Jäküt IV. 522, 3) erzahlt auf die Autorität Ton
Abu ^Ubaida: Ardasir Sohn des Bäbgau machte die Az-
diten zu Schiffern an der Küste yon ^}män*'. So wird das
natürlich nicht zugegangen sein, — schon die Rechnung
stimmt dort um 200 Jahre nicht — aber immerhin zeigt diese
Nachricht doch , dass auch in alter Zeit die Schiffahrt im per-
sischen Meerbusen in arabischen Händen war. Dazu stimmt
auch , dass der arabische Name der Edelperle s7i^ als ri*11
bis in den babylonischen Talmud (Megillah f. 21<^) wandern
konnte. — Arabische Seeräuber Agatharchid. (Müller) 88, 26,
Blau ZDMG. XXVII. 307. Anm. 3»). Auch im Süden
scheinen Araber Ton vorneherein an dem Schiffsyerkehr mit
Abessynien sich rege betheiligt zu haben. Die afrikanische
Eüste lag ihnen sehr nahe und sie konnten auch mit Flös-
1) DtM die Araber auch in alter Zeit Schiffahrt trieben, ersieht man auch
ans Sprenger Alte Geographie p. 230, 231.
211
sen hinüber fahren. Ein Zeichen des starken Verkehrs
sind nnter Anderem die abessrui.schen Sklavinnen , die wir
seit alter Zeit in Arabien finden (öfters schon bei den alten
Dichtern). Auf einen rcgelmii.säij5en Sc hitFs verkehr mit
Abessynien, der an der Westküste Arabien.^ entlang ging,
deuten auch die zwei Überlieferungen , in deren einer das
Holz eines in Su^aiba gestrandeten Schiffes zum Baue der
Ka'ba verwendet wird (^abari I. 1 135, 10), während nach der
anderen tlie ersten Muhagiruu auf einem Kauffahrteischiff,
das nach Abessynien geht, dahin auswandern f^^^^" !•
1182, 1. Und thatsiichlioh stand ja Jahrhunderte lang
ein betrachtlicher Theil Siidarabiens unter abessvnischer
Botmiissigkeit.
Auch in den alten Gedichten wird der Schiffahrt nicht
gar so selten gedacht (vgl. die später bei den einzelnen
Wörtern folgenden Belege) und in dem ersten grosseren
Documente der arabischen Litteratur, dem Korane, zeigt
sich deutlich , doss auch die alten Araber es wohl zu schätzen
wussten, dass ihr Land an drei Seiten vom Meere bespült
wurde. Wenigstens für die handeltreibenden Kreise, za
denen Muhammed gehörte, ist der Seeverkehr von grosser
Bedeutung gewesen, sonst verstände man nicht, wieso Mu-
hammed an nicht weniger als 40 Stellen Gelegenheit nimmt,
auf die Gnade Gottes hinzuweisen, der auch das Meer
schiffbar gemacht habe, damit die Menschen mancherlei
Nutzen daraus ziehen. Auch schildert er einmal die Gefahren
einer Seereise so anschaulich , das man fast auf den Qe*
danken kommt, dass er selbst einmal eine solche mitge-
macht haben könnte. Kaum wird man alles das für blossen
rhetorischen Aufputz halten wollen.
Was die in den semitischen Sprachen gebrauchlichen
Schiffisnamen anlangt, so ist zu bemerken, dass jede einen
oder mehrere besondere Ausdrücke und je ein auch dem
212
zuaüchst Tenraadtea Dialecte mit ihr gemeinsames Wort
fSr »Schiff** entwickelt haben. Das gebräuchlichste hebnl-
ische Wort ist ^^X, das sich in dieser Bedeutung ebenso
•n
wie ^ü in keiner anderen Sprache findet. Mit dem Ära-
maischen gemeinsam hat das Hebniische HS^SD , indessen
T :
es ist weder da noch im Aramäischen das gebräuchlichste
Wort. Dieses gebraucht am gewöhnlichsten i^äL] Kä/X,
das wiederum in keiner anderen Sprache Verwandte hat.
Um nun zum Arabischen zu kommen, so hat es einen
Namen des Schiffes, von dem sich in den verwandten
Sprachen keine Spur findet, nämlich vdJULi. Dieser echt
arabische Ausdruck findet sich im Koran; er gehurt zur
Wurzel dLo »Kreis'* woher die Spindel im Hebräischen , Ara-
bischen und Aramäischen ihren Namen führt ^). >£jLii bezeich-
net nach dem ganzen Zusammenhange ein grosses Schiff ').
Ausserdem haben die Araber eine Reihe von Wörtern ,
die sich auf die Schiffahrt beziehen, mit den Abessyniem
gemein. Auf ^ '^ f und w^U = äthiop. bäh«r und
azeb hat mich Prof. Nöldeke aufmerksam gemacht. Hier
ist ferner zu nennen oy0% = äthiop. rams. Aus der Über-
einstimmung dieser beiden Wörter kann man schon den
Schluss ziehen, dass die Schiffahrt von Arabien nach
Abessynien auf Flössen vor sich ging. Und dies wird auf's
schönste durch Periplus maris Erythraei § 15 "Ejti J'fy xirij
xXoiipix pxTTTx Kx) fMvo^vXx bestfltigt — vgl. auch § 16 u.
§ 36, wo der Name (Jkxixpxrx für diese Fahrzeuge vorkommt.
1) Der Pflinzenname q«xL3 gehört natilrlich nicht za dieser Warzel; er
kann nicht gat eine Zusammensetzung aus pers. p i l -(~ ? sein (^^ v^^r^^
•Elephantenohr**). Ich Ter.nuthe griechischen Ursprung.
2) Man beachte, wie Gauharl (oder die Quelle, aus der er compilierte) das
Schwanken des Geschlechtes bei diesem Worte auf das Prinzip der Analogie
(Uj v^aPÄj MvXä) zurückfuhrt.
213
Strabo 778 lässt die Araber nach Äthiopien schiffen iipfiA^-
rhoi^ vXoioi^. — Dasselbe berichtet Agatharchidea (Müller)
189,23 von den Sabaeru. [Den Namen fjLxiipx oder /x«-
lipxTx (wie Fabricius liest) bat Blau (Altarab. Sprachstudien
Z D M G. XXVII. 310. Aum. 7) zu erklären versucht Ich
denke , dass wir ßxßxpx{rx) zu lesen haben und stelle dies zu
^«oue, das noch später speciell als Schiffsuame üblich ist.
Die Corruptiou ist bei einem Frumdworte nicht audällig].
Gauh. beschreibt diese owo% als Hölzer, die an einander
gefüirt werden und auf deueu mau das Meer befahrt. Vgl
Mu^arrab. 95 , 3. [Das doii genannte ^Llä gehört zur
Wurzel Llä »schwirameu" sanskr. snä lat nd^re na^t-^re].
Es ist zu beachten, dass Gauh. hier «^^V^JI _JLft ') sagt,
während er bei \^yio und autLe nur »UJ| ^ sagt, weil
sie wohl nur auf Flüssen gebraucht werden. Im Arabischen
hat dies Wort, wie es scheint, eine ganz gute Ableitung
Yon oy^T »zusammenheften** = ^JLot « das gewiss nicht erst
Yon väJoj gebildet sein wird. — Noch ein anderes Wort ha-
ben bloss Abessynier und Araber mit einander gemein , aI^
»das Segel*', das auch da eine sehr bequeme Ableitung hat.
[Die Grundbedeutung von e^ ist wohl »spalten*' dann
»lang hinstrecken", »gerade machen". Vom geraden Wege
«Jüt JLuyM geht der Begriff des Gesetzes aus, wie »der
Weg Gottes" ITH ^.5,9 ferner »der Weg zum Wasser*
I V »
(xaj«MM Trankplatz Div. Hu^. 16,10), so heisst dann a^
»auf den Weg gehen*'; (vgl. auch mehrfach unter der Wur-
zel ^Jo Bedeutungen, die sich speciell aufs Wasser be*
1) t<^V bedeatet allerdingt im Arabiach«B aneh «mb groMen Flosa. Iba
Doreid Kit-al-iilikäk HS, 13. Id dem Vene des *Adl iVn Zeid Gaah. t. ▼.
^^U itt j^ der Euphrat. Du denomiiut. J^U ibn Oor. 1. 1. 15. beisst »dit
Seekrankbeit baben*
214
ziehen) , und vom Begriffe des Ausstreckens , hebr. aram.
y.lr "Nr^ ist das Wort für »Segel*' hergenommen , (während
- T
im Äthiopischen der Begritf des > Gerademachens , Span-
uens'* nicht erhalten ist) ganz so, wie die Hebriier (und
Aramäer) in diesem Falle u*l3 .-Ti-s sagen Ezechiel 27,
7. (Ir^^ >velum" (Cast. 731) ist abtT wohl nicht »Segel"
sondern nur »Schleier" wie auch ND^*13 im Jüd. iiram.
Beiden gemeinsam ist ferner der Name des Nordwindes
««Mwo f woneben «chon bei <lauhari «a*(J) und mase^ Dill-
mann 18'». Zur A^ ur/el y^i »ziehen"? vj;!. ^r mn rJt zu
aram. 3C^3 »wehen".
Von dem regen Verkehr, der in alter Zeit zwischen dem
afrikanischen Festlande und der gegenüberliegenden ara-
bischen Küste geherrscht haben muss, giebt auch noch ein
von den Arabern (denen hier Guidi {Della sede p. 38. Anm.
1. 3) gefolgt ist) irrig erklärter Xame eines Fahrzeuges
Kunde. Ich meine «Ij. Jl& , das nicht mit den Arabern
iO " -
zu ^««XC) einer sonst nicht bekannten Stadt auf Bahrein
zu beziehen ist, sondern zu Adulis "aSöüA/? ^) gehört, vgl.
Tarafa Mu'all. 4; Hamäsa 470, 8 (als Variante); Näbigä
19, 18; Bekri 351, 4 a. f. Jäküt II. 632, 17; III. 797, 13
und noch bei 'Omar ibn Abi Rabi^a, so dass der SchiÜB-
name länger als die Stadt selbst bestanden hat Ag^ni I,
87,15. Vgl. übrigens dazu Bekri 648,8 a. f.
So hat auch das Äthiopische seinen selbständigen SchifiFs-
ausdruck liamar, über dessen Herkunft ich nichts sagen
1) Adulis spielt bekinntlich in den ersten Jahrhunderten nich Chr. eine
grosse Rolle Peripl. mar. erythr. 4. Später aber Terschwindet jede Spur davon.
Berühmt ist es namentlich durch die Inschrift , die Cosmas dort fand und
abschrieb. Vgl. iibri.^cns die wunderliche Theorie über die Ableitunt; dieses
Namens bei Jakut III. 02ii , 17. I^ni^e nachilem ich über die Identität von
J^^wXä mit ÄdtUU klar geworden war, erfuhr ich (durch Prof. Noldeke),
dass Ewald \or einigen 20 Jahren in meinen Vorlcäun'.;cn il.isselbe .:clehrt hat.
215
mochte; ebenso gehört ihm allein die Bedeutung »Mast-
baom** fSr ^amüd an]. Andere Schiffsausdrücke, die das
Arabische selbständig entwickelt hat, sind ^'y£, von der
Wurzel Ili ^»schwimmen", und gewiss echt ist s.^^JlV»
wenn auch das Syrische jAjs^il^ in demselben Sinne ge-
braucht. Bei den Völkern , die diesen Ausdruck für »Schiff**
brauchen, war also das Reisen zu Lande beliebter. —
Abessyniem und Arabern gemeinsam ist femer der Aus-
druck ftir den Hafen, der nur im Arabischen seine Ablei-
tung hat j^amI^ atliiop. marse zur Wurzel Ll'^ »fest
machen**, daher der in den alten Gedichten (und im Eorän)
häufige Ausdruck ^^L Jt JIa^JI 'die festgefügten Berge**.
— Noch ein specifisch arabbcher Ausdruck ist hier zu er-
wähnen «Lo ^) woneben ^^C^ vorkommt. Die Araber
selbst wissen , wie es scheint, mit dem Worte nicht recht
Bescheid. Schon Gauh. erkennt beide Formen ^%C^ und
«Lo an. Ich glaube, dass ^;tl<io echt ist und zur Wur-
zel Lo V binden, knüpfen** gehört, wie Hebr. /3n zu /Sn
Juva-, während jL« wohl erst eine aus ursprünglichem «L«
(durch ev. Einnuss des dabei bestehenden %L« »Mastbaum**
Tgl. Dozy) entwickelte Form ist. Endlich ist nur noch im
Arabbchen erhalten Lh »anlegen** (vom Schiffe) und daher
iiJi »Hafen*' wohl yom Anknüpfen des Schiffes mit den
Ankertauen hergenommen. Ob ^^ »Schiffer** oder »H-
1) Dm OL BelAd. p. 44 i. t. X*a ABmerkong enthalt «atn Irrtham. J^
iit nicht •Mtftbaam** tOBdern dtr CommentAtor oder Gloeeator giebc nur dit
beiden in den renchiedenen Oinlcetcn f&r «viao gtltemden Bedeatnngen an : »S^if-
fer** (lehrcibe abo ^^) and »Maslbaam**; »diet im Sjritehen DtaUete**. YicL
aach Gaoh. i. t. yd , wo beide Bedaotangen aagtf&hrt werden. Dia Riehtif»
keil dieser Aendeniog geht deutlich ans den folgenden Worten herror. «Man
könnte anter Uj.|^ wohl ScAiftr Terttehen, aber da« Verkaofen der Schif-
fer wäre etwae Ungewuhnlichet.**
""•'":*■,'*•"' ■" -• * : ■ . ^ - • ." . / •
. . - 216
scher" sind, war schon den alten Arabern nicht mehr
ganz klar. Es findet sich ausser Zaheir 10 1 6 noch Dir.
Had. 93« 38. Nur dem Arabischen gehört ^^ »SegeP*.
an (öanh. s. ▼. JJL:^)f wozu ich nar äthiop. gelä »Schleier"
(DiUmann 1140) stellen kann. ManygL re^m »Segel" dann
»Schleier".
Wenn man diese nicht geringe Anzahl im Arabischen selb-
ständig entwickelter Worter betrachtet, so kann man nicht
gut Yoraussetzen , dass die Schififahrt unter den alten Ara-
bern nur wenig entwickelt war. Das hindert aber natürlich
nicht, dass thatsachlich doch die nördlichen Araber mancherlei
Fahrzeuge und Schifisgerathe erst von ihren aramäischen
Nachbarn mit den Namen derselben entlehnt haben.
Zunächst ist RAaC Amrul]|:. 20, 4; Dir. Hu^. 18, 3
(H^SLÄ? ^Ik^) Zuheir 17, 7, 10, 6; Betari 92,3 a.f.;
131, 4 zu nennen, welches Guidi (Della aede p* 37) mit
Recht auf die Liste der yerdächtigen Wörter gebracht hat.
In der That sprechen alle Anzeichen dafilr , dass es ein über-
nommenes Wort sei. Vor allem hat es im Arabischen keine
Ableitung; die Wurzel /jaIi so weit sie im Arabischen
sich findet, ist ganz unecht, da das Yerbum denomina-
tir Ton ^JaJ ist; dies ist aber — bis jetzt noch uner-
kannt — nichts als persisch ^L^Jf »Wetzstein". Dasselbe
Wort ist als {JLOd auch in*s Syrische übergegangen. Gast.
716. Im Hebräischen hat das Wort eine bequeme Ablei-
tung Ton |£)D »täfeln", wie man auch im Arabischen Yon
den ^Ut Zuh. 1, 23 den Tafeln des Schiffes spricht.
(Auch syr. | i ^S ). Denkbar wäre übrigens auch, dass
ny fiD aramäisches Lehnwort ist , wofür ursprünglich dann
nyfi'S^ zu schreiben wäre. Denn auch Tfi2^ (woYon *3fi3^
Deut. 33, 19) scheint dazu zu gehören , da an einen Wechsel
mit |£)1( = yjiüo kaum zu denken ist. Wenigstens fehlen
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sonstige Analogieen dafiir. Wenn diese Yennatiinng an-
trifft , so würde p^^*w schon nach dem Lantrenchiebangs-
gesetze als Lehnwort gelten mOasen (hebr. b^^^sarab. jt)«
Aram. jSD (Levy Nhbr. Wtb. m. 567) steht ohne Ver-
wandte da, da es kaum zu äthiop. safana »herrschen**
(Dillmann 405) »s arab. ^^yJu&t (der Wechsel ist mehrfach zu
belegen) gehören winL ^UlI, »der Schi£bbaumeister*'
wird, trotzdem es ein Handwerk bezeichnet, eine echte
Bildung sein, da das Aramäische \lÄSi KjSD (Targ.) wie
T T •
es scheint nur als »Schiffer*' kennt. (Bedeutung wie bei
non).
Die nun folgenden Namen meist kleinerer Fahrzeuge
scheinen auf bestimmte Gegenden beschrankt zu sein. Zu-
nächst ist zu nennen das seit alter Zeit am Euphrat hei-
mische .^!s Näb. 19, 19; Agäni XX. 24, 1; ^amft8a
726, 5; Belqrt 417 paenult^ J&küt lU. 285, 21, in dem
Nöldeke schon yor Jahren l^o^i^ (Gast 823) erkannt hat
Man hat jVo-dj-o weiter aus xspKovpo^ cereuruM [zu Dozy's
Belegen TgL noch Gellius Nöct. attic. X 25] abgeleitet,
was an sich richtig ist, indessen es ist zu beachten, dass
die Bildung selbst vielleicht semitisch sein wird, da die
Ableitung im Griechischen ihre Schwierigkeit hat.
Am Euphrat und Tigris ist noch ein anderes Fahrzeug
üblich gewesen , ^^yi und ^Jw , aus den arabischen Dich-
tem und anderen Quellen bekannt; fsi. Mu^all. 28; Mu^arrab.
23 und 24, ^an3. 633 ult. [A^däd (Houtsma) 133 als
'jSyi erklärt]. In genau derselben Liocalität (an der Mün-
dung des Tigris) tritt der Name im Talmud auf als KnX^3
TKS^Ol^)* Die Beschreibung im^Arüch Terdient wiederge-
1) Nach einer anderen ichon im Talmud lelbat berichteten Variante MHIt^^rS
die entere ZJL. ateht in oneeren Agg.; äe wird dnrek das Arahieehe ab riehtlg
enrieeen, gegenikber einem Codex Rabbinowiti*a, der cintr Ahlettnng von ftV2
•Snmpf " m Litbe nnKrr2 tehnibt.
^ .Ji>. • .->■«.
SÄ...
■*.». - •
• • • •
218
geben aca werden:- >E8 sind kleine Fahrzeuge, die Tor
den grossen an seichten Stellen ÜEihren« wo grosse Fahr-
senge nicht laufen können , man steigt dann in das kleine
ein und kommt darin an*s Land. Diese Schiffe kommen
auch im Sumpfe (m(3 Hiob 8, 11) fort und heissen des-
halb KnX^!(^3. Maiian aber, Ton den Arabern Maisan ge-
nannt, liegt am Ende Babels (/33 nvpS, so mit ed. princ.
zu lesen gegen das unsinnige b^^i TMpD der Ausgg.) in
sumpfiger Gegend , und dort giebt es Rohr und Schilf, und
daraus (ich lese pO ftlr ^n? der Agg.) macht man (dort)
kleine leichte Fahrzeuge.'* Hier ist uns die richtige Ab-
leitung des Wortes Ton ^yj »Bohr'* u. s. w. gegeben, TgL
Sachau zum Mu^arrab. 13. Ob dieses arabische Wort Tiel-
leicht wirklich zu mf3 (Low Aram. Pflanz. 167) »Rohr*'
zu stellen, ist?
Ein anderes kleines Fahrzeug, das den Namen v^^li
fährt (Dozy; 61. geogr. 231, 10 a. f.; Gildemeister Nachr.
der Gott. Ges. d. Wissensch. 1882. p. 486; Lonsano er-
klärt durch dies Wort (31Kp) das eben besprochene tTXIS)
stellt schon Dozy mit xipaßo^ zusammen. Natdrlich ist es
yermittelt durch k^^^j ^ Land Aneed. III. 18,21=juKp«-
ßiov, das auch in die romanischen Sprachen übergegangen
ist Diez Vgl. Wörterb. (TL) 88. Über den griechischen Na-
men und damit zusammenhängende Wurzeln Tgl. Himlj Zeit-
schrift f&r Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft 1880.
[Dagegen gehört KS'IX , das man nach sonstigen Analogieen
= KSnp setzen könnte (Nöldeke ZD M G. XXVI. 882) nicht
dazu, sondern ist = rH}"!}^ »Trog, Mulde** (so schon Nöldeke
Mond. Cframm. 58 Anm. 2) wie ebenso pers. nJLi (= HIIJ^J
wonach Leyy Nhbr. Wtb.III. 411 Sp. 1 zu berichtigen) zu
navis u. s. w. Das Wort hätte übrigens zu 2bli gestellt (TgL
B,uch y^ayXdg und yaZXog) eine ganz bequeme Ableitung. [So
y*v\og wohl am ehesten noch zu TTTM wie %\S\ zu ^3K].
'.-*
• ,.. • ; ^ *
.•■'•. *.•
219
Ob aoch sQjLmm (Vgl. Gloss. geogr. 268) xn den tlber-
nommenea Wörtern gehört, kann zweifelhaft sein. Nach
dem, was wir im ^Arüch über die Anfertigang des n^3
hören, könnte es, — es ist aach am Tigris üblich — za
\^ einer Binsen- oder Robrart (vgL Dozy s. ▼• n. Low
Aram. Pßanz. 841 paenult.) zn stellen sein. Indessen, da
6awäli]^ Morgenl. Forsch. 131 , anf der Aassprache Sk^^IZm
besteht, so wird diese ihren gnten Grund haben und das
Wort ist wahrscheinlich als Nisba zu »(«a«^ zu stellen.
Die Volkssprache wird es aber Tielleicht von «L^ abge-
leitet haben. Natürlich kann nach beiden Ableitungen,
wie de Goeje a.a.O. bereits erkannt hat, Ton Dozy^s Zu-
sammenstellung mit Sjj^Lm nicht die Rede sein. Gawäli|ci*s
y^L aber wird , wie häufig in solchen Fallen bei Nisben ,
deren Ursprung nicht bekannt war, freie Erfindung der
Lexicographen sein. [Vgl. über ^j^^ meine Beitrage zur
Erklärung der mehrlautigen Bildungen im Arabischen 37].
Ein aramäisch gpriechisches, ursprünglich allerdings wie-
der semitisches Wort scheint in dem wunderlichen ^j»oUÜl
DiT. Hud. 93, 14; ib. (Wellhausen) 279, 86 Torzuliegen.
Man kann dies Wort, das im Commentare als »grosses
Schiff*' oder auch als »kleiner Kahn** erklärt wird und
das den Späteren jedesialls unbekannt war, nicht gut Ton
xiloQ \a^ (mit derselben Übertragung wie ^3)1 zu flit
Tgl. GeseniusIX. 116 s. y. *3^t; ital. wuuUoirL.vai$$eau zu
lat. vcui) trennen , wenn auch , wie es scheint , diese beiden
Worter nicht in der übertragenen Bedeutung »SchifT Tor-
kommen. Auch läset sich eine andere Bedeutung an dieser
Stelle kaum ertragen. Auffallig bleibt immerhin die Deh-
nung des A, der im Aramäischen nichts entspricht.
Ob |ji>uTj_.w Gl. geogr. 274 nicht Tielleicht direct dnrch
.1. ■ > * 4 >
t
« .
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>r- -
220 -
Byzantiner ins Arabisehe gekommen iit , steht dahin. Ln-
merbin hat auch das Syrische — hier noch nicht erkannt —
wie ee scheint, dasselbe Wort in Pr^ (Gast 925) nnd
Pi.ft^ (b. 894) über deren Echthdt ich indessen nicht ge*
nngend informiert bin.
Neben den echten bereits erwähnten l^amen der Flosse
%&M0% nnd i»«Sf S^Lft i^ ein ans dem aramäischen Kreise
übernommenes Wort zn nennen \JCJ& nach Ganh. >Schliinche,
die man aufblast and an einander bindet nnd aof
denen man dann auf dem Wasser fahrt** = \&Jiy (Der sjljb
kann auch aus Hölzern bestehen, das ist aber gewiss erst
spätere Entwickelung). Es erweist sich als übernommen
schon durch Heraustreten aus der Lautrerschiebungsregel ,
da hebr. niv aram. ^^^4 jüd. ar. (]ü arabisch oLb Ter-
langt; UÜb aber, welches echt arabisch ist, scheint nicht
dazu zu geboren, da auch die Bedeutung »schwiomien"
da erst secundär entwickelt scheint, Tielleicht gar unter
dem Einflüsse der Analogie Ton ol^* (ollb ist ein dbUcher
Name f&r düi^, das bekanntlich aus U^ PSm. 1748
übernommen ist, wofür |nSn gewiss nur ein Fehler ist).
Ein aus dem Persischen übernommener Name, der das-
selbe bezeichnet, ist S^^\ Jä^üt TL 264, 19; zu pers.
^v >Eorb*' und dann auch »Floss." — Für die Ableitung
des aramäisch aussehenden S^LLt (Dozy) weiss ich nichts
Torzuscblagen. — Zweifelhaft bin ich , ob man IJl^ T^bari
UI. 1948, 4; 1949, 12 (passimin diesem Tbeile) zu axiH*
stellen darf, das im Jüd. aram. allerdings die Form iTlDX zeigt
(Var. K*npD*X scheint auf einer Verwechslung mit SnpDK =
Ui-aa^l PSm 216 s. y. Ij.^) zu beruhen; daher Hai zu
Negä'im 12, 1 »targumisch f&r D^^niT*) und dasHäi LL
durch t]':^ L t]lC3 = vjk^ erklärt Syr. Uf^ PSnu
306, 809.
>'
S3yt.(> ist niclit aas ipofidiiov (Doxj s. y.) sondern }^-
ßciv «B ^^i? PSm. 952 erwachsen.
Yon den Namen der Schiffer ist als aramäisch ^jUt
Tar. Mu'all. 4; Näb. 5, 46; E^mU 515, 7; 6elj:ri 417
paenuli. schon Ton Goidi a. a. 0. mit Recht reclamiert. Es
ist sicher ans lüS^n übernommen , wiewohl sich ein directer
Beweis bei dem Mangel jeglicher laatlicber Momente nicht
führen lasst. Auch ist im Aramäischen das Wort nicht
bequemer abzuleiten, als im Arabischen; aber die Bildung
ist dem Aramäischen gerade für derlei Verrichtungen eigen*
thümlich , während sie das Arabische Yon yomeherein nicht
in diesem Sinne gehabt zu haben scheint. Auch im He-
bräischen kann 1770 « wie das Käme? andeutet (nach der
regulären Yocalentsprechung müsste man bei arab. d ara-
mäisch ä im Hebräischen die Trübung zu ö erwarten) erst
Lehnwort aus dem Aramäischen sein. [Es soll aber auch im
Aramäischen Lehnwort aus dem Sumerischen sein].
Vielleicht direct aus gpriechischem Munde ist den Ara-
bern das Wort !j^ zugekommen , welches Gauh. s. y. (si«3
allerdings nur dem syrischen Dialecte zuspricht. Es ^
wenigstens auffällig, dass hier nicht wie sonst ausnahms-
los griech. röm. T (in späterer Zeit) durch ^ wiederge-
geben ist, da im Jüd. aram. (Midra^ Koheleth) in einer
aramäischen Stelle H'nS^M (rgL ^Irüch s. y. ^U]M) steht,
wie man erwartet. Oder ist etwa dies Wort noch yor der
bekannten Vertauschung der T-laute yon den Arabern
aufgenommen ? Auch die Arabisierung durch die Nisba-En-
düng ist nicht gewöhnlich. Äthiopisch nötajftwi DiUm. 672«
^\Zy das (jhiwäli]^ Mu^arrab 71 als anbekannt bezeich-
net '), ist seinem Ursprünge nach nicht mit yölliger Sicher-
1) J&küt IL 74S, 1 trklirt qI^ da »Anhag. Mt^UTdähM V^^ qI^
A^. -
^*.— -„-r >:^- ..•-. ^i ;^^
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- 222 -
heit %a bestimmen. Es entspricht am ehesten der aramai*
sehen Form fär nenbebr. 113*1« die als *M-a.9 Tielleicht
auch schon *M-ao9 anzusetzen ist. Mir sind aber die
aramäischen Formen des Wortes in der Bedeutung nicht
bekannt.
An die Erklärung yon AxsM »Capitän*' Mu^arr. 82,
Tabari III. 1948, 11; Gloss. geogr. 271 (vulgär JLajLJ
GawäliiLi Morgenl. Forsch. 154, 7) wage ich mich nicht heran.
Es ist wohl aus U^i^^A^I PSm. 412 jfld. KOK^HlTK (auch
mand. KSK^^nS^K) übernommen. Aber dieses aramäische
Wort ist sehr dunkel. An eine Ableitung von DH^ = OJlDi
das i^schliesseri" und nie i^stegeln^* bedeutet, ist abgesehen
davon, dass die Form dann durchaus unaramäisch wäre,
schon deshalb nicht zu denken , weil ^Abdd. Zar. 41^ , 5 ,
wo sich das Wort allein findet, KDK^nS^X nur »ein Bote"
ist, der das Siegel seines Auftraggebers mit sich führt (zur
Beglaubigung). Die betr. Talmudstelle ist übrigens auch
nicht vollständig klar ^).
Nicht weniger dunkel als (•LuUtI ist der Name des
Steuers (nach Anderen »Ankers*') des Schiffes, ^Ix^,
nach (jhiuhari &ijüLJt s^ajO ; schon T&rafa Mu'^alL 28 (vgl.
Dozy I. 669) Mu^rab 71 s.v. ^11; fahm III. 920,3;
Agäni XIX. 28, 5 a.f.; JäJ^üt U. 681, 11. Es ist schon
nicht ganz sicher, wenn auch wahrscheinlich, dass es aus
Bjr. jl^ffy übernommen ist, da dessen r^uläres Aequiva-
lent im Arabischen natürlich ^L^'Ll ist und der etwaige
Einwand, dass diese Form unarabisch sei, durch die gut
beglaubigte Form wK Jf ((jrauh. s. t. w%J; Mufa^^al. 106, 7 ;
das Wort ist noth wendig echt arabisch) ausgeschlossen wird.
1) v^it). Dtf. Leb. 66, 1 nnd wohl kaum mit eiiiea CommenUtor da «BIa-
«
^ - '^ * 228
Indeasen wenn man die Enilehnang ans dieser Fonn mit
eV^ bei einem Fremdi^orte erklärlichen Umbildung (Tiel-
leicht hier mit Anlehnung an ^^Ck) auch zugiebt, so bleibt
llsotf auch für das Syrische eine ganz dunkele Form und
deshalb ist es misslich , eine der beiden, sonst nicht un-
wahrscheinlichen f Etjmoiogieen des alten MichaeUs zu Gast.
anzunehmen.
Jo^ und 3^^ scheinen mir auch fremd zu sein und
kaum zu /DO »Wand" zu stellen. Wenn ich zweifelnd
an syr. P^oa PSm. 1855 erinnere, so geschieht es, weil
die Annahme, dass das im Arabischen seltene Wort in*s
Syrische Aufnahme gefunden habe, nicht sonderlich wahr-
scheinlich ist. Am Ende ist es gar nicht semitisch.
Ellarer sind zwei Namen des Mastbaumes , die die Araber
den Aramäem entlehnten« Erstens Jj5 Dozy L 453; Gl.
geogr. 236. Schon Gauh. erklärt richtig , dass man »Palm-
baum" auf »Mastbaum" übertrug Jl^l aJLdL. Schon im
Jüd. aram. wird K7p"l auch für den Mastbaum gebraucht.
So , glaube ich , ist auch ä^Lo ^) , das im Arabischen
keine Ableitung hat, da man^ es nicht direct mit k^jLm
»Balken" wird identifideren wollen, erst eine Entlehnung
aus dem aramäischen H^lf, das allerdings nur im Sinne
Yon » Palmzweige" Torkommt. [In ^^o PSm. 1070 dürfte
Sp^iov stecken. Doch ist die Erklärung recht dunkel. Ein
Seil an Stelle eines Segels ist mir unverständlich. Auch
mit A ü Vj n | werde ich nicht fertig. Mit einiger Sicherheit
aber glaube ich einen anderen noch unerkannten syr.
Schifisausdruck zu erkennen. Für ^ijii jft^ Gast 790 ist
nämlich ^a^j^La zu |lesen und dies ist marifrm »Mast-
baum"].
•« -%
1) ^Utf toll nAdi JikAt IIL 861. 19 da .Scgd** ftlUa.
.V
V
^,
1 *:^i
• • --- ' . 224 " • *.
Verschiedeae Namen des Segels sind auch aramSisehen . .i
XJrsprangs. Der rerbreiietste unter ihnen ist aJL? Mofad«
dalijjät 9, 21; Bet^n 148i||P a.f. (dort 1. «La fär ^^)
das auch schon Guidi {Della sede p. 37 Anm.) anzweifelt.
Es ist gewiss erst ans aram. H^h^p (LeYj TWb. ü. 865
nnd Tosephta (Znckermandel) 589 , paennit. ; im Sjr. nicht
in der Bedeutung »Segel** erhalten) übernommen. Die
Grundbedeutung der Wurzel ist, wie Gres. Hwb. IX. s. ▼.
ybp richtig zeigt »schwanken** dann »schleudern'* so hebr.
ybp jüd. aram. yhp [syr. li^ »Schleuder" Zach. 9, 15;
1 Eon. 8,25; VsS n^n »Schleuder*' arab. Jlo) Ephr.m.
872; ^^jJiLo »schleudert** Af«el od. Pael Jer. 10, 18 Aquü;
)A:^:^ Land Änecd. Syr. U. 823 Th. Noldeke] im Arabi-
sehen speciell auch »herausreissen** «ist und Jkß!ik3 »ein
losgerissener Erdklumpen'*, entsprechend syr. (SNnn [häu-
fig , Nold.]. Auf den Begriff des Schwankens geht zurück
der Begriff »Vorhang" [dann auch »Zelt** vgl. Targ. yon
^n« = KDnÖ] dann »Segel" >). lIs »Sack", vielleicht ur-
sprünglich »geflochtenes Netz**, wie auch in jüdischen
Schriften.
Für s^jjj »Segel" habe ich leider keinen Belege es scheint
1) Im Jfid. armin. baut die Wval nodi •fleehtan" Tgl. Kn*Snp dk #Fledi-
toriB** BerlehAih SOb - Niddib 46« - Sabb. 96« - trab. 18« - KTT^JS. Uwj
TWb. LL fÜMb: »Geflecbr «Gd»«** [D«mit ist «aeh |aV.v^ a«i tonit
keiiie Verwandteii bat, in eombiniereii. Aebnliebes Termatbet fBr die Bibelikelle
tdum Micbaelia sa Cut, nvr da» natflrlicb ein »error oonlomm** aoigetebloe-
wm ist]. »Gott gab die S?« dem Adam geflocbten** (aas |^ Gen 2, SSabge-
leitet); das gebort sa ^a3 »werfiBn** daoa »lang biastreekea** and daraas »fleebten**,
FOr die Bedeotangsentwiekelang nm «werfen** sa »strecken** t^ ^T^pn sar War-
nl Ow and Ton »strecken^ sa »flerbten** arab. v3«<X> sa bebr. CTV^A- I^^TP^M
•er traf* [häafig] ist wohl am ebeaten sa V*7p »scbleadem** za stellen; es be-
deutet »safiUlig hinkommen,** wie anser »treffen**, daher aocb jhlp*}K in der
Sprache der G4Anim »ein Fest traf aof einen T^** nicht etwa, wie es 'Arüch
will, M KI^P ,2^"* m stellen.
.i
I
t
\
«
t
^■.'
•i
• *
t ..
225
mir aber, dua dies Wort ans syr. {aIo« Casi 807; Op.
Ntitar, ed. Hoffin. 153, 18 übernommen ist; duMen Ur»
Sprung allerdings ist, da es woU kaum xu Hin »Hanf
gehSrti auch noch zweifelhaft , aach xjnryi/3jyo^ scheint noch
nicht zu passen. YgL noch Gast. p. 812 IaJo^ wofor zu
lesen l^aJo^.
Noch ein anderes yon den Arabern selVit gründlich Ter«
kanntes Wort f&r »Segel" meine ich in einem alten ara-
bischen Gedichte aufgefunden zu haben. Der Yen Dit.
Hud. 93, 14. li^i>^y JLoLilTSJbl U? giebt nämlich
einen sehr guten Sinn, wenn man übersetzt: »so wie das
Schiff (Accus.) das Segel (Nom.) forttreibt'*. Der Commen*
tator allerdings bemerkt zwar: ^^^ÜLjl \jy^^yi\% (Freyt.
»nauta sollers, g^arus'*). Indessen bei dieser Erklärung ist
zunächst einigermassen auffallend , dass die Form J^Ail hier als
Plural ^JUit haben sollte, was sonst wenigstens nicht ge-
wöhnlich ist. Ausserdem ist ein Zusammenhang dieses angeb-
lichen |*4>%l »Schiffer'* mit der Grundbedeutung von ^0% »ver-
schliessen** (hebr. OlH »versenken**, (vom Bogen) »die Sehne
loslassen** (= (,;d43l) Div. Hu^ 3 , 14, nach dem Commen-
tar: »die EUind schliessen nachdem die Sehne geschnellt
'^^{^)^ ^S] »schliessen** (jaw41i]p Morgenl. Forsch. 156, 10
•LtOj »Toll** T. Eremer Beiträge 243 s. ▼. ^O ^ > <»«>% »der
Wall gegen Jftgüf^ und Mä^ü^** Kämil 430 ult durchaus
unerfindlich. Man wird also wohl in ljyt6tSl ein Fremd-
wort zu suchen haben, und da bietet sich trefflich passend
dar iprißofv »Bramsegel**, das auch in*s Syrische als liQ^^a^' 1
PSm. 376 übernommen worden ist In dem langen ä sehe
ich nicht die gpriechische Endung a (Accus.) sondern das
syrische lange &. Seltsam ; [aber auf der anderen Seite hat der
Dichter hier offenbar zwei gewählte, seinen eigentlichen
U
- •*•
>i ' • ». ^*<* Jfc •■ I
« .av« « •• «. «<»>.. k .
4r .
1) 61. geogr. 843, 1».
2) Bemerkenfwerth iit ITTTIO noch ab einet der wenigen Wörter, die mit
dem PrÜbrmitif mn geUldet und. Nöldeke Sj^r, ßrmmm. § 126 F hat nnr
da« eine sjr. ]]l^c^»
Landaleaten 8cliwe|^Teratindliche AuadrÜcke 2asammengiB» i
stellt, um damit zcr pronken**. Th. NSIdeke]. |
Neben den Segelbooten hatten die Araber anch Bnder-
echifie nnd auch mehrere Ausdrücke (ür »Bader** zeigen
sich ab dem Aramäischen entlehnt.
Hierzu gehört zunächst ^gt^yj^» Ausführlich erklart Gl.
Beläd* 44. Es wird tou den Arabern s. ▼• ^0% und 0%^
angefahrt ^); das ist ein Beweis dafür, dass die Abstam-
mung des Wortes unklar war. Es hat auch im Arabischen
keine rechte Ableitung, ^(>% ist (Tom Steine) »werfen**;
nach allen Anzeichen und den sonstigen Analogieen ist es
aus S^TITO •; Leyy Nhbr. Wtb. m. 242 übernommen.
Wir haben also ^O«^ als die ursprünglichere Form anzu-
sehen, in der nur die Endung arabisiert worden ist. Da- '
gegen ist Gauhari's Form ^31; zweifellos eine spätere
puristische Form, aus dem Bestreben herrorgegangen, dem
ungewöhnlichen Worte ein arabisches Ansehen zu geben«
^olt würde jedesfalls die aramäische VocaUsierung besser
wiedergeben. So bietet denn auch die beste Handschrift
Eämil 497, 15 ^i^ylxi; die anderen L. A. ^OyJJ u. s. w.
{31j9 ist natürlich erst denominati?). In ^j Ju» (OL Bela^. 1. 1*)
kann ich nur eine Yolksetjmologische Änderung des nicht
sehr gebräuchlichen Wortes finden. Mit ^.^ wird es nichts
zu thun haben. Zu der im Gl. Belä^. angeführten Stelle
Tgl. Bäbä Bäthrä 5,1. '
Übernommen scheint mir auch der Yon de Goeje im Gl.
geogr. 343, 15 unerklärt gelassene Ausdruck UCJLL; ich
denke, dass man zu lesen hat UGüt« und stelle dies Wort
T*« 9l
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227
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sosammen mit syr. IniS wofür anprflnglich tnA getagt
wurde. Dies zu ^JÜ »treflfen**?
Ana dem Aramäischen stammt ferner eine ganze Sippe
in sehr mannigfaltigen Formen auftretender Wörter dersel-
ben Wnrzel. Es wechseln nämlich zunächst vjtjifx^ T**
barf m. 953, 15; Elia bei Lagarde Praeterm. 28, 27 (wo
zu lesen vJjLsxJI f&r vJjLaxJI) mit vjl43cssü0, sJd^ T^^*
1953, 2; Jä^'t 17. 186, 18; IL 681, 11 (nach Fleischers
Correctur), daneben aber auch \«J|Jüu und sJiJüLt und
endlich sogar noch uüi&t, vJcXiU. Schon dieser Wechsel
zeigt uns deutlich, dass wir es mit einer firemden Sippe
zu thun haben. Es ist aber nicht ohne Schwierigkeit hier
den Ursprung zu ermitteln, da auch das Äthiopische
mit ^adafa und hadafa concurriert Auch zeigen die
uns bekannten Dialecte keine Spur daron, dass ein De-
rirat dieser Wurzel im Aramäischen ^ jene Bedeutung an-
genommen hätte. Der Wechsel zwischen j und 6 macht
es aber äusserst wahrscheinlich, dass hier ein Wort
Torliegt, das aus aramäischem Munde ron den Arabern
zuerst gehört wurde (rgl. JuJLs , iXxJLs). Es Hesse sich
auch nach den analogen Begrifisübergängen sehr wohl
denken, dass die Wurzel ^13 im Aramäischoi auch die
Bedeutung »rudern** gehabt hat, (Tgl. ^i>« »werfen**
K^l^IlD), so dass dann eine Form *U|.^ in's Arabische
mit aspiriertem und unaspiriertem D übernommen werden
konnte >). Mit der zweiten Wurzelreihe ist es auch nicht
ganz klar. Wieder ist hier die Wurzel vjjüf »werfen** im
Arabischen gpit entwickelt und die Verwandlung des 1^
in f* könnte allenfidb dem ihm Torangehenden emphati-
schen Laute zugeschrieben werden, (Tgl. Entsprechendes
im Mandäischen, Nöldeke MatuL Oramm.) indessen d*
1) Abtr wit tehon bemerkt das ArtaÜeeht weiet aiehti dtfoo laU
.Z.U irfi.ia
pAm
^ ''^ . ,t.'V -* .«.V. . -. V
-^ 228 .--
..»
•olcher Wechsel im Arabischea sonst nicht eben eintritt — ^ . |
man müsste gerade dialectische Verschiedenheiten ronsehr !
starkem Einflasse anf die SchrifUprachs annehmen — so
möge die zweite Worter-Reihe ron Jeraeniem den Abessy*
niem abgeborgt worden sein. Ob dann am letzten Ende
«-^rn »lästern** wieder mit \«jjü? zn Tereinigen ist (zum ,'
Bedeatangsübergange yergleichc ^^ »rerwünschen" ond 03^
»steinigen** auch iixßixxa) ist eine noch offene Frage. Wenn
man sie bejaht , so müsste man ^13 im Hebräischen ab
aramäisches Lehnwort betrachten , da die Laatverschiebang
dann * 6]T3 erfordern würde. Dillmann (p. 619) hat die hierher
gehörigen Worter bis auf ^ aU?^ schon zosammengestellt.
MüLd. (Tnlgar ojj^ drawäl. M. T. 139) entlehnt aas :]13).
Vom Rader gehen wir zam Taae über. Aach hier sind
wieder zwei Fremdworter za erwähnen. Längst erkannt
ist ^jj3 (Bekri 530, 3; Jä^rtit HI. 769, 8; IV. 837, 18)
als griech. xdxug. Ob aber dies Wort darch Aramäer erst
za den Arabern gekommen ist, kann zweifelhaft erschei«
nen. Es ist immerhin denkbar, dass es aaf griechische
Seefahrer direkt zurückgeht, da die aramäischen Dialecte
keine Spar desselben aufweisen. Aramäisch K*73n, während
arab. Ju^ nicht Schi&tau.
Ein anderes, wahrscheinlich durch das Aramäische in*s ,
Arabische gewandertes Wort für Tau ist J»"^ , das Ton
Gauhari dem eben besprochenen luJÜ» gleichgesetzt wird. i
Von Ihn ^Abbäs wird es in der Koranstelle ^Jb Xr^
Jo\JjoJ\ A^ _i Jl«^^! »bis ein Eameel in ein Nadelöhr t
geht** als »Ankertau'* erklärt. Es gehört natürlich zunächst
zu \l\ft ^= SjuAmJI j&yt näch B. B. Doch scheint es im
Syrischen auch nur in der einen neutestamentlichen Stelle
Torzukommen, auf die die Erklärungen B. A. und B. B. bei
PSm. 736 zurückgehen. Das griechische nifjuxoq scheint
^y _ ^ r.
.: J
übrigens nicht onaeren semitiachen Worten su Grunde in
liegen, sondern im Qegentheil .erst ans dem Semitischen
entlehnt zu sein. Man könnte es cur Noth sar Worsel
Jl^ »SQsammennehmen , zosammenbinden** ziehen , diese
scheint aber in dem snnachst su berücksichtigenden Ara-
mäischen nicht Torhanden su sein. [ILo^ »Balken** und
K^Q3 »Brett** (Brücke) scheinen in der That nur metapho-
rische Anwendungen des Thiemamens su sein], g^lt »Tau**
wird wohl echt sein; die VulgSriorm j&Jt (jaw&U^t Mor-
genl. Forsch. 154« 12 geht natürlich auf L^r^ zurück
(jM^Lt »kämpfen** gehört zu ^^ »drehen** wie JoL^ vx
D'^nS). — Jü&t ist entlehnt aus vh^^. Häi erklärt zu K«.
lim 9, 8 pS*l7 durch » W K^K 0- ^wh») im Arabischen.'*
Der Name des Ankers jAj\ gilt den Arabern (Mu^arrab
19) ab persisch. Indessen es ist wohl denkbar, dass er
direct auf iyxvp* zurückgeht, da ein entsprechendes per-
sisches Wort nicht erhalten zu sein scheint. Das Syrische
hat il^Aolf ^sffn t i r] PSm. SS^^Sy^xivo^ uneinut und mit
diesem Worte ist aller Wahrscheinlichkeit nach jüd. ^S\y
(nach anderen Lesungen piH und noch andere Varr., die
auf ein Wort unsicherer Abkunft hinweisen) Miin&h B4b&
Bäthrä Per. 5 , 1 zu identificieren. Es hat scheinbar aller-
dings Ton der Wurzel ^iy »festhalten** eine ganz gute
Ableitung, die auch Lctj Nhbr. Wtb. III. 619 nach der
jüdischen Tradition wiederholt , aber die Bildung ist durchaus
unerhört So wird man denn die Schreibung mit y eben
nur der Volksetymologie zu Gute halten müssen. Zu schrei-
ben ist yermuthlich am Besten r31]^f nnd dass dies eine
geeignete Transcription der ursprünglichen Laute ist, aei-
gen die Ausführungen Benfey's N G O W. 1 880. 822.
Auf eine yerwandte Wurzel geht rielleicht ppii oder
ppy K^lim 23, 5 »Fischerkorb** {mußrof) zurück, wenn
* - •
229 • -•^- • - - " ^-. . v:
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230
S- ■ ■■ * • ■■ • ■ ' . ' ■ , \ .
py Leyy Nhbr. Wtb. IIL 684 com-
binieren will. — Mit diesem letzteren liesse* flieh lut
»Schleife'* (zur Wurzel Jl^^ »biegen** krümmen) zusam-
menstellen, wenn nicht die jüd. Form ^/p3Kt die Ton
PSm. 360 Torgeschlagene Ableitung ron iyxukfi unter-
statzte. Aber ^hp^H, »Haken** Job 40-. 31 muss wohl
wieder zu Syxivo^ (schon 'Arüch Tgl. ital. oncino) g^
stellt werden. ~ Wie riel Yerlass ist auf Jir^y» (Eamüs)
»Anker"?
Stromabwärts heisst S\jü^ OL geogr. 271, was de
Goeje unerklärt Hess. Ich glaubte darin früher H /3Z^ Mach-
äiria I. 6 zu erkennen, aber Dr. Houtsmas Erklärung aus
)Ia^ bestätigt M^lS^Sf Bäbä Bäthra 731>,, »stromab-
wärts**. Li(J\ hat schon de Goeje Ol. geogr. 254 richtig
zu ^J3L£!\ gestellt ^). Noch sind zwei Worter zu erwäh-
nen, die zur Bezeichnung des Werges dienen; ein be-
reits erkanntes, &aIxm#I = »«^;h»** und dazu noch ^^das
erst übernommen ist aus M33 Low Aram. Pflanzenn. 389 ,
wodurch nun zugleich diese Form gegenüber ^^i nnd
pjf^J;^*^ ab gesichert erwiesen wird. — JaiJL^ (Mu^urrab 40)
zeigt durch die daneben Torkommende Form luJLl (Dozy
II. 397), dass der Anlaut fremd ist und daher Terschieden
transcribiert wurde. Doch giebt es kein aramäisches Original
und die arabischen Worter könnten wohl direct auf cal$-
f€ctare (woraus xaket^artJv Tgl. Ducange) zurückgehen. Da
nun nach Diez Vgl. Wörtb. (lY.) p. 77 die romanischen Wör-
ter eal/at n. s. w. nicht direct auf das lateinische Wort zu-
rückgehen können, so wäre eben in iaiJL^, iaiJLs ihr
Original erhalten. (Anders Dozy-Engelmann s. t.) Die schon
Ton (jrauhari überlieferte Bedeutung Ton v,jiJLi kann den
1) Im SyriMlMa »ieht in dieitr Bedeotnng crhalteo; ahn tilmsdliok KO*OI
BlU BAthr. LI. bedtntct «ttromanfwirts^
>—.■•—* *■ ■ . .>
Mtw^JL.ki.'t« ...»* ... '•-
'»mt ' ^m
'^Ä
m
■. .281 .-• •.■-.,. ;^- ■• ^.
Wörtern nicht zn Grande liegen. Erstens hat
sie kein T am Schiasse (es würde also ^cala/er ete. g^
geben haben); zweitens ist sie zweifellos erst eine spatere
Bückbildang von JoAJLit da die Combination mit der
Grandbedentang der Warzel »Rinde*' aaf »abschälen**, aber
gewiss nicht aaf »rerstopfen** fShri — Vollkommen rathlos
stehe ich der Ton Ihn Doreid (Ma'arrab 49 paenalt.) über-
lieferten syrischen Dialectform ^UjJL^ gegenüber. Dass
hier eine Neabildang nach Analogie eines echt arabischen
Paradigmas JLkX^^ (Mafa^^al 107 «4 a. f.) Torli^e , kann
man nicht annehmen. Aber aach innere laatliche Gründe
f&r den Einschab des N kann ich nicht ermitteln.
Neben der echten Bezeichnang des Meeres ab . ^; ha-
ben die Araber aach noch eine anechte ^ (aasser den Stel-
len im Eorän Div. Haj. 99, 31; Jäl^üt lU. 129,6), die
sie Ton ihren aramäischen Nachbarn geborgt haben. Vgl.
Nöldeke Orient und Occident I. 692.
Nicht mit Tölliger Sicherheit rermag ich über die Her-
knnft Ton Ij^^J za entscheiden« Die Bildang ist nicht
grade häafig. Aach der Wechsel Ton IIxmI and IjLmI ist
bei einem echten Worte sehr aaffallig. Za DHD »Terschlies-
sen** lässt es sich nar sehr gezwangen yergleichen , ebenso
za dem (wohl selbst noch fremden) )q-^ jSn jnw HHtiV^O
(ÜLa^^ Gast. 590 ist ^rißfia). Es bliebe also nar äthiop.
astama Dillm. 400 »rersenken** »überschwemmen** übrig,
za dem Dillmann in der That schon IIim»! verglichen hat.
Ich möchte das äthiop. Wort aber lieber za C]U2f »über-
schwemmen** stellen and Ik^Mt als Arabisierang Ton ^rofia
ansehen. Dasselbe scheint f^yX^\ Jäfpüt I. 276.
Vielleicht ist es aoch noch gestattet , ein Wort für Hafen
dem arabischen Sprachkreise abzosprechen. Es scheint näm-
lich die Verwandtschaft zwischen Qjut iLuut and Ai/ciify, das
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!" auch in^sJfld. ar.al8|07 und in*8 Syrische ab Lu^aL über-
.nommen worden ist, kein ZofoIL Ausserdem ist der Wechsel
zwischen »Luyt and iLut immerhin aa£Fallig. Aach dass es
im Eämüs an zwei Orten anfgefiihrt wird, erregt Verdacht.
Zar Noth könnte es wohl znr Warzel ^1 »rahen" gezo-
gen werden ; indessen beqaem ist diese Ableitung nicht. Aaf
der anderen Seite ist die Annahme, die Araber hätten in
h * ViN ihren Artikel Torgefanden , nicht ohne schwere Be-
denken. Aber der internationalen Schiffersprache kann man
Tielleicht derartige Grewaltsamkeiten and Yerstümmelan-
gen eher zutrauen. Luua »Glasperle** ist persisch ^).
f
KRIEGSWESEN.
Wenn wir es nicht aus der Geschichte der Araber wüss-
ten , so würde ihre Sprache genügend deutliche Kunde dayon
geben, dass sie ein kampfesfrohes und kampfgewöhntes
Volk waren. Während t(3V »Heer**, das entsprechende äthi-
TT
opische 9 ab«* Dillm. 1882 »Krieg" bedeutet, ist das Ton
derselben Wurzel gebildete arabische ^Luc *) einfach »juye-
nis**. So sehr rerstand es sich Ton selbst, dass der junge
Mann ein Krieger war, dass diese Begriffe in einander
1) Die ZaMmmenftelliiDg tou Luy« mit Äi^nv war von mir, lingit beror
ich Ton Clermont — Oanneaii* Identifiettion etwas erfahren, gemacht worden. Im
Norember 18S8 itand sie lohoiiin dieier Abhandlimg.
S) Ich nehme ^J^^ f&r nr^rünglichee ^^^-«.-o, wie au ^^^ nach An-
lehanang der Araber ^y*^ geworden sein aoll (Goidi lUlU Adlf 8S). Dem lon-
■tigen dort BemeriEten kann man all Beleg hinsnfOgen Ihn Dor. KU äl-uiU.
273. 10, wo der Prophet tagt jJLit J^ ^^^^ *^^ • ^^ \üJ^
• *■
288
übergehen konnten« Den gleichen Übergang leigt noch ein
anderes Wort f^yS ist nrsprünglich TOn der Wnrzel |»li
»stehen*' gewiss nur die kampfbereite oder kampfiShige
Schaar; es hat sich aber ganz sa dem allgemeinen Begriffe
»Leate'* abgeblasst. Man kann es aber doch nnr Ton Män-
nern sagen Hamäsah 5,7 a. f., and das zeigt, dass es
ursprünglich »waffenfähige Leute" bedeutete. Trotz dieser
Eriegstüchtigkeit aber konnten die Araber Ton ihren ciyi-
lisierteren Nachbaren noch sehr vieles grade auf diesem
Gebiete lernen. Befestigungswerke anlegen, Graben ziehen,
Schlachtordnungen aufstellen, ja der Begriff des Heeres
selbst, sind dem Beduinen naturgemäss fremde Dinge. Eine
Reihe Ton Namen militärischer Bauwerke haben die Ara-
ber den Aramäern entlehnt, ron denen sie dieselben ken-
nen lernten.
An erster Stelle zu nennen ist das alte J[^ (DiTän Hu(}.
1, 10; Lebid Divän p. 63, ausführlich erklärt Jä)^t m.
695, 15) in dem schon längst (zuerst wohl Ton Nöldeke
Mond. Crramm. 71 Anm. 2) axßx erkannt worden ist. Die
Yermittelung bildete das Aramäische; jüd.-ar. K^pM (mehr-
&ch in Ortsnamen erhalten, Tgl. 'Arüch s. t. HlpH
^p33^irn"); Kn^aVjl Knp»;KOaj<n Wnp?* woselbst auch
schon als Variante eines Codex lC\py angegeben wird;
syrisch 1 j^l Ortsname Payne Smith 363. Tgl. UÜUEa. Die Ver-
wandlung des ursprünglichen K in ]^, die nach dem Zeug-
nisse 'Aruchs schon im Jüd. Aram. eingetreten war, ist
aus dem Bestreben herTorgegangen , den Kehllaut dem
starken auf ihn folgenden emphatischen Laute zu assimi-
lieren. Im Arabischen tritt dies Streben noch Tiel häufiger
auf. Tgl. meine Beiträge zur ErUärvmg der mekrlatUigen
Bildungen in Arabischen p. 12, so dass auch ohne die jüd.
.».
l) Dm* mto BaUiaUMn mhl\^ P^; r^. ^^f^JJ
-. ^
--^ •••"'■ 234 ■"
Variante die ümformang nichts Auffällige« hatte. Schon
Dirän Leb. p«64, 1 wird Jli, als »nabataisch** bezeichnet.
Im Übrigen ist die EnÜehnnng des Wortes diuchaas deat-
lich , da es zu der arab. Wurzel yS^ mit der Gmndbedea-
tung »Grund*' Amrl;:. 46*, 6; »Wurzel*' dann Jia »Ton
Grund aus rerwunden"« Tgl. Gesenius HandwSrtb. IX. s. t.
^pjf (speciell Tom Pferde gesagt), nicht gpit gestellt werden
kann. Aji »Grundstück" (rgl. Dozy s. t.) kann sehr wohl
zu dieser Wurzel gehören. — ^p wird Ton den Arabern
durch y^ wiedergegeben. Dies alte Wort (Näbi^ 19, 19;
27, 35; Dir. Hud. 18, 12; Jalj^ilbt (Houtsma) I. 259, 1;
JUfiti I. 672, 22; HI. 165, 5 ein ^yajÜ\ ^jl,; Bekri
353, 2; ist schon Ton Nöldeke ZDMG. XXIX. p. 423/
Anm. 3 zu jüd. KHlf p = xa^rpov castrum , deren genauere
Äquivalente Ij-^üiLo Josua Stylites ed. Martin 63, 10 (Gast
ohne Beleg) und KlUDp bilden, gestellt worden, und
Ghxidi {Della aede p. 16) hat die absolute Identität dieser
Worte noch näher erwiesen (ygl. aber auch Nöldeke ZDMG.
XXIX. p. 431. Anm. 1. Z. 1). Ich will nicht entscheiden,
ob mit dieser Gruppe M^C2D3 in der interessanten Stelle
Berftchdt 32^ ,20 a. f . zusammenhangt. Das wird erst
mög^ch sein , wenn die beiden anderen Namen pC2nn und
pU*1p identificiert sein werden. ^Arüch nimmt MlUDS ab
i^tioMtor" wie es scheint]. Mit der arabischen Wurzel i
ydc3 »kurz sein" mit der es Jä^^t lY. 106, 13 zusam-
menzubringen yersucht, hat natürlich unser Wort nichts
zn thun; diese entspricht hebr. l!fp (dann speciell auf das
Abschneiden des Getreides übertragen) und jüd. ar. ^p
(intrans) »schwach, krank sein", ähnlich wie arab. y^?
^LaJ\ »j^ »etwas nicht erreichen können*' = yssLel f das
selbst mit vyvf> rerglichen, denselben Übergang aufweist.
Zweifelhaft kann man sein, ob athiop. l^e^r und das davon
I
■ 3
•4* L . T^' '"»
»- • - - ^ i
• * ■ * •
235' • ^' '' .* " •" -..*•.-,!•..-;■ . ^
wohl erst denominatiT abgeleitete ^^afara (Dillmann p. 473}
ZQ der lemitischen Wnrzel oder auch za eastrum zu stellen
ist. Der Übergang Ton »Bnrg** su »Mauer** wäre nicht
sonderlich auffällig und andererseits ist eine Ableitung des
Begriffes »Mauer** ron einem Grundbegriffe »kurz** nicht
gerade bequem.
Noch ein drittes Wort dieser Art haben die Araber dem
römisch-griechischen Sprachkreise durch Yermittelung der
Aramaer entlehnt, ^^ »Burg** 7^bari L 852, 14; Sure
4. y. 80; Jti^i n. 283, 19; als Tormuhammedanischer
Eigenname Ibn Dor. Kü-al-iätifß. 229 , 6. Dies haben schon
Nöldeke ZDM6. XKIX. 426 Anm. 1 und Guidi {Ddla
udi p. 16) mit Recht zu lurgm (gegen Freytag und Roe-
diger Lexicon zur Chrestoraath. syriaca, welche xvpyo^ Ter«
glichen) gestellt Burgui ergab im Syrischen U^Q^ (TgL
Nöldeke 1. c). Ob hierzu auch jüd. \yyO gehört, das ab »Yor-
rathskammer ftlr Getreide** aber auch ab »Wächterhütte**
gedeutet wird , ist zweifelhaft. Vgl. ^Arüch s. t. pl3 und
p13. [Aus Tripyof direct ist Iffls^oa entstanden ; TgL schon
Michaelb zu Gast 726]. ^ ^ ist im Arabischen dann spe-
ciell Ausdruck f&r »Zeichen des Thierkreises** geworden,
wofür die Terwandten Dialecte nichts Entsprechendes aufwei-
sen. Die Bedeutung »Taubenschlag** aber findet sich schon
im Syrischen X^o^ (Tgl. Payne-Smith 603 s. t.) und hat
ihre Analogie in turru »Thurm** und »Taubenhaus**. [Die
Grundbedeutung der arabischen Wurzel ^I^ scheint »gUn-
zen'* zu sein, daher _Ljf].
Ausser diesen römisch-griechischen Wörtern sind aber auch
zwei echt aramäische Namen militärischer Bauwerke su den
Arabern gewandert; Schon Guidi Della aede p. 1 6 hat ohne
weitere Begpründung ^^yos^ für eine Entlehnung aus llffTü
erklart. Ich glaube, dass er Recht hat. Sachlich erscheint
1
diese Anaabma gewiss garecbtfertigt; denii im alten An^
biea dürfen wir Festnagen nicbt soeben, (Jäkä^ I^- 429,
20) wie denn auch fast alle mit i^r^ zasammengeaetzton
Nomm. prr. in Syrien TOikommea. Aber ancb funnell
läaat neb die Entlebnang erweisen. So nahe es näm-
lich aacb liegt %:-r.y zar Wurzel ^ho^ lanza^Dglicb,
züchtig sein" ^ TSH za stellen , so ist das aus lautge-
aetzlichea Gründen doch abza weisen. Denn noidseraiti-
schea pn r^Ä- »stark sein" kann im Arabischen nur
durch t v^ I ( 1 !■, ^) (oder wenn das hebräische D wie
ancb sonst gelegentlich für ein nrsprüQglicbes IT stehen
sollte, durch ( >.,A-i-) . ^ '^ ) vertreten sein. Von beiden
Wurzeln lässt sich der Übergang znr Stärke in der That
sehr gut denken; die Zusammeustellung der hebr. aram.
Wörter mit ^-n~' aber ist defioitiT aufzugeben. Dass die
Araber aber das aramäische \l " m als t-^"^ (nicht ^ .r-^
oder , ,'r. i, ) übernahmen , darf uns billig nicht Wunder
nehmen ; dies geschah durch dieselbe volksetymo logische
Anlehnung, die wir noch bei allen neueren Gelehrten finden.
Darnach ist nun auch Geseuius Hwb. IX. 279 zu berich-
tigen. (Ätbiopisch Ijen? Dillm. 111 muss ich ausser Be-
tracht lassen). (Ich glaube fast, dass das ayrische Wort
als echt arabisches in weiblicher Form erhalten ist in dem
Verse Jäküt 11. 270, 11 ,^O^sOt j'--. Es bedeutet
offenbar >Felsenh5ben" oder dgl., die natürliche Grundlos
za einer Fest«, ^amäsa 564 derselbe Vers, aber mit £r-
ntzung des unverständlichen ^j^-ilsk durch Uüä»- Th.Nöld.].
Pdf firemde Herkunft spricht auch noch das denominative
Verbum t^^ - jj-äjk ist übrigens in der alten Litteratur
nicht selten z.B. Näbiga 2, 2; Zuheir 19, 4; Hamäsa p. 176,
p. 341; Bekrip.32, 11 a. f.; p. 212, 9; Ihn Hiääm 870, 7 a-f.
Noch nicht erkannt ist, dass auch Jj.ä« »Thurm"
^ >•
237
AmniUr. 50, 8; Dir. Had. 18, 6; 95, 2; [Ibo Hittm
p. 860, 8 a. f.] Öaoh. b. t. JcX»*« Be]|qri 116 alt; 212,
9 entlehnt ist aas )I|-^. Ich gebe allerdings sn, daas
f&r das Arabische die Ableitung Ton der Wurzel %}ö^
mit der Grundbedeutung »drehen** wie hebr. 713 (woher
D^/HJ (JljJu^)) und syr. %m (dann »strecken'* und »je-
manden lang hinstrecken*' d. h. »ihn su Boden werfen*')
eben so bequem ist, wie die des syrischen Qr^ Q^r*^
Z D M G. XXIX. 437 tou ^r^ wonach es denn weniger ein
grosui , höhet , ab yielmehr ein festes , starkes Gebäude ist.
Die Analogie der übrigen als fremd nachgewiesenen Wörter
und das sachliche Moment spricht aber doch für Entlehnung.
Gegen die Echtheit tou JUJJ »Burg*' habe ich meine
Bedenken. Genau augesehen hat es im Arabischen Ton
AJLi »herausreissen" «JLs »Eothklumpen" keine Ableitung,
bo mag also das pers. \zi^ in der That das Original
unseres Wortes sein; das eingeschobene ^Ain ist wie-
der einer Tolksetjmologischen Anlehnung an die Wurzel
mXs zuzuschreiben. Echt scheint ^1^ Div. Huj. 134,8
^^ nn^V (auch im Äthiopischen). Ein arabisches , aber wohl
dem Aramäischen nachgebildetes Wort sind die JfrL^
»Wachtposten" zu Mn^lü'^ l^r^. Das sind die römischen
Grenzposten. Mommsen Römische Geschichte V. 480. ^).
Das Zelt JelLli 'Adi ihn Zeid Jft^t IV. 638, 9, wone-
ben noch JelLi überliefert wird, ist schon Ton Dosy IL
266 ab ^^virow richtig erkannt. Die Araber (Mu^arrab
114) haben es schon als firemd bezeichnet.
Wahrscheinlich dürfte auch «^ »Mauer" (Ibn Hüftm
870 , 7 a. f.; Dir. Hud. 92 , 67) erst aus aram. \hoj^ tOIS^
übernommen sein. Die Grundbedeutung der arabischen
1) In JSd Sekrift« tedMtot VOO Meh «Kifte" Tbwpht (ZaetoiiL^ 180,
14. Dm dort sumuI miC ^ipiC mI tditßH «SekWife''. Ab« 'HpN CAf4eh)
SeMit n ^ wk \Lm^\ PSa. S6S.
;.. *
S^Wnrzel .L«, ist >hoch Beiu" daher Sjjm >ia den Kopf atei-
gen" (tod beranachendem Track) iHöhe" (rom Fieber)
iL«='^°-^ iloaspringea". Dieae sind trotz der ähDlicbea
Bedeutung wohl za trenneti von ■ , '. ~ , das sich deuthch
als De HO mi Dali Tum tod .^^ >UaueT" ausweist. Echt ist
auch i\f^ »Höbe, Würde", zu treuuen von der talmudi-
sehen Bedeutung des Wortes, die sich im KorJa wiederfin-
det (vgl. Nöldeke Geschkhu des Qoränt p. 24) als Ent-
lehnung aus mit? »Reihe" »Zeile". — Von Nöldeke ist
B^j-ib Dozyl. 89 glücklich als lie^ fs tnyr^ -|3 »kleine
Mauer" erkannt worden.
Von den Ausdrücken für »Heer" wird von Lagarde Gm.
Äbh. p. 28 jji-iÄ Kämil 706 , 12 als Lehnwort in Anspruch
genommen. Sjr. l^>^ soll nach ihm baktrischen gaegit
entlehnt sein. Ich glaube nicht, dass Lagarde Recht hat,
1^1^ »Beer" als eine spätere daraus entwickelte Bildung
anzunehmen; wenigstens ist das Umgekehrte weitaus ge-
wöhnlicher. Dasa aber das arabische (ji.*» , wie L^arde
sagt, schon durch sein ^ syrischem -» gegenüber seine
Unecbtbeit erweise, ist vollends irrig, da nothwendiger-
weise jedes syrische -JS welches hebräischem 'i? entepricht,
im Arabischen j^ zum Aequivalente haben muss. So würde
also zunächst grade durch diesen Wechsel die Echtheit des
Wortes auch für das Arabische gesichert sein. Ana sach-
lichen GrQndea aber bin ich doch selbst sehr geneigt, yt,^-^
erst für ein Lehnwort aus U s».^ zu halten. Man muss eben
wiederum volksetymo logische Anlehnung an die Wurzel
y ^T'-- annehmen.
Dass tXii »Heer" aus syr. Ija-,- (mit Zerdehnang des
DoppelcoDsonanten) überuommen ist, hat schon Nöldeke
MüTid. Gramm, p. 78 bemerkt. Im Sinne Ton »Heerlager"
= icastra" scheint es in Syrien gebraucht worden zu sein;
'^^ ' -.
* 280
•■ ^.. ^-
V •
daher it^i IL .'SSS, 16 »die Syrer liXJü^ i^^ Ji" sj^4^
Tgl. BeUd« 8.T. JUL^.
Aach Jla^ ifft Ton Gaidi Alcum Ouervaxioni etc. (Sep.
Abdr.) p. 2 ab firemd in Ansprach genommen worden , ans
P^^ /Tly weil dessen regalaros AeqoiTalent Ju^ (neben
Jl^) bilde. Aber daneben steht nnn nach Nöldekes tref-
fendem Einwände das äthiopische bail »Heer'* (Dillmann
609) f das da nicht gat Lehnwort sein kann. So möchte
ich also diese Annahme nicht für sicher erklären.
^XlhAt das die Perser als JCmÜ aafgenommen haben,
(die Araber halten nan wieder amgekehrt jCmJ für das
Original Ton JCJLS Ma^arrab p. 105) führte Nöldeke früher
aaf i^ißxnrov^ das im Jüd« ar. allerdings als pQ^p*10p noch
ganz dentlich erhalten ist. Aach sjr. ^a^^AjJBd] PSm.
189. Doch h< er neaerdings diese Ableitung nicht mehr
aufrecht l^jnmS Gast 662 ist Entlehnung aus dem Ara-
bischen. Kaum wird damit | /j m i m Elia Lagarde Pnuterm.
21, 55, sosammenhängen.
Bedenklich ist mir die Annahme , das tJL^'^S aus eo-
hoTtu MoopTi^ übernommen sein sollte , wie t. Eremer Kul^
turgeMchiekU I. p. 219 andeutet Ma^ erwartet zunächst ^
ab Anlaut wie in jüd. pO^p Berftch. 32^. Auf persischen
Ursprung deutet Tielleicht die Tulgare Nebenform jt^O«^
6awäl. Morgenl. Forsch. 148. Vgl aber auch ^k\\. 1,26;
Amr]p. 31 , 5. Für »K a Uessen sich zwar zur Noth auch
arabische Etymologieen finden — eine solche übrigens ziem-
lich unglückliche giebt Ihn Dor. Kü^-iätxk. 160; 295 , l. —
aber noch lieber möchte ich es für eine Arabisierung einer
ägyptisch-griechischen Form tou eohors etwa * x^f^^ halten.
Von Wa£Eennamen ist gewiss entlehnt der alte Name des
Schwertes luLu» aus IjlaW Cj^D; ob dies weiter sus ^1004
übernommen ist, lasse ich dahingestellt Bei den Arabern
■ -» *•
Kl.* i
•mm
t^tXiÄ Zuheir 17, 37; 'Aotara 25,11) Schwerter
berüj^t. Vgl. auch Peripl. mar. erythr. 6; SSniH X^Hi)
'A.bfid. Zär. 16, 8. Daneben auch sclion damals syriaclie
- Kliogec (später Damascener) aus Bostra Div. Hut]. 33, 3
BDS ^->}' ^^^' ^ 228, 6; uad die mosrefitisclieD Jak. I.
522, 1, (rumische Jäkät I. 492, 8). Dem entsprechend trügt
aach die Schoeide des Schwertes, noch ganz anerkannt,
einen zunächst aus dem Aramäischen eingeführten Namen:
f,\J^^ (bei Gauh. aus dem öojki». belegt). Es ist nämlich
dies Wort unzweifelhaft übernommen aus i-la,'-» nferrura
dnrissimom, chalybs" Cast. p. 690; jüdisch WStiDI* ('irüch
a, T, NQLiOS') >etwa3 womit man die Schneide der Äxte be-
legt" also auch identisch mit a-rößafix (auch mand. K'O^ÜVy
Niildeke.Vanii, Gramm, p. 45). Aber - H-i- »die Feuerzange"
(Kuhn LitUraturlt. für Orient. PMl. I. 415) ist davon za
trennen. Die echt arabischen Waffen sind Bogen nnd
Lanze; Gen.- 21, 20 (daher Ja'kü'ji (Houtsmai I. 152, 8);
Strabo 782 (zuerst Bogen und Lanze); Jos. Styl. (ed. Wright)
62 , 13 ; Julius Pollux Onomasticon A. 138; Bäh. Uäthr. 74" ,.
,j!i*- »der Panzer" gamäsa 352; 447; Ihn Hiääm 598,
6; 614, 15, ist schon von den Arabern (Mu'^arrab 90)
als fremd erkannt. Vgl. Sachau zum Mu'arr. p. 43;
Lagarde Gei. Abk. 72. Im Syrischen bedeutet es aller-
dings >Eelm". Dazu Tgl. man die Angabe im Mu'arrab:
Ich füge sS:S Kämil 710, 7 ein, worin ich früher SäpjtJ
>Panzer" zu erkennen glaubte. Im Arabischen hat das
Wort keine Ableitung, und die Erweichung des harten
Dentals in einen weichen (vor R) tritt unter derselben
Wurzel noch einmal auf bei ^L]>i> für (tx) äif^izici. In-
dessen der Übergang Ton iPanzer" zu »Schild" ist doch
•4
I
- . 241 .
nicht gani bequem , und ao mag denn das Wort Ursprung-,
lieh persisch sein Völlers L 832 (nach einer Quelle soll es
allerdings »Panzer** sein). Dazu stimmt auch dass Midr.
Tehillim (Anfang) ein nKDIS MnN::»|:iO erwähnt wird.
Jls »der SchUd** Tar. 12 , 8 ; Ag&ni XIX. 82 , 17 ist längst
als ^pii^ erkannt, in das Arabische aufgenommen durch
Yermittelung ron DHn. [^^0^ N&b. 20, 26, womit man
die Panzer putzte ■), ist schon ron den Arabern (Mu^arrab 129)
ab fremd erkannt worden. Ich kann aber seinen Ursprung
nicht angeben. Vielleicht eine griechische Bildung auf icy?].
ifyj (Mu^'arrab p. 110, 1) ist persisch Yullers I. 337.
in anderer Name des Helmes ,mj^ Nub. 1, 18; Ibn
Ein
U^y*
HU. 635,3; 707,4 a.f:;724,14i Mut I. 771,7;Agäni
165, 11 a. f. ist schon oben p. 54 erklart worden.
Mediache Panzer waren bei den alten Arabern im Ge-
brauch und hiessen ^6Lf. Zuh. 17, 24; Näbi^ 26,7;
'Antara 22, 2; Jäküt III. 611, 15. Die Araber erklaren
diesen Namen augenscheinlich unrichtig ; Ibn Doreid in der
(jamhara Cod. Leid. I^Jjl^ ^ ,5^^-^' Ü^T^ JumjlII (56Ut^
\^s\k^\ sJj6Lf ^)d^y Vgl. aber die richtige, allerdings
nur gerathene Erklärung schon bei Tabari I. 216, 7 und
Nöldeke in den Monatsberichten der Akademie der Wissen-
schaften zu Berlin 1879, p. 811. Vgl. auch Amr^. 4,58.
(medische Nägel).
s^
^*9
4>%v »Panzer** ist als persisch bekannt. o^Cf ein alter
Name Ibn Dor. Kü^olriitilf. 174. Ich glaube aber nicht
zu fehlen , wenn ich auch j^ Näb. 7 , 25 ((jrauh. s. t.
J^); Ibn Hiii. 635, 3; Dir. Leb. 83, 3 a.f. («^U. |^|
(^J^xJI pl^ P«;JJÜ Gauh. s. T. 4>^) nicht zur arab.
Wurzel 4>%^, sondern zu dem persischen zered n. p. s%v
1) VgL Flinist XY, 8, 34 »bou etUm daeoeU (amiirea) uiigiii atqM
■eruBcato eoatn MragiBCHi eoloniqM grmtia elegantiorit.
IC
.V
■■?■ »^ • *■ •■ ^;'-'J^lr-
242
(Valien Instii L 33) stelle. Die Warael OyM» »nahen**
ist allerdings trotzdem echt. Denkbar wäre übrigens anch «
dass (>ll »Genahtes** nnter dem Einflüsse des pers. Oy\
dessen specielle Bedeutung, angenommen hätte, ohne des-
halb direct damit identisch zn sein. Für die persischen
Panzer genügt es aaf Strabo XV. 734 und Ammianns Mar-
cellinus XXIV. 2,10; 4 , 15 ; 6 , 8 ; Justinus Lib. XXXVIII.
cap. 2 gegen Ende zu verweisen. — Neben den medischen
und persischen Panzern werden auch seleucische 'IsJL^ Näb.
1, 21 ; Mu'arr. p. 90 erwähnt Schon Jäküt 1. 131, 13 erklärt
sich dafür, dies auf den Namen Seleucia (nicht ijJLm» in
Jemen) zu beziehen.
Sehr häufig werden in den alten Gedichten die Panzer
Davids oder von Davids Sohn gerühmt ^ax. 5, 39; Ibn
Hü. 87G,5 a.f.; ^amäsa 284; 313; 349; Divän Leb. 33,
14. Diese Panzer, die Muhammed selbst dem Könige Da-
vid zuschreibt, können sich natürlich auf diesen nicht be-
ziehen, da die vorislamischen Araber von diesem nicht gut
etwas gewusst haben können. Dieser Dawud wird vielmehr
ein jüdischer oder jemenischer Waffenschmied gewesen sein ;
hinterher aber haben natürlich die Commentatoren der al-
ten Gedichte noth wendig sie auf David, den König, be-
ziehen müssen , da Muhammed es so erzählt Sur. 21 , 80 ;
34, 10. Ibn Doreid führt in der Uamhara auch den Vers
Näbiga*s an und erklärt i^jJLm» ^^^ durch ^UaJLm (>f%l;
ausserdem soll auch nach ihm J!S<m in dem Halbverse
dem Verse des Qu^eia
fft^LkM ^t 4>^l(> ^mmJ ^jjt und
Juki AJd .!U &1^^ ^KJL^ &I
* .*!.
f I m
Suleimä'n sein. Bei Näbiga ist aber daran kaum zu den-
ken, während die beiden anderen Verse wohl unter dem
Einflüsse der Koranerzählung geschrieben sein können.
[A^^ bei Jäküt I. 96,5 hat allerdings Salomon im Sinne,
4
I
i
. t . ^.
243
den er durch christliche oder jüdische Erzählungen kennen
gelernt haben mochte].
Ein Panzer mit Namen vJIjuCj Agäni IV. 17, 1 (iden-
tisch mit oli^J) ist gewiss persischer Herkunft; ich kann
aber das Original nicht bestimmen. D*^S20 Eelim 11,8
wird aber semitisch sein.
s ^ •-
Auf aramäische Vermittelung geht zurflck ^j^asU^ Div.
Hu4. 92, 67; 66, 11; (Ihn Hij. 869 ult) das schon einige
Araber (Mu^arrab 136) als fremd ansehen, während andere
allerdings eine gezwungene arabische Etymologie dafür
suchen. Vgl. Sachau zum Mu^anrab p. 61; syr. jnil ^V>i
gr. iAayyx¥ixi¥.
Hier ist noch zu erwähnen ^. i «^^ »der Eundschafter^*,
das sich durch seine Form schon deutlich als Entlehnung
aus I 40 4^ kundgiebi Arabisch beisst die Wurzel nur
iberühren**; im Aramäischen »spionieren**. Es ist aber auch
▼olksetymologisch an ^^»^ angelehnt worden. Nach dessen
Analogie ist wiederum ^yJo gebildet Das echt arabische
Wort ist, höchst treffend, yjjA- — Schon TOn Nöldeke er-
kannt ist die Entlehnung von yj>^ aus ULod ; ^^^ ist
erst DenominatiYum davon ^). Von ihm ist auch (münd-
lich) die Identität von ILÜil »günstige Gelegenheit*' mit
1^903 SS W^^ ausgesprochen worden. Die Anlehnung an
die Wurzel yj^ (da man ohne eine solche *&ILli verlan-
gen müsste) ist leicht zu erklären. Über die arabische Fe-
mininform vgl. Hoffmann ZDMO. XXXIL 760.
Hier erwähne ich noch JuS^ »die Fussfessel", das mir
durch die denominative erste und zweite Form verdächtig
erscheint, erst aus ILao übernommen zu sein. Das echte
I) ILUi «rkUrt bei dttiHUlkt Morgnl. Foneli 160. 8 1. 1
244
Wort ist Jui 9 mit dem ich hebr. und aram. T3 1r*^ za-
sammenstelle. Der weiche Dental hat hier den harten
Kehllaut beeinflusst.
SCHREIBKUNST.
Von allen Künsten war wohl die Schreibkunst unter den
alten Arabern am wenigsten yerbreitet , da sie in der Wüste
dem Nomaden auch die überflüssigste ist. Muhammed
selbst giebt sich bekanntlich für einen Mann aus , der nicht
lesen und schreiben konnte. Die arabischen Traditionen
darüber hat Belä^ori 471 zusammengestellt. Daraus lernen
wir, dass unter den Kureisiten, in Mekka, also gewisser-
maassen einem Mittelpunkte der Cultur, nur 17 Männer
schreiben konnten. So muss sich auch der Dichter Muta-
lammis seinen Todesbrief von einem christlichen Jüngling
vorlesen lassen. Ja^übi (Houtsma) I. 240. Auch die Ju-
den gelten als Schriftkundige Beläd. 473, 3 a. f.; Tgl. auch
Mu'arr. 47, 1; Ibn Doreid Kit-al-milfi. 223, 8. So wird
denn auch von den Leuten, die schreiben können, dies
ausdrücklich berichtet ^I^ajlII v^UjOI wUo ^li^ Ag&ni
III. 13, .13 was wohl nicht zu übersetzen ist »er schrieb
das hebräische Buch'*, sondern »er schrieb hebräische
Schrift*'. Bei den alten Dichtern wird aber des Schreibens
nicht selten gedacht. Ich zähle die folgenden, gewiss un-
schwer zu vermehrenden Stellen Ton Dichtem aus alter
Zeit auf, in denen die Spuren der yerlassenen Wohnung
der Geliebten mit Schrifkzügen yei^Iicben werden , die yon
Mönchen Amrl{:. 63, 1; 65, 2 [Bekri 106, 6 a. f.], yon
jüdischen Gelehrten (*jl^) Bejjri 597 , 9; (jawäliki Morgenl.
• m • * ^ *
245
Fonchongen 145 1 8 ; Sibawaihi Kitäb ed. Därenboarg p. 76,
Z.4; Ton Persern ^Antara 27, 2; [lOffenbamngen" wohl
ganz allgemein »heilige Bflcher"] Zuheir 17, 3; [Be^pri
511, 8] geschrieben werden« Noch andere Stellen , in denen
keine besondere Bezeichnung der Schreiber gegeben wird;
sind [Agäni HI. 112, 19;] X7I1L 110,17; Bel^ 441,
11; 505, 5; 524, 3 a.f.; 532, 12; 544, 3 a. f.; 582, 6;
DiT. Leb. 61 ult.; Ihn Dor. Kit-al-i^tih. 229. Anni. h;
drauh. 8. ▼. jM^J»; Ja]|:üt lY. 422, 18. Auch in spaterer
Zeit kehrt derselbe Vergleich (9amäsa 344) modificiert
wieder.
* Die meisten der oben angeführten Verse zeigen nun schon ,
dass wenn Ton Schrift die Rede ist, nicht die Araber des
Hi^ oder Negd die Schreibenden sind. So sagt auch der
Commentator zu Div. Leb. 61. ^L^ 4>jJL JuuJ Jli U^L
Vi^ Jt JjdI *^) i^-JAi vylJüOt sji. Wir werden nun dem-
gemäss zeigen können, dass fast alle arabischen Wörter,
die sich auf die Schreibkunst beziehen , erst den verwand-
ten Sprachen entlehnt sind.
Zunächst der Name des Materials yMU0li=s;(^«prirc (nicht
xifra Ejremer KulturgescL U. 305, das selbst aus charta
entlehnt ist) ist durch Vermittelung von DCSl^p in*s Ara-
bische gedrungen, während das Syrische Iffl^j^^) zeigt
(Guidi Alcum osservazümu Sep. Abdr. p. 3). ^'^'^ ^
zeichnet Mu^all. 32 es selbst direct als syrisch ; TgL noch
Be|qri 511 , 8 a. fl [In alter Zeit schrieb man auf Knochen
uud Scherben Ihn Hiiäm 332, 5; auf Gazellenhaut Ihn
Dor. Kit-^d^ti^ 226. Anm. 6; (ein Brief des Propheten auf
einem Stflck Leder AginI XIX. 158 , 5 ; Jftl^üt IL 584, 12) ;
1) ) w» ^ ^1 #^ Opnae. Nettor 109, 1 lelieiiit allerdingi auch eine eeht« BU-
daag. Aethiop. kertlt (DiUm. 837) lehoB ia d«r Bibel öUnttsug ttt wohl
«lircct awt dem Gnechitchei (Koptitehea?) entlehnt
•V
^
^ ■ <t- -I,. ■- ^ ••■ "^
246
auf Palmblatter I dies in Jemen (Amrt:. 63, 1) and HimjarIXT.
Huj. 3f 7. Commeni Ibn Dor. (jamh. (Cod« Logd.) s. t. o\ ,
wozu er bemerkt jLäauJI s^^a^^p ^ v:)r^^ '^^ ' vJj
»Pergament*' (schon bei den alten Dichtern) wird wahr-
scheinlich erst ein abessynisches Lehnwort sein]. DaTon
^li (fehlt auch bei Dozy) Jäküt IV. 134, 18; 135, 2.
»verschreiben'*. — Jj »das Schreibrohr*' Be|pi 582, 6; 441,
11 Agäni 111.112,19. [Eamil 514, 7] ist übernommen aus
D^0*?1p ^Ixüch (dies noch mit der vollen griechischen En-
dung). Eine ursprüngliche semitische Etymologie wird da-,
durch zu Schanden, dass xxXxfio^ nach der indogermani-
schen Lautverschiebung deutschem Halm entspricht. Die
Wurzel aJI» (wohl verwandt mit *JL^t deutlich wird das
besonders durch ^am• 516: ^JL^ ^ 5%LAbl vsmJL»))' '^I^*
schneiden'* ist dadurch nicht berührt. Im Syrischen ent-
spricht derselben wohl ]^n^^ ** Gast. 800 »culter; calamus**
hat sich da wie es scheint nur noch in einer Ableitung
erhalten, JL^r^ Gast 831 »pennale**. Es ist gewiss das
in jüd. Schriften häufige 107p xa?.xfiipiov »Federbüchse**.
Dagegen ist IjViSn Gast. 800 wohl eines Stammes mit
IpoLjs Gast 801 und beide gehören zu |mViSn -= lijlaf
Ich denke mich nicht zu tauschen, wenn ich diese Worter
zu ;)^aA<yo^ »Zaum, Zügel'*, resp. /^;ta(Afyipiov stelle. Vgl.
zu diesem letzteren auch Jüd. ar. i^lj v3. In dem ver-
schieden erklärten D373 aber, wofür Levy Chald. Wb. I.
367 eine unmögliche {xxXtvo^) Fleischer aber ib. 428 eine
äusserst bedenkliche Erklärung (l^9Q-o xopfioq) giebt , glaubte
ich früher xxvavi; »eine kleine Stange oder Säule", das
auch in's Syrische als wjJCüoJLo Gast. 807 (so schreibe dort
fQr ^ CT ^i l ciJx) übergegangen ist , zu erkennen. Doch möchte
ich diese Ableitung nicht mehr aufrecht erhalten, ({{.a^^o^
\
j
t'-
y i • • - % •• • •
247
■
»puteuB gradatus'* Gast. 800 ist wohl * xkißxnipwv). — Den
Namen der Dinte 1^1 ^ gLi> leitet Lngarde Gu. Abh. 82
au8 dem Iranischen her. Des arabische Wort ist aber
schwerlich aus dem Aramäischen entlehnt, da dies nnr
\2s^} bietet. Dagegen ist yy^ »Dinte** aus li-i^^^ Nöldeke
Mand. Gramm. 61 übernommen. Anch i>ljü0 (schon bei
Mutalammis Ja|^t lY. 228 , 20) scheint nicht echt arabisch
(Statt jM^I «>t(XjL bei Grauh. s. ▼. Jut ist za lesen g&ijJt).
Die Yerbalformen, soweit sie anfs Schreiben Bezug haben,
sind Denominatifa.
Von den Namen des Buches ist wohl aramäisch das schon
im Eor&n vorkommende Jum »Bach*', welches die Spateren
speciell Ton den heiligen jüdischen and christlichen Schrif-
ten gern gebrauchen z. B. Be^ri 369, 7 a. f.; Ihn Dor.
Kit-at-m^ 100 Uli; ygl. auch Goldziher ZD^TO. XXXIL
347. Anm. 1. Durch die Lautverschiebungsregel lasst es
sich allerdings nicht erweisen, ausser wenn man annimmt,
dass hebr. 1£)D für ursprüngliches l£)t7 steht. Dann wäre
es denkbar , die Wurzel "ISO »schreiben** (ISO Buch IfiO
erzählen) mit der Wurzel i^JO »schneiden , kratzen** jüd.
n"l£)Dn qrr. UjimV Gast 615 zusammenzustellen. Diese
gehören deutlich zur Wurzel JLÄ »schneiden**. Bei dieser
Ableitung wäre Ju^ zweifellos als Entlehnung anzusprechen.
Ich will diese Frage aber weder bestimmt bejahen, noch
verneinen; jLm aber ist jedesfalls schon durch den Ifangel
einer Ableitung im Arabischen und den beschränkten Gle»
brauch als Fremdwort zu erkennen.
Schon Gbldziher (1. L) macht anch anf die Entlehnung
von jÜLa^ ((jrauh. s. v. Jl^ ^); vgl. auch ^Uii älssut Ibn
1) So liest taeh Iba Dor. KU-ml-uHk. 191, 5. Man merkt lehoB iB der
eigenthOmlicheii Erkl&nmg iUX^t ^ ^^^ [^ ^r^^^ Käb^^Uoit dit
fremde Herkanit
24?
Hü. 285 , S) aufmerksam , das durch den Mangel einer Ab-
leitang sich als Entlehnung aus IaS.^A^ H/SO kundgiebt.
[Nicht auf aramäischen , sondern auf südsemitischen Ur-
sprung weist &aa&^ Tab. 1. 1008, 4; Agäni XX, 24
paenult., woher ^ j^ .^f^ »Eoränexemplar'* (aber auch schon
früher heiliges Buch Amrlj^ 65, 2) da die Wurzel oL^u«
im Arabischen nur die Bedeutung »graben** hat Im
Äthiopischen ist ma^^af aber das beliebteste und häu-
figste Wort für »Buch", Dillm. 1268 und da hat auch die
Wurzel nur die Bedeutung »schreiben". Natürlich ist dann
auch a^«A ^ erst denominativ gebildet aus RflA:5^-g oder
yyjiC^ das in den alten Gedichten nicht selten ist, wird
gewohnlich für den Psalter erklart. Es scheint aber, dass
diese Erklärung nur auf dem Korane beruht Muhammed
kann das Wort in der That so aufgefasst haben , wiewohl
man da auch wenigstens \yM erwarten würde; denn das
entsprechende äthiopische Wort ist mazmür Dillmann
1040, jedesfalls auch wie syr. I^olo^ild ein Fremdwort, da
hebr. IIOTO regulär natürlich nur li^l^ und äthiopisch
: •
mazmär entsprechen kann (wie auch das echt arabische
Wort in der That jLoLa , allerdings in anderer Bedeutung ,
lautet). Da nun aber auch o& Div. Hu(}. 18, 7 (="0)
Div. Hn(}. 40, 1) ^) als »Buch" überliefert ist, so hat man
eine südsemitische im Arabischen nur noch schwach yer-
tretene Wurzel zabara anzunehmen, yon der «oT ein
Deriyat ist. Dies mag Muhammed wohl an ]9a^]lc maz-
mür angeklungen haben und er hat es dann als iPsalter"
gefasst. Denkbar wäre allerdings auch, dass ««j\ mit einer
» >
1) jky jaAt iv. 915. 14 - ißJü.
■ . *. ' „ ... . . - 4 . • • •
249
stärkeren VerstOinmeluiig direct aua *|10?0 HolofiA oder
mazmür flbemommen ist.
Ein wichtiges noch unerkanntes , zunächst aas dem Ara-
mäischen in*s Arabische übernommenes Fremdwort ist hS
»Bach und Cheqne*' Adddd ed. Hontsma p. 81; A^i& bei
Öaqh. s. t. hks; BelpA 479, 3; Ja^üt m. 3, 18 ; lY. 228,
18. Wenn auch die arabischen Etymologen zn Koran Sure
38, y. 15 1l9 zur Wurzel t^Us » schneiden **, »beschlies-
sen", stellen, so kann es doch keinem Zweifel unterliegen,
dass wir hier das schon in der Münäh Torkommende C93
»Aktenstück" später »Scheidebrief (auch syr. UU^ Tes-
tament) vor uns haben. Wie weitHalevy's Ableitung dieses
Wortes aus einem assyrischen MV2 Z D M Q. XXIX. p. 396
berechtigt ist, kann ich nicht entscheiden. — Die 'Echtheit
Ton v^üuT steht durchaus nicht fest. Es hat im Arabischen
— die Wurzel bedeutet »nähen, binden", daher &aaa^ »die
Tereinigte Schaar** — keine Ableitung und fehlt im echten
Äthiopisch. ,^^^kann ganz gut Denom. sein. — Für ein Lehn-
wort halte ich auch ty^Jo j woneben auch ^JLb gelten soll.
Schon die Unsicherheit der Erklärungen und der Lautwan-
del erregen Verdacht; auch hat das Wort im Arabischen
keine Ableitung. Im Aramäischen entspricht nichts und
so liegt es am Nächsten, es für ägyptisch zu halten. Ober
die Wurzel Tgl. (jaw&Ii]p Morgenl. Forsch. 141, wo ans
dem Hadit ^jmJL^ im Sinne Ton »ausldschen*' überliefert
wird. Das Wort findet sich auch im Äthiopischen als
als (er&d Dillmann 1220 ; (die Verwandlung des SinPist
dem vorhergehenden R anzuschreiben); dahin ist es aber
wohl erst aus dem Arabischen gewanderi
^liXJLi (Mu'arrab 112) hat Sachan dazu p. 50 aus wapUxrng
zu erklären versucht. Mir war stets klar, dass damit iofJOmO
Gast. 808 zusammenhängen müsse. Als mir nun Prof. NSldeke
250
nachwies i dass Barhebr. dies Wort Jes. 8 f 1 zur Erklaning
Terwendet and mir zugleich die Abstammung aas xorri"
»tO¥ erklarte (PSm. Catal. 276), so war damit constatiert,
dass (jrawäli]ji selbst (durch die alphabetische Anordnung
geschützt) hier ein altes ■-*;^'^n^ überliefert hat. Die rich-
tige Schreibung aber ist auch bei den sjr. Glossographen
erhalten als ijfjas Dozy ü. 410. (Es wird aber wohl
richtiger ^f JüS zu vocalisieren sein). — Die Ersetzung des
T nach N durch A hat, wie Dozy bemerkt, schon im
Griechischen stattgefunden.
Schon Nöldeke hat ZDMG. XXIX. 327 auf Entlehnun-
gen unter der Wurzel ^% hingewiesen. Ich mochte die
ganze Wurzel j^^% in der Bedeutung ischreiben" für über-
nommen halten ; j^^% hat im alten Arabisch nur die Bedeu-
tung »Spur". Für ein im Arabischen mit absichtlicher
Nachbildung aramäischer Form künstlich gebildetes Wort
möchte ich ^y^U t (HUmI«% wie nach Gauh. die Bücher in
der Heidenzeit heissen, erklären. Denn ein *iLos^9 konnte
wohl nur »Aufzeichner" nie aber i Aufzeichnung" bedeu-
ten; die Bedeutung ilndex" ist für jene Zeit schwerlich
anzusetzen. (Beleg bei Gauhari s. 7. <v^p* Auch ^UJl
»schreiben" (JaLiui Kor. 88, 22) scheint kein echt ara-
bisches Wort, sondern erst Ton Jxm, far. 19, 2 denomi-
nativ gebildet, dies aber erst übernommen aus )f-^ *1C2S^
worauf auch schon Noldeke Geschichte des Kardns p. 18
anfinerksam gemacht hat. Joy^ (Eamüs) aus ^Cä^?
jbl^ »Terschreiben" (Gawäli^ Morgenl. Forschungen
131, 6 tadelt diese Form als unarabisch) ist schon von
Nöldeke . Mand, Gramm, p. 49. Anm. 3 als übernommen
erkannt. Zu den dort gegebenen aramäischen Formen ist
talm. C^as^ »Terwirren" (vgl. 'Irüch s.t. B^3B^ I), aus
späterer Zeit 17*^3'S^ (gern für »Yerschreibung" gebraucht)
-■ m *
^d-.
257
Mgt: '|MV«i ein rundes HolZf auf welchem der Schuster
Leder schneidet. In Medina heisst es Bu^. Im Buche
(der g. ji'^) des Ibn Doreid wird es mit K&f überliefert;
ich habe nach diesem Worte unter den Beduinen gefragt,
aber es war da nicht bekannt'*, und s. t. ^\ J» : »Ibn Do-
reid berichtet, i»)>Ail mit Kaf die runde Tafel des Schus«
ters ; aber die Form mit Fä ist besser.*' Dass ^v«J ein alter
Fehler ist, ist mir nicht zweifelhaft. Für die Bedeutung
Ton ^\«i aber liegt insofern eine fidsche Tradition vor , als
dies Wort gewiss mit ^^\yi Ttpl^uf^a (Mu^arrab p. 112)
identisch ist« inpii^ufia ist hauptsächlich als »Schurzfell"
y f
gebrauchlich und diese Bedeutung ist auch für 0^^\ji an«
zusetzen. Bei einem später nicht mehr allgemein gebrauch-
ten Fremdworte ist eine derartige VertanAchung der Be-
deutungen wohl denkbar.
Juutll »das Schustermesser" (schon in einem Tormuham-
medanischen Verse Ibn Dor. Kit^al-ütilf. 76 , 9) ist längst
als ^iJäXfi erkannt, yermittelt durch /QTK (targumisch und tal-
mudisch) syr. U^^^l Elia Lagarde Praeterm. 12 , 18 ; 31 , 3.
Schon die Bildung kennzeichnet es als Fremdling. Mit der
arabischen Wurzel Jühv '^bx. Mu^all. 17 hat es natürlich
nichts zu thun.
S fi ^
Deutlich ist auch die Entlehnung von %ldDj »Topfer" (Tgl.
Nöldeke Mand, Gramm, p. 120 Anm. 2) aus ]r^ mnfi
Vgl schon oben p. 70. Im Arabischen ist die Wurzel nur
noch in der übertragenen Bedeutung »aufgeblasen sein" .
erhalten. Die Beduinen kennen übrigens noch heute die
Töpferei nicht Burton-Andr^ 302.
Da die aramäische Wurzel «^ ütSH »graben" im Ära-
bischen durch ^^ »eingraben" dann »schreiben" vertreten
wird, so wird h^ut »das TSttowiereisen" oder SJu^X^JI
l^*>TW Uf» ^yUij ^)^^^ ^ \jyi^ ^' (6auh. ; etwas
•*^
^- -
aii^
iliiiiilifc
•f . ■• -
252
xipiop erhalten) zu liegen. Die Bedeotangen liegen f&r ein
nnTerstandenes Fremdwort nicht za weit ab. Die Entlehnung
dieses Wortes ist schon den Arabern (Mu^arrab 87) bekannt;
es hat auch ziemlich unarabische Form. (Davon JlAm*!
Beläd* 134 ult). Damit scheint mir durchaus identisch
^j^xiw Sure 83. 8, 9 dort als ^^ oLT erklärt Ma-
hammed hat »Buch" und »Siegel** yerwechselt. [*jük nach
Einigen »Buch", nach Anderen »Dinte*' Ibn Dor. Künd^
ütik 45, 4; 261, 4 a. f. zu ^^9% eigentlich »sticken" Tgl.
hebr. Dp^]. Ju^Xm» scheint dagegen in der.That Ton die-
sem Worte zu trennen und iranischer Herkunft zu sein.
Ich nenne endlich noch den Namen des Siegelringes
0^\^ kmi\. 32 , 4 als aramäisch. So schon Noldeke Mond.
Gramm, p. 112. Das Yerbum l£^ ist denominativ und
daraus bildete man dann erst secundär die Form aSL^«
um die unarabische Form zu yermeiden. Daneben zeigen
aber auch die Spielformen ^IjLs. i i»Iju^ « ^>a?^ ganz un-
arabische Gestalt. Worauf die Form Jji^ (wovon Ja£^
wohl nur eine spätere Umstellung ist) zurückgeht , ist aller-
dings nicht ganz deutlich. Zum Sachlichen Tgl. Belä(i.
461 unten. — Nicht ganz sicher bin ich , ob ^isoi »Bing**
zu nmS »eingegrabene Arbeit'* zu stellen ist. Mit der
arab. Wurzel ^jj DiT. Hud. 2,17; ^Ant. Append. 11, 2
hängt es nicht zusammen. — ^^^äs^s^ Amr^. 32 , 4 und jmj» J»
»Siegelerde** ist nicht, wie die Araber (Mu^arr. 123) mei-
nen, aus dem Persischen, sondern aus dem Aramäischen
entlehnt, und ss/JL^^, das ßachau zum Hu^arr. 55 im
Persischen sucht, ist SHB^anj '^^^K*
Der Bflcherschrank oder die Büchertasche J^ii ist als
fremd durch Yermittelung des Aramäischen (aus KdfiTrpa
entlehnt) schon den Arabern (Mu^arrab 121) bekannt.
•
■■=-;-'• K* ■:*»*' ■ ••\":' ,-■• •**■.' f-.i-V
253
Cirtch ». T. nüOjJ; WIW ^On »any pS^?; *» LeWer«
bedeotet hier woU > Lateinisch").
HANDWERKE UND KÜNSTE.
Dass sich nnter Nomaden das .Haudwerk nicht beson-
ders entwickeln kann , ist selbstverständlich. Wir wissen anch,
dass die alten Araber nur sehr wenig Handwerke trieben.
Man überliess die handwerksmassigen Betriebe den SklaTen
nnd Frauen. [Noch heute sind die Handwerker unter den
Beduinen yerachtet. Selbst auf die arabischen Städte er-
streckt sich dies Yorurtheil (Burton- Andr^ 110). Über
den Mangel an Werkzeugen Doughty Globus Bd. XLI. p.215].
Bestimmte Zweige derselben gehörten den Juden , die z. B.
als Gold- und Waffenschmiede unter ihnen berühmt waren.
Noch am meisten scheint das Schmiedehandwerk Terbrei-
tet gewesen zu sein. Ich schliesse dies aus dem Namen
^jSJ, der zu pj5 (SsW) und UJUÄ«)Cast787=jüd.ar.
TUHlp (palmjrenisch De Vogu^ Inscr. XXIIL 3) gehalten , mir
aus dem ursemitischen Sprachschatze zu stammen scheint.
Vgl. auch den alten Namen ^/fffj Dazu tritt derBeich-
thum Arabiens an Metallen und die wahrscheinlich seit sehr
alter Zeit betriebene Ausbeutung der Bergwerke, die anch
in der Sprache , wie schon WeUhausen Muhammid m M^dSmoL
1) Dit gtaaiM formaU CJ^trtiBitimmaig mit L^JUbD matki m Mki
ithiop. klii«jl Dillmuui S7l (daroB taklnawa dcnominatif) aas di«Mr
Grnppe aatniseblietMa, trotvicm dar Aalaat im Aathiop. oangalmimig Y«r-
tretea wird. DieaelU Eneheinaag laigi nah ia kida Dillm. S7S. daa lek
tu iXhS MaUa.
254
424 Anm. 1. bemerkt, ihre Spuren zurückgelassen hat.
Dann ist aber auch gerade nach dem Schmiede jeder andere
Handwerker benannt worden ; Tgl. Commentar zu Dit. Hud«
21 , 15 (^ÜCJf ^1 ^ ^ »43uj Jl4^ ^ JXi). Auch
der Ofen des Schmiedes syS^=^"yi2; der Blasebalg %a^=
11^3 (?) sind echt arabische Worter. Metallarbeiten sind
auch unter den Beduinen ziemlich yerbreitet gewesen z.B.
die Eameelnasenringe (So) aus Silber oder Kupfer Ibn
Dor. Kit-al-ÜtiH. 274, 1.
Der Waffenschmied aber Jl£uo Nabiga 5,10; ^amä9a
21; Agäni XIX. 92,3 a. f. wird wohl zunächst eine ara-
mäische Bildung sein , entsprechend jüd. ar. K /p^D Levy
Nhbr. Wtb. lU. 581. Dann ist auch das Verbum JJLo
erst denominativ. Im Arabischen bat die Wurzel (vgl.
JüLfi) eine andere Bedeutung.
Sicher fiLhrt der Gehülfe des Schmiedes Jucjb Div. Leb.
141 ult. (Mu^arr. p. 40,^Gauhari s. y. gj3 und Glosse dazu)
einen aramäischen Namen. Denn nach hebr. TQ/H syr.
Ig iSnS/ (äth. lamada) erwartet man auch arabisch, da
hier ein nicht zu yerschiebender reiner Dental vorliegt,
JulJLj. Das 6 zeigt nun deutlich, dass die Araber die
aspirierte Aussprache des aramäischen *1 ausdrücken woll-
ten. Abgesehen davon lehrt auch schon die unarabische
Form AaJIT. dass wir hier ein Fremdwort vor uns haben.
Arabisch wäre nur eine Infinitivform JuJU» gewöhnlich.
Vor dieser Bildung warnt 6awälit:i Morgenl. Forsch. 147,
1. Das Wort steht später auch für den Schüler überhaupt ,
vgl. Dozy L 151. .
Einen deutlich aramäischen Namen fdhrt der Tischler
^Lsx3 (als alter Eigenname Ibn Dor. Kit-^UUtOp 662,
8. i!iXSp^ Ibn. Dor. Kit-al-^tU^, 262 , 4) = Ii4^ K131 und
von diesem ist erst das Verbum ^<«xi denominativ abge-
1
r]^ .. *-■<«■< f^--!
>4
255
leitet. Schon Nöldeke MatuL Gramm, p. 120. Aninu 2
macht daraaf aufmerkaam. Die Warzel ^.sO im Arabi-
schen bedeutet »heisa sein*' Tgl. «^b , yKx^i »Dursf*, iyx^*
Wie weit die von Gauh. weiter angegebenen — aber nicht
belegten. — Bedeutungen für ^^ als Jmof, -^t-'^t ^J
wirklich — in rerschiedenen Diaiecten — existierten oder
mit der Grandbedeutung iheiss sein" zusammenhängen ,
weiss ich nicht. [Vielleicht ist I^^ »frei*' zu L^ »heiss**
zu Tergleichen]. Von den Instrumenten des Tischlers ist
entlehnt ^L»% ^^ pvxivti durch ^jpll ll^h Low Äram. Fflan-
zenn. 10 Anm. 1.
Nöldeke zahlt (1. 1.) auch %\Sj zu den übernommenen
Wortern, was ich nicht f&r ganz sicher halte. Es kann
schon eine arabische Analogie zu den aramäischen, einen
Beruf bezeichnenden Lehnwörtern sein. Wenn es über-
nommen ist, so stellt es sich wieder zum jüdischen n2^33
auch syr. U^ (Vgl. schon Eorän 38 , 36). Als fremd
aber haben schon die Araber (Ibn Dor. ebenso in der Gam-
hara. Cod. Lugd. fol. 13 r^ (yon ihm Mu^arrab p. 40) erkannt
yS »das Lothmass"; es ist gewiss identisch mit K^IH »Fa-
den" (Leyy TWB. IL 533). Noch ein anderer Name dee-
selben Instruments XjLm ist deutlich aramäischen Ursprungs.
Dozy L 775 will ihn zwar Ton dem persischen JjrUt ab-
leiten , indessen es ist mir nicht zweifelhaft , dass dies Wort
erst aus dem Arabischen in*s Persische gewandert ist. Denn
das Wort hat im Aramäischen, nicht aber im Persischen
eine Ableitung, da es »den Wäger' i nn ^ bedeutet Zum
Überflusse bedeutet phpüü ^gl- H&i zu Etiim 29, 5 Ton
dieser Wurzel wirklich »Senkblei" und ebenso anF arab.
Gebiete bei Dozy selbst L 162. s. ▼. SJlB iJl£Üt h^. Ob
jT^^ y |U^ »Senkblei" echt sind und zur Wurzel ^Jb
»springen" geliören, mag ich nicht
-i •*•-
.. • 256 .
- *
" Aach der Name des Schneiders fcCvj>- ist wohl erst aas aram.
• •• .
KC3^ ).^^ enÜehat (^Is hjA sind aber echt; denn
aramäisch heisst der Faden L^^ — i^\ü<^ » Faden" Mafii4-
dalijjät 10 1 14 ist schon Ton den Arabern (Ma^arrab p. 42)
ab fremd erkannt; syr. h|-^^ Gawäl. Morgenl. Forsch. 186,
8 warnt Tor der Yal^^raossprache ofjj^ .
vJIXmI (A^& bei Gaah.s.T. uüCm) »Schahmacher** ist zwei-
fellos übernommen aas i^J^^o], ^3S^*1K. Im Arabischen
hat es keine Ableitang and als Nebenform findet sich \^\JiJI.
Aber auch die aramäischen Wörter sind nicht echt semitisch ,
sondern wahrscheinlich aas dem Iranischen übernommen.
^1 »Ahle** DiT. Had. (Wellhaasen) 148,4 hielt ich
früher für echt, weil mir daza Lä^ »heilen** wie KSl za
*li% »flicken*' zu stimmen schien. Nan zeigt aber die äthi-
opische Warzel S als Anlaat and ]Ai«^ aSp Op. Nestor.
ed. Hoffm. p. 146, 5 (aach BA = &JLmuo) entspricht genaa
masfS Dillm. 408. Aach Ua^ »Haken** 11. Cor. 12, 7
gehört sicher dazu. Deshalb mass nun Aw! i da es aus
der Lautrerschiebang heraustritt, zu einer aramäischen
Wurzel ]aa, gehören. Die Bildung ist selten Jä^t I. 291 ,
19. Im Periplus mar. erythr. 17 werden unter den im-
portierten Gegenständen auch iTnirtx genannt
Bekannt ist der Ursprung von y^^As (Häi zu Eelim XYI,
7 zu D1D«) »Leisten** Agäni III. 163 , 6 a. f. Oa\^ ,^JU ^
(ganz wie wir sagen ȟber einen Leisten geschlagen**) aus
xaXow6ho¥, Das hat schon Fleischer de Gl. Habicht. 72
erkannt, Die Yermittelung bildete aber wohl das syrische
|inSn (wohl ?nnSn zu schreiben) Gast 799; |nSn Opuse.
m
Nestoriana ed. HofTmann p. 126, 17 möchte ich eher umge-
kehrt für Entlehnung aus dem Arabischen halten.
^•\Ii ist eines der wenigen Wörter, bei denen ich der
arabischen Tradition widersprechen muss« 6auh; s. ▼• ^\«i
I
v- . •• , •■• 257 - ■ • ■ . ,.,,;■: ...
Sftgt: ^0j\yi ^ rundes Holz, auf welchem der Schuaier
•sein Leder schneidet. In Medina heisst es iU^. Im Bache
(der S«44^) des Ibn Doreid wird es mit Kaf überliefert;
ich habe nach diesem Worte anter den Beduinen gefragt,
aber es war da nicht bekannt", und s. t. ^\ J» : »Ibn Da-
reid berichtet, ^\jaS\ mit Eaf die runde Tafel des Schus«
ters ; aber die Form mit Fä ist besser." Dass ^yjf ein alter
Fehler ist, ist mir nicht zweifelhafL Für die Bedeutung
Ton ^\jS aber liegt insofern eine ÜEdsche Tradition Tor,als
dies Wort gewiss mit ^^\yi TipH^ufia (Mu^arrab p. 112)
identisch ist. irspü^uß» ist hauptsachlich als »Schurzfell"
gebrauchlich und diese Bedeutung ist auch fCLr «•«)%i an-
zusetzen. Bei einem später nicht mehr allgemein gebrauch-
ten Fremdworte ist eine derartige VertanscI^ung der Be-
deutungen wohl denkbar.
Juuttl »das Schustermesser" (schon in einem Tormuham-
medanischen Verse Ibn Dor. Kit-^ol^tilp. 76 , 9) ist längst
als ^A^Ajf erkannt, vermittelt durch /QTK (targumisch und tal-
mudisch) syr. N\V] Elia Lagarde Praeterm. 12 , 18 ; 31 , 3.
Schon die Bildung kennzeichnet es als Fremdling. Mit der
arabischen Wurzel Juov X^« Mu^all. 17 hat es natürlich
nichts zu thun.
Deutlich ist auch die Entlehnung Ton «L£j »Topfer" (ygl.
Noldeke Mand. Gramm^ p. 120 Anm. 2) aus ]h^ (TTlfi
YgL schon oben p. 70. Im Arabischen ist die Wurzel nur
noch in der übertragenen Bedeutung »aufgeblasen sein" •
erhalten. Die Beduinen kennen übrigens noch heute die
Töpferei nicht Burton-Andr^ 302.
Da die aramäische Wurzel «.^ VSCPi »graben" im Ara-
bischen durch JflL^ »eingraben" dann »schreiben" yertreten
wird, so wird ,k^üt »das TSttowiereisen" oder ijL^iXsxJI
f^Si\ L4^ sarJU^ c^?)'7**^' ^Ulr^^S^' (6aah.; etwas
■" •
.;•'"'■: V- •• : ' . • - 258
* ' ,. • ^^ •
. anders Ibn Don ITä-oZ-t^tiSc. 149, 13)aii8dem AramSiscben
- entlehnt sein , da es überdies auch im Arabischen keine
Ableitang ^hat. Aber unsere aramäischen Dialecte kennen
U^ Dno nur als »Nadel*'. "
Der Fleischer Vi^Loi fährt seinen Namen aus dem Ara-
maischen 1^^^ K3Vp« Im Arabischen hat das Wort keine
Ableitang. Das entsprechende Wort ist vielmehr im Ara-
bischen s,„>.«d5 (über die Reihe aram. »V^arab. ^ Tgl.
Noldeke ZDMG. XXXII. p. 406). So ergiebt sich denn
xlrv>n? als Denominativ und daraus erst später — (puris-
tisch?) i_r^_? in demselben Sinne gebildet.
Ob Sjlü »Fleischhaken** (schon Ton den Arabern» yer-
muthlich an dem unmittelbaren Zusammentreffen Ton N
und R als fremd erkannt, Mu^arrab p. 120) wirklich, wie
die Perser (Yullers IL 891 s. t. 5^U5^) meinen, aus dem
Persischen übernommen ist, scheint, da dies Wort da keine
ganz bequeme Ableitung hat, noch nicht ganz sicher.
Den Namen des »Baders** ^;XS hat schon de Goeje Gl.
Geogr. 173 richtig als Entlehnung aus p3 bezeichnet;
dies ist selbständige aramäische Bildung aus |lSo ^ ßctx»'-
vtlov (nicht etwa Entlehnung aus ßxXxpev^). Yermuthlich
ist auch der Name des »Bades** f,\Ze^ Jä^iüt II. 924, 19
Lehnwort aus einer aramäischen nicht mehr erhaltenen
Urform (von der Wurzel DO*") 9 die selbst erst wohl eine
Übersetzung des griechisch-römischen bipfAxt thermae ge-
weaen ist. Daher auch in Jüd. Aramäischen die Pluralform
Übernommen ist femer im Arabischen der Name des
Walkers «L^ aus aram. \h^ K*1!(p ^). Aber auch diese
1) Aber Targ I. 8am. IS . 80 ist ichworiieh mit fUmchl ind Lery icnxp
alt «Walker** sa iaaeeB; et kaan da nach dem gaaaea Ztuammenliaiige nor sa
■»-
259
-~' ■ • •. • • • ■♦•■ tmt'
Wörter sind nicht echt Denn man Irann sich wohl kand
mit Michaelis za Gast. p."822 einyerstanden erklären , der
den »Walker'* dayon benannt wissen will , dass noch dem
Waschen die Kleider eingehen nnd kurz werden. Zanachst
ist nicht denkbar, dass der »Wascher** schlechthin nach
dieser Conseqaenz der »Korzmacher'* genannt sein wird,
und ferner spricht als Hauptgrund dagegen , dass i^ im
Aramäischen in der Bedeutung »kurz** sehr wenig yerbrei-
tet ist; im Syrischen ist es gar nicht erhalten und auch
jüd. ar. STSJ3 (ygl. 'Irüch s.v. IXp II.) scheint yora
Hebräischen beeinflusst ^). So ist denn also jede semitische
Ableitung dieses Wortes hinfällig , und das Original ist im
Persischen aL5^= «vo Vullers II. 768 und 942 zu suchen.
Dass etwa umgekehrt ^\l5^ %vu aus ]h^ sollten übernom-
men sein , ist kaum anzunehmen. Auch sind die persischen
Wörter wohl durch den Eigennamen \j%))^ (▼gl« D^ /JT
und 72*1 py) gesichert Natürlich sind dann y^r und j^
sowie VC erst DenoQiinatiya. Die Echtheit von %r^>weiss-
waschen** ist mir nickt ganz sicher.
Mehrfache fremde Namen gelten auch für den Walker-
stock, ^j^jjj^aus pers. «Jbjiy resp. der dieser Form ent-
spr. älteren mit K am Ende ist bekannt. Hinzuzufügen ist
)V^ pl. j)Iaj, im Verse j^sLu schon bei Aus ^amäsal4,
5 a. f. und dayon denominatiy abgeleitet %^ »schlagen**.
Das Wort ist übernommen aus aram. KITS (^iLrüch)>Stab9
Ruthe**), woneben yermuthlich K*irfiim Gebrauch war, so
Tir[J, dtt lOMt alUrdiagi AnoiÜaek sieht ftberlieüert bt, gehören. #Sreteiiehel**
rhm gehört zav)^Aai wie J^^J^U^ se v)"^ .fteoheü**. Im Uebrigen eher steht
die L A. nicht fett; *ArAch giebt ein nnTentindliehei , aber dnreh die alphn-
betiKhe ReihenfoLe alt letae LA. geriehertee U^ltp.
1) Für dies steht eoeh in jfld. Sehrtflen wie im Sjriiehea gelegentlieh PnD
nicht za oi^ «krank sein**, tondem sn ]yo »kttn sein**.
' 4
-r^v^
.'"ff ^ii^^ ¥
.. '; - . -;~ _ 260
c« . ■ "^
m «
*
daas ;4i]b Slteste Fonn im Arabischen %iju anzusetzen wäre.
Far Sjyi 6I088. g^gr. 180 hat schon Noldeke als ara-
mäische Grandform K /3K erdSlttelt.
Trotzdem Jöm& 28* grade von einer ^3^131 tn^I2p KplOO
»gedrehten Peitsche der Araber'^ gesprochen wird, mochte
ich doch \J^Jaji Div* Hnd. 1 34 , 1 1 lieber als ein Lehnwort
und die Wurzel \jJio in der Bedeutung »züchtigen, schla-
gen'* als denominativ auffassen. Einen ebensolchen Stab be-
zeichnetgdAJU; man würde aramäischem YSl (Lery Nhbr. Wtb.
III. 423. Sp. 2, 7 a. f.) gegenüber {jäsüjo erwarten (das in an-
derer Bedeutung auch existiert), und die Unregelmässigkeit
der Entsprechung flosst den Verdacht fremden Ursprunges
ein. -« Echt ist ^£^3 = DS3 Levy Nhbr. Wtb. III. 422. —
jU^wird persisch sein; mit JUyfe = |1ni\ (Nold.) hat
es nichts zu thun.
Die einzige Kunst, die auch schon unter den alten Ara^
bern, allerdings ziemlich roh, ausgeübt wurde, ist die
Heilkunst Vgl. Ag&ni VIII. 49, 8 a. f., wo ^^iuJI ^Lä^-JLi-I
durch Brennen geheilt wird. Einen Arzt Ton Beruf aus Tor-
muhammedanischer Zeit nennt Ibn Dor. Kit-^al'iätifji. 185 ,
15. Vgl. aber Ja^Lüt IV. 449 , 3. Arzt und Zauberer scheinen
in alter Zeit in Verbindung gestanden zu haben. VgL
v^lxkiL ^« DiT. Hud. 2, 3 mit Comm. Daher ist auch t^aaIp
der alte Name des Ajrztes Ton derselben Wurzel gebildet,
Ton der ein Derivat *_*»ih-* »bezaubert" heisst. Vgl. auch
Addäd (Houtsma) p. 150 l^uL ^1 JaJÜI ^^ v^Jl^Ü! ^y
So werden gegen Schlangenbisse neben den bei Freytag EinL
288 genannten Mitteln auch Zaubersprüche angewendet Ibn
Dor. Kü-^U'ütif^ 159. Anm. m (in einem Verse Muhalhils)
[v^aA^ ist ursprünglich wohl »speien", man denke an die
eigenthümliche Bedeutung des Ausspuckens auch in unse-
rem Volksaberglauben] ebenso Näb. 17, 13. Vgl. athiop.
' ■■ *•- ■• -•'•-.^. t.^^*^««> ii—.'. ♦ • V-.»" .% • « ~ —■.-.« ^.^.m^^r, .. « «_ , «I. . IM ?
I
TT
• - . » ■ -
261
»
äaraja »heileii" und »zaubern** und Praetorint in Kahn
Lüteraturbl. für Orient. PhüoL L 197 Qber sab. »)en. Ich
gebe hier einige in alter Zeit übernommene Ausdrücke, die
in das Gebiet der Heilkunde fallen , lasse dagegen die spä-
tere wissenschafUiche Nomenclatur, die eine Menge auf^e-
Uhrtem Wege übernommener griechischer und syrischer
Namen enthält, wie ^aLluU xa^ifnip u. dgl. ausser Acht
Zu den übemonmienen Wortern scheint mir ^1 »Arzt**
mit allen Derivaten , welche »heilen'* bedeuten , zu gehören.
Auf äthiopisch asöt (Dillmann 752) darf man sich nicht
berufen , denn auch dies Wort scheint erst aus aramuisch
KniDM (syr. I^^^oasH) übemonmien, was auch Prof. Prae-
torius (mündlich) f&r wahrscheinlich hält. (LmI »schaden**
^;L^I »traurig** Div. Hnd. 131 1 16 geben die echt ara-
bische Bedeutung der Wurzel. Dass die beiden Bedeutun-
gen einer Wurzel entstammen, deren Grundbedeutung
»verletzen** ist, und dass dies »auf frühzeitige Anwendung
der Chirurgie schliessen lässt** kann ich Honmiel {Zteei Jagd^
inschri/ten AsturbanipaU p. 40) nicht zugeben). Für deno-
minativ halte ich 1^ gebildet aus jLwmL; und dies über-
nonmien aus ^Kn330 »Sonde** oder »Lanzette**, zu er-
schliessen aus ar. *13D ^3100 »Aderlassen*' TgL ^JLrüch
s. ▼. *13D IV. Die Grundbedeutung der Wurzel ist als
»bohren, stechen** anzusetzen.
Juut »Sonde** (Div.Hud. 169, 4) ist als /ctifAjf schon ron
Fleischer zu Leyy Nhbn Wtb. HL 310 erkannt worden.
Aramäisch scheint es nicht erhalten, denn KHVo »Ader-
lass**, das Levy L 1. 101 damit zusammenwirft, hat nichts
damit zu thun, sondern scheint eine Art Euphemismus zu
sein und einfach »Sache** zu bedeuten. Ein echtes Wort *
ist ä^A^^ dann ^■^>«'^ allgemein »Arzt** Diy.Hud. 116,2
(Juöi wohl nur Ton Thieren).
[JijtJk »Ader** (»die Pulsadern, die rom Herzen ausge-
• • «
. %
-> • «•» «• •
^4:.'^Iieii" äaoh.) giebt schon durch seine Form and den Plural
— '' ^ajC>£ zu Bedenken Anlass. Ueberdiea hat es im Arabi-
Bcbea keine Ableitung und die stürkate Bekriittigung aller
dieser Verdachtsmomeute giebt der Umstand , dass dits Wort
gegenüber iJ—ji* Gast, 940 (vom Araber durch (j_c>Äder"
übersetzt) aus der Lautrerscbiebung heraustritt.
[Sicher Übernomtnen iat oL*^ »Augeosaibe" und »Salbe"
überhaupt, aus j t ** Gast, p. 900: die Wurzel OLi aber
ist echt, denn aramäisch r!2C* syr. -ä-* »glätten", das
man zunächst dazu stellen möchte, gehört wohl zu Li-.;
Grundbedeutung »fegen", ^Ä-»t »kahl, glatt"].
L^ »Gift" füllt zunächst durch die verschiedene Vocalisa-
tionsmüglichkeit (Ll> Z>i.) auf. Im Aramäischen allerdings muss
zu DD V-^!S , um Gift zu bezeichnen , noch eine Bestimmung
(NniD~'D 1— i^?— 2) hinzutreteu. Aber wenn es richtig ist,
auch Q'^23 und |ri''nig dazu zu ziehen , so dass Medicament
ursprünglich wohlriechende Spezerei ist, so iat schon nach der
Lautverschiebungsregel n.» als entlehnt nachzuweisen; denn
dann entspricht arab. L». Überdies hat auch die Wurzel
im Arabischen eine andere Bedeutung. Zu beachten iat
auch, dass in alter Zeit die Gifte auch als Heilmittel gal-
ten. Man denke an die Bereitung des Theriak und Tgl.
die Bedeutungen Ton <Jiäpfixxe:/. — ^j^^yöl erkannten als
fremd schon die Araber Mu'arrab p. 101. Schon Sachan
hat 'iZpürxi dazu gestellt. Über ijLjJ ^ oWtJ" ^^'■^ ^^^
aramäischen Ursprungsfonnen vgl. Sachau zum Ma'arrab
.p. 32.
Ein sehr interessantes Wort , das noch ganz deutlich
auf den griechischen Ursprung der arabischen Medicin hin-
weist, ist .t.-^,j »die Veränderung, die mit dem Kran-
ken plötzlich bei scharfen (fieberhaften) Krankheiten vor
sich geht," (Gauh.), Es kann keinem Zweifel unterliegen,
. ■ : V - . - 263 , /'. ^/^
"• dass dies Wort direct aas Pj-mca übernommeu ist. Man
sagt: ^\y^kj ^yi IJjft* Im Arabischen bat es nicht die
Spur einer Ableitung (yi^j Meer) und überdies ist das syr.
(i^ü^) hebr« TRS entsprechende Wort gewiss ^
das gleichmassig in diesen Sprachen yom »Prüfen** und
»Versuchen** gilt. Dazu tritt nun noch eine andere fremd-
artige Bildung ^5j«^lj = ]y>ü^ (Sachau Inedita Syriaca >d
5). Alles dies ist, wie schon Grauh. anmerkt, Jj^; aber
auch die syrischen Ausdrücke sind weiter nichts, als Über-
setzungen des griechischen xpio't^ , und ^«»^ü ^yj ist
Kfiio'tßOi (dies criticus) bei den griechischen Aerzten. Viel-
leicht geht auch ^l%.^l^ »die heftige Hitze im Monate
Tammüz'' darauf zurück, es konnte aber dies Wort auch
aus Hin *3 »Haus der Hitze'* entstanden sein*
Der Urin des Kranken war bekanntlich in der alten Me-
dizin das wichtigste Hilfsmittel der Diagnose« So ist denn
auch ^yrj ^^ I das Gauh. in identischer Bedeutung mit j^
überliefert, gewiss nicht damit identisch , sondern ursprüng-
lich der Urin selbst, der yom Arzte untersucht wurde,
nämlich syr. U^o-aj»^ Gast. 743. Wurzel H^ "lE^fi »flies-
sen". Daraus ist dann rielleicht mit Anlehnung an yZtJ
»erklaren" .-.rrf »den Urin untersuchen'* denominatiy gebil-
det worden. Dass die Wörter unecht sind, deutet schon
Gauh. an durch seinen Zusatz: Ijjy» Mlib\y
i^ Fieber fallt durch die ungewöhnliche Schreibung
neben JU^ auf. Ob dieselbe erst auf U^om zurückgeht?
Das 8y™cho Wort möchte ich in der Bedeutung »Fieber**
erst für eine Übersetzung aus dipßfi halten, wenn auch
eine davon unabhängige Entwickelung sehr gut denkbar
ist.'
Der Name der Migräne , yjfJLtKpmßl» , ^JU i>t als Fremd-
wort schon den Arabern (Mu^arrab 114) bekannt. Er ist
. > - -^ . - tf ^. ^ ^
* t ■
# • ♦
264 : • J •
eutlehnt aus sjr. U^^ ; Tgl. Low Aram. Pflanzerm. p. 82.
Andere Übersetzungen sind z.B. iSs^ »Pustel*' sl^olo«
PSm. 741 = iy^pxi\ jjtk^ »Scrophel" = 1h>- PSm. 1240.
f^ »Pleuritis** (belegt bei (jauhart s. t. ^^y» ; Dir. Hud.
78 9 19; Jä^t n. 273 1 20 ist, denke ich, übernommen aus
llcal«, fdr das ich allerdings diese specielle Bedeutung
nicht kenne.
iusx?\ Amrk. 32, 2 hat G. Hoffinann Jfärtt/reracien p.^15
zu griech (ve)3i^pa(^ gestellt Ich halte diese Zusammen-
stellung für sehr gewagt, da der Anlaut N durch nichts
im Griechischen repräsentiert wird. Der Abfall des t wäre
denkbar, wenn das Wort zunächst aus dem Koptischen
entlehnt wäre. Vgl. Sachau zum Mu^arrab 62. Ein Zu-
sammenhang mit D^*^PJ Levy Nhbr. Wtb. DL 442 muss
abgewiesen werden, wenn auch ein alter Commentator be-
merkt: »Ich habe gehört, dass man so im Arabischen das
Podagra nennt und wer dasselbe hat, kann seine Hände
nicht bewegen'* denn abgesehen von der sachlichen und
formellen Schwierigkeit ist OHpl schon yon Sachs (Beiträge)
als yeuxipoq erkannt worden. Übrigens findet sich eine ziem-
lich genaue Transcribierungdes Griechischen in D1t3^NC31£)
Cirach) 1. DIpnjKUIS) =^iroiotypixi(; Midr. LeT. Eabb.
Beet 5 g^en Ende '13 n^DKT «nanO »*n »3lSy »Be-
dauemswerth ist die Stadt, deren Arzt (Agg. K^tO) ein
Podagrist (Agg. D'TJSTÖ) ist** — &kxJLS Dozy 11.396;
T. Eremer Beiträge 186 ist xifAifrif^ ^). — yy^^ Mn^arr. 25 ;
Dozy I. 84 (noch unerklärt) wird einer anun. Bildung
1) Ein angebliehet mraiUehet ^nrht •Higräne*' 'ArAch t. t. vht iit dueh
Correetar tos ^TiV'h^ in *01N'^:3 ni erkennen %\m mrmmiueJUt |A ^V
QU LagArde Pragfgrm. 33, 47 Ton der Worxel H^X «sptlten** wie p'«3biO
tu g-^^t ^u «Ixr fibenetzt sein könnte.
•:
1 f ;
265
^ • •• *
^linmo Ton IjJBi^ »unreife Traube" entsprechen. Manche
derartige (^ewichse entlehnen ihre Namen Ton Früchten;
▼gl- EjAg I ^&«w n. dgL
^Uy» »Pest** (mhd. 5ter&^< ; das grosse Sterbent as der
schwarze Tod »s die Pest) ist seiner ganzen Bildung nach
deutlich erst Entlehnung aus |l/">^ KSUlO. Auch die
T T
Beschrankung dieses "Wortes auf eine Epidemie unter dem
Vieh (£a^LiJ| ^ MjLt (sjy* (jrauh.) spricht dsSOi.
Durchaus fremde Form zeigt auch ^ykiSs »Pest" Agäni
XY. 16 ult. In den uns bekannten aramäischen Dialecten
entspricht aber diesem Worte nichts; es bleibt also wohl
nichts Anderes übrig, als anzunehmen, dass fJOi^ »der
Trager** zu einer bestimmten Zeit und in einem bestimm-
ten Dialecte die Bedeutung »hin wegtragend** oder »hin-
wegraffend**, wie vJuU^ »Pest** (woneben auch vJ.%L^)
gehabt hat. Oder könnte unser Wort yielleicht auch zu
jüd. Ijfl2 »durchbohren** gestellt werden? Dass es eine auf
arab. Boden entstandene Bildung sei, möchte ich nicht
annehmen, weil es kein Wort giebt, nach dessen Analogie
es gebildet sein könnte. Denn ü^^L^ ist wohl erst umge-
kehrt durch ^^Lk beeinflusst.
Der Name des Thierarztes %LttIS Näbi^ 5f 15; Kämil
495 , 6 ist aus l^matrpi^ (vgl. Sachau zum Mu^arrab p. 15)
entstanden. Über jLxäjb bemerkt Ibu Doreid in der (jam-
hara gJJCt ^y jdJuaX}\ JäiJ L^Sbi} mi^ yia^y y^^
In jüd. Schriften spaterer Zeit ist noch die volle Form
mit der griechischen Endung D*)^U^£)K erhalten, und be-
merkt zu werden yerdient, dass das Arabische auch noch
eine dem ursprünglichen iTxiarpJ^ genauer entsprechende
Form in Jg^ (durch zwei Verse bei (jrauharl belegt) er-
halten hat Dass dies etwa eine spitere ans jli4^ (nach Ana-
•^ ••.
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r.1,.
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':.•-.••••■■ .■-■■ - ■ •■• ■••'"• * "•••'■^*^ _.-.-;■ - .'-.■■■■•
. 266
■
logie Ton oyjt welches Gauhan als Paradigma aogiebt)
gebildete Form sei^ die nur zufällig wieder dem griechi-
schen Originale ähnlich sieht , möchte ich nicht annehmen*
Das Syrische kennt li-^ Payne Smith 514 nnd Ir^^d
Gast. 702. Die erste Form sieht mir nicht sehr echt ans; wenn
die Betonung der zweiten richtig und das Wort nicht etwa
Lehnwort aus dem Arabischen ist , was allerdings wegen des ^
ziemlich ausgeschlossen ist, so haben die Syrer , die die Ab-
leitung des Wortes nicht kannten , es als eine Bildung auf
Ära, wie sie in ihrer Sprache nicht selten sind, aufgefasst.
So ging dann auch das Wort in*s Arabische, in welchem
die Form JLaÄi überdies nicht ungewöhnlich ist , über.
%l^v »die Zange des Thierarztes** (»Maulkorb*' Elia La-
garde Praeterm. 40, 4) denominatiy IjC »mit dieser Zange
pressen** ist gewiss übernommen aus Jüd. ar. KT^7 »Pres-
TT-
ser'* (^JLrüch erklärt: »Balken-Hölzer, in denen man die
Kleider presst'*) syr. ]h] »Halskette" auch zur Wurzel *1T
»pressen" (hebr. TTO u. a. m.) Payue Smith Sp. 119 da-
selbst Z. 7 zu lesen Ijii^a^ »collare** für Por.
Den Ursprung des wahrscheinlich griechischen S«,sxJb
(Mu^arrab 29) zu ermitteln ist mir nicht geglückt Es
scheint eine Ableitung ?on TXixru zu Grunde zu liegen;
aber xxiyfia ist in dieser Bedeutung nicht Torhanden.
CHRISTLICHER CÜLTÜS.
•
Schon in der Apostelgeschichte 2, 11 werden unter den
zum Pfingstfest in Jerusalem versammelten Juden, die dann
nach der Rede Petri sich taufen lassen, auch Leute aus
•t
267 .
Arabien genannt. (Der Apostel Panloa in Arabien GaUter
If 17). Die Bekehrung Ton dreisrigtaosend Arabern macht
der Satan dem hl« Nonnos in den Acta 8. Pelagiae (ed«
Oildemeiater) 7 , 6 ▼. a. zum Vorwurf. Jedesfalle war das
. Christen thum, wenn auch nicht in der eigentlichen Region
der Wüstenaraber so doch am Bande derselben rerbreitet.
Im ^ira hatte das Königshaus sich bekehrt , und in Süd*
arabien war Ton Abessynien aus das Kreuz gepredigt wor-
den. Von dem Glaubensrouthe , den die südarabischen
Christen gegenüber der Verfolgung eines jüdischen Königs
betbätigten, wissen uns die Märtyreracten Rühmliches zu
berichten ^). So lernten denn auch die Beduinen manches
von dem christlichen Cultus kennen , und vor Allem natür-
lich erscheinen in den altarabischen Gedichten die äusseren
Formen des Christeuthums, die den Wüstonsöhnen in die
Augen fielen; Ton den religiösen Lehrsätzen dagegen, wie
sich erwarten lässt, nur wenig. Einzelne Dichter, die am
Hofe ?on ^ira lebten , haben denn auch Kunde von christ-
lichen Festen und Ceremonieen. Die Christen unter den
nördlichen Arabern (die Stämme ^^CLfr und iJjjT) scheinen
ganz eigene Wörter für einzelne Begriffe, die den alten
Arabern nothwendig fremd sein mussten, gebildet zu ha-
ben; andere dag^en sind ihnen von den Aramäern, die das
Christenthum zu ihnen brachten , zugekommen. So betrachte
ich denn als zwei echt arabische Wörter , die unter jenen
christlichen (Nord)Arabem entstanden sind, s^/JgK »Mönch** *)
und ijui^ »Kloster*'. v^J^K schon in den ältesten Gedich-
1) Vgl. Gaidi Im ktigm di Smmmg wnetm S BHk ÄnSm Rom ISSl.
2) Die MÖoche tragen h&reaet Gtwaad (^y«^, die Hofliuui Z D M O.
XXXII. 760. Ab«. % litehec geietreick tot dem Inabehea tbgtUttei hat)
dtt öftere vk Verglrieliea bei des tltea Dt^teni dieat Dtv. Had- tl, iS; ria
werden gewöhnlich tlt tUe Leatc» (D2v. Had S,S) die atMeatiich ror Fi
•ich xnr^khtlten. geeehildert.
!... .- ... . ; . . ■
• ^ ■■ ~ -• . • ' • ■ . * ■ ' ■ "•
268
ten (Amrullj:. 65, 2) hat im Arabischen eine ganz gute Ab-
Ifitong Ton v^j »fiirchten**! es bezeichnet den Gottesf&rch-
tigen xar* i^oxi^i es ist keinem der bekannten aramäischen
oder abessynischen Aasdrücke f&r diesen Begriff auch nnr
nachgebildet (Ur^^i^ ßipaxog MH? n. dgL) dagegen ist
die Wurzel \^s (Tgl. wSoi9^)) gewiss echt arabisch in der
Bedeutang »fürchten**. Die eigenthümhchen Bildungen aber ,
die unter dieser Wurzel auftreten ^ v&i*A0%t iVt^J (Eämil
11 1 3) au3Lj&% — [wozu man auch den häufigen Plural
\j^^) Gl. Beläd. s. ▼. JJLo ; 61. geogr. 25 1 (woher ^jxiiß^
gewiss nur grammatische Schulform ist) rechnen muss, —
können uns nur die alte Wahrnehmung bestätigen , dass
im Oriente die Sprache auch durch die Religion beeinflusst
wird. Es war unwillkürlich , dass diese christlich-arabischen
Stamme mancherlei Aramäisches durch die syrische Bibel
oder ihre durch*s Aramäische beeinflusste Liturgie in ihre
Sprache aufnahmen. Darauf weisen die aufgezählten ara«
mäisierenden Bildungen, Ton denen die erste und zweite
in WnnäOih ihr Aequivalent finden, hin. Die betreffenden
Formen sind alt, da sie sich schon im ^adit finden.
^y4^\ ist nun eine ebensolche christlich-arabische Bil-
dung, die l^nViü^ entspricht, &jJüJD% ist aber wohl nach
der Analogie Ton Sl^loO gebildet. Dass die im Innern
Arabiens wohnenden Juden gar keine bemerkenswerthe
Verschiedenheit ihrer Sprache Ton der der autochthonen
Araber aufweisen, kommt hierg^en, wo der unmittelbare
Verkehr mit aramäischer Bevölkerung und Geistlichkeit an-
genommen werden muss, nicht in Betracht. [Dass die Bi-
bel für die arabischen Stämme in's Arabische übersetzt
worden sein wird, darf man billig bezweifeln. Die Sprache
des Gottesdienstes war gewiss aramäisch, während einzelne
Theile der Liturgie Tielleicht in arabischer Sprache Torge-
1
tragen Mnirden]* Ebenso ist JiUJa eine ganz deatlich ara-
bische Bildung (das äthiopische 9Ömä*t Dillm. 1279, an
das man denkt, ist selbst erst Fremdwort ans dem Aza-
bischen) und es findet sich in keinem aramäischen Dialecte
eine Spur dieses Ausdrackes Tor. Ich denke nun, dass
Ibn Doreid Kit-^-üttii. 166, 1 unser Wort ganz richtig
zu «4^ stellt. Denn es scheint ursprünglich wirklich nichts
Anderes zu bedeuten, als »hohes spitzes Gebäude*\ TgL
ilal^« In ganz derselben Weise finde ich nämlich mj^^
»Kloster** abgeleitet Ton a^j »hoher Berg**. Ganz ebenso
ist Jül^ »Tempel der Christen in Syrien'* gewiss nicht
Ton Jü«^ »hoher Berg*' cet. zu trennen. [Dass die Klös-
ter gern auf Bergen angelegt warden, beweist auch A^ani
XIX, 92, 21 ^pJJI äiytu« ^i^ (5^ v^l;l* ^^ Letztere
ist wohl aus pers. ^JIjw ^nll. L 431 übernommen. Die
Grundbedeutung ist nach dem , was Ibn Dor. bei J&küt III.
790, 11 berichtet »Felsspitze, überhängendes Bergstück*'
(mit Beleg aus dem Hadit); das könnte f&r einheimischen
Ursprung sprechen, aber hier wird grade die allgemeinere
Bedeutung sich erst später entwickelt haben). Als »Thurm**
(oder ähnliches) wird es Jä|f:üt IIL 525, 9 erklärt Ich
würde übrigens meiner Ableitung aus dem Persischen eine
aus dem Römisch-Griechischen durchaus vorziehen; aber
»tribunal'* passt doch noch riel weniger. — Zu erklären ist
noch Sj^Ij »Kloster** (Mu^arr. 87), dessen Ursprung mir
auch in den anderen Bedeutungen ganz unbekannt ist.
Sollte eine Verwechselung mit täbör iSTI (Dillnu 560)
▼erliegen ?
Auf diese beiden Ausdrücke, die nun für den kureiüti-
schen Dialect gewissermaassen Fremdwörter sind , beschränkt
sich meines Wissens das, was Tom christlichen Arabisch
der Tormuhammedaniiehen SSeit übrig geblieben ist.
;.->;^^^
-- ,>-;^--
-Die nnn folgenden Ausdrücke sind d^egea »Ile dem
Aramäischen entBommen. «am Thdle noch nnerkannt
Xj^Ukt^ bei ÖawiliVi ZDMG. XSXm. 215; AmnJkais
b^^Goidi ZW- W/ p- 38 . »<> «J»* ^»^t als ganz arabisch
Uiutdelt'winl nn<t einen Plural JUt bildet) hat im Ara-
biachcB. «»■■ abg«ehen davon, dasa der Begriff den alten
Arabern BOthwendig fremd »ein mnsste, keine Ableitung,
sondeni i«t öberoommen aus il*=1 (Payne Smith s. t. and
t_.^ Aatwcb- opp. ed. Bickell. II. 302) . welches aach in's
Haa<li>>cli« (Nöldeke Mand. Gramm, p. xxis) als »b^TJ
ab««»g*ng*''> "''• ^"^ wan Jerliche , gewiss nar aof Tas-
blf eines nrspriinglich ohne diacriüsche Pankte geschriebe-
-J-ul beruhende Nebenform "Ar.jt findet sich Addäd
(Hottt»ma) 24, 6- Die Redensart ,^^*i*jll J^t verdient
im Übrigen bemerkt za werden; man darf sie natürlich
nur A***. aber nicht Ahtal (so Jäküt IV. TSl, 5) zuschrd-
b«a da AbW- ^^ selbst Christ war, wohl schwerlich so
rtwaa g«s^t haben wird. Eine echt arabische Bezeichnng
de* M>>ncbes ist. wie es scheint, auch ^^Jtī Amrk. 31 .
12. Man hat darin zu Unrecht einen Jerusalem walliahrer
■eh«ti wollen. Das gebt deshalb nicht an, weil der Name
"npsn ri*3» woraus später ^lVÄ^ für Jerusalem gewor-
den ist. ausschliesslich jüdUrh nicht ryrircli ist Die Jaden
»her sind in jenen Zeiten schwerlich nach Jerusalem ge-
wallfiibrtet. Im Übrigen nennt es A.'sä f,^^^.].
Eine den alten Arabern besonden auffällige Erscheinung
■ind die Laternen und Lichter der Mönche. Schon Guidi
macht Detia sede p. 38 darauf aufinerksam , dass sie in
alten Gedichten nicht selten auftritt. Einige von den bei
dieser Gelegenheit Qblichen Ausdrücken sind schon in der
Abtheilong: Eausgeräth aufgesäblt worden. Bier bt noch
S^uÄ hinzuzofügen Amr^. Mn'^all. 37, das gewiss ausaram.
.* .-•
• •
• T ' '
271 ; ..
l/jlSn erst überoommen ist, wiewohl es eine dorchaos
arabische Ableitang hat and in seinem lautlichen Bestände
gegenüber miS nicht die Spur einer Abweichung yon den
regelmassigen YocalaquiTalenten zeigt. Dennoch glaube
ich mit meiner Annahme Recht zu haben. Zunächst ist
schon das Schwanken bei der Pluralbildung , wo man jaLLi
und yjLu sagen kann , au£Fallig. Die erste Ansicht scheint es
zu «^, die zweite zu %lj zu ziehen. Auch dass Gauh. es
Ton S%IjXmI ableitet, kann auffallen. Endlich ist die Ent-
lehnung gerade dieses Gegenstandes mit dem Worte sehr
wahrscheinlich. Ein Leuchter ist in der That kein zum un-
mittelbaren Hausrathe gehörender Gegenstand , vor Allem
für Leute y die Nachts beim Scheine von Fackeln (Lyo^)
sehen und denen Licht und öl nur schwer zuj^nghch wa-
ren. Vielleicht ist überdies {«übt ursprünglich nur ein
»Leuchter in der Kirche** gewesen.
Neben den Lichtem scheinen den Arabern, die sich* an
plastischer Darstellung menschlicher Gestalt gewiss nur sel-
ten yersucht haben , ^) am Meisten die Bilder in den SIlös-
tern und Kirchen, die «ixJv«« , imponiert zu haben. Durch
eine grosse Zahl ron Belegen kann man zeigen, dnss die
Vergleichung der Geliebten mit den »Bildern** ein stehen-
der Typus in den Gedichten ist , der später gewiss auch Ton
Dichtern angewendet wurde, die niemals Gelegenheit hat-
ten , derlei Bilder zu sehen. Ich kann folgende Belege
geben: Amrk. 17,6; 20, 11; 63, 14; 64, 7; N4biga 7,
16; ^amäsa 506; 614; Ag&nl IIL 151, 13; IV. 49, 18;
XV. 134, 16; XU. 86, l; XIX. 102, 12. Kämll 370,
9; 378, 12; 460 nll; Dit. Hnd. 90, 14; Be^rt 568, 14.
1) Fär dit tp&Ur« Zeit vtrf Idehe an i. B. dit Jlküt I. SSO abvikCirttB
Vene. So s*l^ea drai ueh di« chiitriwhCT MAkraicB a1« lifiAtt muidcrbar;
Tft*ilibt «L d« JoBg 1S7. Vgl. Bueh HuMdiat «d. ds Ooig« 186 ff.
. •
«-■*«wwk« ' .^a.»««««
• -•* •* •T'* ■ ^ « IUI ■ > fc»» I Ulli»— JhJfci
I.
.• ■ *
272
** rr ' .;..
".. ■ • "i ^-
Sie waren aus Marmor Näbiga 7, 16; Elfenbein Eämil
460 Uli; aus Gold Agäni XIX. 102, 12; 6auh. s.t.(J^i.h>
(Tab. in. 847, 7).
Das häufigste Wort für diese Bilder ist &x«4> Plur. ^S
Im Arabischen hat es keine Spur einer Ableitung, da das
Yerbum Lo4> nur als Denominatir ron ^4> »Blut** entwickelt
ist. Da nun auch der Begriff den Arabern fremd war, so
ist es Yöllig sicher, dass Ha/oO erst aus dem aram. |^loo9
eigentlich »Ähnlichkeit" dann »Bild** (rgl. Payne Smith
p. 913) targ. |'K2"1 Jud. 17, 5, wozu Leyy alleriiaud
Falsches häuft, übernommen worden ist, wobei wieder der
syr. Stat. emphaticus durch das Femininum wiedergegeben
wurde (Hoffmann ZDM6. XXXII. 760 paenult.). Nach
dem hier Gesagten ist Oslander in ZDM6. YII. 505 zu
berichtigen. [jIa^ scheint eine echt arabische Bildung yon
Jljuo zu sein, wie auch äthiop. mesl >Bild*'].
Dagegen halte ich wieder für ein durchaus aramäisches
Wort das später so sehr beliebte HT^ davon %Lo Ädddd
(Houtsma) 24; Zuh. Append. 19, 5 das ursprünglich ge-
wiss wie Agani XIX. 102, 12 nichts Anderes war, als
ein Heiligenbild ^) übernommen aus U^o^ >Bild, Malerei'*,
wenn ich auch nicht ganz sicher weiss, ob l'^o. direct
Ton Heiligenbildern in der syr. litteratur Yorkommt. Im
Arabischen hat unser Wort keine Ableitung, yielmehr ist
syßO DiY. Hu(}. 90, 14 sicher erst denominativ daron ab-
geleitet und diese beiden Indicien allein genügend, um die
Entlehnung sicher zu stellen. Das Wort ist deshalb so
interessant, weil es später (yielleicht auf gelehrtem Wege,
nicht in der natürlichen Sprachentwickelung) die Bedeu-
tung: »Form** im Sinne des aristotelischen ilio^ angenom-
1) Allardingi heiiwB ao aoeh die OdUea in dtr Kai« Oawlllkt MoiigttL
Foneh. Ul olt.
. Jd.^*««- a.^B
cm* - ' ■*.-a_^^
:_ «^ ..r_-.^^
■ — * • ' ' I irrfJ
' ."• 'V:* wJ«o l»t- Auch ^ter kommt es noch im Sinne Ton Bild *^!^^^^:^.
Tor, man Tgl. Doxy I. 852 nnd numentlich die Redensart ^.
i)yc l^jli^ ^■^Äjuo^ t was sich wörtlich in's Deatsche übertra-
gen läset durch: »eine bildschone Sklavin**.. Neben 7VW!S
gilt auch M3pm ^bb. 149« , 9 a. £ = Tosephi Sabb. XYIII.
1. Dies ist mit einer Yolksetymologie , der die häufigen
Zusammensetzungen mit V*T = iuo zu Grunde lagen , aus
tlxiva statt K3pV gebildet \1dq^ aber hat das Syrische ,
und nach einer der schönsten Combinationen Nöldekes geht
das altarabische ^jjjL »deutlich**« »klar** (schon in den
ältesten Gedichten) auf dies Wort resp. auf ein noch zu er-
mittelndes jl ^n^ zurück , so dass die Grundbedeutung wäre
»bildmässig**.
Zweifellos bezeichnet ein solches Bild ursprünglich auch
11^ 'Antara 16, 3; J&küt III. 661, 22; 665, 9. Auch
dies Wort muss aus KO /V palmyr. De Vogu^ Syr. Centr.
1,1; III; XXin, 1, jSnS. übernommen sein, woneben die
Yertauschung der beiden Liquida in der Nähe des M
durchaus unauffällig ist, da die Wurzel ^JL« »schnitzen**
(ein plastisches Bild) auch im Arabischen Tertreten ist;
Südarabisch ist ^. ; häufig in den himjarischen Inschrif-
ten |nV Ober den Unterschied zwischen beiden handelt
Ibn Dor. Kü'^i^tijf. 302 paenult. Der Ursprung des schon
den Arabern (Mu^arrab 74) als fremd bekannten ^^v wird sich
erst ermitteln lassen , wenn die Bedeutung ganz sicher gestellt
ist. In den ron UawäL angeführten Versen ist es der Name
des Götzen ; nach anderen (Jä^^üt L 960 , 2 ff.) bedeutet es
aber einen Ort, wo Götzenbilder aufgestellt werden nnd
Jäküt selbst hält es wohl für einen Ortsnamen, ^j Vul-
lers n. 179s5^^jL« scheint nicht sicher g^nug, um sich
darauf zu stützen. %•% könnte IT sein«
[Hier tage ich bei, dass JCz^ mit seinen Nebenformen
IS
• • * ■
'.%'^''C^^'^' -^^yS^ nicht gut etwas Anderes sein kann, als eineEnt- V ^'-- I
lehnong ans aram. K^HS) (pers. amu patkar). Die Er-
klamngen der Araber sind wohl nicht ganz zutreffend],
um nun zu den Yersammlungs- und Bet-Hänsem überzu-
gehen I so f&hren sie natürlich alle fremde Namen. Zunächst
erwähne ich als eine noch unerkannte Entlehnung ol^sxf
als südarabisch deutlich in J( y)l v^jL^k^ Amrk. 52 , 33 ;
Mu&44aUjjät 11, 13; Diy. Hud. 90, U; Eämil 378,12;
460, ult. und Koran, das zweifellos erst aus äthiopisch
mek^^räb Dillmann 836 übernommen ist. Nur bei der
Annahme einer Entlehnung ist die Möglichkeit da, die Ab-
weichung Yon der üblichen Lautentsprechung zu erklären.
Dann ist natürlich auch nicht mit Dillmann mek^^räb
zur arab. Wurzel V;^ zu ziehen, deren einziges hierher
gehöriges Derirat eben t^Ls^uo ist, sondern \^\y^jf ge-
hört zur äthiop. und arab. Wurzel v^«5^ zu der yermuthlich
auch 0^3113 zu stellen ist.
Die Kirche LLu Agäni IH. 16, 12; Y. 142, 5 a. f.;
XV. 7, 5a.f:; XV. 133,7; Div. Hud. 3,5 ist schon durch
die Lautrerschiebung als aramäisch gesichert» Denn aram.
lASiO >Ei** dann »Kuppel" entspricht arabischem L^Ij ,
also muss &juj fremd sein.
"- s
[Wohl nur missbräuchlich findet sich JSjuj einmal (Agäni
XIX. 97 , 11 a. f.) Ton einem jüdischen Bethause gebraucht.]
Natürlich ist auch (}X2i als »Kirche**, wie es yon A^iä
ZDMG. XXXIII. 216; ^Antara Appendix 16, 3 gebraucht
wird , sicher erst aus ILa^oi übernommen. Ich möchte aber
glauben, dass dies Wort überhaupt nicht arabisch ist,
sondern ursprünglich »grosses Gebäude** bedeutete, und so
erst auf das Kameel Amr^r. Mu^all. 17 übertragen worden
ist. Ich werde in dieser Vermuthung unterstützt durch
Tebrizi zur Hamasa29, 5 »UJI ^ «JLol f^S^^y ^'*
\
i
*
■wA A^- 1^ . . %. ; ^M ^ .*
•i
»_-•■-_.
»■■sf^' *.* «-.r*»'
275
;i»- '*
» ^
den Ag&m YIII. 61, 14 a.fl wo es heint p^Jh^JI JJu^
JXl^Ü ^^LoJI tÄAA^ ^ «Li^ ^iMJI ^j^ Jh^aä v:)^
Man Tgl. daxa AmrV* 40, 7.
Daes LIa»? E&mfl 485, 5 (Jä^t 17. 814, 7 epedeU
jüdisch) aas KnÜTlS (nicht l>iMn ygl. Goidi AlewH ot-
jertHtsum« p. 3) übernommen ist, bemerkt schon Frejtag.
Die Entlehnung ist sachlich und sprachlich sicher. Die
Wurzel ^yj^ hat im Arabischen ganz andere Bedentong.
yMjJLi , später in die Analogie . Yon Juiti gezog^ und
y ^ ig gesprochen (Jä)<:üt IV. 170, 19), ist schon ron
Nöldeke Sauaniden 201. Anm. 1 als UxXn^la erkannt
worden. Die Etymologieen der Araber dafür giebt Jit:üt
11. 171. Es ist kaum direct aus dem Griechischen in das
Arabische gekommen ; die aramäischen Dialecte haben aber
nichts Entsprechendes.
Übernommen ist der Name des EQosters oV i^ IL 639,
6 aus Ir^? ; daher dann mit aramäischer Nisbabildung JA^S
=UJj^9. Über ^J» Mu^arrab 126, das als persisch ans-
gegeben wird, Termag ich nichts zu sagen. Mit Lj^oo
(z.B. lAiSn? i^os) PSm. 1715 wird man es schwerlich
zusammenstellen dürfen.
&JÜ» ist schon längst als lAiSn Cast 798 = mTJJw er-
kannt. Ober _ ^=> lii9ao ygL oben p. 30.
^v s ^ • ^
Schon die Araber erkennen iimjlmJ 9 ilj A^ni IIL 151 ,
13; XYI. 45, 8; Bet^i 215, 4, 376 ult als EnÜdinung
aus |äi^ n , woTon xptcßinpo^ bekanntlich erst die Über^
Setzung bildet lüifc^ selbst ist aber wohl erst nach dem
Vorbilde des hebr. |pT, D*3pT gebildet.
Bekannt ist femer die Entlehnung ron vJUlII fttis ix/tf*-
Koxoq durch Vermittelung des Koptischen (Sachau zum
s «.
Mu^arr. 62); ^jjül^ aus M^tAixoV IniSoAo (über die
.1 «'^ '-'-^ >- -"--^
LlU
l'T \\'\ Ulllii
rf^MMl^h
»4 . -« • K
durcli Tgl. Hamüsa 244; Nüldeke 3/iinr^. -
Cnimm.p.38. Anm. 2 ; Hoffmaon Z D M G. XXXII. 748);
Ton .'1 » U» aus rxrpiipxi^ (sehr wohl voa ■^jiTpixio: iZjJbJ
unterschiedeD). Deutlich ist ferner .j^Ll »Inspector", ent-
Icbot aua U&^^'O'i atJioQ durch dia Form und das Heraus-
treten aus der Lautverschiebung als unarabisch gesichert.
,j- 1 ,i4 iDiacoQua" (schon als Name in alter Zeit bekannt)
Ibn Dor. Kit-al-iStik. 2GS , 12; Plur. ^j«xL-i Jäk. H. 830,
5 ist entlehnt aus Ul=l ; ^_^l-k«. aus ^=^,1-^ PSm.
2086. Aber jjtj und Nebenformen Mu^arr. 151 ; Gl. BelLi(j.
109 sind noch zu erklären. Das Kreuz ._*-J-i Nibiga 2, 10
ist bekanntlich durch Vennitteluug des aramüischen L ?^ * S ,
N3'7V aus pera. [ .^ ^ \ y entlehnt. Darnach ist Gesenius
Hwb. IX. 710. Sp. -i. Z. 15 a. f. zu berichtigen. Die Wur-
Bel .„wLö ist aber auch echt Amrk. 55, 11.
Deutlicli ist die Entlehnung des ^«Su des Holzes, mit
dem die Christen im Oriente auch noch heute zum Gottes-
dienste rufen, (vgl. de Vogue in der Revue des deui mon-
des 1876 I. 307) und welches Muhammed eiue Zeitlang für
seine Gläubigen adoptiert hatte (Ibn Doreid Kit-at-i£tiJf.
p. 268 unten) '^Äntara App. 5, 1; A^ääbei Gauh. s. t. (\»;
derselbe ZDMG. XXXIII. 215; Div. Leb. 137,12; A^i
XIX. 92, 23; Bekri 215, 4; 300, 5 (u-ajI^j Name einer
Melodie Ägäni III. 97, 15) ans 1-*.=j=J »der Klopfer".
[Hier verdient bemerkt zu werden , dass der Name ^jSJi
schon vorislamisch ist. 'Adi Ibn Zeid bei Bekri 233, 13].
Ton Namen der Feste halte ich für übernommen J_i£
Kämil 137, 12; Arorult:. 4, 43; Agäni 133, 7 aus 1?Li;
im Arabischen hat es keine Ableitung, bildet Denominativa
und ist zunächst von beschränktem Gebrauch, ^.^ai Tab.
l. 987, 17 {BeJädori 112, 4); Beljri 370, 12 ist natflr-
;»-"
^
*V ^'^rA^' lieh , lehnaog «na L»^. Diew Umgestaliang des nr- .^rr ^ xK-^
*;.• ' ' /^ sprünglichen HOS kann man dem Omsiande znschreiben , ' * "^ v%
dass die Volksetjmologie (Tgl. Opuse. Nestor, ed. Ho£Emann
133, 21) einen Anklang an Uj3 »Fröhlichkeit" suchte,
sie ist aber auch rein lautlich dadurch zu erklaren , dass
der harte Lippenlaut auch den folgenden Laut rerstarkt hat
So hat sich o' einem Yorhergehenden griechischen « assi-
miliert in i-ao.i^y 6^1 VIS = TrpoVtfrffv ; einem nachfolgenden
(überdies durch Assimilation rerstarkten) « in | i In •»> »«
9VfA^6t¥i» Dan. 3, 5; 15.
(jXl »Auferstehungsfesf* (6e]cri 370, 12 dort lies
ijCs^lLi». för jiXi^Lltt) ist deutliche Entlehnung aus InS'^ry
Gast p. 600, was schon die Araber wissen ; Mu^rrab p. 88
und 42 ; ygl. auch (jrawäli^ci Morgenl. Forsch, p. 151 , 7.
Ein sehr schwieriges Wort ist c^«xü. Ich möchte zwei-
feln, ob es wirklich in dem Verse Näbiga*s iPassah** be-
deutet. S[lar ist durch den Wechsel zwischen vsi^ü vi^a^l^
in der arabischen Tradition , dass ein aramäisches ^ H zu
transcribieren war, so ergiebt sich denn als das syrische
Aequiyalent l^a^^A* Wieso aber grade das Osterfest spedell
das »Gebet'* genannt wurde, weiss ich nicht zu sagen.
Ich kann nicht entscheiden, ob L»«^ Gauh. s. t. ^üs; Ihn
Dor. Kü-alüttJc. 89 , 4 auf jüd. KH^Iiy oder sjr. )Aoo^
zurückgeht In correcter Sprache darf man, nach einer
Bemerkung ron Ibn Dor. in der Gamhara (Cod. Lugd.)
s. T., keinen Artikel davor setzen (anders Gauh.). Als Beleg
dafür citiert er: J^Ual^ ^ir^ f^yi^ ryi' ^^^^Q^ wird,
wie ich glaube, wieder die fremde Herkunft angedeutet.
Doch f&hrt er auch 2 Verse an , in welchen Jkj%yA mit dem
Artikel vorkommt.
Hierher gehört ^4> übernommen aus m^?; ^^wJLjuJI
»Palmenfesr ans »J^a^tl resp.U^^o); ^yjXjTJUfdt U.
#
«
»
G58, 9 = U<3-*l0. Zwei Namea der Hostie siad (bei Doxy
nicht erkannt) fremd: ^L^^^Ll^icA und .^Lj = U='^1
Von einzelnen aus christlichen Kreisen eingedrungenen
Wörtern erwühne ich noch (».j*'-i Ä^äni III. 15, 7 aus
lädlaJ viftos; ejiJÜzu ti=ii; i^^ zu UicÄ,; J^i^
aus Lilu Nöldeke in Monatsberichte der Akademie der Wis-
sensch. za Berlin 1S80. p. 764.
Zum Schlüsse möchte ich noch eine Vermuthung über
das räthselbafle ,^.i:li Mu'arrab p, 150, daa dort für per-
sisch angegeben wird , wagen. Im Persischen scheint Nichts
tn entsprechen. Ich vermuthe aber, dass in diesem Worte
Tielleicht yvuirTiKÖ: , dessen Gebrauch man dem Ädi ihn
Zeid wohl zutrauen kann , erhalten ist.
Für die von Muhammed aufgenommenen im Korane znerst
Torkommenden Lehnwörter, die nicht als Lehnwörter schlecht-
hin zu betrachten sind, verweise ich auf meine Abhand-
lung: De Tocabulis in antiquis Arabum carminibus et in
Corano peregrinia {Leiden 1881) p. 19 ff.
STAATSVERWALTUNG.
Ich zähle zunächst einige römisch- griechische Würden-
namen auf. j-ioaJ Bekri 278 , 3 a. f. ist zunächst aus aram.
lO'p jHiii in's Arabische übergegangen. Es ist selbstver-
ständlich, dass hier das griechische K«rir«p, nicht das rö-
mische Caesar zu Grunde liegt. Da das regelmässige Ae-
quivaleut eines aramäischen -^ D im Arabischen j- ist ,
so muaa man die Verwandlung desselben in ^js als eine
lautliche Eigenthümlichkeit des Arabischen erklären. Es
# .
279
^. .., •
hat eine AnähnUchQng des Zischlautes an den Torherge-
henden emphatiscben Palatal stattgehabt. Dem steht nicht
im Wege, dass das rermuthlich auf anderem Wege einge-
drangene &j%u1a* Dozy IL 432 == xat^apiT» den einfiichen
Zischlaut erkieli
yMb4fJ? Mu^arrab 117 ist bekannt als Entlehnung Ton
^sLosj? Land AnecdotaSyr. III. 127, 10. (jawäli^ MorgenL
Forsch. 142 warnt ror der Vulgarform j-i« und bemerkt,
dass der >comes'* einige 30 Leute befehligt. »Comes** ist
wohl auch Ab6d. Zär. 11« Z. 7 MQ^pt das sonst als D^OIp
in jüdischen Schriften nicht selten ist.
^^ Ibn Hü. 511, 15; 628, 2; Ag^i XX. 7, 19
ist langst erkannt als Entlehnung aus ^-a^j^ (rpHüS))
=s Txrplxto;. Die Vocalisierung des Wortes richtete sich
nach dem in der Sprache auch sonst üblichen Schema
JüJLai (wie sJL^J^) ; ursprünglich mag man aber Tielleicht
batrik gesprochen haben. (Ibn Dor. Kit^^i^tü^. 258 , 5 a.f.).
Dass das Wort eine alte Entlehnung ist, beweist der Plu-
ral (|^%U3J. Bemerkenswerth ist die Notiz (jkwälitl*s
Mu^arrab 33 zu diesem Worte, ^jo Jol kennen schon die
Araber (Mu^arrab 19) als fremd 3= tribuntu Sachau zum
Mu^arrab 11.
Hier kann man auch noch die Übersetzung einiger 16-
mischer Ausdrücke erwähnen. J^tj Belä^ori 109 , 14 ist
die Übersetzung von dux] cLm» Übersetzung TOn curaar
im technischen Sinne.
Zu diesen bereits bekannten Wörtern glaube ich nun ein
interessantes hinzuf&gen zu können , nämlich «UaJjU», das
schon die Araber Mu^arrab 88 als fremd kennen. Neben
dieser Form berichtet (jkwäli^ auch noch ^^JoLm. Sachaa
zum Mu^arrab 42 will diese Form als Umstellung aus JJomi
• I
■• ,
W-i
J%f •
•\yx'^f^. - '^ ^^
iiti^^C^:! erUiien. 'Ich glaobe, dus onaer Wort nicht« weiter ist, -!>x''-*'^v1\'i
^.-''/^''Vals eine Umbildung ron ^iKfnrapm Becretarios. Wennancn '^ *"'
als Titel nor a ucretU beliebt ist , so findet sich doch aach
niianpCK in jad. ar. Schriften Perles Etym. Stud. 116.
gȆ^ (Mu^arrab 152, 12 N. pr.) hat schon 6. Hoffiomnn
Glossar zu den Hermen, p. 200 s. t. «xoJj^ ans Uo^i^ ab«
geleitet. Dies aber ist am Besten mit Nöldeke ans rpivoog
zu erklaren. Und auch ^U«i >L5we'* mochte ich nicht
mit Ho£Fmauji zu einem semitischen Stamme yM*i ziehen,
sondern es lieber fOr identisch halten mit unserem Lehn-
worte. Derhn Übertragungen sind bei Dichtem nicht selten.
Aramäisch ist wohl auch c^ »Trabant** (im Arabisehen
ohne Ableitung) entlehnt aus *pi^^ »Schleuderer'* was
ich allerdings nicht belegen kann. Im Äthiopischen g^t
l^ael^^ Dillin. 414 als »Diener", aber die Form des arabi-
schen Wortes erregt doch Verdacht gegen die Echtheit. Hier
erwähne ich noch ^L^s^jS Buhäri I. 358, 1, das gegen
|lV> ^^A^ und |D2"1inD doch etwas auffällig ist, da es
wohl nicht direct aus dem Persischen in*s Arabische ge-
wandert ist. Es wird Ibn Dor. Kü-^-iäti^. 238, 2 als
N. pr. aufgeführt, ist aber doch wohl nur ein Beiname
gewesen. Eine merkwürdige Theorie über die Abstammung
g^ebt Ibn Dor. 1. 1.
SJüJüo halte ich nicht f&r echt arabisch, sondern fi3r
übernommen aus l Al i |Sn KH^nO. Das Wort hat im Ära-
bischen keine Ableitung, da die Wurzel rjJS da niemals
»richten** bedeutet [Denn auch der alte Name ^G4> Ibn
Dor. Kü-^üti^. 238 , 1 2 wird aus P^ entlehnt sein ; mit
Sicherheit lässt sich das TOn ^Go tds Grottesname ((jauh.
s. T. ^4>) sagen. Über die rerschiedenen unter dieser
Wurzel zusammengefallenen Wörter siehe jetzt auch Nöl-
deke ZDM6. XXXVIL 534 (Omndbedeutung ischnldig
.'■ • i
.♦ . -*.
281
seia")]. Wohl aber ist niHO U^U^le > der Gerichtsbezirk".
Auch das eigenthamliche Schwanken der arabischen Tra-
dition in Bezug auf die Nisbabildung, die "Ljjüe neben
IajcVJ« gestattet , als wäre es eine Bildung ÄJUxi ; ferner die
Bildungen JiJu« nnd ^Jü0 (beide denominatir) sind Gründe,
um unseren Verdacht gegen die Echtheit des Wortes zu
starken. Nöldeke (brieflich) verweist noch auf die Bildung
yjöut; doch auch sonst hat die Sprache gelegentlich ein
solches ^ als Radical behandelt z. B. ^jjua von ^jjuua =^ V^^*
Auch xjJi wird yon Gauhari für ein jeraenisches Wort
erklärt. 2iS »Dorf' soll schon in einem Ausspruche Muham-
meds (Mu^arr. 129) vorkommen. Es ist sicher entlehnt aus
li-c^ , 133. Schon die Araber weisen es dem syrischen Dia-
lecte zu {Caphraena Plin. 6, 119 = 11^ '^:^ »Quelldorf').
Jfiib Tar- 5i 21 ; Ja|c. I. 809 , 22 (?) nach Gauh. g^LsvÄÜ
!j»^pj %ljJI _3 aLÄ.*AiJf ist zweifellos nichts anderes, als
S*i:?3 'Arüch (U,'— s Martyr. 11. 140 IjL:^^ häufig
Nöld.) d. i. 'j:\0Lrilx platea. Es hat sich, wie es scheint
aus dem Begriffe der »Strasse*' der Begriff des »Pflasters**
losgelost (ygl. auch Gl. geogr. 198. lSJa!kj »Stein'*) und
dieser ist dann speciell im Arabischen erhalten geblieben.
Natürlich sind dann hJu und hX» als Denominaüva zn
9 ^
fassen. Um sachlicher Gründe willen mochte ich auch v..Ä^r,
ülIoC »Piaster** für entlehnt ans dem aram. Äquivalent ron
nSV"^ halten. Auch der Ortsname üLc^ scheint ursprüng-
lich nur in aramäischer Gegend zu gelten. Im Äthiopischen
fehlt die Wurzel ganz. jmU^O »Gefangniss** Be]qri 358, 9
ist als iiifjtovtGv schon erkannt Die Vermittelung bildete
pDOn Fleischer zu Levy TWB. o)*^, (JsJO »fesseln"
kennen schon die Araber (Mu^arr. 52) als entlehnt. Vgl.
Nöldeke ^fatld, Gramm, f p. 60. Das unerklärte ^juptk-K-Jf
282
scboa bei 'Adi ibn Zeül Agaai IL 27, 9 halte ich fär
*KeÜTrut (xeurTxiix ist als technisches Wort ans dem La-
teinischea abernommea).
Ohne Ableitung im Arabischen ist auch ^ifio nach der
Erklärun«; des Kamüs »zwei Hölzer, zwischen welche die
Schenkel gepresst werden" (Jaküt IV. 989,22 als Folter).
Man muss es zur Wurzel prn >> pressen" stellen. Der
Wechsel zwischen m und H deutet «larauf hin , dass es ein
ursprünglich im «Irak gebrauchtes Wort ist. Die nabatTii-
schen Bauern haben die persische Folter einfach als » Presse*'
bezeichnet. Auch (SJßJ »Kieger* wird zu eben dieser Wur-
zel gehören.
&ÄJLi hatte ich yersucht mit palaka (Rubens Duval
U's (lialectes ntoarajneens de Salinnas Übers, p. 18. Anm. 4)
= ni). ^LaJü zusammenzustellen : aber nach Nöldekes rieh-
tigern Einwände würde man dann ulU oder Ahnliches
erwarten; er erklärt es einfach als »Spalte", Es entspricht
hebr. "ID.
^^dsu iLoajOLj »Grenze" wird schon von manchen ara-
bischen Philologen (Mu^arrab p. 38) als unecht angezweifelt.
Wiewohl Gawaliki ihnen widerspricht, ist diese Ansicht
doch richtig, da das Wort im Arabischen keine Ableitung
hat und überdies durch das Schwanken der Tradition übe*
die Aussprache und Bedeutung und durch die Bildung deno-
miuativer Yerba sich als unecht ausweist. Es ist entlehnt
aus lifli-^ X::^nn. — is^L^ »Messung" Tab. I. 961, 16
hat im Arabischen keine Ableitung, und auch sachlich liegt es
nahe , es für entlehnt zu halten aus U ür iV jüd. nsri1:79
Leyy Nhbr. Wtb. III. 244 (also das o in dem syrischen
Worte wohl mit oberem Punkte für ursprüngliches * JA m\'n)*
Ob |ü^**^n »Kulber" nicht doch fJLOvxo^ ist? Denn Yon U^aIo
»Ol, Fett" scheint es doch keine Ableitung zu haben.
Jjuo . das die Araber wunderlich genug erklären , fdauh.
283
»meweit sich der Blick erstreckt") kaan uatürlich nur ron
mille (urspr. passus) abgeleitet werden. Die Audüsuug der
Verdoppelung in einen langen Vocal ist schon im Jüd.
aram. (S^3 Levy Nhbr. Wtb. III. 101) und syrischen \LLs
Yollzogen. Das wurde spater auch auf den Meilenstein
übertragen.
Hierzu gehört aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch
Ajji »Wegweiser". Man kann es nicht gut zu ^Lä, *^
stellen, da dergleichen schwerlieh in iler Xacht erleuchtet
waren: vieliurhr winl es mit volksetviuolojfischer Auleluiuiiif
an diese Wurzel aus :JLikix:iZ'j •» Meile uzeiger'' (»utlehut sein.
Di<» Post Juyj hat schon Frey tag richtig aus reredn.^ •) Post-
pferd" abgeleitet. Es bezeichnet daun auch :> Poststation"
= 12 Mil (Gaub.) und den Courier selbst.
•>Steuern eiunehmen'* ist im Arabischen mehrfach mit ent-
lehnten Wörtern bezeichnet. Für verdächtig halte ich a?-
Agani VII. ö5, 13, welches meines Erachte ns erst Denominativ
von 'iJu^ ist. Dies wird aus I^waä^,^ (jüd. *N3i) erst entlehnt
sein. Vor allem ist es das sachliche Moment, das gegen
die Echtheit dieses Wortes spricht. Im Äthiopischen ist
allerdings die Wurzel sehr beliebt. Sieber aber ist die
Entlehnung von ilXo Mu^arrab 66 paenult.; Jäljnült IIL
288, 13 »Steuer" aus irrr^Sn; schon die denominative Ab-
leitung des Verbums y^lCt genügt, um die Entlehnung zn
beweisen. (Der echt arabische Name des Tributes ist iSj\
Jä'kübi I. 335, 9 und ^S eigentl. »Schuld" Kamil 277, 13).
Allem Anscheine nach ist auch das persische ^1«^ (J&^t
IV. 460 , 14 einmal durch Verszwang ^^) zunächst durch
aramäische Vermittelung zu den Arabern gekommen. Jü-
disch K313 ist sehr häufig (schon im Targüm). Für &jy^ setzt
Nöldeke Sassaniilen 241 Anm. 1 als aramäische Grundfurm
gezith(ä) an. (Doch findet sich 1^]^^ nicht vor Dionv-
284
Sias TOD Telmalire Assem. Bibl. Or. II. 104 und nach dem-
selben Barh. bist. eccl. I. 361. Nöld.).
iJlls »einen Fiirsten mit Freadengeschrei empfangen**
(Belaijori 131, 3 a. f.) ist natürlich nur Ableitung yon xx^
A^^ , das auch in*s Aramäische als D vp und «£2^;^ (jr .r; ^}
••I •
übergegangen ist.
^-j ist entlehnt aus ll^^o D^3'p^3 {hiicina). Dass
Mu^irr. 30 durch aramäische Vermitteluug aus pers.
entstand, hat schon Nöldeke ZDMG. XXX. 418
bemerkt: ijo kennen schon die Araber (llu'arr. 30) als
fremd; sie suchen es allerdings aus dem Persischen zu er-
klären. ßapßuTZ'j fehlt übrigens in den aramäischen Dialec-
ten. Der Ursprung von «^^0. das man kaum von der
Wurzel ^\ »glänzen" ableiten kann, ist mir dunkel. >^I^
Mu'^arr. 94 muss allerdings mit auäälligeni Lautwandel aus
K*113^I7 entlehnt sein, oj »Pauke" ist wohl Entlehnung
aus S2in Us-^; Jli aus S^Di: (i^' Lagarde Ges. Abb.
201; ..vJs zu np.
Merkwürdigerweise haben die Araber den Räuber, da sie
doch selbst eine Nation von Räubern waren, (*^37 Gen,
XXI. 13 übers, das Targüm 0*^120^ *13/; milyorum rapa-
dum similes (Ammianus Marcell. XIV, 4, 1; Ketuböth 112^
(Rauber)) mit einem fremden Namen ^>^. ^JQi aus A^o--
rsf^ benannt. Zur Assimilation vgl. Guidi Della sede 16.
VARIA.
ÄAJ% »Himmel" ist gewiss entlehnt aus sy^PH. Bei
Oauhari wird es schon aus dem Hadit beleiht; es kommt
auch wohl nur in dieser theoloüfischeu Spraclie vor. Um
285
zuuäcUäi uucii vou eiuigeii ^'uturerscheiDungen zu sprechen ,
so scbeint ^^Ll in eiuem oft citierten Verse des Umajja ibn
Abi Salt = ♦ps'x::, wiewohl sich diese Form nicht findet
Sie kann auf einem ^lissverständnisse des Dichters beruhen
oder anderen ihm bekannten aramäischen Bildungen ange-
ilhnlicht worden sein. äJÜD = halo ; ol «jüo und Neben-
formen Kiimil 464 ist wohl besser mit Fleischer zu Levy's
106 zu *il;5^ als mit Noldeke J/r/m/. Gramm, p. xxx zu i>ip
zu stellen. «Sj\ »Wind" (liA-o Gawal. ilorgenl. Forsch.
139) Mii^arr. 05 ist entlehnt aus XpV (targumische Über-
setzung von rrn).
Bedenken habe ich auch gegen die Echtheit von j^ , das
Guidi Della sede p. 7 als echt in Anspruch nimmt. Die
Araber können nur sehr wenig yon einem Strome wissen ,
da sie nur ^<^^^^ und JuL^ in ihrem Lande kennen. jAj
aber ist ein grosser Strom und ich glaube, dass die Ara-
ber diesen Namen von den Euphratanwohnern übernommen
haben werden. SJl^ »Ufer** ist schon den Arabern (Mu^arr.
48) als fremd bekannt; jüd. H^M.
So ist denn auch wohl sC^Ji (das nicht direct »Brücke'*
bedeutet, sondern jeden »Pavillon** (Bogen) Eamil p. 58;
Jäküt IV. 187, 10; Mufa44alijjät 10, 9) kein echt arabi-
sches Wort; indessen das Original ist noch zu ermitteln.
Es konnte wohl dem Romisch-Griechischen entlehnt sein.
An nnctura woraus franz. ceinire lässt es sich nicht an-
knüpfen, weil es lateinisch ist. Bedenken habe ich auch
gegen die ursprüngliche Echtheit von yjl^ , ^^«L^ »Brücke*'.
]hz^LA allerdings, das man dazu stellen mnss , scheint ans or-
sprünglichem He^ (mit Assimilation des .^ an das ^) ent-
standen zu sein, wie denn auch 'Irüch s. t. Ü^y I. bemerkt:
p nrX SlIJO^ XlVja. Vgl. auch Nüldeke J/and. Gramm.
41. Anm. 2. So darf man also auch im Arabischen (vgl.
28r>
11J73) ursprünglich eiu ^ erwarten. Aber die Wurzel
hat eine andere Bedeutung und dann fehlt dies WoH
auch im Äthiopischen.
Als einzelne Entlehnuni^en nenne ich noch v^ Jsi = xt/i iv-
^puTTog nach Georg Hotlmann Z D M G. XXXII. 718 ; ^j^LlIj
==vävvö;? 0^33; Jff^jLÄ = t:Vnn=;5iiT:fr;.yojj| IbnDor.
Kit^al'iötik. 21, 11 schon dort als unecht bezeichnet =
9öi?ll. ^ Jlä. nach de Goeje Gl. geogr 203 = T^i würde ich
lieber als identisch mit %j3 ^Schmutz" (vielleicht absieht-
lieh etwas entstellt) autl'a.-seu. l'ber {jcJb vgl. Sachau zum
Mu^arr. 69 ; über Jsjo Xöldeke Mund. Gramm, p. 36.
In der wissenschaftlichen Sprache Hesse sich natürlich noch
eine grosse Anzahl aramäischer Wendungen und Wörter,
die den Arabern durch die syiischen Übersetzungen griechi-
scher Werke zukamen , nachweisen.
Ich erinnere hier nur an einige Wörter, die ziemlich
allgemein verbreitet und nicht gleich als Entlehnungen
deutlich sind. Zunächst ist ^, ^ j p erklären*' zu nennen, das
in dieser Bedeutung gewiss erst aus :^a^ »deutlich, klar
machen** entlehnt ist. So ist auch j^-^--^ »Körper** kein
altarabisches , sondern erst eiu aus lIsmA.^^ entlehntes Fremd-
wort. In der älteren Sprache dürfte dies Wort kaum
anzutreffen sein.
Hier könnt« ich nun «lie grosse Masse der griechischen
wissenschaftlichen Fremdwörter anfügen ; iudessen diese
Wörter haben eigentlich im Arabischen immer nur für
einen beschränkten Kreis Gültigkeit gehabt und ihre Be-
handlung fällt dem zu, der die wissenschaftliche Bewe-
gung, wie sie durch Vermittelung der Syrer aus griechi-
schen und römischen Quellen den Arabern zugeführt wui'de,
zum Gegenstande eines besonderen von mir nicht beab-
sichtigten Studiums machen wird.
NACHTRAGE UND BERICHTIGUNGEN.
Vc^l. auch (jraub. s.v. Ji*^: &Lo v:yjjuj JuS «Juc.
LjjJLfc JüJaj« n^>-äJJ ^jlJuLß Ljjil Jiyt!t. — 5^. Siehe
aber Doughty Vovumenis fpinraphiines p. I223. — 6,,.
1- X'^9^f^T' — Vj davoQ K^y^jcji Mu^arr. 97 ult? Doch
scheint ^^j-^ eia anderes persisches Wort. — Über Bau-
ten ohne Kalk und Tünche im heutigen Jemen Tgl. Renzo
Manzoni // Yemen (Rom 1884) p. 14 »Sterche di bue, di
cammello, di pecore di capre seccati e ridotti in polvere
e mescolati pol con terra, acqua e erbe secche filamentose,
constituiscono la pasta o meglio Timpasta per i mattoni,
Lo stesso impasto serve quäle calce o cemento nella
fabbricazione della casa**. — ISj^* Entlehnt ist wohlaach
erst y^yc >Thürspalte*\ das später nicht mehr recht Ter-
standen und obsolet wurde (vgl. Gauh.); soll es ursprüng-
lich TS »Thürangel" (Prov. 26, 14 und Kelim 11, 2)
gewesen sein? — 17|,. Jiia^. — I81-. Vgl. Hai bei ^Arüch
s.v. T^^p: am Schlüsse r^NJ S» m03* ^VMV plMi^KT
d. i. (1. ^yLsÜli ;>IaII ^"y4^^ üJOä (sie) ^^ L^S^y —
19,5. J&lcüt IV. 280, 19. ySyÄM ^ v/;^l ^ Ljjb JüU^^
Lftli LjjuU Ja^5 Ujj^ ^4)JI yö v5;a*äJI ^ u^^s^^
ll^^li. — 22,,. Hierzu SJu»; vgl. Hofifmann Litter. Ceti'-
tralbL 1882. 321, der es aus m^'J erklart und zur Wurzel
cJs Juw zieht — Vielleicht ist auch ijJc (Ol. ffeogr. 281)
288
•
erst aus La^ eutlebut Au ]<^2« Opujur. Aest. 81, 14
»Matte'* ist wohl kaum zu denken. — 28,,. &a5 ist wohl
auch erst aus ).«c=^ entlehnt; faebr. HÜp ist nicht ganz
dasselbe. Es hat im Arabischen keine Ableitung. Der
Anklang au pers. 4Xli^"= JuJLr» ist wohl zufilUig. — 293.
Doch ist griech. lat. a in der Nahe tou- R hilufig zu ö
yerfiirbt. — 20^^. Auch ]:..-■> "-■'■■■': PSm. 312 s. v. lJ?s^iri
ist ebenfalls xsptotKx:ts'j, — 29.,. Die hier gegebene Erklä-
rung, nach welcher Levy Nhbr. Wtb. IV. 50 zu berichti-
gen ist, wird evident durch «las Christi. -Palästinische . das
^^cl;.Jlä] C-^^Ä-j'-il-cai) braucht, wo der Text des N.
T. irpxtTxptGv hat. (PSm. 343). — 31 4. Natürlich ist im-
mer auch die Milch in Betracht zu ziehen, die bei Hir-
tenvölkern einen grossen Theil der Nahrung bildet. Vgl.
Agani XIX. 159 , 6 a. f. LjaS-.! jväJL»! l.j,tM Jä^^H JLs
ftX^ji^Li (j^^LaJI i^^JUt oS'j v.jiJLAJI 4X^ |J 161
JlaäJI. — 33,. dUuJ auch Agäni VII. 174, 5. — 33,.
Opusc. Nestor. 8% = Ir-^A». — 34ie. Zu 0^^12 vgl.
Commentar des Rabbi Samuel b. Meir zum Pentateuch (ed«
Rosin) p. 114, 25 und dazu Deutsche Litteraturzeitung
1822. p. 1413. — 37,0. -^^ ^^^ gewöhnlich direct
aus dem persischen x^L^ abgeleitet; näher liegt vielleicht,
es zunächst auf d£is aramäische "ISS Low Aram, Pflanzenn.
373 zurückzuführen. Das dort erwähnte HHID, schon in
der MiSnäh, kann schwerlich ursprünglich türkisch sein. —
4O7. Da metaxa a/tlateinisch ist (vgl. die Nachweisungen
bei Waddington zum Edict. Diocletiani XVL 86) so ist an
einen Zusammenhang des Wortes mit Damascus nicht zu
denken. Darnach ist auch Gesenius Hwb. IX. 192 s. v.
p573T zu berichtigen. — 41g. Aus dem Griechischen ent-
lehnt ist D^^Xp^iD = ^^pixipm ; vgl. Kuhn Litteraturbl. L
289
417; Edictuin Diocletiaui XVI. 54 = rip^^xipio: Le Bas-
Waddiugton Von. ^rcht'ol. Explicat. Tom. III. 1854^. p. 443. —
4I3,. 1. Wörter. — 43,. 1. C^^ u. \^i^. — oog. Das
arge Versehen, dass ich aus ^Lo »kurze Hosen'' »Hosen-
tniger" gemacht habe, muss ich hier berichtii^en. Etymolo-
-1^^^
gie: »Eürperwiichter** also für t a n b Tin. Dazu gehört
als Übersetzung von a'D320 Exod. 38, 38 Hexapl. (Ce-
• • • • •
riani), das mittelpersischem tanbanak entspricht. Das R
ist im Syrischen zur Dissimilation eingetreten. Dieses selbe
Wort ist als dermauek (^0^0323) zu den Abessyniern
gedrungen (Dillmann 1002); es hat natürlich mit dem erst
aus siJLilj5 (Hamadani ed. de Qoeje 253, 9) zurückgebil-
deten {^^\J nichts zu thun. Auf dermanek aber
gellt gewiss iÄjLo%\ zurück, jedesfalls von J-äUc^c-s. Nöl-
deke Mand. Gramm. 40 (= jjLuj/'?) zu trennen. — 503,.
&lf »Schleier" und »Fliegennetz" Jaküt III. 87 entlehnt
aus ]A^ PSm. — 59.. iüL^^jo Agäni ^X. 140, 9; ein
Perlentaucher Mufa4cjialijjdt ed. Thorbecke 11,13, 14,15.
Ob man zu ^l^^ d^y^ stellen darf? — GOjq. Auch
äthiop. tafassasa Dillmann 1357 ist erst aus dem ara-
mäischen Worte (indirect also dem Griechischen) entlehnt. —
6O30. 1^^ Opusc. Nest 43, 14 aus 1^ umgestellt??
Es wird yielleicht ursprünglich nur »Schmuck** bedeuten,
also = |AÄ. ygl. Noldeke Mand. Gramm, p. 48. — 65,7«
Auch Sta (Hai zu Kelim 2,3 = n*ai2) und rhui (zn
Kelim 3, 5 = ninp). — 69io, Dazu Jju, bei Dozy nicht
Tocalisiert, aber wahrscheinlich mit Recht ^Uü* Ibn Der.
Kit-al'iMk. 54 , 4 eine Analogiebildung zu «LÄi* — 80,,
In diese Reihe verlangt auch noch LssAx^ ]^^«=: i^.4Xa^
Opusc, Nestor, (ed. Hotün.)81, 13. Einlass, aber die Laut-
yerilnderung wäre höchst ungewöhnlich. — 8I12. Echt ist
19
290
auch st^v ^ za io^^ Babschaben** wie U ^ a JLa zu ^s^^^
»spalten". — 86^. Nabi;'a 15, 13, 15. — 87j. ^ iIjH
PSm. 187; aber Ir-^ssl PSm. 186 = Ä$/3;t auch I Chron.
22, 3 »Axen'. — S?^. Ursemitisch ist "1X^3 = Jua« =
äthiop. m u^edad. — ü^Iä Ibn Dor. KU-al-ibtik. 170 paenult.
zu iny misn. Kelim 15, G. — 87|3. Nöldeko ^fand. Gramm,
120 Anm. 1 hat diese Wörter als persisch in Anspruch
genommen. Die Rückbildung der Form v.Jo »Hsiken"
wjire allerdings ziemlich aufFiillig; doch will ich nicht ver-
schweigen, dass für Nöldeke's Ansicht der Wechsel in den
jüd. Formen (3^13 neben Dy^p : vgl. ^Irüch) spricht. Pers.
v^^ scheint erst wieder dem Arabischen entlehnt. — 87j.
Hotfmanns Zusammenstellung von ll^«^ mit TIm scheint
wegen des äthiopischen Wortes nicht gut annehmbar. —
90.. 1. Pflugschar. — OO^. Dies zu sLä-»**^. — 91,0. Ob
-_^m\^ (und davon denomin. v-jumJ?) entlehnt ist (Hoff-
mann Märtyrer Not. 708) ist nicht ganz sicher. Im Ara-
mäischen ist es nicht sehr üblich. Nun stimmt ausserdem
nalu^^i (so 1. mit 'Arüch s. v. ^^l II. gegen Levy Nhbr.
Wtb. III. 449) in den Vocalisationsverhältnissen aufEallig
zu SiLwu. Die jüd. Bildung ist aber als hebräisch y nicht
aramäisch anzusprechen: vgl. n*i33 »Holzabfall** zu g%
Die Form scheint passivische Bedeutung zu haben. — 98).
Ur*^ l PSm. 1505 ist wohl aus dem Persischen, nicht dem
Griechischen entlehnt, l^r^ Opusc. Nestor. 95, 14 =s
Kj3n^S Low Aram. Pßanzennamen 9 Anm. 2. — 94^. Auch
&JL^JL^ »Kette** hat schon Guidi Della sede p. 18 mit
Recht verdächtigt ; es stimmt zum aramäischen SH /S* /u^
0-i-l^-M^); hebr. aber HTi^^w. — 953i. Vgl. noch Jaküt
III. 393, 8. Die ältere Transcription enthält u. A. I j ^ »- ^ t
Opusc. Xestor. 96 , 6 = np. ^uLä.. Aber schon fioffmaun
^ 9
A
291
Märtyrer Note 2132 hat Beispiele für die Traascriptioa
durch <-▲ gegeben. Dazu kaun noch gefügt werden tal-
mudisch Vyjr\Ü (noch unerkliirt) 'firubin 29^,^ (Riisi nLöf-
fei") = jJ^-J^Lä. Vull. I. 553. Daneben noch die Tran-
scription durch *-i-i vgl. |J.«^=1-)'«a] PSm. 406 wofür wohl
iliy^i'^A .1 zu schreiben ist = * ,jÜj«^ = arab. ^LäJ*^
(Griechisch wird es durch t^ transcribiert ; vgl. T^ovnxvtff-
Tvipiov Sophocles Lexicon p. 537). — 98 ». Bei diesen Toi-
letgegenstiinden muss noch der Name der Seife j^^jLö
erwähnt werden. Schon die Araber wussteu, dass er fremd
ist (Mu^arrab 98). Natürlich geht er aber nicht direct auf
tätwv sapo (keltischen Ursprungs) zurück, sondern auf
dessen aramäische Aequivalente. Bemerkenswerth ist das
^JO als Anlaut; aber auch dies findet sich schon im ara-
mäischen |Js^> (Cast. 764) jüd. p3S (welches als genauere
Schreibung neben dem sonst üblichen p33 noch bei ^Arüch
s. V. f3V II erhalten ist). In der Verwandlung des griech.
lat. S in den emphatischen Laut sehe ich eine Einwirkung
des folgenden griechischen P. — HSio« ^' ZDMG. XXX«
771. Doch hat Nöldeke dort über die Echtheit kein ür-
theil abgegeben. Mir selbst ist die Ableitung aus dem
Persischen wegen des Suffixes und auch aus sachlichen
Momenten wieder fraglich geworden. — 122j,. 1. Jäküt I. —
125}}. Die Ableitung der aramäischen Wörter aus dem
Persischen ist mir doch sehr bedenkllich geworden. Der
Anklang an ^qtialus'' kaun die Echtheit der persischen
Wörter schwerlich verbürgen. — 133^. 1. ^aiji^da aber
dies ist doch besser = JudA ("IV^O). — 137i,. Vgl. noch
D'^iiaU'D Jerem. 41, 8 (targ. pIQIi'S) syr. Us^m. —
139i,. Aber in ^Läj^I s^UI^äT Div. HuiJ. 90, 19 ist
^L^vjl doch sicher »Pflaume'* nicht »Birne*'. — 150,^,.
Für den aramäischen Ursprung von ,t U,; habe ich Nöl-
292
dekc*3 Aiitoritrit zu Unrecht in Anspruch genommen. Er
lehnt diese ZiisammenstelUing ab. Auch wird allerdings
IJH^»^^ Opnsc, Xestor. (ed. Hotlmann) 105, 17 anscheinend
von der Wurzel jJ-i. abgeleitet — 153^. Ein Dental in
der Nahe von S wird mehrfach umgebildet. Die Verhärtung
eines weichen nach scharfem S lieiH; vor in ).A^cAr] für
).i^Si^] (ijjui); ein harter Dental wird weich und ver-
wandelt dann diis scharfe S in weiches z. B. in Hl^Tp aus
xGvxiJTxp; ■mTlIä aus xpo75'jpx. — 153, a. f. Haggen-
raacher in Petermanns }fltthdL En^linzuni^sheft 47 (Gotha
1876) erwähnt als Exportartikel der Somalilünder speciell
das Antimon. Vgl. noch Brugsch Die altanypf. Volkertafd
(Berliner Orient. Congr.) p. 59. — 154^. Dieselbe Art
der Assimilation eines *1 an ein folgendes p liegt auch in
j>^^^v ^ yQf ^ jj^g sQ]2on Sachs Beiträge II. 58 richtig gleich
Clp'ID x^P^^^f^^ gesetzt hat. — 161 ult. Darnach ist also
Levy Nhbr. Wtb. IV. 90 s.v. H^T'p'sJ zu verbessern. —
Nöldeke hat mich aber unter Anführung von Mart. II. 326 ;
Pohlmann S. Ephraemi Comment. textus p. 70 darüber
belehrt, dass Ij ^^'^ Q^jl^z^) nicht blosse Schriftentstellung
sein kann. — 168j„. 1. hebäj ; 169 paenult. 1. ^ähb. —
199,4. ^eine Ableitung von y^H u. s. w. aus dem Persi-
schen wird dadurch zu nichts , dass , wie mir Herr Professor
Praetorius mittheilte , die Wurzel yin auch im Assyrischen
ganz gewöhnlich ist. Causativ y^Hw? in Bauinschriften
»Quadersteine, Balken zurechtlegen". — 198.. Vgl. übri-
gens schon xxyi'jTx>.t^ (Lagarde Ges. Abh. 207), dessen letzter
Theil gewiss mit jenem persischen Worte identisch ist. -
2123 Assyrisch ilippu (Praetorius). — 216,2« kleine Iden-
tification von ..yffjjf mit ..«Lm^jI stösst sich an der Schwie-
rigkeit, dass die Bedeutungen der beiden Wörter doch
auseinandergehen. Dazu hat \jiSt ' Kamil 399 , 6) an ^i^
293
Jes. 28 , 24 sein semitisches Aequivaleut. Dies wird wohl
schwerlich erst von U^^^^ abgeleitet sein. Was es mit
JJL2L2 jji^j^is Cast. 71G nach Form und Bedeutung für
Bewandniss hat, möchte ich nun nicht sagen; sie scheinen
aber griechisch. — 222.j. In ilen neuerdings von Harkawy
in (len Studien und Mittheilungen aus der Kaiserl. oüentl.
Bibl. in St. Petersburg IV. Theil herausgegebenen Rechts-
gutachten der Guüuim (Berlin 1883) findet sich SSS'n-kTX
erklärt; »Ein iT/rpsT;;, in dessen Hand Schlüssel und Sie-
gel sind , un<l ein Aufseher von Früchten und Geräthen und
Magazinen eines Anderen (Eigenthümers) wird S2N'nc^*X ge-
nannt." — 225i.. Meine Angabe über den Plural ^JUtit ist
nach dem , was D. H. Müller Actes du Sixieme congres in-
ternational des Orientalistes Deuxierae Partie Sect. I. 461
berichtet, zu streichen. — 230j3,. 1. Machsirin. — 237
paenult. 1. H^S'^DiipX. — 274iq. Wie ich nachträglich sehe,
hat dies schon Schrader De Uno, aeth. p. 14 ausgesprochen. —
286^. Prof. Nöldeke hat mich nachträglich darauf aufmerk-
sam gemacht , dass schon Lagarde i2e/.ytirt5(graece) XXXVII.
^yjö^ aus lituTii; erklärt hat. — 28623. Vgl. n. A. mei-
nen Nachweis des Ursprungs des Terminus fccA für > Buch-
staben** bei Bacher Sitzungsber. der phil. histor. Classe der
Wiener Akadem. der "Wissensch. Bd. 106 Heft I. p. 140
Anm.
204
BERICHTIGUNGEN IL
XXL. für »meist" 1. Doft"; vgl. Litterar. Centralbl. 1886
Sp. 354 lin. 42 ff. — XXIIjc- nach HI ^aach dem Vorgange
des Aramäischeii'\
57 Aum. zu streichen; D2*p ist >)Spahn" eigentlich ab-
geschnittenes Stück*' (,^ .-vy — -17«o. Die Analogie der
sonstigen für Schilfe verwendeten Thieruamen macht es
unnüthig, eine semitische Ableitung von xepxsZpSr zu ver-
suchen. — 23Ü13 1. "^-a-i.. — 230.. 1. iLl. — 254. paenult.
1. li^J. — 272. Im Himjarischen ist aber Hilf ein sehr
gewöhnliches Wort »Bildniss, Reliefportrait" (Praetorius). —
28(^30. Die Bemerkung über x v- r ist falsch; es kommt
ja schon im Koran vor. — 28832. !• 1882.
ABKÜRZUNGEN.
Dozv =- Supplement aux dictionnaires arabes 1 , 11. Leiden
1880.
Gl. geogr. ^ Bibliotheca geographorum Arabicorum ed. de
Goeje. Bd. IV. Leiden 1879.
Guidi Della sede = Della sede primitiva dei popoli Semitici
(Reale Accademia dei Lincei. 1878—1879). Rom 1879.
Gaidi AIcune osservazioni = Alcune osservazioni sulle gut-
turali h et h nelle lingue semitiche (R. Accad. dei Lincei
Transunti Ser. 3» Vol. VI).
Nüldeke Sasaniden = Geschichte der Perser und Araber
zur Zeit der Sasaniden. Leiden 1870.
Robertson Smith journey = A journey in the HejazI— X.
(Scotchman Mavch-Juue 1880).
I. ARABISCH.
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Bime editionem Parisiienieiii dilifceater re-
".m''*: f pogBitam. .et emendatam leetionibat will
^.-' -V^^ cit additamentU editionii CalcaUeniit Mizit
Botii ntrimtin partem criticii illaiin? it
'JOAKNES AuaUSTVS VULLSBS. Vol. I — III.
gr. 8*. 1 \ •,'. . \ • .' . .-. ,% tSSJUS.
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Ooctja. 2M[. iJ., Ott alte Bett dea Oini
. Ama-Darja. 1875. Mit einer Karte. 8*.
%.. ... . / . fl.SO.
■ ■>■ ■ ■ - ■ ■ . ■ '
lbii-A.db dri (de Maroc), Hiatoire 'de
TAfrique et de TEspaKDe intitulee Al-
Bayano U-Mogrib, et frHgments de la
ebroDiqae d^Arib (de Cordoue); le toat
public poor la premiere foia, prece'de' d'une
- introdaction et accompagoe' de notea et
■ d*aD Klotaaire, par R. P. A. Dozt. 1848 —
1851 a fol. 8« . . f le.— .
rbn-Badroun « Coinmentaire biitorique
•nr le po^me d'lbo-Abdoaa pablie poor
la premiere fois, precede' d'une introdac-
tion et accompagne de notes, d*nii gloa-
■aire et d''aa index de noma propres, par
R. P. A. Dozt. 1848. 8*». ..... f lO.—
' Ibno '1-ICaisdrani (Abu*L-Fadbl Mo-
. HAMMED IBir TuHIB AL-MaKDISI) VUlgO
* dictos. Homonyma inter nomiua relatita,
;" qnae com appendice .^6tt Jfioad I^hanen-
•. sis t codd. Lejd. et BeroUn. edidit P. DB
JoNO. 8*. .»• '. . f8.SO.'
; tinopk par P. A. t< d. Lith. iyad.fraB9. ip^''*''/^i
i,'p«r L. Majicsl Dbtic. '.At. 4 pL eolor. .;v *:''■ j
.^tir^ da MS. ärabe de Hariri de la eol- J -v -..^
'^-'.lectioo de M. Schxfer. PabUcation d^^
'/'aa 6iiffle Congrea des Orleatalistes. 1883.
.-' gr.'iB-4^. •.•...»..».•...£ 18^—.
IN'öldeka« llx., Gescbicbte der Perser
»und Araber sur Zeit der Sasaniden. Aus
' der Arabiscben Cbronik des Tabari übers,
n. mit antrührL Er lauter, ü. Ersans. f er-
sehn. 1879. 8«. ..... . .^^. 1 t y.— .
Pentateachus secnndum Arabieam Pen-
tatenchi Samaritani rersionem ab Aba-Saxdo
conscriptam , quem ex tribus codicibus edi-
dit A. KuENEN. Fasdculua 1 et 2, eonti-
. nens libros Geneseos , Exodi et Levitici.
. 1851, 54. 8« . . . -. f 3.— .
Sa^adja b. JAsuf al-Fajjümi, Kitftb al-
AmAnit wa'l-lHiqftd&t. Herausgegeben fon
S. Landauer. 1880. 8o. . . . .f4l.7ff.
\
}
Scriptomm araf>nm loci de Abbadi-
- dis nunc primam editi a R. P. A. DoiT.
1846-1863. 3 toI. 4«., .. . . f 14.— .
Spitta^Bey* Gr.«' Coutes arabes moder-
nes recoeillis et traduits. 1883. S^ f 3.7ff.
. Ibn-'Wädhih qui dicitur Al-J4'qnbl his-
- toriae. Edid. indicesque adjecxt M. Th.
HouTSMA. 188H. VoL I : Historia anie-is-
' ■ ' lamiea. Vol. II: Historia islamica 8*. i IS. —
JJandberff» C; ProTerbes et dictons du
^V peuple Arabe. Materiaux pour servir k la
connaissance des dialectes Tulgaires recueil-
lia, traduits et annotes. Vol. I: Provinoe
de Sjrie. Seetion de Sajda. '1883. 8^. ted and edited from Msa. in the anifersitj
. ' ■ . .i ...,. '. ..-. . • • '• •• fr.^: *"^ Ijbrary of Leydcn. 1859. 8*».. . . Iß.—.'
•.ä
^ «
Uylenbroek, P. J.» Dissertatio de Iba»
■, Haokalo geographo nee non descriptionem
. . Iracae Persicae , com ex eo scriptore, tum ex
aliis mn. Arabicis bibl. Lugd. Bat. petitam.
1822. 4« ;■ , . f 1.ÖO. ' ."..'{
Veth « P. J-t Liber as-Söjutü de nomini- ' ''- ; ~ ■*■ ' J
bus relatiTis, inscriptns SgAJLü ^.^«Ari-
'• -bioe editns e tribus codicibus ms., cum
annotatione critica et snpplementis. 8 tom.
in 2 fol. 1840—1851. 4«. .... 1 e. —
VTrisht, "VT., Opuscula arabica, ooUee-
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Soeben erschienen : . , .
Al-Hamdani's Geographie der Arabischen Halbinsel nach
den Handschriften von Berlin, Constantinopel« London,
Paris und Strassburg zum ersten Male herausgegeben
von David Heinrich MüUer. 2 Bde 8°. . . . ; f 12.-
Der 2** Band ^ vuelchcr die NoUm und die Indivrs enthalt , wird demnäcfut
" erscheinen. i ► - • '•'■ . ■ r <" . /
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t*teachi SimsriUoi tcriianeni ab Aba-Stido
conscriptun, quem ex tribru codidbus edi-
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ScriptoruED arabum loci de Abbuii- '
d» DQnc primnin editi ■ R. P. A. Dotr,
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Spitto-Bey, G., Coutea anbei moder-
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■ Sutben erschienen: _■,, " ;'■■ ' '"":'" ■■■'
\\ iiimidäni's Geographie der Arabischen Halbinsel nach
.l,ni Handschriften von Berlin, Constantinopel, London,
t'aris und Strassburg zum ersten Male herausgegeben
von David Heinrich Müller. 2 Bde 8°. . . . . ,f 13.—
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